Impulse für die Stadt der Zukunft

Die Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen, Dr. Dorothee Stapelfeldt, hat heute gemeinsam mit Oberbaudirektor Franz-Josef Höing, dem Stadtplaner und früherem Oberbaudirektor, Prof. Jörn Walter, den Fritz-Schumacher-Preis des Hamburger Senats überreicht.

Die Auszeichnung vergibt der Senat der Freien und Hansestadt Hamburg alle drei Jahre an Architekten und Stadtplaner und erinnert an die überragende Bedeutung des ehemaligen Oberbaudirektors Fritz Schumacher (1869-1947) für Hamburgs Baukultur und Stadtentwicklung.

Impulse für die Stadt der Zukunft
Senat vergibt Fritz-Schumacher-Preis 2019 an den früheren Oberbaudirektor Jörn Walter

Mit der Auszeichnung wird Prof. Jörn Walter für seine herausragenden Leistungen auf dem Gebiet der Stadtplanung und für seine Impulse für die architektonische Gestaltung Hamburgs gewürdigt. Der gebürtige Bremer (*1957) absolvierte ein Studium der Raumplanung in Dortmund und ein Städtebaureferendariat in Düsseldorf. Anschließend leitete er das Amt für Stadtentwicklung und Umwelt der Stadt Maintal, danach das Stadtplanungsamt der Landeshauptstadt Dresden. Von 1999 bis 2017 war er Oberbaudirektor der Freien und Hansestadt Hamburg.

Impulse für die Stadt der Zukunft

Senatorin Dr. Dorothee Stapelfeldt überreicht den Fritz-Schumacher-Preis an Jörn Walter © Ulrich Perrey

Jörn Walter hat städtebauliche Entwicklungen angeregt, die Hamburg weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt gemacht und das Gesicht der Stadt verändert haben. In seinen 18 Jahren als Oberbaudirektor hat er große städtebauliche Projekte wie die HafenCity, den „Sprung über die Elbe“ und die Internationale Bauausstellung / Internationale Gartenschau in Wilhelmsburg angestoßen, planerisch geprägt und weitgehend abgeschlossen. Zudem hat er die Mitte Altona, das Konzept „Stromaufwärts an Elbe und Bille“ für den Hamburger Osten sowie die Fortsetzung des „Sprungs über die Elbe“ konzeptionell und politisch auf dem Weg gebracht. Sein Interesse an den zukunftsweisenden Themen ging stets einher mit seiner Freude am Wirken, aber auch mit Durchsetzungsvermögen und Überzeugungskraft. All dies macht Professor Jörn Walter zu einer Leitfigur der Stadtentwicklung für die Bundesrepublik.

Neben Professor Jörn Walter wurden James Horkulak, ETH Zürich, und Frederik Springer, TU Berlin, mit Nachwuchspreisen ausgezeichnet und erhalten für ihre beispielhaften, fachübergreifenden Leistungen Reisestipendien in Höhe von jeweils 2.500 Euro.

Neubau des Herz- und Gefäßzentrums am UKE

Grünes Licht für den Neubau des Herz- und Gefäßzentrums am UKE. 388 Betten, neun Operationssäle, neun Herzkatheterlabore und ein Herzbildgebungszentrum:
Mit modernsten Diagnose-, Behandlungs- und Präventionsmethoden entsteht auf dem UKE-Campus ein zukunftsweisender Klinikneubau für eine integrierte Versorgung von kardiovaskulären Erkrankungen. Auch die Anzahl hochwertiger Behandlungsräume wird erhöht: Statt bisher zwei können künftig sechs Säle als sogenannte Hybridlabore genutzt werden, in denen Patientinnen und Patienten mit einer Kombination aus katheterbasiertem Eingriff und endoskopischer Operation behandelt werden.

Eingangshalle Neubau © Entwurf Nickl & Partner Architekten

Damit das UKE auch in Zukunft Krankenversorgung, Forschung und Lehre auf Spitzenniveau und mit internationaler Ausstrahlung für die Metropolregion Hamburg leistet, wird die bauliche Infrastruktur diesen Erfordernissen kontinuierlich angepasst. Auf Basis des von der Stadt beschlossenen Bebauungsplans soll der UKE-Campus weiter strukturiert und die Bebauung verdichtet werden.

