Architektur von der Couch: Tipps von Sebastian Beck

Wir setzen unsere Reihe „Architektur von der Couch“ fort. Nach Zeynep Kuban aus Istanbul und Diego Baloain aus Santiago de Chile, geht es heute nach Brasilien.

Als Nächstes berichtet unser Guiding Architects Partner Sebastian Beck von ARCHIPEL in São Paulo.

Die Mehrheit von uns sitzt gerade im home-office und hat so keine Möglichkeit die Welt zu erkunden. Wir bringen die Welt zu Ihnen. Dazu haben wir unseren Partnern von Guiding Architects ein paar Fragen zur aktuellen Situation gestellt.

Lesen Sie hier ihre Antworten und bekommen ein paar Tipps, wie in anderen Ländern mit der Situation umgegangen wird und was man sich auch von zu Hause aus ansehen kann.

Architektur von der Couch: Tipps von Sebastian Beck

1. Wie ist die Lage/Situation in Deiner Stadt?
Wir haben seit vier Wochen klare Restriktionen von der Landesregierung in São Paulo. São Paulo ist der Bundesstaat mit der höchsten Zahl von Infektionen mit Covid-19 in Brasilien und Lateinamerika. Die meisten Menschen bleiben zu Hause in strikter Quarantäne, aber einige Menschen können die Regeln wegen finanzieller Aspekte und prekärer Wohnsituationen nicht einhalten. Das öffentliche Gesundheitssystem ist auf die bevorstehende Zahl der Infizierten nicht wirklich gut vorbereitet.

Architektur von der Couch: Tipps unserer Guiding Architects Partner

Sebastian Beck © a-tour

2. Wie blickst Du in die Zukunft?
Negativ. Die politische, wirtschaftliche und finanzielle Situation war vor Corona schon ziemlich schwierig. Die Bundesregierung mit dem jetzigen Präsidenten Jair Bolsonaro verspricht für die Zeit nach der Corona-Krise nichts Gutes. Ein schreckliches Krisenmanagement, voller Widersprüche und schwerer Fehler lässt vermuten, dass Brasilien auf schwierige Zeiten zusteuert.

Architektur von der Couch: Tipps von Sebastian Beck

3. Was könnte in Eurer Stadt digital betrachtet werden (Museum, Galerie, Archiv)?                    

Virtueller Besuch in der Pinacoteca de São Paulo
Virtueller Besuch des Museu de Arte de São Paulo MASP

Architektur von der Couch: Tipps unserer Guiding Architects Partner

MASP Museu de Arte São Paulo © a-tour

4. Gibt es eine positive Initiative in Deiner Stadt, die durch die jetzige Situation entstanden ist?
Leider konnte ich keine positive Initiative von der Stadt finden. Positive Aktivitäten werden von privaten Initiativen vorgeschlagen. Da wir in São Paulo ein starkes Architektur-Netzwerk haben, es gibt immer wieder Live-Konferenzen auf youtube oder instagram mit hoher Beteiligung.

5. Hast Du einen Tipp für ein Architekturbuch und/oder eine Architektur Dokumentation und/oder einen Film und/oder einen Podcast, der Dir in letzter Zeit gut gefallen hat?                 Taschenatlas der abgelegenen Inseln: Fünfzig Inseln, die ich nicht besucht habe und nie besuchen werde, Judith Schalansky, Penguin Books. (Ich bin mir nicht sicher, ob wir es als Architekturbuch betrachten können ;-). Aber vielleicht ein Buch für Architekten in Coronazeiten.

Architektur von der Couch: Tipps von Diego Baloain

Wir setzen unsere Reihe „Architektur von der Couch“ fort. Nach Bo Christiansen aus Kopenhagen /Malmö, Anneke Bokern aus Amsterdam/Rotterdam, Boris Strzelczyk aus Valencia, Bettina Johae aus New York, Cristina Silva aus Porto/Lissabon und Zeynep Kuban aus Istanbul, geht es heute nach Chile.

Als Nächstes berichtet unser Guiding Architects Partner Diego Baloain von Massantiago aus Santiago de Chile.

Die Mehrheit von uns sitzt gerade im home-office und hat so keine Möglichkeit die Welt zu erkunden. Wir bringen die Welt zu Ihnen. Dazu haben wir unseren Partnern von Guiding Architects ein paar Fragen zur aktuellen Situation gestellt.

Lesen Sie hier ihre Antworten und bekommen ein paar Tipps, wie in anderen Ländern mit der Situation umgegangen wird und was man sich auch von zu Hause aus ansehen kann.

Architektur von der Couch: Tipps von Diego Baloain

1. Wie ist die Lage/Situation in Deiner Stadt?
Hier in Santiago sind die Einschränkungen je nach Bezirk unterschiedlich; einige sind vollständig im „lockdown“ und andere nur teilweise. Aber wir befinden uns zumeist in einer freiwilligen Quarantäne, die Menschen verhalten sich im Allgemeinen verantwortungsbewusst und alles ist geschlossen, außer den Geschäften für die Grundversorgung und den Basisdiensten.

Architektur von der Couch: Tipps unserer Guiding Architects Partner

Diego Baloain © Massantiago

2. Wie blickst Du in die Zukunft?
Die Daten hier sind immer noch verwirrend, die Sterblichkeitsrate ist niedrig, weil wir eine junge Bevölkerung haben und das öffentliche Gesundheitssystem bisher nicht zusammengebrochen ist, aber die Zahlen steigen und die Zukunft ist sehr ungewiss. Es wird geschätzt, dass der Höhepunkt der Pandemie Ende April erreicht wird, so dass unser Leben in Innenräumen noch einige Monate andauern wird. Die Wirtschaftskrise wird also schonungslos sein, vor allem für die armen Menschen, die mit ihrem täglichen Einkommen auskommen müssen. Nichtsdestotrotz sind die Menschen in Chile gewohnt mit Naturkatastrophen (Erdbeben und Tsunamis) umzugehen und deshalb gibt es in diesen Situationen ein starkes Gefühl der Einheit, das uns meiner Meinung nach wirklich helfen wird diese Krise solidarisch zu bewältigen.

Architektur von der Couch: Tipps von Diego Baloain

3. Was könnte in Eurer Stadt digital betrachtet werden (Museum, Galerie, Archiv)?                    

Ich empfehle Ihnen einen Besuch von:

Precolumbian Arts Museum
Nationl History Museum
Chile Explora

Architekturreise nach Buenos Aires, Montevideo und Santiago de Chile; Reisebericht Buenos Aires, Monevideo und Santiago de Chile, Architekturreisen 2021

Architekturreise Südamerika © a-tour

4. Gibt es eine positive Initiative in Deiner Stadt, die durch die jetzige Situation entstanden ist?
Ich finde nicht wirklich eine öffentliche Initiative aus der Stadt, jeder Bezirk ist hier in Santiago sehr unabhängig. Aber die Zentralregierung hat eine Reihe von sozialen und wirtschaftlichen Maßnahmen eingeleitet, und auch die Bevölkerung ist sehr hilfsbereit.

5. Hast Du einen Tipp für ein Architekturbuch und/oder eine Architektur Dokumentation und/oder einen Film und/oder einen Podcast, der Dir in letzter Zeit gut gefallen hat?                

archdaily: Seoul City Machine / Liam Young for the Shenzhen Biennale

Heidegger’s hut

Architekturreise nach Buenos Aires, Montevideo und Santiago de Chile

Architekturreise Südamerika © a-tour

 

Falls Sie Interesse an einer Architekturreise haben, informieren Sie sich gerne hier.

Architektur von der Couch: Tipps von Zeynep Kuban

Wir setzen unsere Reihe „Architektur von der Couch“ fort. Nach Bo Christiansen aus Kopenhagen /Malmö, Anneke Bokern aus Amsterdam/Rotterdam, Boris Strzelczyk aus Valencia, Bettina Johae aus New York und Cristina Silva aus Porto/Lissabon, geht es heute in die Türkei.

Als sechstes berichtet unsere Guiding Architects Partnerin Zeynep Kuban von GA Istanbul aus Istanbul.

Die Mehrheit von uns sitzt gerade im home-office und hat so keine Möglichkeit die Welt zu erkunden. Wir bringen die Welt zu Ihnen. Dazu haben wir unseren Partnern von Guiding Architects ein paar Fragen zur aktuellen Situation gestellt.

Lesen Sie hier ihre Antworten und bekommen ein paar Tipps, wie in anderen Ländern mit der Situation umgegangen wird und was man sich auch von zu Hause aus ansehen kann.

Architektur von der Couch: Tipps von Zeynep Kuban

1. Wie ist die Lage/Situation in Deiner Stadt?
Es ist wie überall, die Schulen sind seit 4 Wochen geschlossen, alle öffentlichen Versammlungen aller Art sind verboten, die Menschen gehen weniger aus. Der Unterschied besteht darin, dass es für Menschen über 65 (Rentenalter) ein Ausgehverbot gibt, da sie am meisten gefährdet sind. (Aber natürlich ist nichts geplant.) Aber hier geht es vor allem um Angestellte. Die Arbeiterklasse wird immer noch arbeiten und viele (wahrscheinlich die meisten) werden keinen bezahlten Urlaub bekommen. Auf einigen großen Baustellen streikten die Arbeiter, weil die Arbeitsbedingungen nicht angemessen waren.

Architektur von der Couch: Tipps unserer Guiding Architects Partner

Zeynep Kuban © a-tour

2. Wie blickst Du in die Zukunft?
Ich habe keine eindeutige Meinung. Die Tatsache, dass die Luft viel sauberer ist und Umweltfragen klarer werden, würde ich es traurig finden, wenn die Menschen nach allem, was sie tun, zurückgehen, um so viel wie möglich zu reisen, so viel wie möglich zu konsumieren. Unser Geschäft basiert auf diesen kurzen Städtereisen mit dem Flugzeug, und wenn wir uns für die Natur verantwortlich fühlen, sollten wir nicht tun, was wir tun…. Auf der anderen Seite lieben wir, was wir tun… Schwierig. Aber zumindest hoffe ich, dass die Menschen (einschließlich mir) gelernt haben, dass wir nicht so viel brauchen….

Architektur von der Couch: Tipps von Zeynep Kuban

3. Was könnte in Eurer Stadt digital betrachtet werden (Museum, Galerie, Archiv)?                     Die privaten Kunstmuseen gehen so viel wie möglich online, staatliche Museen haben nicht einmal eine gute Website.

Architektur von der Couch: Tipps unserer Guiding Architects Partner

EAA Museum © Cemal Emden

4. Gibt es eine positive Initiative in Deiner Stadt, die durch die jetzige Situation entstanden ist?
Wie überall sind es die privaten Initiativen; aber es gibt einen Verein, den ich sehr nützlich finde, der neben vielen anderen Dingen diejenigen unterstützt, die in diesen Tagen kein Essen nach Hause bringen können.

5. Hast Du einen Tipp für ein Architekturbuch und/oder eine Architektur Dokumentation und/oder einen Film und/oder einen Podcast, der Dir in letzter Zeit gut gefallen hat?                

Bruno Taut, Architekturlehre. Dies ist ein Buch von Bruno Taut, das zuerst 1938 auf Türkisch und 1977 auf Deutsch veröffentlicht wurde und dann 2017 ein letztes Mal. Es gibt bisher keine englische Übersetzung.

Architektur von der Couch: Tipps von Cristina Silva

Wir setzen unsere Reihe „Architektur von der Couch“ fort. Nach Bo Christiansen aus Kopenhagen /Malmö, Anneke Bokern aus Amsterdam/Rotterdam, Boris Strzelczyk aus Valencia und Bettina Johae aus New York, geht es heute nach Portugal.

Als fünftes berichtet unsere Guiding Architects Partnerin Cristina Silva von Cultour aus Porto und Lissabon.

Die Mehrheit von uns sitzt gerade im home-office und hat so keine Möglichkeit die Welt zu erkunden. Wir bringen die Welt zu Ihnen. Dazu haben wir unseren Partnern von Guiding Architects ein paar Fragen zur aktuellen Situation gestellt.

Lesen Sie hier ihre Antworten und bekommen ein paar Tipps, wie in anderen Ländern mit der Situation umgegangen wird und was man sich auch von zu Hause aus ansehen kann.

Architektur von der Couch: Tipps von Cristina Silva

1. Wie ist die Lage/Situation in Deiner Stadt?
Was unser Geschäft betrifft, so hat es vollständig aufgehört. Wir haben noch einige geplante Touren für Juni, aber ich glaube nicht, dass sie stattfinden werden, und einige andere für den Herbst. Neue Anfragen kommen im Moment nicht.
Was das Land betrifft, so ist fast alles geschlossen (Schulen, Museen, nicht notwendige Geschäfte – Restaurants dürfen Essen liefern), und Menschen, die nicht verpflichtet sind im Freien zu arbeiten, werden gebeten zu Hause zu bleiben, es sei denn, sie müssen lebenswichtige Dinge einkaufen, zur Apotheke gehen, zum Arzt gehen, für einige Minuten draußen Sport treiben.

Architektur von der Couch: Tipps unserer Guiding Architects Partner

Cristina Silva © cultour

2. Wie blickst Du in die Zukunft?
Wir erwarten eine bessere Zukunft als die Gegenwart, da wir dieses Wunschdenken haben, dass das Fernweh der Menschen, gerade auch nach dem Eingesperrtsein in den eigenen vier Wänden, bestehen bleibt und sogar noch zunehmen kann. Andererseits befürchten wir, dass die Reisefurcht noch einige Monate nach dem Ende der Pandemie (und wir wissen nicht, ob es im Herbst einen zweiten Ausbruch geben wird) zusätzlich zu einem zunehmenden ökologischen Bewusstsein im Zusammenhang mit (Flug-)Reisen, das bereits bestand und während dieser Krise möglicherweise gestiegen ist, weiter bestehen wird.

