Zukunft made in Hamburg, die Stadt hat große Pläne

Elbphilharmonie und HafenCity waren nur der Anfang. „Zukunft made in Hamburg“, so lautet der Titel. Die Stadt hat große Pläne: ein Wolkenkratzer an der Elbe und ein brandneues Oxford am Volkspark.

Um seinen Titel als „energetische Stadt in Sachen Stadtentwicklung“ zu verteidigen, gibt Hamburg alles: Nicht nur hat die Hansestadt mit der HafenCity seit 2001 einen komplett neuen Stadtteil aufgezogen, sondern auch mit der Elbphilharmonie ein einzigartiges Wahrzeichen geschaffen.

Neben laufenden Projekten wie der HafenCity – an Europas größtem innerstädtischen Stadtentwicklungsprojekt wird vermutlich bis 2030 gebaut – oder der Neuen Mitte Altona entstehen auch auf dem Kleinen Grasbrook im Hafengebiet, auf dem früheren Beiersdorf-Gelände in Eimsbüttel oder in Oberbillwerder bei Bergedorf neue Quartiere.

MIPIM, Zukunft made in Hamburg

Elbtower © HafenCity Hamburg GmbH/moka-studio

Doch die Stadt hat für ihre Zukunft noch größere Pläne: einen Wolkenkratzer an der Elbe, der geplante Elbtower von David Chipperfield Architects, nach aktuellen Entwürfen knapp 245 Meter hoch und damit bei seiner Fertigstellung 2025, nach dem Fernsehturm, das zweithöchstes Gebäude der Stadt. Die Architektur des Elbtower soll sich nahtlos in die Skyline einfügen, als großes Abschlussprojekt der HafenCity. Dafür sorgt unter anderem der gestufte Fuß des Tower, der Richtung Innenstadt zeigt. Neben Einzelhandel, Gastronomie und einem Hotel beherbergt der Tower planmäßig Co-Working-Spaces, Fitness- und Wellnessbereiche, ein „Kinderland“ sowie Büroflächen.

Zukunft made in Hamburg

Oberbillwerder: im Bezirk Bergedorf ist nicht nur Hamburgs zweitgrößtes Stadtentwicklungsprojekt, es wird auch der 105. Stadtteil der Hansestadt. Als Modellstadtteil Active City wird hier Sport, Bewegung und Gesundheit eine zentrale Rolle spielen. In 2019 hat der Hamburger Senat den Masterplan Oberbillwerder auf Grundlage des aus dem Wettbewerblichen Dialog hervorgegangenen Siegerentwurf des dänisch-niederländischen Planungsteams ADEPT mit Karres + Brands beschlossen. Auf 124 ha sollen rund 7000 Wohneinheiten entstehen, dazu bis zu 5.000 Arbeitsplätze, ein Bildungs- und Begegnungszentrum, 2 Grundschulen, bis zu 14 Kitas und noch einmal so viele soziale Einrichtungen. 11 Mobility Hubs, rund 28 Hektar öffentliche Grün- und Freiflächen mit zahlreichen Spielplätzen sowie ein großer Aktivitätspark und ein Schwimmbad sind ebenfalls Teil der Planung.

Science City: Ein ganzer Stadtteil der Wissenschaft soll im westlichen Bahrenfeld auf 125 Hektar entstehen. Neben den vorhandenen Uni-Instituten ist das DESY, seit 1959 vor Ort und Deutschlands Forschungszentrum für Teilchenphysik, ein Magnet der Entwicklung.

Zukunft made in Hamburg

Science City, Bestand © Matthias Friedel BSW

Das DESY selbst soll ausgebaut und die Uni-Fachbereiche Physik, Chemie und Teile der Biologie an den Forschungscampus Bahrenfeld verlegt werden. Die ersten Architekten-Wettbewerbe starten 2020, bis 2040 soll »das deutsche Oxford« fertig sein. Plätze und Grünflächen des Quartiers sollen fließende Übergänge zum angrenzenden Volkspark bieten. Erste Entwürfe erarbeitete eine Gruppe von Architekten, Stadtplanern und Landschaftsarchitekten. Institute und Start-ups sollen ebenso Platz in der Science City finden wie rund 2500 Wohnungen sowie Kitas und Schulen.

Dann wäre da noch der von Benjamin und Janina Lin Otto geplante Bildungscampus „Life Hamburg“ in Bramfeld. „Life Hamburg“ ist der Arbeitstitel für ihr Leuchtturmprojekt, in dem nicht nur Kita, Schule und Hochschule in einem futuristischen Gebäude aufeinandertreffen, sondern auch Start-up-Firmen, Weiterbildungs- und Gesundheitsangebote – alles auf einer Fläche von 20.000 Quadratmetern, ausgelegt für 2.000 Menschen. Erste Entwürfe von LAVA Architekten zeigen „Life Hamburg“ in Form einer liegenden Acht. LAVA entwarf zusammen mit dem städtischen Landwirtschaftskollektiv Cityplot LIFE Hamburg ein neues Gebäude mit drei Ebenen, das komplett energieautark ist und Innen und Außen zu einer durchgehenden Landschaft zusammenführt. Es soll viel Holz verbaut werden und einen sehr großen Dachgarten erhalten. Innerhalb der nächsten drei bis vier Jahren wird das neue Gebäude ganz in der Nähe der Otto-Zentrale entstehen.

Sie sehen „Zukunft made in Hamburg“ ist in vollem Gange. Auf unseren Architekturführungen können Sie zu den einzelnen Projekten mehr erfahren.

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