Dafür wurde der Zukunftsplan 2050 entwickelt, der mit den Neubauten des Universitären Herz- und Gefäßzentrums Hamburg, der Martini-Klinik und des Campus Forschung II und Hamburg Center for Translational Immunology (HCTI) startet. Die Finanzierung des Neubaus des Herz- und Gefäßzentrums soll, wie die meisten Projekte des Zukunftsplans, über das Mieter-Vermieter-Modell realisiert werden.

Neubau des Herz- und Gefäßzentrums am UKE

Die Bürgerschaft bewilligt den zukunftsweisenden Klinikneubau. 2023 sollen die ersten Patientinnen und Patienten einziehen.

Aussenansicht Neubau © Entwurf Nickl & Partner Architekten

Hochbunker im Herzen St. Pauli

Derzeit wird der beeindruckende Hochbunker im Herzen St. Pauli um fünf pyramidenartige Geschosse erweitert. Visuelles Highlight des landschaftsarchitektonischen Pionierprojekts ist der spektakuläre Dachgarten, der wohl in ganz Deutschland einzigartig ist: mit einem fantastischen Panoramablick über Hamburg, in Sichtachse zur Elbphilharmonie und mit einem bepflanzten „Bergpfad“, der sich außen um den Bunker entlang nach oben schlängelt.

Rendering Hochbunker St. Pauli © Matzen Immobilien GmbH

Zusätzlich zu dieser neuen öffentlichen Naturoase erhält der Bunker zum ersten Mal eine Gedenkstätte für die Opfer des NS-Regimes und des Zweiten Weltkrieges. Zudem entstehen Räume für Stadtteilkultur, Ausstellungsflächen sowie eine Halle für Sport- und Kulturveranstaltungen.

Hochbunker im Herzen St. Pauli

Die NH Hotel Group hat gerade die Ausschreibung für den Betrieb eines nhow Hotels auf dem Dach des Bunkers gewonnen. Jetzt ist der Vertrag für das Hotel zwischen der NH Hotel Group, dem Vermieter EHP Erste Hamburger Projektmanagement GmbH sowie dem Bauherrn, der Matzen Immobilien GmbH & Co. KG, unterzeichnet worden. Das neue nhow Hamburg wird 136 Zimmer umfassen, zudem u.a. eine Bar, einen Coffeeshop und ein Restaurant. Die Eröffnung ist geplant für Mitte 2021. Das Hotel hat besonders überzeugt mit seinem inklusiven und kreativen Ansatz, der sich hervorragend ins futuristische Gesamtkonzept der Bunkeraufstockung einfügt.

Hochbunker St. Pauli © Matzen Immobilien GmbH

1942 wurde der Hochbunker in nur 300 Tagen gebaut, auch mit dem Einsatz von Zwangsarbeitern, sollte er an der Feldstraße als einer von zwei sogenannten Flaktürmen zunächst vor allem der Flugabwehr dienen. Zudem war er Propagandamittel des NS-Regimes. Während des Zweiten Weltkrieges fanden Zehntausende Hamburger Schutz vor alliierten Luftangriffen. Mittlerweile ist der Bunker St. Pauli seit langem Sitz von Unternehmen aus Medien, Kultur und Kreativwirtschaft. Sie werden hier auch nach der Aufstockung unverändert ihre Heimat haben.

GMP baut Kongresshotel in der HafenCity

Für das unmittelbar an der U- und S-Bahnstation Elbbrücken gelegene Projekt (Baufeld 119) haben die HafenCity Hamburg GmbH, die Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen sowie die ECE soeben den Gewinner des ausgelobten Architekturwettbewerbs und den Hotelbetreiber vorgestellt: Der Siegerentwurf für die Architektur des  kommt vom Architekturbüro gmp Architekten von Gerkan, Marg und Partner, die sich im Wettbewerb gegen sechs weitere Büros durchgesetzt haben. Er entwickelt nach außen hin eine repräsentative, ortstypische Fassade und stellt im Inneren den Kongresssaal als zentrales Element in den Mittelpunkt. Die Hotels werden unter zwei verschiedenen Marken der Hotelgesellschaft Marriott International geführt und von der Odyssey Hotel Group betrieben werden.