Architektur von der Couch: Tipps von Cristina Silva

3. Was könnte in Eurer Stadt digital betrachtet werden (Museum, Galerie, Archiv)?                     Die Gulbenkian-Stiftung in Lissabon bietet einen virtuellen Besuch an.

Auch die Casa da Arquitectura in Porto, einschließlich eines Besuchs der Ausstellung über Souto de Moura, die jetzt „ausgestellt“ wird.

Architektur von der Couch: Tipps unserer Guiding Architects Partner

Casa das Histórias Paula Rego © a-tour

4. Gibt es eine positive Initiative in Deiner Stadt, die durch die jetzige Situation entstanden ist?
Ich denke, die Stadtverwaltungen sind sehr damit beschäftigt, sich mit der Krise auseinanderzusetzen und ihre eigenen Dienste an diese Veränderungen anzupassen. Wie Zeynep (GA Istanbul) sagte, gibt es auch hier mehr oder weniger formelle Solidaritätsketten zwischen den Nachbarn.

Eine Initiative in Porto, die die Architektur, genauer gesagt die Balkone, betrifft: Das Festival Varandas® (Festival der Balkone). Es ist eine multidisziplinäre Veranstaltung, die Theater, Musik, Poesie und neuen Zirkus miteinander verbindet und Aufführungen präsentiert, die Balkone in Bühnen verwandeln. In diesen pandemischen Zeiten bestand unsere Herausforderung für den 29. März darin, den Balkon zur Bühne und die Nachbarschaft zum Publikum zu machen und eine Version des Festivals zu schaffen, bei der die Balkone nicht nur die Bühne, sondern auch das Publikum sind. Hier                          Instagram: festivalvarandas

5. Hast Du einen Tipp für ein Architekturbuch und/oder eine Architektur Dokumentation und/oder einen Film und/oder einen Podcast, der Dir in letzter Zeit gut gefallen hat?                

Es gibt diesen Film namens Columbus, von dem Koreaner Kogonada (2017). Seine Handlung spielt in Columbus, Indiana, USA, einer kleinen Stadt mit nur 46.000 Einwohnern, in der einige der weltweit bekanntesten Architekten und einige ihrer besten Arbeiten zu finden sind, wie Eliel Saarinen, Eero Saarinen, Kevin Roche, I.M. Pei, unter anderen.

Wenn wir über portugiesische Architektur und portugiesische Architekten sprechen, schlagen wir die folgenden Filme vor:
– dieser Dokumentarfilm über Souto de Moura unter der Regie von Thom Andersen mit dem Titel Reconversion (2012) über 17 Projekte und Gebäude.

Having A Cigarette with Álvaro Siza, von Iain Dilthey (2016), erzählt von Siza Vieira selbst

Verfügbar im Internet:
Etwa 11 Minuten Gespräch mit Álvaro Siza, aufgenommen in Porto, auf youtube (2019?)

Am 25. September 2015 stellte die John H. Daniels-Fakultät für Architektur, Landschaft und Design in Zusammenarbeit mit dem kanadischen Zentrum für Architektur den portugiesischen Architekten Álvaro Siza in der Convocation Hall der Universität Toronto vor. Verfügbar hier.
Neben vielen anderen, die wir nennen könnten.

Wir müssen auch auf beide Kataloge verweisen, die in diesem Jahr herausgegeben wurden:

Eine der Ausstellungen über eine Auswahl der bisherigen Arbeiten von Souto de Moura, die in der Casa da Arquitectura, Matosinhos, zu sehen ist (die oben erwähnte, aber sie ist jetzt natürlich geschlossen): „Souto de Moura“, Yale University Press, 2020, ISBN: 9780300248654.

Eine weitere Ausstellung zu 30 Projekten von Siza, die einen Überblick über den Designprozess von Siza gibt, heißt Álvaro Siza Indiscipline, herausgegeben von Walther König; 2020, ISBN: 978-9727393718

Herzog & de Meuron gewinnen städtebaulichen Wettbewerb für neuen Stadtteil Grasbrook zusammen mit Vogt Landschaftsarchitekten

Der städtebauliche und freiraumplanerische Ideenprozess, den die HafenCity Hamburg GmbH gemeinsam mit der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen und der Behörde für Umwelt und Energie für den neuen Stadtteil Grasbrook am Südufer der Norderelbe ausgelobt hatte, ist abgeschlossen. Die öffentliche Beteiligung in der Schlussphase und die finale Jury-Sitzung wurden wegen der Corona-Krise in virtueller Form durchgeführt. Der prämierte Entwurf des Teams Herzog & de Meuron und Vogt Landschaftsarchitekten wird nun das städtebauliche und freiraumplanerische Gesamtbild des Stadtteils Grasbrook bestimmen.

Herzog & de Meuron gewinnen städtebaulichen Wettbewerb für neuen Stadtteil Grasbrook zusammen mit Vogt Landschaftsarchitekten

Lageplan Grasbrook © Herzog & de Meuron und Vogt

Der neue Stadtteil Grasbrook liegt gegenüber der HafenCity, am Südufer der Norderelbe, und wird der westlich angrenzende neue Stadtteilnachbar der Veddel sein. Der Stadtteil soll ein feinkörnig gemischter und lebendiger Ort werden, gleichzeitig hat er das Potenzial für ein weltweit vorbildliches nachhaltiges Projekt, das die begrenzten Ressourcen berücksichtigt. Vorgesehen sind circa 3.000 Wohnungen, in Miete und Eigentum, für Genossenschaften und Baugemeinschaften, davon ein Drittel geförderte Wohnungen. Auch die soziale Infrastruktur mit Grundschule und Kitas sowie neue Angebote für Nahversorgung, Sport und Kultur werden hier ihren Platz finden. Darüber hinaus entstehen circa 16.000 Arbeitsplätze. Durch innovative Nutzungs- und Mobilitätskonzepte sowie einen verbesserten Zugang zum ÖPNV sowie großzügigen Grünflächen soll der Grasbrook einen unmittelbaren Nutzen für die Menschen in den umliegenden Stadtteilen stiften.

Herzog & de Meuron gewinnen städtebaulichen Wettbewerb für neuen Stadtteil Grasbrook zusammen mit Vogt Landschaftsarchitekten

Für die städtebauliche und freiraumplanerische Qualifizierung des neuen Hamburger Stadtteils Grasbrook war die Zielsetzung, unter internationaler Beteiligung eine qualitätvolle Funktionsplanung als Grundlage für die spätere Bebauung zu erstellen. Als Verfahren wurde der so genannte Wettbewerbliche Dialog gewählt, der eine kontinuierliche Bearbeitung der Auslober und Planungsbüros im Dialog sowie eine weitgehende Beteiligung der Öffentlichkeit ermöglicht. Als besonders innovatives Element wurde die Freiraumplanung nicht als „nachträgliche Begrünung“, sondern als gleichberechtigter Wettbewerbsbestandteil zeitgleich mit dem Städtebau bearbeitet. Als Vorarbeiten flossen die Ergebnisse der umfassenden Standortanalyse, der vorlaufenden Beteiligungsprozesse sowie erste Ansätze zu den strategischen Innovationsthemen ein.

Herzog & de Meuron gewinnen städtebaulichen Wettbewerb für neuen Stadtteil Grasbrook zusammen mit Vogt Landschaftsarchitekten

Grasbrook Perspektive 1 © Herzog & de Meuron und Vogt

Das gesamte Wettbewerbsverfahren Grasbrook, das im September 2019 startete, wurde durch einen intensiven Beteiligungsprozess begleitet, der in einer Mischung aus öffentlichen Veranstaltungen und Online-Angeboten auf ein außerordentlich hohes Interesse der Öffentlichkeit traf. Die Nachbarn aus der Veddel, aus Rothenburgsort, Wilhelmsburg und der HafenCity sowie Hamburgerinnen und Hamburger waren im Rahmen von vier Grasbrook-Werkstätten mit unterschiedlichen thematischen Schwerpunkten, Online-Beteiligungen sowie aufsuchender Befragung dazu eingeladen, aktiv am Ideenprozess mitzuwirken. Die Ergebnisse des Diskussionsprozesses wurden dokumentiert, ausgewertet und bereits in die Aufgabenstellung des „Wettbewerblichen Dialogs“ aufgenommen. Zuletzt hatten Bürgerinnen und Bürger im Januar 2020 das Angebot einer ganztägigen Bürgerwerkstatt wahrgenommen, den entwerfenden Planungsbüros persönliche Anregungen und Hinweise für die endgültige Ausarbeitung der finalen Entwürfe zu geben. Insgesamt haben circa 2.500 Bürgerinnen und Bürger ihre Anregungen, Befürchtungen und Ideen in den Ideenprozess zum Grasbrook eingebracht. Wir berichteten darüber.

Auch nach der Entscheidung des Wettbewerblichen Dialogs werden die nächsten Planungsschritte mit vielfältigen öffentlichen Beteiligungsmöglichkeiten begleitet. Voraussichtlich im Herbst 2020 werden die Ergebnisse des Wettbewerblichen Dialogs nochmals mit Plänen und Modellen öffentlich ausgestellt und in verschiedenen öffentlichen Diskussionsformaten erörtert. Im Herbst 2020 startet außerdem die formale Bürgerbeteiligung im Rahmen des B-Planverfahrens.

Herzog & de Meuron gewinnen städtebaulichen Wettbewerb für neuen Stadtteil Grasbrook zusammen mit Vogt Landschaftsarchitekten

Grasbrook Perspektive 2 © Herzog & de Meuron und Vogt

Seit der ersten Jury-Sitzung am 3. Dezember 2019 hatten drei ausgewählte internationale Planungsteams, durch die Jury jeweils aus einem städtebaulichen und freiraumplanerischen Büro zusammengestellt, an der Konkretisierung ihrer Ideen zum neuen Stadtteil Grasbrook gearbeitet.

In der zweiten und finalen Jury-Sitzung am 3. April hatte das aus unterschiedlichen Fachdisziplinen und politischen Vertretern zusammengesetzte Preisgericht unter Vorsitz von Prof. Matthias Sauerbruch (sauerbruchhutton) folgende Prämierung vorgenommen.

  1. Preis: Herzog & de Meuron Basel Ltd. (Basel) und VOGT Landschaftsarchitekten AG (Zürich)
  2. Preis: Mandaworks AB (Stockholm) und Karres en Brands RB (Hilversum)
  3. Preis: ADEPT ApS (Kopenhagen) und Studio Vulkan Landschaftsarchitektur GmbH (Zürich)

Es waren besondere Bedingungen, unter denen dieser anderthalb Jahre dauernde intensive Ideenprozess für Hamburgs neuen Stadtteil Grasbrook abgeschlossen wurde. Die Corona-Pandemie erforderte entsprechende Anpassungen und innovative Lösungen. Die geplante öffentliche Schlusspräsentation am Vorabend der Jury-Sitzung wurde ersetzt durch eine 12-stündige Online-Beteiligung. Um dem ursprünglichen Format möglichst nahe zu kommen, wurden pro Team eine umfangreiche 20minütige Videopräsentation sowie Pläne zur Verfügung gestellt. Rund 200 Kommentare von interessierten Bürgerinnen und Bürgern waren eingegangen, über Nacht ausgewertet und in die Jury-Sitzung eingebracht worden.

Auch die ganztägige Jurysitzung am Tag darauf wurde weitgehend in digitaler Form als Videokonferenz durchgeführt. Für die Jury-Mitglieder, die physisch präsent waren, konnten in der 1.200 qm großen Halle des Hamburg Cruise Centers entsprechend große Schutzabstände gewahrt werden.

Städtebauliche Ideen mit Moldauhafenquartier, Hafentorquartier und Saalehafenquartier

Mit dem prämierten Entwurf des Teams Herzog & den Meuron und Günter Vogt Landschaftsarchitekten hat die Stadt einen „räumlichen Fahrplan“ bekommen, der den Sprung über die Elbe anschaulich macht. Der Grasbrook soll mit diesem Entwurf zu einem neuen Vorzeigestadtteil werden von klarer städtebaulicher Struktur, mit Möglichkeiten für Nachhaltigkeitsinnovationen für einen klimaneutralen Stadtteil.

Hierfür wurde der Grasbrook in drei Quartiere geteilt: das Moldauhafenquartier, das Hafentorquartier und das Saalehafenquartier. In der Mitte soll ein fünf Hektar großer, lang gezogener Park, der Stadtpark „Veddelhöft“, mit einem See entstehen, an dessen westlicher Spitze später auch das Museumsschiff „Peking“ seinen Platz bekommt. Der große Park ist das Kernstück des Vorschlags, der von Wohngebieten umgeben ist. Bestehende denkmalgeschützte Gebäude entlang der Hafenanlagen werden erhalten und bilden einen Ausgangspunkt für die neue Entwicklung.

Herzog & de Meuron gewinnen städtebaulichen Wettbewerb für neuen Stadtteil Grasbrook zusammen mit Vogt Landschaftsarchitekten

Grasbrook Perspektive 3 © Herzog & de Meuron und Vogt

Das weitläufige Vordach des Übersee-Zentrums wird zu einem zentralen Freiraum im neuen Quartier. Entlang der Straßenachse im Osten und dem Hafengebiet im Süden wird eine Reihe von Geschäftsgebäuden verlaufen. Das Übersee-Zentrum am Moldauhafen mit Geschäften, Cafés und einem Wochenmarkt ist über eine breite Fußgängerbrücke direkt mit dem benachbarten Stadtteil Veddel verbunden. Die neue U-4-Haltestelle Grasbrook wird über dem Wasser entstehen – auf Stelzen im Becken des Moldauhafens, gegenüber der „Überseemeile“. Rund um das Becken des Moldauhafens sind zudem drei Hochhäuser geplant.

Bei den Fassaden der geplanten Gebäude haben sich Herzog & de Meuron an der bestehenden Hamburger Architektur orientiert. So soll es im Moldauhafenquartier zur HafenCity hin weiß verputze Fassaden geben, dahinter Gebäude aus Holz. In den anderen beiden Quartieren soll roter Backstein dominieren. Von oben werden die Gebäude dagegen einheitlich aussehen: begrünt und mit Solaranlagen ausgestattet. Das neue Quartier vereint alles, was die Lebensqualität in Hamburg ausmacht: Wohnen und Arbeiten mitten in der Stadt und gleichzeitig am Wasser.

Herzog & de Meuron gewinnen städtebaulichen Wettbewerb für neuen Stadtteil Grasbrook zusammen mit Vogt Landschaftsarchitekten

Grasbrook Perspektive 4 © Herzog & de Meuron und Vogt

Geplant ist bis zum Sommer 2021 die Vorplanung mit einer erneuten intensiven Bürgerbeteiligung abzuschließen.

Die nächsten Schritte sind jetzt die Erstellung einer detaillierten Funktions- und Bebauungsplanung, die Vergabe der Grundstücke und die weitere architektonische Planung der einzelnen Gebäude. Erste hochbauliche Maßnahmen könnten 2023 beginnen.

Entdecken Sie mit uns den neu geplanten Stadtteil Grasbrook. Auf unseren Architekturführung können Sie mehr erfahren.

Architektur von der Couch: Tipps von Bettina Johae

Wir setzen unsere Reihe „Architektur von der Couch“ fort. Nach Bo Christiansen aus Kopenhagen /Malmö, Anneke Bokern aus Amsterdam/Rotterdam und Boris Strzelczyk aus Valencia, geht es heute in die USA.

Als viertes berichtet unsere Guiding Architects Partnerin Bettina Johae von aplusnyc aus New York City.

Die Mehrheit von uns sitzt gerade im home-office und hat so keine Möglichkeit die Welt zu erkunden. Wir bringen die Welt zu Ihnen. Dazu haben wir unseren Partnern von Guiding Architects ein paar Fragen zur aktuellen Situation gestellt.

Lesen Sie hier ihre Antworten und bekommen ein paar Tipps, wie in anderen Ländern mit der Situation umgegangen wird und was man sich auch von zu Hause aus ansehen kann.

Architektur von der Couch: Tipps von Bettina Johae

1. Wie ist die Lage/Situation in Deiner Stadt?
Es ist ziemlich schlimm. NYC hat eine sehr hohe Einwohnerdichte und die meisten Menschen sind auf die U-Bahn angewiesen. Kein Wunder also, dass wir die schlimmste Belastung in den USA haben, die Krankenhäuser haben bereits Probleme und es mangelt an Nachschub und wir stehen noch immer am Anfang… Museen, Galerien und Schulen sind geschlossen, ebenso wie alle nicht wesentlichen Geschäfte, Restaurants dürfen bisher noch immer zum Mitnehmen anbieten; die High Line ist geschlossen, aber im Allgemeinen sind Parks und Spielplätze noch geöffnet, doch die Dinge ändern sich schnell. Wir wurden am Sonntagabend informiert, dass die Schulen am nächsten Tag nicht mehr öffnen werden… Bisher sind die Schulen bis zum 20.4. geschlossen und die Museen sind bis zum 30.4. geschlossen, aber es besteht eine gute Chance, dass das alles noch etwas länger dauert.

Architektur von der Couch: Tipps unserer Guiding Architects Partner

Bettina Johae ©-a-tour

2. Wie blickst Du in die Zukunft?
Ich rechne nicht wirklich mit viel Reisegeschäft im Jahr 2020. Wenn wir Glück haben, können die Herbsttouren vielleicht stattfinden. Ich hoffe auf das Jahr 2021, in dem wahrscheinlich alle begierig darauf sein werden, Architektur, Kunst und Städte im Allgemeinen zu sehen und zu erleben. Ich denke, nach dieser Zeit der Abgeschiedenheit werden wir alle viel mehr schätzen, was unsere Städte und die Welt im Allgemeinen zu bieten haben.

Architektur von der Couch: Tipps von Bettina Johae

3. Was könnte in Eurer Stadt digital betrachtet werden (Museum, Galerie, Archiv)?                     Viele große Museen bieten bereits digitale Erfahrungen an… und ich nehme an, dass viele andere folgen werden:

Das Guggenheim-Museum

Das Metropolitan Museum of Art

Das MoMA bietet Tipps für den Kunstunterricht für Kinder an, und ihre Filmabteilung hat eine Liste dessen zusammengestellt, was man sich ansehen sollte, wenn man zu Hause festsitzt.

Die Metropolitan Opera bietet jeden Tag kostenlose Streamings von großen Aufführungen aus den letzten 14 Jahren an, die jeweils 23 Stunden lang zu sehen sind.

Architektur von der Couch: Tipps unserer Guiding Architects Partner

Brooklyn-Bridge © a-tour

4. Gibt es eine positive Initiative in Deiner Stadt, die durch die jetzige Situation entstanden ist?
Mehr eine Initiative des Volkes: In den letzten Wochen sind viel mehr Menschen mit dem Fahrrad zur Arbeit gependelt.

Die Straßen wurden für Autos gesperrt, um den New Yorkern mehr Platz zu bieten, damit sie nach draußen gehen können, bei gleichzeitiger sozialer Distanzierung… im Moment sind die folgenden Straßen gesperrt, weitere werden wahrscheinlich folgen:

Manhattan: Park Avenue zwischen der 28. und 34. Straße.
Brooklyn: Bushwick Avenue zwischen Johnson Avenue und Flushing Avenue
Königinnen: 34th Avenue von der 73. Street bis zur 80. Street
Bronx: Grand Concourse zwischen East Burnside Avenue und 184. Street

5. Hast Du einen Tipp für ein Architekturbuch und/oder eine Architektur Dokumentation und/oder einen Film und/oder einen Podcast, der Dir in letzter Zeit gut gefallen hat?                

Mid-Century Modern Architecture Travel Guide – East Coast USA & West Coast USA by Sam Lubell, Phaidon (2 books)

Architektur von der Couch: Tipps von Boris Strzelczyk

Wir setzen unsere Reihe „Architektur von der Couch“ fort. Nachdem Bo Christiansen aus Kopenhagen /Malmö und Anneke Bokern aus Amsterdam/Rotterdam den Anfang gemacht haben, geht es heute nach Spanien.

Als drittes berichtet unser Guiding Architects Partner Boris Strzelczyk von GA VALENCIA aus Valencia.

Die Mehrheit von uns sitzt gerade im home-office und hat so keine Möglichkeit die Welt zu erkunden. Wir bringen die Welt zu Ihnen. Dazu haben wir unseren Partnern von Guiding Architects ein paar Fragen zur aktuellen Situation gestellt.

Lesen Sie hier ihre Antworten und bekommen ein paar Tipps, wie in anderen Ländern mit der Situation umgegangen wird und was man sich auch von zu Hause aus ansehen kann.

Architektur von der Couch: Tipps von Boris Strzelczyk

1. Wie ist die Lage/Situation in Deiner Stadt?
Wir haben Ausgangssprerre seit einer Woche und gestern wurden vorläufig nochmals 3 Wochen angekündigt. Die Stadt ist komplett leer und man darf nur noch auf die Strasse, wenn man einen guten Grund dafür hat. Polizeikontrollen sorgen dafür, dass die Bevölkerung es einhält.

Architektur von der Couch: Tipps unserer Guiding Architects Partner

Boris Strzelczyk © GA Valencia

2. Wie blickst Du in die Zukunft?
Ich rechne damit, dass Gruppenreisen in 2020 komplett ausfallen werden.
Alle Touren wurden storniert und einige haben die Reise um ein Jahr verschoben.
Im Moment lasse ich das Ganze auf mich zukommen und möchte abwarten wie sich das Ganze die nächsten Wochen entwickelt.

Architektur von der Couch: Tipps von Boris Strzelczyk

3. Was könnte in Eurer Stadt digital betrachtet werden (Museum, Galerie, Archiv)?                     Da bin ich überfragt. Ich weiss, es gibt schon online Führungen in einigen Museen. Diese Initiativen werden in den nächsten Wochen wohl stark zunehmen.

Valencia Ciudad de las Artes y de las Ciencias © a-tour

4. Gibt es eine positive Initiative in Deiner Stadt, die durch die jetzige Situation entstanden ist?
Um 20:00 Uhr stehen alle Bürger Spaniens auf ihrem Balkon und beklatschen das Krankenhauspersonal. Das ist sehr emotional.

5. Hast Du einen Tipp für ein Architekturbuch und/oder eine Architektur Dokumentation und/oder einen Film und/oder einen Podcast, der Dir in letzter Zeit gut gefallen hat?                

Oscar Niemeyer: A Vida é um Sopro ( Completo) / Life is a Breath (Full ) / english subtitles

Jenfelder Au – Wohnen auf der ehemaligen Lettow-Vorbeck-Kaserne

Auf dem rund 35 Hektar großen ehemaligen Gelände der Lettow-Vorbeck-Kaserne in Hamburg Jenfeld entsteht bis zum Jahr 2023 das neue Stadtquartier Jenfelder Au mit mehreren Bauprojekten im Geschosswohnungsbau sowie Reihen- und Doppelhäuser mit etwas über 1.000 Wohneinheiten.

Jenfelder Au – Wohnen auf der ehemaligen Lettow-Vorbeck-Kaserne

Eine neue, zentrale Grünachse mit einem neu angelegten Teich schafft Aufenthaltsqualität – sie bildet das Rückgrat des neuen Viertels Jenfelder Au. Zum ersten Mal wird der „HAMBURG WATER Cycle®„, ein neuartiges Schmutzwasserkonzept von Hamburg Wasser, in großem Maßstab realisiert.

Jenfelder Au

Jenfelder Au Funktionsplan © West 8 urban design & landscape architecture b.v, Rotterdam

Das neue Quartier Jenfelder Au an der Schnittstelle von Jenfeld und Tonndorf soll sowohl für Familien als auch für verschiedene Generationen, Nationalitäten und Einkommensschichten attraktiv und erschwinglich sein. Individuelle Stadthäuser, zum Großteil in Eigentum, und Geschosswohnungsbauten werden das Wohnungsangebot in Jenfeld ergänzen. Das städtebauliche Konzept sieht in großen Bereichen Ensembles aus urbanen Stadthaustypen, die in vielfältiger Weise kombiniert und aneinander gereiht werden vor, so dass ein abwechslungsreiches Stadtbild entsteht.

Jenfelder Au

Jenfelder Au Ansicht Kühnbachteich © West 8 urban design & landscape architecture b.v, Rotterdam

Ein Teil der Kasernengebäude aus den Jahren 1934/35 wurde unter Denkmalschutz gestellt und soll gemeinsam mit dem ehemaligen Exerzierplatz als Gesamtensemble erhalten werden. Bereits heute werden diese durch Studenten der Bundeswehr-Universität genutzt. Mittelfristig sollen sie für Wohnzwecke und soziale Zwecke umgenutzt werden.

Jenfelder Au

Jenfelder Au Wohnstrasse © West 8 urban design & landscape architecture b.v, Rotterdam

Der Planungsprozess für das neue Quartier Jenfelder Au war von Anfang an auf eine intensive Kommunikation aller Beteiligten angelegt. Die Stadtteilkonferenz und interessierte Bürger konnten sich schon während der Phase des städtebaulich- landschaftsplanerischen Wettbewerbs mit eigenen Vorschlägen in die Präsentationskolloquien einbringen. Der siegreiche Entwurf des Büros West 8 basiert auf einem breiten Konsens der lokalen Akteure – aus ihm wurde der Bebauungsplan Jenfeld 23 abgeleitet.

Hamburg Water Cycle®

Eine weitere Besonderheit ist der Umgang mit Wasser und Energie. Das stadteigene Infrastrukturunternehmen Hamburg Wasser möchte erstmals in großem Rahmen das Entwässerungskonzept „HAMBURG WATER Cycle®“ umsetzen. Regenwasser, Schwarzwasser (aus Toiletten) und Grauwasser (übriges Abwasser) werden getrennt gesammelt und genutzt. Alle Haushalte werden mit Vakuumtoiletten ausgestattet, so dass das gesammelte Schwarzwasser einer Biogasanlage zugeführt werden kann. Mit dem gewonnenen Biogas wird in einem quartierseigenen Heizkraftwerk klimaneutral Wärme und Strom für neue Quartier Jenfelder Au erzeugt.

Entdecken Sie mit uns die Jenfelder Au. Auf unseren Architekturführung können Sie mehr erfahren.

Architektur von der Couch: Tipps von Anneke Bokern

Wir setzen unsere Reihe „Architektur von der Couch“ fort. Nachdem Bo Christiansen aus Kopenhagen  / Malmö den Anfang gemacht hat, geht es heute in die Niederlande.

Als zweites berichtet unsere Guiding Architects Partnerin Anneke Bokern von architour aus Amsterdam / Rotterdam.

Die Mehrheit von uns sitzt gerade im home-office und hat so keine Möglichkeit die Welt zu erkunden. Wir bringen die Welt zu Ihnen. Dazu haben wir unseren Partnern von Guiding Architects ein paar Fragen zur aktuellen Situation gestellt.

Lesen Sie hier ihre Antworten und bekommen ein paar Tipps, wie in anderen Ländern mit der Situation umgegangen wird und was man sich auch von zu Hause aus ansehen kann.