Kongresshotel

Kongresshotel HafenCity © moka studio GbR

Der Entwurf von gmp sieht einen acht- und neunstöckigen Sockelbau und einen dreieckförmigen, rund 63 Meter hohen Turm mit 19 Geschossen vor, deren Ziegelfassade sich an der Tradition der Hamburger Backsteinarchitektur orientiert und durch große Fensterelemente und verschiedene Farbnuancen der Ziegel optisch gegliedert wird. Seinen besonderen Charakter erhält der Neubau durch seine geschwungene Gebäudeform, die sich von der vorhandenen Architektur im Baakenhafen absetzt.

GMP baut Kongresshotel in der HafenCity

Herzstück des Gebäudekomplexes ist der große Kongresssaal, der Veranstaltungen mit ca. 1.100 Gästen ermöglicht. Der Saal ist rechteckig gestaltet und in sich teilbar, um zum Beispeil verschiedene Raumgrößen von 200 bis 350 Sitzplätzen zu ermöglichen. Hinzu kommen weitere individuell nutzbare Tagungsräume in unterschiedlichen Größen, die ausreichend Fläche z.B. für Ausstellungen und Empfänge im Rahmen großer Kongresse bieten. Insgesamt umfasst der Kongressbereich eine Fläche von rund 4.500 m². Er schließt damit eine wesentliche Angebotslücke auf dem Hamburger Kongressmarkt – einer der wesentlichen Ausgangspunkte für die Idee zur Entwicklung des Kongresshotels.

Das Upscale-Hotelkonzept der Marke „AC Hotels by Mariott“ wird über 510 Zimmer auf rund 24.000 m² verfügen, das Extended-Stay-Konzept „Residence Inn by Marriott“ weitere 145 Zimmer auf rund 7.000 m² und neben den Kongressgästen auch internationale Geschäftsreisende und Touristen anziehen. Betreiber und Franchisepartner der Marriott Gruppe für das Kongresshotel wird die Odyssey Hotel Group sein, die bereits eine Vielzahl von Businesshotels in Deutschland und Europa, zum Teil mit Kongressangebot, betreibt und seit vielen Jahren eng als Partner mit Marriott zusammenarbeitet.

Kongresshotel

Kongresshotel HafenCity © moka studio GbR

Eines Highlights des Kongresshotels wird die Sky-Bar im 18. Stock des Hotelturms sein, die Ausblicke über den Hafen und die Stadt ermöglicht. Abgerundet wird der Gebäudekomplex durch Büroflächen auf rund 5.000 m². Das gesamte Gebäudeensemble verfügt über eine oberirdische Bruttogeschossfläche von rund 41.000 m².

Sowohl für Kongressteilnehmer als auch für Geschäftsreisende, Touristen und Büronutzer wird das Quartier an den Elbbrücken eine gute Anbindung bieten. Die bereits eröffnete U-Bahn-Haltestelle und die im Dezember in Betrieb gehende  S-Bahn-Haltestelle „Elbbrücken“ befinden sich in unmittelbarer Nähe des Kongresshotels. Die Zufahrt zur Autobahn A 1 ist nur wenige Minuten entfernt. Mit der neuen Vattenfall-Zentrale und dem Elbtower sind zudem weitere Entwicklungen im unmittelbaren Umfeld bereits in Bau oder Planung.

Entwickelt, geplant und realisiert wird das Projekt von der ECE aus Hamburg. Die Planungen sehen – vorbehaltlich behördlicher Genehmigungen – einen Baubeginn im dritten Quartal 2020 und die Fertigstellung Ende 2023 vor. Aufgrund der Größe, Komplexität und der Lage des Projekts sind auch die Planungen besonders aufwendig. Unter anderem muss aufgrund der Nähe zur U-Bahnlinie U4 eine spezielle Baugrube mit bis zu 50 Meter tiefen Schlitzwänden erstellt werden, um mögliche Setzungen auf ein Minimum zu reduzieren und den Bahnverkehr nicht zu beeinträchtigen.

Kongresshotel

Grundriss Kongresshotel HafenCity © gmp Architekten

Bei der Planung und dem Bau des Kongresshotels arbeiten die Projektpartner ECE und gmp sowie ZWP, Züblin und die Lindner AG erstmals in Deutschland in einem so genannten Mehrparteienmodell („Lean IPD“ (Integrated Project Delivery)) zusammen. Dieses Verfahren bündelt alle am Projekt beteiligten Mitarbeiter, Unternehmen und Abläufe in einem gemeinsamen Prozess, in dem Risiko und Ertrag des Bauvorhabens geteilt werden und der Erfolg aller Beteiligten vom gemeinsamen Projekterfolg abhängt. Ziel des Verfahrens ist es, die Abläufe in einem komplexen Projekt wie dem Kongresshotel zu optimieren und die Baukosten und -zeiten effizient und für alle Beteiligten berechenbar zu gestalten.