Architektur von der Couch: Tipps von Anneke Bokern:

1. Wie ist die Lage/Situation in Deiner Stadt?
Es gibt in den Niederlanden weniger bestätigte Infektionen als in den meisten Ländern, aber es wird auch nicht sehr viel getestet. Die Totenzahlen liegen sogar recht hoch. Die meisten Fälle gibt es im Süden des Landes, wo die Skiferien spät endeten und viele Rückkehrer das Virus aus Norditalien mitbrachten. Im Großen und Ganzen sind die Niederländer recht unerschrocken – manchmal zu sehr. Am letzten Wochenende war hier strahlender Sonnenschein, und die Leute sind in Horden an die Strände gefahren, wo viele sich nicht an die Abstandsregeln gehalten haben. Die Quittung kam gestern Abend, als die Regierung ein Versammlungsverbot bis 1. Juni erließ. Auch die Restaurants müssen bis dahin geschlossen bleiben. Wer sich nicht daran hält, zahlt saftige Strafen. Dementsprechend ist die Stimmung jetzt eher grimmig.

Architektur von der Couch: Tipps unserer Guiding Architects Partner

Anneke Bokern © architour

2. Wie blickst Du in die Zukunft?
Ich möchte mich lieber nicht zu Prophezeiungen versteigen. Vor zwei Wochen dachte ich noch, das ginge alles relativ glimpflich ab und lag damit ordentlich schief. Ich hoffe vor allem, dass wir keine Wirtschaftskrise herbeireden und dass das Leben wieder relativ normal wird.

Architektur von der Couch: Tipps von Anneke Bokern

3. Was könnte in Eurer Stadt digital betrachtet werden (Museum, Galerie, Archiv)?                     Alle großen Museen in Amsterdam – Rijksmuseum, Van Gogh, Stedelijk – bieten inzwischen online Führungen durch die Sammlung an.

Auch die Sammlung des Boijmans Museum in Rotterdam kann man sich als 360°-Tour ansehen. Das liegt aber nicht an Corona, sondern daran, dass das Museum ohnehin wegen Umbau geschlossen ist.

Wie fortschrittlich niederländische Museen bei der digitalen Aufbereitung von Kunstwerken sind, kann man sich (unabhängig von Corona) auch beim Mauritshuis in Den Haag ansehen. Diese Online-Ausstellung zum „Goldfink“ von Carel Fabritius ist technisch und redaktionell wirklich wahnsinnig gut gemacht.

Architektur von der Couch: Tipps unserer Guiding Architects Partner

EYE Film Institute und Adam Turm © architour

4. Gibt es eine positive Initiative in Deiner Stadt, die durch die jetzige Situation entstanden ist?
Die ‚Support Your Locals‚-Box: Das ist eine Lebensmittelkiste mit Produkten von kleinen Herstellern, die unter der Krise und dem Lockdown leiden, weil sie sonst vor allem die Gastronomie beliefern.

5. Hast Du einen Tipp für ein Architekturbuch und/oder eine Architektur Dokumentation und/oder einen Film und/oder einen Podcast, der Dir in letzter Zeit gut gefallen hat?                Passend zur Quarantäne: Xavier de Maistre, Voyage autour de ma chambre (Die Reise um mein Zimmer), z.B. als Podcast hier.

Billebecken soll zum Schwimmbad werden

Der Bezirk Hamburg Mitte verfolgt einen spektakulären Plan. Das Billebecken in Hamm soll zum Schwimmbad werden. Eine entsprechende Studie soll im Sommer vorliegen. Auch ein Wassersportzentrum könnte entstehen. Das Billebecken ist umgeben von einem Industriegebiet. Doch wenn es nach der Politik im Bezirk Hamburg Mitte geht, könnte es zu einem Hotspot für Hamburger und Touristen werden. Der Bezirk sieht im nördlichen Bereich des Billebeckens in Hamm großes Potenzial, den zentrumsnahen Osten, der durch Industrie geprägt ist, lebenswerter zu machen.

Billebecken soll zum Schwimmbad werden

Die ersten Weichen für das ehrgeizige Projekt sind gestellt.
Die Bezirksversammlung hat einen eingebrachten Antrag bereits beschlossen. In diesem wird das Bezirksamt aufgefordert, eine Studie in Auftrag zu geben, in welcher Form das Billebecken entwickelt werden und wie ein Betreiberkonzept für ein Hafenbad an diesem Standort aussehen könnte.

Geplantes Hafenbad / Wassersportzentrum

Lage geplantes Hafenbad © Amt für Geoinformation und Vermessung Hamburg

Die Ergebnisse der Studie sollen im Sommer vorliegen. Ziel ist es, bis zum Jahresende einen Zeitplan und Konzept für ein Schwimmbad im Billebecken vorliegen zu haben. Neben dem Schwimmbad wird auch über ein modernes Wassersportzentrum für Ruderer und Kanuten nachgedacht. So könne das Billebecken für die Hamburger wie Gäste zu einem neuen Ort der Stadtnatur werden.

Billebecken soll zum Schwimmbad werden

Das Billebecken verläuft zwischen der Großmannstraße und dem Ausschläger Billdeich. Dänemark könnte hierbei als Vorbild dienen. Als Beispiele werden das Islands Brygge Hafenbad oder das Kastrup-Seabath in Kopenhagen sowie das futuristische, von dem bekannten dänischen Büro BIG (Bjarke Ingels Group) entworfene, Meeresschwimmbad in Aarhus genannt.

Billebecken soll zum Schwimmbad werden

Kastrup-Seabath © scaledenmark

Der Plan sieht vor, ein oder mehrere Schwimmbecken in das Billebecken zu integrieren – inklusive Stege mit Liegeflächen für die Badegäste und Gastronomie. Bleibt die Frage der Kosten für das Flussbad. Das Programm „Mitte-Machen“ stellt bis 2026 rund 100 Millionen Euro für Projekte im Hamburger Osten zur Verfügung. Sobald die Studie vorliegt, wird geprüft, ob sowohl das Wassersportzentrum als auch das Flussbad aus diesen Mitteln bezuschusst werden.

Für die Nutzung des Billebeckens hat SPD-Fraktionschef Piekatz noch weitere Ideen: Liegeplätze für Hausboote, die als Büros genutzt werden könnten oder aber auch weitere Gastronomie auf Booten. Besonders wichtig aber ist allen Beteiligten, dass der Industriecharakter des Gebiets erhalten bleibt.

Entdecken Sie mit uns den Hamburger Osten. Auf unserer Architekturführung Hamburg Ost können Sie mehr erfahren.

Architektur von der Couch: Tipps von Bo Christiansen

Die globalen Auswirkungen des Coronavirus scheinen die Welt in diesen Zeiten anzuhalten und stellen unser aller Leben auf den Kopf. Durch unser Netzwerk für Architekturführungen Guiding Architects sind wir weltweit vernetzt und mit den Kollegen in Kontakt.

Da die Mehrheit von uns gerade im home-office sitzt und so keine Möglichkeit hat die Welt zu erkunden, haben wir überlegt die Welt zu Ihnen zu bringen. Wir haben dazu unseren Partnern ein paar Fragen zur aktuellen Situation gestellt.

Lesen Sie hier ihre Antworten und bekommen ein paar Tipps, wie in anderen Ländern mit der Situation umgegangen wird und was man sich auch von zu Hause aus ansehen kann. Architektur von der Couch.

Den Anfang macht unser Guiding Architects Partner Bo Christiansen von Scaledenmark in Kopenhagen/Malmö.

Architektur von der Couch: Tipps von Bo Christiansen:

1. Wie ist die Lage/Situation in Deiner Stadt?
SONNENSCHEIN & FRÜHLING & HOME OFFICES
Aufgrund der Abriegelung gehen mehr Menschen als je zuvor nach draußen, um das sonnige Wetter zu genießen. Die beliebten Spazierwege sind am Wochenende, wenn das home-office geschlossen ist, voll mit Kopenhagenern. Überfüllt bedeutet aber auch möglichen Kontakt. Deshalb ergreift die Polizei Maßnahmen, wie z.B. die Einrichtung einer Einbahnstraße entlang unserer geliebten Seen. Zum Glück gibt es noch viele versteckte Geheimtipps, die ebenso viel Grün und Sonne bieten. Nur max. 10 Personen dürfen sich an einer Stelle versammeln!

Architektur von der Couch: Tipps von Bo Christiansen

Bo Christansen © scaledenmark

2. Wie blickst Du in die Zukunft?
MIT NEUGIERDE
Jede Krise bietet eine Gelegenheit zum Lernen. Wir hoffen, dass diese Lehren in Zukunft in die Praxis umgesetzt werden. Wir sind sehr gespannt, was danach passiert. Für die Arbeit / das Leben werden derzeit neue Wege erkundet, vielleicht könnte in naher Zukunft eine 30-Stunden-Woche möglich sein, während der fünfte Tag ein Skype-Tag von zu Hause aus sein wird. Umso mehr werden wir alle mithelfen müssen zu definieren, wie eine belastbare Stadt aussieht.

Architektur von der Couch: Tipps von Bo Christiansen

3. Was könnte in Eurer Stadt digital betrachtet werden (Museum, Galerie, Archiv)?
Falls Sie die Ausstellung von BIG im dänischen Architekturzentrum im letzten Herbst verpasst haben, keine Sorge! Sie können eine virtuelle Tour über diesen Link erhalten.

Außerdem ist die Datenbank des DAC eine sehr gute Möglichkeit, die Kopenhagener Architektur zu erforschen.

Oder schauen Sie sich unser Instagram @exploringcopenhagen_ an.

Das Kunstkollektiv DIS, das in der Kunsthal Charlottenborg „Was machen die Leute den ganzen Tag?“ ausgestellt hätte, hat in Zusammenarbeit mit dem Museum „die Antwort der Kunst auf Netflix“ eröffnet. Sie finden diese hier.

Architektur von der Couch: Tipps von Bo Christiansen

vmhouse © scaledenmark

4. Gibt es eine positive Initiative in Deiner Stadt, die durch die jetzige Situation entstanden ist?
Gleich nach dem Semi-Lockdown startete der dänische Bassist Mathæus Bech die so genannten „Coronaconcerts“. Er lädt Künstler in sein Wohnzimmer ein und streamt diese live und kostenlos. Aber natürlich kann man, wenn es einem möglich ist, auch etwas Geld direkt an den Künstler überweisen.

5. Hast Du einen Tipp für ein Architekturbuch und/oder eine Architektur Dokumentation und/oder einen Film und/oder einen Podcast, der Dir in letzter Zeit gut gefallen hat?

www.exploringcopenhagen.dk
www.globaldkpodcast/bo-christiansen

Die Kulturtipps von Prof. Winking: Wohin gehen Hamburgs Architekten?

Diesen Monat die Kulturtipps von Prof. Winking:

Wohin gehen Hamburgs Architektinnen und Architekten am liebsten? Regelmäßig berichten hier Hamburger Architektinnen und Architekten was sie in Hamburg am liebsten mögen.

Was ist auch abseits der großen Attraktionen empfehlenswert? Ob Restaurant oder Konzert, spannendes Gebäude oder Ausstellung. Lassen Sie sich inspirieren!

Dieser Fragebogen wird ausgefüllt durch Prof. Winking

Die Kulturtipps von Prof. Winking

Prof. Winking © Winking · Froh Architekten GmbH

Für die leichte Muse: Hansa Varieté Theater
weil: überraschendes, vielfältiges Programm

Für Experimentierfreudige: Thalia Theater
weil: klassich, z.T. wagemutige Inszenierungen

Die Kulturtipps von Prof. Winking

Was Sie auf keinen Fall verpassen sollten: Alter Elbtunnel
weil: einmalig

Lieblingsprojekte

Ihr Lieblingsgebäude: Jarrestadt Winterhude
weil: Wohnungsbauprojekt der 20er und 30er-Jahre Zentraler Block und Zeilenbauten von Karl Schneider und Schule von Fritz Schumacher

Ihr eigenes Lieblingsprojekt aus Ihrem Büro: Spiegel-Insel
weil: es gelang, ein reines Büro-Ensemble der 60er-Jahre mit drei Neubauten in ein offenes, gemischt genutztes Quartier zu transformieren. Die beiden Bürohochhäuser von Werner Kallmorgen von 1967 und 1969 wurden denkmalgerecht saniert und mit zeitgemäßer Haustechnik, Brand- und Schallschutz ertüchtigt. Die drei Neubauten nehmen sich gestalterisch durch ihre gleiche Höhe und ihre elegante Fassadensprache zurück. Die stadtbildprägenden Hochhäuser erhielten so einen neuen, verbindenden Sockel, der Speicherstadt und Hafencity mit einem öffentlich zugänglichen Außenraum verbindet.

Die Kulturtipps von Prof. Winking

Spiegelinsel © Bautsch, Winking · Froh Architekten GmbH

Biografie

Büro Vita Winking · Froh  Architekten GmbH

1968 Gründung der Architektengemeinschaft Patschan Werner Winking
1988 Neuformierung der Architektengemeinschaft Patschan Winking
1993 Büro Prof. Bernhard Winking Architekten BDA in Hamburg und Berlin
1997 Partnerschaft mit Kai Böckler und Martin Froh
1998-2008 Summer School in Cluj, Rumänien
2008 Partnerschaft mit Martin Froh
2004 Gastprofessur für Architektur, Entwurf und Urban Design am Taiyuan Institute of Architecture, Design and Research in Hangzhou, China
2011 Büro Winking · Froh  Architekten BDA
2014 Büro Winking · Froh  Architekten GmbH

Zukunft made in Hamburg, die Stadt hat große Pläne

Elbphilharmonie und HafenCity waren nur der Anfang. „Zukunft made in Hamburg“, so lautet der Titel. Die Stadt hat große Pläne: ein Wolkenkratzer an der Elbe und ein brandneues Oxford am Volkspark.

Um seinen Titel als „energetische Stadt in Sachen Stadtentwicklung“ zu verteidigen, gibt Hamburg alles: Nicht nur hat die Hansestadt mit der HafenCity seit 2001 einen komplett neuen Stadtteil aufgezogen, sondern auch mit der Elbphilharmonie ein einzigartiges Wahrzeichen geschaffen.

Neben laufenden Projekten wie der HafenCity – an Europas größtem innerstädtischen Stadtentwicklungsprojekt wird vermutlich bis 2030 gebaut – oder der Neuen Mitte Altona entstehen auch auf dem Kleinen Grasbrook im Hafengebiet, auf dem früheren Beiersdorf-Gelände in Eimsbüttel oder in Oberbillwerder bei Bergedorf neue Quartiere.

MIPIM, Zukunft made in Hamburg

Elbtower © HafenCity Hamburg GmbH/moka-studio

Doch die Stadt hat für ihre Zukunft noch größere Pläne: einen Wolkenkratzer an der Elbe, der geplante Elbtower von David Chipperfield Architects, nach aktuellen Entwürfen knapp 245 Meter hoch und damit bei seiner Fertigstellung 2025, nach dem Fernsehturm, das zweithöchstes Gebäude der Stadt. Die Architektur des Elbtower soll sich nahtlos in die Skyline einfügen, als großes Abschlussprojekt der HafenCity. Dafür sorgt unter anderem der gestufte Fuß des Tower, der Richtung Innenstadt zeigt. Neben Einzelhandel, Gastronomie und einem Hotel beherbergt der Tower planmäßig Co-Working-Spaces, Fitness- und Wellnessbereiche, ein „Kinderland“ sowie Büroflächen.

Zukunft made in Hamburg

Oberbillwerder: im Bezirk Bergedorf ist nicht nur Hamburgs zweitgrößtes Stadtentwicklungsprojekt, es wird auch der 105. Stadtteil der Hansestadt. Als Modellstadtteil Active City wird hier Sport, Bewegung und Gesundheit eine zentrale Rolle spielen. In 2019 hat der Hamburger Senat den Masterplan Oberbillwerder auf Grundlage des aus dem Wettbewerblichen Dialog hervorgegangenen Siegerentwurf des dänisch-niederländischen Planungsteams ADEPT mit Karres + Brands beschlossen. Auf 124 ha sollen rund 7000 Wohneinheiten entstehen, dazu bis zu 5.000 Arbeitsplätze, ein Bildungs- und Begegnungszentrum, 2 Grundschulen, bis zu 14 Kitas und noch einmal so viele soziale Einrichtungen. 11 Mobility Hubs, rund 28 Hektar öffentliche Grün- und Freiflächen mit zahlreichen Spielplätzen sowie ein großer Aktivitätspark und ein Schwimmbad sind ebenfalls Teil der Planung.

Science City: Ein ganzer Stadtteil der Wissenschaft soll im westlichen Bahrenfeld auf 125 Hektar entstehen. Neben den vorhandenen Uni-Instituten ist das DESY, seit 1959 vor Ort und Deutschlands Forschungszentrum für Teilchenphysik, ein Magnet der Entwicklung.

Zukunft made in Hamburg

Science City, Bestand © Matthias Friedel BSW

Das DESY selbst soll ausgebaut und die Uni-Fachbereiche Physik, Chemie und Teile der Biologie an den Forschungscampus Bahrenfeld verlegt werden. Die ersten Architekten-Wettbewerbe starten 2020, bis 2040 soll »das deutsche Oxford« fertig sein. Plätze und Grünflächen des Quartiers sollen fließende Übergänge zum angrenzenden Volkspark bieten. Erste Entwürfe erarbeitete eine Gruppe von Architekten, Stadtplanern und Landschaftsarchitekten. Institute und Start-ups sollen ebenso Platz in der Science City finden wie rund 2500 Wohnungen sowie Kitas und Schulen.

Dann wäre da noch der von Benjamin und Janina Lin Otto geplante Bildungscampus „Life Hamburg“ in Bramfeld. „Life Hamburg“ ist der Arbeitstitel für ihr Leuchtturmprojekt, in dem nicht nur Kita, Schule und Hochschule in einem futuristischen Gebäude aufeinandertreffen, sondern auch Start-up-Firmen, Weiterbildungs- und Gesundheitsangebote – alles auf einer Fläche von 20.000 Quadratmetern, ausgelegt für 2.000 Menschen. Erste Entwürfe von LAVA Architekten zeigen „Life Hamburg“ in Form einer liegenden Acht. LAVA entwarf zusammen mit dem städtischen Landwirtschaftskollektiv Cityplot LIFE Hamburg ein neues Gebäude mit drei Ebenen, das komplett energieautark ist und Innen und Außen zu einer durchgehenden Landschaft zusammenführt. Es soll viel Holz verbaut werden und einen sehr großen Dachgarten erhalten. Innerhalb der nächsten drei bis vier Jahren wird das neue Gebäude ganz in der Nähe der Otto-Zentrale entstehen.

Sie sehen „Zukunft made in Hamburg“ ist in vollem Gange. Auf unseren Architekturführungen können Sie zu den einzelnen Projekten mehr erfahren.

Erster Spatenstich für das Dokumentationszentrum denk.mal Hannoverscher Bahnhof

Das Dokumentationszentrum am Lohsepark wird als Lernort den Gedenkort denk.mal Hannoverscher Bahnhof am und im Lohsepark in der HafenCity komplettieren. Mit einem feierlichen ersten Spatenstich haben am Montag, den 17. Februar 2020 die Bauarbeiten für das Dokumentationszentrum begonnen

denk.mal

Visualisierung Dokumentationszentrum © Wandel Lorch Architekten

Ein Gedenkort im Lohsepark erinnert seit 2017 an die Deportation von über 8.000 Jüdinnen und Juden, Romnja und Roma sowie Sintezza und Sinti. Sie wurden zwischen 1940 und 1945 über den ehemaligen Hannoverschen Bahnhof in Gettos, Konzentrations- und Vernichtungslager verschleppt und dort zum größten Teil ermordet. Im neu entstehenden Dokumentationszentrum wird eine Dauerausstellung über diese Verbrechen und über den Abtransport zumeist politischer Gegner in den Kriegseinsatz aufklären und diese in den Kontext nationalsozialistischer Verfolgungspolitik einbetten. Das Dokumentationszentrum soll als Lernort mit innovativen Formaten besonders auch junge Menschen ansprechen. Es entsteht im Erdgeschoss eines Büro- und Hotelgebäudes, das von der Müller-Spreer-Gruppe errichtet wird, und soll nach jetzigem Stand der Planungen 2023 eröffnet werden.

Spatenstich für das Dokumentationszentrum denk.mal

Das Dokumentationszentrum wird über eine Gesamtfläche von rund 800 Quadratmetern verfügen. Schwerpunkt des neuen Lernorts in der Hamburger HafenCity bildet die Information über die rassistische Verfolgung von mehr als 8.000 Jüdinnen und Juden, Sintezza und Sinti sowie Romnja und Roma, die zwischen 1940 und 1945 aus Hamburg und Norddeutschland in 20 Transporten in Gettos, Konzentrationslager und Vernichtungslager deportiert wurden. Die meisten von ihnen wurden ermordet. Informiert wird auch über die Verfolgung und den Abtransport von über 1.000 zumeist politischen Gegnern des NS-Regimes in das „Bewährungsbataillon 999“ der Wehrmacht, von denen Hunderte in gefährlichen Kriegseinsätzen starben. Vorgestellt wird zudem die enge Zusammenarbeit zwischen Polizei, Reichsbahn und Hamburger Behörden, das Handeln von Täterinnen und Tätern auf unterschiedlichen Ebenen sowie das Verhalten jener, die profitierten oder nichts taten, um die Verbrechen zu verhindern.

Die Dauerausstellung wird von einem wissenschaftlichen Team der KZ-Gedenkstätte Neuengamme konzipiert. Zahlreiche zivilgesellschaftliche Akteurinnen und Akteure sind in die Entwicklung eingebunden.

Das Dokumentationszentrum wird sich im Erdgeschoss eines Büro- und Hotelgebäudes befinden, das die Müller-Spreer Gruppe nach einem Entwurf des Architekturbüros Wandel Lorch errichtet. Die Müller-Spreer Gruppe wird das Hotel in Kooperation mit dem Grill Royal Berlin selbst betreiben.

denk.mal

Spatenstich Dokumentationszentrum
denk.mal Hannoverscher Bahnhof © Behörde für Kultur und Medien

Hannoverscher Bahnhof

Vom Hannoverschen Bahnhof wurden zwischen 1940 und 1945 mehr als 8.000 Jüdinnen und Juden, Romnja und Roma sowie Sintezza und Sinti in Gettos, Konzentrations- und Vernichtungslager deportiert. Das Gelände des ehemaligen Bahnhofs liegt heute inmitten des Lohseparks in der HafenCity. Der Gedenk- und Lernort besteht aus drei Elementen: Vom historischen Vorplatz des ehemaligen Hannoverschen Bahnhofs, dem Lohseplatz, führt eine so genannte Fuge quer durch den Park bis zum unter Denkmalschutz gestellten historischen Bahnsteig 2 und zeichnet den einstigen Gleisverlauf nach. Lohseplatz und Fuge sind das erste Element und wurden im Sommer 2016 zusammen mit dem gesamten Lohsepark eröffnet. 2017 folgte das zweite Element, nämlich die Eröffnung des zentralen Gedenkortes an den historischen Relikten der Kante des Bahnsteigs 2, von dem die Deportationen abgingen, sowie an erhaltenen Gleisverläufen des ehemaligen Hannoverschen Bahnhofs. 20 Namenstafeln erinnern hier an die mehr als 8.000 von hier aus deportierten Menschen. Mit dem Dokumentationszentrum entsteht als drittes Element ein Lernort in visueller Beziehung zum historischen Gedenkensemble.

Überdachung Dock 10 von Werner Sobek

Werner Sobek entwirft die Überdachung Dock 10 und so entsteht das größte überdachte Schwimmdock Europas.

Im Herzen Hamburgs, gegenüber den hochfrequentierten Landungsbrücken, liegt Dock 10, ein Schwimmdock der Lürssen-Werft Blohm+Voss. Im Zuge eines hochbaulichen Workshop-Verfahrens entwarf Werner Sobek eine transluzente Membranüberdachung für diese Konstruktion. Unter dem Schutz der textilen Hülle können Neubauten und Reparaturen von Schiffen künftig wetterunabhängiger und mit einem hohen Anteil an natürlichem Tageslicht durchgeführt werden. Durch die Einhausung werden zudem die Lärmemissionen deutlich reduziert.

Überdachung Dock 10 von Werner Sobek

Inspiriert von der maritimen Tradition des Standorts vereint der Entwurf die Effizienz leichter Konstruktionen mit der Ästhetik von Materialien, die typisch für den Schiffbau sind. Zwischen den abwechselnd nach innen und nach außen orientierten Fachwerkträgern der Längsfassaden spannen sich opake, leicht transluzente Textilflächen, die an Segel erinnern. An der Nordfassade sind die Textilflächen nicht nur lichtdurchlässig, sondern z.T. auch transparent. Betrachter am gegenüberliegenden Elbufer erhalten so durch ein Schaufenster Einblick in die Arbeiten, die im Dock vor sich gehen. Die Leichtigkeit der Fassaden wird durch den Kontrast mit dem unteren Teil des Schwimmdocks und der dazwischenliegenden Schattenfuge verstärkt.

Überdachung Dock 10

Überdachung Dock 10 © Werner Sobek Lürssen

Die Überdachung wappnet das Dock bestens für das Hamburger Wetter. Mit der Einhausung des 287 m langen Schwimmdocks investiert das Bremer Mutterhaus mehr als 13 Millionen Euro in die Modernisierung der Dockinfrastruktur und stärkt damit weiter den Hamburger Werftstandort.

Der Entwurf stammt aus der Feder des Stuttgarter Architekten und Ingenieurs Professor Dr. Werner Sobek, welcher bekannt ist für die sogenannte Ingenieursarchitektur. Die 240 m lange, 35 m hohe und über 40 m breite Hallenkonstruktion besteht künftig an der Längsseite aus Fachwerkstützen, die abwechselnd nach innen und außen gedreht angeordnet sind. Durch die dazwischen gespannten und gekrümmten Flächen entsteht eine Faltung, die die Längsseite durch Reflektion und Schattenwurf beleben. So wird das Schwimmdock stilsicher in Szene gesetzt und integriert es in das weltweit bekannte Hamburger Hafenpanorama.

Überdachung Dock 10

Überdachung Dock 10 © Werner Sobek Lürssen

Hochschule für bildende Künste Hamburg bekommt Neubau

Durch einen Wettbewerb mit europaweiter Beteiligung sollte das größtmögliche Potential an architektonischer Qualität für den Erweiterungsbau der Hochschule für bildende Künste Hamburg aufgerufen werden. Die für künstlerische Produktionsstätten wichtige Licht-Raum-Proportion und Funktionalität sowie die städtebauliche Erscheinung des geplanten Gebäudes spielte bei der Auswahl eine entscheidende Rolle. 15 renommierte Architekturbüros – wie z.B. Staab, Kuehn Malvezzi, gmp, Brandlhuber+, Winking und Froh, Caruso St. John – haben ihre Entwürfe für den Erweiterungsbau eingereicht. Sieger des Wettbewerbs sind die Hamburger Architekten Winking · Froh Architekten BDA.