Kongresshotel

Fassadendetail Kongresshotel HafenCity © gmp Architekten

 

Die Kulturtipps von voellmarpahl: Wohin gehen Hamburgs Architekten?

Diesen Monat die Kulturtipps von Katja Pahl Partner im Büro voellmarpahl

Wohin gehen Hamburgs Architektinnen und Architekten am liebsten? Regelmäßig berichten hier Hamburger Architektinnen und Architekten was sie in Hamburg am liebsten mögen.

Was ist auch abseits der großen Attraktionen empfehlenswert? Ob Restaurant oder Konzert, spannendes Gebäude oder Ausstellung. Lassen Sie sich inspirieren!

Dieser Fragebogen wird ausgefüllt durch Katja Pahl / voellmarpahl

Porträt Prof. Katja Pahl

Für die leichte Muse: Das Puppenmuseum im Landhaus Michaelsen von Karl Schneider am Falkensteiner Ufer.
weildort in einem wunderbaren Haus mit Ausblick an einem spektakulären Ort eine private Sammlung historischer Puppen gezeigt wird, die einiges über das Wohnen vergangener Zeiten verrät.

Für Experimentierfreudige: Die Dieter Roth Foundation in der Abteistraße.
weildort in einem klassischen Eppendorfer Stadthaus eine sehr spezielle private Sammlung von Werken von Dieter Roth zu sehen ist.

Die Kulturtipps von voellmarpahl

Was Sie auf keinen Fall verpassen sollten: Eine Tour im Ruderboot auf den Fleeten und Kanälen rund um die Alster
weilman Hamburg so buchstäblich von ganz anderen Seiten sieht.

Sprinkenhof © Katja Pahl

Lieblingsprojekte

Ihr Lieblingsgebäude: Das Kontorhaus Sprinkenhof von den Gebrüdern Gerson und Höger
weiles dort unendlich viele spezielle Details zu entdecken gibt.

Ihr eigenes Lieblingsprojekt aus Ihrem Büro: Unser Lieben Frauen in Bremen
weil: wir dort in einem sehr normalen städtischen Kontext einen ganz besonderen Ort für die Gemeinde Unser Lieben Frauen schaffen durften.

Unser Lieben Frauen, Bremen © Stefan Müller, Berlin

Biografie

seit 2012 Mitglied im Vorstand des BDA Bremen
seit 2009 Studiengangsleitung an der School of Architecture der Hochschule Bremen
seit 2008 Professorin an der School of Architecture der Hochschule Bremen
1998-2008 wiss. Mitarbeiterin / Oberassistentin am Lehrstuhl Raumgestaltung, TU Dresden
2004 Gastprofessur Kent State University, USA
1998-1999 Bothe Richter Teherani Architekten, Hamburg
1997-1998 André Poitiers Architekten, Hamburg
1991-1997 Studium der Architektur in Braunschweig

www.instagram.com/voellmarpahl

Behnisch Architekten baut Vattenfall-Zentrale

Der Gebäudeentwickler EDGE, der Energieversorger Vattenfall, die HafenCity Hamburg GmbH sowie die Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen der Freien und Hansestadt Hamburg haben den Architekturentwurf für die künftige Vattenfall-Zentrale der Öffentlichkeit vorgestellt. Der Siegerentwurf von Behnisch Architekten wurde in einem Workshopverfahren ermittelt und überzeugt durch seine überraschende architektonische Konzeption

Dabei wird das Gebäude von Innen nach Außen entwickelt und harmonisch mit seiner Umgebung verbunden. EDGE ElbSide Hamburg entsteht auf der Südseite des Amerigo-Vespucci-Platzes, dem zentralen Ort des Elbbrückenquartiers in der östlichen HafenCity. Das Gebäude sowohl erneuerbare Energiequellen nutzen als auch eine E-Mobilitäts­infrastruktur bieten. Im Gebäude kommt eine Vielzahl effizienter digitaler Lösungen zum Einsatz, die den ökologischen Fußabdruck minimiert und das Wohlbefinden seiner Nutzer maximiert. Die Fertigstellung ist zum Jahresanfang 2023 vorgesehen.