Hochschule für bildende Künste Hamburg bekommt Neubau

Der Neubau soll in Form eines „veredelten Rohbaus“ direkt neben dem denkmalgeschützten Fritz-Schumacher-Gebäude am Lerchenfeld entstehen. Das Werkstattgebäude hat eine Brutto-Grundrissfläche von 2.900 Quadratmetern und soll als ein robustes, einfaches Werkstattgebäude konzipiert werden und für die verschiedenen Studienbereiche der HFBK zusätzliche Atelierfläche zur Verfügung stellen. Das Raumangebot der HFBK reicht angesichts der steigenden Studierendenzahlen schon jetzt nicht mehr aus, so dass der Neubau durch intelligente Konstruktionen und robuste Materialen zügig realisiert werden soll. Auf vier Etagen soll großzügige Atelierfläche für 12-Master-Klassen sowie vielfältig nutzbare Ausstellungsräume im Erdgeschoss entstehen. Die Räume für das künstlerische Arbeiten der Studierenden sollen verschiedenen Professoren der HFBK zugeordnet werden. Im Erdgeschoss des Gebäudes sind in Ergänzung zu den vorhandenen Ausstellungsflächen im historischen Hauptgebäude der HFBK offene Galerieräume in Planung, die vielfältigen Nutzungsansprüchen berücksichtigen werden.

Die unmittelbare Nachbarschaft zum denkmalgeschützten Hauptgebäude der HFBK von Fritz Schumacher aus den Jahren 1911 – 1913 wurde in der Planung mitbedacht. Angesichts dieser prominenten Bauaufgabe wird besonderer Wert auf die architektonische Konzeption und die städtebauliche Erscheinung gelegt.

Bis zum Sommer 2021 soll der Erweiterungsbau auf dem HFBK-Campus am Lerchenfeld entstehen. Für die Realisierung steht ein Gesamtbudget von fünf Mio. Euro zur Verfügung.

AtelierHaus HfBK © Winking · Froh Architekten GmbH

 

 

NDR Neubau in Hamburg: von Gerkan, Marg und Partner planen neues Medienhaus

Der NDR lässt seinen Neubau für ein crossmediales Programmhaus in Hamburg-Lokstedt vom Architekturbüro gmp (Meinhard von Gerkan, Marg und Partner) planen. Die Auswahl des Entwurfs traf die Jury unter Vorsitz von NDR Intendant Joachim Knuth einstimmig. Der Entscheidungskommission gehörten auch der Hamburger Oberbaudirektor Franz-Josef Höing und der Dezernent für Wirtschaft, Bauen und Umwelt des Bezirksamts Eimsbüttel, Rolf Schuster, an.

Der Neubau wurde notwendig, weil ein Hochhaus im November 2018 nach Asbestfunden kurzfristig geschlossen werden musste. In dem neuen Haus am Standort Hamburg-Lokstedt sollen Redaktionen Inhalte gemeinsam für alle Ausspielwege planen und produzieren, also für Fernsehen, Radio und online.

NDR Neubau in Hamburg: von Gerkan, Marg und Partner planen neues Medienhaus

Mit ihrem Entwurf für das „Haus 24“ konnten die Architekten die Jury überzeugen. Auf dem Gelände des Norddeutschen Rundfunks in Lokstedt wird das bestehende Ensemble durch den Neubau fortgeschrieben, der den ersten Baustein der geplanten Erweiterung bildet.

Neubau NDR

Neubau NDR Lokstedt © gmp

Die Eingangssituation des NDR-Geländes wird östlich räumlich gefasst und bietet die Möglichkeit, die neuen Arbeitsbereiche zukünftig mit dem Altbestand zu verbinden. Die geplante Erweiterung zeichnet sich durch flexibel gestaltbare Büro- und Produktionsbereiche mit viel Tageslicht, nachhaltige Lowtech-Gebäudeausstattung und durch einen möglichst hohen Anteil an recycelbaren Baumaterialien aus.

Mit einer Willkommensgeste öffnet sich das U-förmige Gebäude nach Süden und verzahnt so die Architektur mit der parkähnlichen Umgebung. Der Haupteingang zum Neubau liegt auf der Nordseite am ost-westlich verlaufenden „Boulevard“.

Die Fassadengestaltung orientiert sich an der vorherrschenden horizontalen Gliederung der Umgebung. Um die sechs Geschosse zu strukturieren, werden die oberen fünf Stockwerke durch umlaufende Fassadenbänder voneinander getrennt. Mit einer raumhohen Verglasung setzt sich das Erdgeschoss optisch von den höherliegenden Etagen mit hellen Fassadenelementen ab. Die Eingangsfassade ist nach innen versetzt angeordnet und wird so zum wettergeschützten Entrée. Durch dieses gelangt man in ein langgestrecktes Foyer, das beide vertikalen Erschließungskerne miteinander verbindet. Die nach Süden orientierten großen Besprechungsräume können durch mobile Trennwände entweder in ihrer Größe variiert werden oder das Foyer großzügig erweitern. Von hier ist der direkte Zugang zu einer Außenterrasse geplant.

Die Architekten konnten den Wunsch an eine hohe Flexibilität in Büro- und Produktionsbereichen durch die Abmessungen des Baukörpers erfüllen. So sind verschiedene Büroorganisationsformen vom Zellenbüro über Kombibüros bis hin zum Großraumbüro oder auch Mischformen realisierbar.

Das neue Programmhaus soll Raum für mehr als 550 Arbeitsplätze bieten. Die Fertigstellung des Neubaus am NDR Standort Lokstedt im Bezirk Hamburg-Eimsbüttel wird für Herbst 2023 angestrebt.

Neubau NDR

Neubau NDR Lokstedt © gmp

Eindrücke Architekturreise nach Mexiko

Unsere 18-köpfige Reisegruppe besuchte im November 2021 die 2.000 Meter über dem Meeresspiegel erbaut Landeshauptstadt Mexiko City und die Ruinen der Hauptstadt des Azteken Reichs Tenochtitlán. Außerdem führte uns unsere Reise zu den fantastischen Kulturdenkmälern der Mayas auf Yucatán und wir erkundeten zeitgenössische Architektur in Mérida.

Architekturreise Mexiko Stadt und Yucatán

Wir haben eine Diashow zusammengestellt, die die Eindrücke dieser Architekturreise vermittelt. 
Auch für 2023 ist wieder eine solche Reise geplant. Sie findet vom 17. bis 29. Oktober statt.
Bei Interesse finden Sie hier weitere Informationen.

 

Die Kulturtipps von Jo Landwehr: Wohin gehen Hamburgs Architekten?

Diesen Monat die Kulturtipps von Jo Landwehr:

Wohin gehen Hamburgs Architektinnen und Architekten am liebsten? Regelmäßig berichten hier Hamburger Architektinnen und Architekten was sie in Hamburg am liebsten mögen.

Was ist auch abseits der großen Attraktionen empfehlenswert? Ob Restaurant oder Konzert, spannendes Gebäude oder Ausstellung. Lassen Sie sich inspirieren!

Dieser Fragebogen wird ausgefüllt durch Jo Landwehr

Die Kulturtipps von Jo Landwehr

Jo Landwehr © Dorfmüller Klier

Für die leichte Muse: … mal wieder ins MKG gehen.
weil: … die aktuelle Ausstellung der New Yorker Agentur Sagmeister & Walsh Aufschluss gibt über
die Schönheit der Dinge. „Beauty“ ist vielschichtig, spannend, interaktiv und für alle
Generationen ein Erlebnis! Das MKG ohnehin einen Besuch Wert.

Für Experimentierfreudige: … ein Abendessen im „Kuchnia“
weil: … Polnisches Essen, Georgische Weine, kiezige Interieurs und im Zweifel auch der Wodka
unverhoffte Überschungen bereithält.

Die Kulturtipps von Jo Landwehr

Was Sie auf keinen Fall verpassen sollten: … eine Pommes auf dem Steg in Teufelsbrück
weil: … es kaum schönere niedrigschwellige Angebote im schönen Hamburg gibt und gepaart mit
einem Spaziergang durch den Jehnischpark auch die Kalorien egal sind…..

Lieblingsprojekte

Ihr Lieblingsgebäude: … das Altonaer Krankenhaus
weil… es ein Leuchtturm an Proportion ist.

Ihr eigenes Lieblingsprojekt aus Ihrem Büro: Der Neubau für die Haspa am Schulterblatt…
weil: … er in vielerlei Hinsicht abbildet wofür und woran wir arbeiten:
– die Nutzungsdurchmischung mit Wohnen, gefördertem Wohnen, Büroflächen,
Bankgewerbe, Tresor, Lagerräumen alles in einem Haus und hinter einer Fassade
– das „Aufschliessen“ der städtebaulichen Situation im Dialog mit den plastisch
durchgearbeiteten Fassaden der gründerzeitlichen Nachbarbebauung
– die offene Gestaltung der Erdgeschoßzone trotz hoher Sicherheitsanforderungen und
Vandalismusgefahr
– Holzfenster im Gewerbebau!
– die Zusammenarbeit und Integration der Kunst-am-Bau- Entwürfe von Heiko Zahlmann

Die Kulturtipps von Jo Landwehr

Haspa Schulterblatt © Dorfmüller Klier

Biografie

Jo Landwehr
Seit 2016 Gründung LH Architekten Landwehr Henke + Partner mbB
seit 2006 Gründung LH Architekten GbR mit Helmut Henke Hamburg
2000 – 2006 Leitung Entwurf und Wettbewerbe,
Büro Bothe Richter Teherani, BRT Architekten, Hamburg
1997 – 1999 Projektarchitekt Daniel Libeskind, Berlin / Los Angeles
1997 Diplom Architektur an der Technischen Universität Hannover
1993-1994 Architekturstdium an der Pontificia Universidad Javeriana, Bogotá, Kolumbien
1992 Diplom Innenarchitektur an der Hochschule für Kunst und Design, Hannover
1967 Geboren in Laer bei Osnabrück
LH Architekten wurde 2006 von den Architekten Jo Landwehr und Helmut Henke gegründet
und besteht mittlerweile aus einem Team 35 Architekten und Innenarchitekten. Seit 2016
sind Heike Hillebrand und Udo Schaumburg als Partner beteiligt.
Der Schwerpunkt des Büros liegt im Neubau von Büro- und Wohnungsbauten, im
kulturellen Bereich sowie im Weiterbauen denkmalgeschützter Bausubstanz.

Minimalistic Loft in der Elbphilharmonie

Schöner kann die Lage kaum sein. Das Minimalistic Loft liegt im 18. Stock der Elbphilharmonie, dem neuen Hamburger Wahrzeichen, das von der Architketen Herzog & de Meuron entworfen wurde.

Der auf dem alten Kaispeicher sitzende gläserne Aufbau mit wellenförmigem Dach und spektakulärer Glasfassade umfasst nicht nur Konzertsäle, ein Hotel und Gastronomie, sondern an der Westspitze auch Wohnungen.

Minimalistic Loft

Living Elbphilharmonie Innenausbau Prof. Edurad Schmutz © Rudi Schmutz

Im 18. Geschoss, mit phantastischem Blick auf die Elbe und die weitläufigen Hafenanlagen, liegt das 132 Quadtratmeter große Minimalistic Loft. Es öffnet sich über seine gesamte Breite mit raumhoher Verglasung zur Aussicht.

24 Stunden, in den unterschiedlichsten Atmosphären, spult sich hier der Schiffsbetrieb auf der Elbe wie ein Film vor dem Auge ab. Die Süd-West orientierte Wohnung wird charakterisiert durch einen geschlossenen “Rücken” zum Eingangsbereich und eine raumhohe Verglasung. In der Mitte der Glasfront sitzt die Loggia mit markantem, U-förmigem Brüstungselement, der sogenannten Stimmgabel.Der Blick schweift über das gestaltprägende weiße Brüstungselement und die mit spiegelnden Punkten bedruckten Glasflächen auf die eindrucksvolle Hafenlandschaft.

Minimalistic Loft in der Elbphilharmonie

Diese besonderen Eigenschaften inspirierte die Raumidee des für den Innenausbau zuständigen Büros Schmutz & Partner. „Dieses einmalige Hafenpanorama optisch in die Tiefe der Räume zu transformieren“ sei sein Ziel gewesen, erklärt Professor Eduard Schmutz.

Erreicht wird es zum einen durch die Schaffung einer transparenten, offenen Raumfolge mit frei eingestelltem “Küchen- und Schrankcontainer”. Zum andern durch die entsprechenden spiegelnden Oberflächen, die auch in entgegengesetzter Richtung den virtuellen Ausblick auf die Hafenlandschaft erlebbar machen.

Schiebetüren aus profiliertem Gussglas ermöglichen die Verschmelzung oder Trennung der angrenzenden Raumbereiche. Entsprechend der Nutzerwünsche und Tagesrhythmen können die verschiedenen Raumzonen in ihrem Volumen entsprechend vergrößert oder verkleinert werden.

Living Elbphilharmonie Innenausbau Prof. Edurad Schmutz © Rudi Schmutz

Die unterschiedlichen Tages- und Kunstlicht Stimmungen bieten dadurch immer wieder neue und überraschende Licht- und Raumatmosphären. Schwarzes Parkett, Basaltstein, Stahl und verschiedene Glasflächen übernehmen im übertragenen Sinn die Aura der industriellen Hafenatmosphäre. Die Farbgestaltung unterstützt diese Idee mit einem gebrochenen Orangeton für den freistehenden “Container” und entsprechende Farbklänge der Glasflächen für die lackierten Einbauten und die Wandflächen.

Möbel von Jean Prouvé, Charles Eames, Gae Aulenti und ein auf die besondere Rauminszenierung entwickeltes Schlafsofa sowie das Masterbett unterstützen die einzigartige Wohnatmosphäre.

Nur die Aussicht auf die Elbe, den Hafen und den Schiffsverkehr stiehlt der toll gestalteten Wohnung manchmal die Show.

Möchten Sie, nach einem tollen Konzert in der Elbphilharmonie mit einem Glas Wein in der Hand in der offenen Loggia stehen? Ob als Business Apartment oder für ein privates Wochenende in der schönsten Stadt der Welt, wie die Hamburger gerne sagen, auch Sie können dieses besondere Ambiente im Minimalistic Loft auf Zeit mieten. Weitere Informationen und Preise finden Sie hier.

Elbphilharmonie, Architektur Reise Hamburg

Elbphilharmonie © Iwan Baan

Minimalistic Loft

Living Elbphilharmonie Innenausbau Prof. Edurad Schmutz © Rudi Schmutz

Living Elbphilharmonie Innenausbau Prof. Edurad Schmutz © Rudi Schmutz

Minimalistic Loft

Living Elbphilharmonie Innenausbau Prof. Edurad Schmutz © Rudi Schmutz

Living Elbphilharmonie Innenausbau Prof. Edurad Schmutz © Rudi Schmutz

Living Elbphilharmonie Innenausbau Prof. Edurad Schmutz © Rudi Schmutz

Minimalistic Loft

Living Elbphilharmonie Innenausbau Prof. Edurad Schmutz © Rudi Schmutz

Minimalistic Loft

Living Elbphilharmonie © Prof. Edurad Schmutz

Bei Interesse an einer Architekturführung der Elbphilharmonie klicken Sie hier.

Grasbrook – Der neue Stadtteil

Grasbrook – Der neue Stadtteil wird für die kommenden Jahrzehnte eine zentrale Rolle in der Stadtentwicklung Hamburgs spielen. Er setzt die Entwicklung der innerstädtischen HafenCity, insbesondere die des östlichen Teils fort und schafft damit einen Sprung innerstädtischer Qualitäten auf die Südseite der Norderelbe. Der neue Stadtteil Grasbrook wird neben ca. 45 ha Landfläche auch die Wasserflächen des Moldau- und Saalehafens und somit insgesamt eine Fläche von ca. 64 ha umfassen.

Geplant sind Wohnungen für etwa 6.000 Bewohnerinnen und Bewohner, davon ein Drittel im geförderten Wohnungsbau, ca. 16.000 Arbeitsplätze, Einkaufsmöglichkeiten für den alltäglichen Bedarf, Dienstleistungsangebote, eine Grundschule, Sportmöglichkeiten und Kitas und ca. vier Kilometern öffentlich zugängliche, direkt am Wasser gelegene Promenaden und Freiflächen. Außerdem soll das Deutsche Hafenmuseum auf dem Grasbrook gebaut werden.

Grasbrook – Der neue Stadtteil

Im September startete der Wettbewerbliche Dialog, der bis April 2020 zu einem städtebaulichen und freiraumplanerischen Gesamtbild des neuen Stadtteils führen wird. Als Verfahren wurde der „Wettbewerbliche Dialog“ gewählt, der eine kontinuierliche Bearbeitung im Dialog und eine weitgehende Beteiligung der Öffentlichkeit ermöglicht. Als besonders innovatives Element wird die Freiraumplanung nicht als „nachträgliche Begrünung“, sondern als gleichberechtigter Wettbewerbsbestandteil zeitgleich mit dem Städtebau bearbeitet. Dabei soll der Grasbrook nicht als isolierte „Insel“, sondern im Kontext mit den umliegenden Stadträumen entwickelt werden.

Der Grasbrook wird voraussichtlich in drei Quartiere untergliedert: Die Quartiere „Moldauhafenquartier“, „Freihafenelbquartier“ und „Hafentorquartier“. Die Quartiere Moldauhafenquartier und Freihafenelbquartier werden zukünftig in eine gemischt genutzte Fläche für Wohnen und Arbeiten umgewidmet. Das Hafentorquartier wird noch zu definierenden emissionsarmen hafenwirtschaftlichen Nutzungen (inklusive Büros, Forschungsstätten, Labore und Produktion) vorbehalten sein.

Mit der Entwicklung des Hafentorquartiers sollen Nutzungskonflikte zwischen den in Hafennutzung verbleibenden Teilen des Kleinen Grasbrooks und dem neuen Stadtteil Grasbrook, mit seinen gemischten Nutzungen, gelöst werden.

Juryentscheidung abgeschlossen

Die erste Phase des „Wettbewerblichen Dialogs“ zum Grasbrook wurde Anfang Dezember 2019 mit der ersten Juryentscheidung abgeschlossen: Seitdem stehen die sechs Entwürfe fest, die nun in der zweiten Phase weiterbearbeitet werden.

Die Planungsteams (jeweils ein Büro aus den Sparten Städtebau und Freiraum) sind:

Mandaworks AB (Stockholm) mit Karres en Brands RB (Hilversum)
ADEPT ApS (Kopenhagen) mit Studio Vulkan Landschaftsarchitektur GmbH (Zürich)
Herzog & de Meuron Basel Ltd. (Basel) mit VOGT Landschaftsarchitekten AG (Zürich)

Beitrag Mandaworks mit Karres en Brands

Das Büro Mandaworks aus Schweden verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz von Stadt- und Landschaftsplanung. Entsprechend weit gehen in dem Entwurf für den Grasbrook die Konzepte auch für den Freiraum – besonders der Vorschlag, das Ostufer von Moldau- und Saalehafen komplett von Bebauung frei zu halten und stattdessen in einen linearen Sportpark zu verwandeln. Gezielt sollen so auch die Bewohner der benachbarten Veddel angesprochen werden. Neue Brücken führen über die Hafenbecken und verbinden die einzelnen Quartiere. „Das beeindruckende Flugdach des Überseezentrums wollen wir erhalten und durch die Programmierung der Fläche darunter eine weitere Sehenswürdigkeit schaffen“, so die Verfasser.

Die niederländischen Freiraumplaner Karres en Brands setzen auf ein klares öffentliches Raumgefüge: „Wir fördern eine Stadt des ‚Urban Hacking‘, die Teilhabe, Aneignung und Mitverantwortung ermöglicht, gleichzeitig aber einen stabilen räumlichen Rahmen bietet.“ Die Jury ließ sich zudem durch die Idee einer konsequenten Verbindung zur Veddel überzeugen. Die Idee liegt in einer breiten Unterführung von einer neuen Promenade entlang des Moldauhafens aus zu einem neuen Platz auf der nördlichen Veddel. Am Nordufer zur Elbe sieht dieser Entwurf einen großzügigen Park mit Sportanlagen und Promenaden zum Wasser vor. Am Moldauhafen findet sich auf der Nordseite eine Neuinterpretation des Flugdachs des Überseezentrums.

Grasbrook - Der neue Stadtteil

Grasbrook © Mandaworks

Grasbrook - Der neue Stadtteil

Grasbrook © Mandaworks

Grasbrook © Karres en Brands

Beitrag ADEPT mit Studio Vulkan

Das dänische Stadtplanungsbüro ADEPT sieht für den neuen Stadtteil eine starke grüne und blaue Mitte vor. „Anstelle einer ,Tabula rasa‘- Strategie beabsichtigen wir eine Verschmelzung von neuen, niedriggeschossigen und urbanen Gebäudetypen mit den enormen Bauvolumina der Hafenstrukturen des Grasbrooks“, beschreiben die Verfasser ihren Entwurf. Eine zentrale Rolle spielt die Erhaltung oder der Neubau des Flugdachs des Überseezentrums, das sich am Nordufer des Saalehafens bis weit hinten in das zentrale Moldauhafenquartier zieht, und anderer „ortstypischer Strukturen“ wie die Bananenreiferei auf dem Südufer des Moldauhafens. Zur Erschließung der Veddel für Radfahrer und Fußgänger ist eine kreisförmige Brücke über die Straße am Saalehafen und die Bahngleise angelegt.

Studio Vulkan überzeugte die Jury mit vielen kleinen Plätzen und öffentlichen Räumen, um offene Quartiere zu erzeugen. Mit möglichst wenig Interventionen in den Raum setzt der Entwurf stark auf die Kräfte des Naturraums vor Ort. Im Zentrum steht dabei der „Grasbrooker Tidepark“, der die bisher voneinander isolierten Bereiche über eine gemeinsame grüne Mitte zusammenbindet. „Hier kann erprobt werden, wie ein Leben mit dem ständigen Wandel der Wasserstände zum Teil des urbanen Raums werden kann. Dabei geht es um die Wieder- Erfindung und Neu-Interpretation eines ,Brooks‘ (sumpfige Niederung) als urbanen Freiraumtyp: ein von Prielen durchzogenes, von Schilf bewachsenes Süßwasserwatt im Wechsel der Gezeiten“, so Studio Vulkan.

Grasbrook - Der neue Stadtteil

Grasbrook © Studio Vulkan

Grasbrook - Der neue Stadtteil

Grasbrook © Studio Vulkan

Beitrag Herzog & de Meuron mit VOGT

Herzog & de Meuron sowie VOGT Landschaftsarchitekten haben mit dem Bau der Elbphilharmonie und des Lohseparks bereits Erfahrungen in der HafenCity gesammelt. Unabhängig von einander schlugen jetzt beide schweizerischen Büros ein neues Zentrum auf dem Areal des bisherigen Überseezentrums vor. Um den gewünschten Lärmschutz für die Wohnbebauung und die nötige Geschossfläche zu erreichen, sehen sie zur Veddel und teilweise auch nach Süden zur angrenzenden Hafennutzung hin hohe dichte Gewerbebauten vor. Das zentrale Wohnquartier zwischen Moldauhafen und Elbe erhält bei Herzog & de Meuron eine neue Wasserfläche, um die sich eine immer wieder aufgelockerte und durchgehend begrünte Wohnbebauung in zwei Reihen legt.

Ein großer grüner Freiraum bildet in diesem Entwurf die Mitte des neuen Stadtteils. „Es mag konservativ erscheinen, einen klassischen Landschaftspark als planerische Setzung für den neuen Stadtteil zu wählen, aber es ist ein klares Statement“, urteilte die Jury. Der Park bietet verschieden Attraktionen wie eine große Wiese, Baumgruppen und eine spektakuläre Sichtachse zum Museumsschiff „Peking“. Das Nordufer an der Elbe ist als schmaler Freiraum auf zwei räumlichen Ebenen ausgestaltet. Man gelangt ans Wasser oder genießt den Ausblick von erhöhten Bastionen auf die Elbe. An der Schnittstelle von Saale- und Moldauhafen ist ein weiterer kleiner Park vorgesehen, der zum Wasser abfällt. Zur Veddel wie zum Hafen hin erhebt sich eine hohe kompakte Bebauung, die, wie die vergleichbaren Konzepte von Herzog & de Meuron, zur Überarbeitung angemahnt wurde.

Grasbrook - Der neue Stadtteil

Grasbrook © Herzog & de Meuron

Grasbrook © Herzog & de Meuron

Viel Grün, Freizeit- und Sportanlagen am Wasser, spektakuläre neue Dachkonstruktionen, darunter öffentliche Treffpunkte oder Raum für kreative Startups sowie autoarme Verkehrskonzepte.
Das sind nur einige der Ideen für den neuen Stadtteil Grasbrook, die von den aus Städtebau und Freiraum neu zusammengestellten Planungsteams nun weiter konkretisiert werden.
Auch in dieser Phase gibt es wieder Möglichkeiten der Mitwirkung: Als wichtiger Zwischenschritt in der Vertiefungsphase besteht für Bürgerinnen und Bürger die Gelegenheit, mit den Planungsteams ins Gespräch zu kommen, deren Denk- und Arbeitsprozess kennenzulernen und zu diskutieren.

Auf Basis des voraussichtlich im April 2020 vorliegenden Ergebnisses des städtebaulichen Ideenwettbewerbs wird im Jahr 2020 ein Funktionsplan entwickelt, auf den dann die förmlichen Planungsverfahren (Flächennutzungsplan, Bebauungsplan) folgen. In allen Phasen der Entwicklung wird es eine umfassende Beteiligung der Öffentlichkeit geben. Die geplanten Veranstaltungen werden im Vorfeld angekündigt.

Weiter Termine:
Bürgerwerkstatt Grasbrook Samstag, 25.01.2020 – 10:00 bis 17:00 im Cruise Center HafenCity
Abschlusspräsentation Donnerstag, 2. April 2020 – 17:00 bis 21:00

Erstes Wohnhochhaus nach dem Cradle-2-Cradle-Prinzip

Die Landmarken AG wird, in Zusammenarbeit mit kadawittfeldarchitektur, Deutschlands erstes Wohnhochhaus nach dem Cradle-2-Cradle-Prinzip realisieren. Moringa, so der Name, wird besonders nachhaltig mit recyclefähigen Materialien realisiert und bietet zudem begrünte Flächen am und auf dem Gebäude in mindestens gleichem Umfang wie die bebaute Grundstücksfläche.

Der Name des Moringa leitet sich, dem Investor zufolge, von einer gesunden „Superpflanze“ ab, dem sogenannten Wunderbaum Moringa Olifeira, dem viele positive Eigenschaften zugeschrieben werden.

Auf dem rund 4.740 Quadratmeter großen Baufeld im Quartier Elbbrücken, direkt am nördlichen Ufer des Baakenhafens, entsteht in der HafenCity das Projekt, das nachhaltiges Bauen, gefördertes Wohnen und soziale Infrastrukturen vereint.

Gebäude sind bekanntlich für 40 Prozent aller CO²-Emissionen verantwortlich, Cradle 2 Cradle soll darauf die Antwort geben. Das Prinzip: Kostbare Ressourcen sollen nicht verschwendet, sondern wiederverwendet werden. Im Moringa werden daher gesunde Materialien verbaut, der Großteil der Konstruktionen ist trennbar, rückbaubar und rezyklierbar. Fast alle Bestandteile des Gebäudes können wieder in den Kreislauf der Natur eingefügt oder sinnvoll wiederverwertet werden. Als grüne Lunge soll das Moringa Sauerstoff produzieren, Schadstoffe und sommerliche Hitzeinseleffekte in der Stadt reduzieren.

In der HafenCity entsteht das erste Wohnhochhaus Deutschlands nach dem Cradle-2-Cradle-Prinzip

In seinem Nutzungskonzept verbindet dieses Projekt auch, familienfreundliches Wohnen mit nachbarschaftlichen Gemeinschaftsideen und öffentlichen Nutzungen in den Erdgeschossen. Auf 17.700 von knapp über 20.000 Quadratmetern BGF entstehen Mietwohnungen, 33 Prozent der Wohnungen sind öffentlich gefördert und schaffen in zentraler Wasserlage Wohnraum für Familien, Paare, junge Leute und Senioren aller Einkommensklassen. Alleinlebenden in der Single-Hauptstadt Hamburg soll das Co-Living-Konzept des Moringa zudem Wohngemeinschaften, Gemeinschaftsflächen und Angebote wie eine Community-App für bessere Verbundenheit ermöglichen.

Cradle-2-Cradle-Prinzip

Moringa © kadawittfeldarchitektur

Ergänzend zur Wohnnutzung wir das Moringa einen Co-Working-Space, eine Kita und Angebote wie Veranstaltungsräume, Ausstellungsflächen, Fitness- oder Lounge-Bereich sowie eine Gastronomie mit Terrasse im Erdgeschoss anbieten. Neben knapp 70 Stellplätzen für Pkw (davon sind 30 Prozent für Carsharing vorbehalten) wird die Tiefgarage mindestens die dreifache Menge für Fahrräder anbieten, zudem gehört zum Moringa ein Mobility-Sharing-Konzept mit Angeboten vom Lastenrad bis hin zu E-Autos.

Die Architektur des Ensembles aus drei Gebäudeteilen, die sich um einen grünen Innenhof gruppieren, stammt von kadawittfeldarchitektur, die gemeinsam mit dem Investor das Konzept erarbeitet haben, das wegweisend für die Zukunft der Immobilien- und Baubranche sein soll.

Die Landmarken AG rechnet damit, in rund zwölf Monaten den Bauantrag einreichen zu können. Nach Erhalt der Baugenehmigung sind rund zwei Jahre Bauzeit geplant, sodass eine Fertigstellung Ende 2023 erfolgen könnte.

Architekturwettbewerb für das AK Altona entschieden

Der Architekturwettbewerb für das AK Altona wurde entschieden. So konkretisiert sich die Entscheidung für Hamburgs aktuell größtes Neubauvorhaben zur Gesundheitsversorgung.

Architekturwettbewerb für das AK Altona

Außenansicht Neubau der Asklepios Klinik Altona
1. Preisträger: Hascher Jehle Berlin GmbH © Hascher Jehle Berlin GmbH/Architektengruppe Schweitzer + Partner/Reichardt + Partner Architekten

Eine hochkarätig besetzte Jury hat über die besten drei Gestaltungsentwürfe für den Neubau der Asklepios Klinik Altona im Hamburger Westen entschieden. Die Vertreter des Senats, des Bezirks Altona, des Vorhabenträgers und Betreibers Asklepios sowie Experten der Stadt- und Landschaftsplanung und des Denkmalschutzes hatten die Wahl aus acht Einreichungen renommierter nationaler und internationaler Architekturbüros.

Der Architekturwettbewerb für das AK Altona wurde  entschieden

Zum ersten Preisträger des hochbaulichen Realisierungswettbewerbs wählte die Jury unter Vorsitz des Architekten Prof. Jörg Aldinger die Hascher Jehle Berlin GmbH. Das Architekturbüro verfügt über die geforderte weitreichende Erfahrung im Krankenhausbau. Der gemeinsam mit der Braunschweiger Architekturgruppe Schweitzer + Partner, dem Hamburger Büro Reichardt + Partner Architekten sowie Hutterreimann Landschaftsarchitektur aus Berlin entwickelte Entwurf überzeugte das Preisgericht mit zukunftsfähiger Funktionalität, zeitloser architektonischer Ästhetik und sehr guten Voraussetzungen zur Umsetzung.
Hamburgs Oberbaudirektor Franz-Josef Höing zollte dem Entwurf großen Respekt. Den Teilnehmern des Wettbewerbs sei es gut gelungen, sich auf die komplexe Aufgabenstellung einzulassen. Insbesondere der erste Preisträger habe das Preisgericht mit seinem ganz besonders tiefen Verständnis für die logistischen, strukturellen und städtebaulichen Herausforderungen dieses Krankenhausneubaus begeistert. Der Entwurf zeichne sich durch eine außerordentliche Qualität aus und zollt dem bestehenden Park und dem heutigen denkmalgeschützen Krankenhaus den notwendigen Respekt.

Architekturwettbewerb für das AK Altona

Lageplan Neubau der Asklepios Klinik Altona
1. Preisträger: Hascher Jehle Berlin GmbH © Hascher Jehle Berlin GmbH/Architektengruppe Schweitzer + Partner/Reichardt + Partner Architekten

Das sechsgeschossige Klinikum teilt sich in drei linear angeordnete Gebäude mit begrünten Innenhöfen, die auf einem langgestreckten Sockel aufliegen. Verbindungsstege zwischen den Pavillons schirmen die Gebäude sowie den Park von der Autobahn ab. Die Patientenzimmer sind überwiegend ins Grüne ausgerichtet. Attraktiv für Besucher, Patienten und Mitarbeiter gleichermaßen ist ein Café mit großer Terrasse an den Teichen. Durch die Klinik führt ein zweigeschossiger Boulevard mit Läden, Dienstleistern wie Friseur, Kiosk und Gastronomie, der zu den Freianlagen verglast ist. Moderne Gründächer kompensieren einen Teil der Flächenversiegelung und bieten nach Vorstellung der Architekten Pflanzen und Tieren wie Wildbienen und Schmetterlingen Lebensräume.
Erhaltenswerte Bäume und Gehölze würden zu einem wichtigen Bestandteil des Groth-Parks und zur Naherholung beitragen. Der Park wird durch behutsame Eingriffe aufgewertet und richtet sich an alle Nutzergruppen.

Einvernehmliches und überzeugendes Ergebnis

Zur Verdeutlichung der Überlegenheit des ersten Preisträgers des Architekturwettbewerb für das AK Altona entschied die Jury, keinen zweiten Preis zu vergeben, sondern zwei dritte. Dafür wurden der Entwurf des Teams HDR GmbH aus Düsseldorf, Sander Hofrichter Architekten und WES Landschaftsarchitektur sowie der des Teams um die Münchener Nickl Architekten Deutschland GmbH und Rainer Schmidt Landschaftsarchitekten ausgewählt.
Die Neue Asklepios Klink Altona wird in direkter Nachbarschaft zum denkmalgeschützten 23-geschossigen Altbau aus dem Jahr 1971 entstehen. Die Lage an der Ausfahrt Hamburg-Othmarschen der A7 und der Behringstraße sorgen für eine optimale Anbindung. Der Neubau wird auf städtischem Grund errichtet. Das Gelände erstreckt sich vom ehemaligen Klinik-Pförtnerhaus über die Paul-Ehrlich-Straße bis zum stillgelegten „Aqua Fit“ und der angrenzenden Brachfläche. Der Auswahl der Fläche ging eine städtebauliche Rahmenplanung zur optimalen Verortung der Gebäude im Quartier voraus.
Die erste grobe Kostenschätzung ohne Berücksichtigung der Entwicklung der Marktpreise für ein Neubauvorhaben beläuft sich auf 425 Millionen Euro. Nicht enthalten sind Erschließung, Gründung und Tiefgarage. Auf Grundlage der im Krankenhausfinanzierungsgesetz verankerten Verpflichtung zur Daseinsvorsorge hat die Freie und Hansestadt Hamburg dem Vorhabenträger die Finanzierung von zwei Dritteln der Gesamtinvestition zugesagt. Grund und Gebäude verbleiben wie der derzeitige Krankenhausbau im Eigentum der Stadt und werden Asklepios zur Nutzung als Maximalversorger im Hamburger Westen durch einen Erbbaurechtvertrag überlassen.

In den nächsten Wochen werden die ausgewählten Büros einen Aufgabenkatalog der Jury bearbeiten. Dem vom Büro D&K Drost Consult geführten Vergabeverfahren liegen Kriterien zu Grunde, deren Erfüllung nach einem Punktesystem bewertet werden. Kriterien sind das Wettbewerbsergebnis, die Expertise des Planungsteams, die Qualität der Auseinandersetzung mit der Aufgabe und den Empfehlungen des Preisgerichts sowie die Verfügbarkeit des Büros und das Honorar.Die Kriterien werden für das Gesamtergebnis unterschiedlich gewichtet, stärkstes Gewicht hat mit 45 Prozent der Wettbewerb. Die Beauftragung eines der drei prämierten Architekturbüros soll im Frühjahr 2020 erfolgen.

Architekturwettbewerb für das AK Altona

Innenansicht Neubau der Asklepios Klinik Altona
1. Preisträger: Hascher Jehle Berlin GmbH © Hascher Jehle Berlin GmbH/Architektengruppe Schweitzer + Partner/Reichardt + Partner Architekten

Bis zum Baustart des neuen Klinikums ist mit einer Planungszeit von etwa drei Jahren zu rechnen. Die Fertigstellung und Eröffnung der neuen Asklepios Klinik Altona wird nach heutiger Planung voraussichtlich 2028 erfolgen. Die Klinik unterhält heute 633 Betten, 14 Fachabteilungen, eine der größten Zentralen Notaufnahmen Hamburgs und interdisziplinäre Kompetenzzentren. Jährlich werden in Altona mehr als 95.000 Patientinnen und Patienten im ambulanten, teilstationären und stationären Bereich behandelt.

Für den Neubau sind derzeit rund 800 Betten geplant. Die Klinik wird als Campus konzipiert, der sich der Nachbarschaft noch mehr als bisher öffnen und mit einem umfangreichen Veranstaltungsprogramm verstärkt zum Treffpunkt auch für Anwohner werden soll. Der umgestaltete Park soll Patienten, Mitarbeiter und Bürger zur Naherholung einladen.
Im Vorfeld des Krankenhausbaus wird die auf dem Klinikgelände ansässige Kindertagesstätte „Elbtunnelkids“ ein neues Domizil erhalten. Dieses soll südlich des Altbaus in einem Neubau entstehen. Neu angelegt wird die Paul-Ehrlich-Straße, von der die heutige Zufahrt zum Krankenhaus abzweigt und die auch künftig die Verbindungsachse von der Behringstraße im Norden zu den südlich vom Krankenhaus ansässigen Bildungseinrichtungen sowie den dortigen Wohngebieten bilden soll.

Der neue Backsteinkatalog ist da!

Der neue Backsteinkatalog ist da!

Die Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen und die Hamburgische Investitions- und Förderbank geben den zweiten Backsteinkatalog heraus

Hamburg ist „backsteinrot“ – aus dem Stadtbild der Freien und Hansestadt ist dieser besondere Stein als Fassadenmaterial nicht wegzudenken. Backstein stellt einen maßgeblichen Teil des baukulturellen Erbes dar, ist charakteristisch für Hamburg und wirkt generationenübergreifend identitätsstiftend. Schon der erste Katalog zum Thema „Erhalt des backsteingeprägten Hamburgs“ stieß 2014 bei Bauherren, Architekten und anderen am Bau Beteiligten auf großes Interesse.

Die Fotos, Zahlen und Texte dokumentieren anschaulich, wie in Hamburg die Ziegelwohnbauten liebevoll gepflegt und auch energetisch fit für Zukunft gemacht werden. Es ist nicht nur für Bauherren und Architekten eine anregende Lektüre, die vielen Beispiele von Modernisierungsmaßnahmen an Fassaden, Fenstern und ganzen Quartieren zeigen deutlich wie verantwortlich in Hamburg mit der stadtbildprägenden Backsteinkultur umgegangen wird.

Der neue Backsteinkatalog ist da!

Backstein ist in großen Teilen Hamburgs das bestimmende Fassadenmaterial. Nach Einführung der Energieeinsparverordnung, wurde häufig z.B. durch aufgebrachte Wärmedämmverbundsysteme mit Putzanstrich die Backsteinfassade verändert und zum Teil auch zerstört. Es verschwanden viele, ehemals rote Gebäude, die Hamburg typische rote Backsteinoptik wurde stark beeinträchtigt. Um diese Entwicklung zu stoppen und die Backsteinfassade zu erhalten wurde in den Bereichen des von der Stadt finanziell geförderten Mietwohnungsbaus die Qualitätssicherung Backstein ins Leben gerufen. Hierbei beurteilen speziell geschulte und zertifizierte Architekten und Ingenieure die Modernisierungsentwürfe für die Fassaden und geben Empfehlungen oder Vorgaben für die Bauherren.

stadtfuehrung hamburg architektur Ottensen Backstein Oelsner, Backsteinkatalog

Bunsenstrasse Gustav Oelsner © a-tour

Den ausführlichen neuen Backsteinkatalog können Sie hier lesen.

Architekturführungen zum Thema Backstein und Klinker haben wir schon oft durchgeführt und können diese natürlich jederzeit organisieren. Bei Interesse senden Sie uns gerne eine Mail an mail@a-tour.de