Behnisch Architekten baut Vattenfall-Zentrale

Der ausgelobte Architekturwettbewerb für EDGE ElbSide fand in einem achttägigen, eingeladenen (geschlossenen) Workshopverfahren mit vier renommierten Architekturbüros statt. Dabei arbeiteten die vier Teams vor Ort zeitgleich ihre Entwürfe aus. Begleitet wurde dies von Feedback- und Beratungsrunden, in denen Vertreter des Auftraggebers, der Stadt und des künftigen Mieters ihre Perspektiven einbrachten. In der abschließenden Präsentationssitzung kürte die achtköpfige Jury das Büro Behnisch Architekten aus Stuttgart zum Sieger. Deren Entwurf beindruckte die Jury insbesondere durch seine organischen Grundrisse, die moderne Arbeitswelten besonders gut abbilden und mit innenliegenden Treppen und Atrien viel Transparenz sowie angenehme Arbeitsatmosphären schaffen – ohne eine klassische Innenhofe-Typologie zu entwickeln. Den zweiten Platz im Wettbewerb belegte blauraum Architekten (Hamburg). Des Weiteren beteiligten sich Eller und Eller (Düsseldorf) und gmp Architekten von Gerkan, Mark und Partner (Hamburg) an dem Wettbewerb.

EDGE ElbSide © EDGE, Behnisch-Architekten

Das 21,4 Hektar große Quartier Elbbrücken wird neben dem Überseequartier das zweite urbane Zentrum der HafenCity. Spektakuläre Hochhäuser, Wasserflächen zu drei Seiten und ein großer, spätestens 2021 eröffnender, zentraler Platz kennzeichnen den hochverdichteten citynahen Geschäfts- und Wohnstandort für ca. 11.000 Arbeitsplätze und rund 1.400 Wohnungen. Der städtebauliche Entwurf des Quartiers stammt von Hosoya Schaefer Architects, die Freiräume wurden vom Atelier Loidl gestaltet. Die Inbetriebnahme der U-Bahnhaltestelle an den Elbbrücken erfolgte im Dezember 2018. Im Dezember 2019 wird auch die neue S-Bahnstation (S3, S31) in Betrieb genommen.

EDGE ElbSide © EDGE, Behnisch-Architekten

Neue Impulse und Visionen für Hamburgs Magistralen

Mit neuen Impulsen und Visionen für Hamburgs Magistralen endet das Internationale Bauforum 2019. Über 200 Experten und rund 8.000 Besucherinnen und Besuchern nahmen beim öffentlichen Rahmenprogramm teil. So war dieses Bauforum die größte Planungswerkstatt in der Geschichte der Stadt.

Hamburgs Magistralen

Bauforum © BSW, Bild Michael Zapf

Das freie Entwurfsformat für die Planerinnen und Planer und die ergänzenden Vorträge von nationalen und internationalen Experten haben neue Impulse für die Stadtentwicklung an den großen Ausfallstraßen und den anliegenden Quartieren der nächsten Jahrzehnte gesetzt.

Neue Impulse und Visionen für Hamburgs Magistralen

Nach sechs Tagen intensiver Arbeit fand am Samstag, den 24. August, das große Finale des Internationalen Bauforum 2019 Hamburgs Magistralen statt – eine Präsentation visionärer Entwürfe für die Stadträume entlang der großen Ausfallstraßen, die von Planungsteams aus ganz Europa erarbeitet wurden.

Bauforum © BSW, Bild Michael Zapf

Die 14 interdisziplinären Teams, zusammengesetzt aus 55 Büros aus den Bereichen Architektur, Stadt, Landschafts- und Verkehrsplanung, bildeten den Kern des Bauforums. In einer offenen und kreativen Werkstattatmosphäre entwickelten die Expertinnen und Experten konkrete Entwürfe und programma-tische Impulse für die Stadtentwicklung an den großen Ausfallstraßen und den anliegenden Quartieren.

Impulse wurden auch im begleitenden Rahmenprogramm gesetzt – durch Vorträge von internationalen Fachleuten wie dem US-Amerikaner Jeff Speck und der Italienerin Paola Viganò sowie Wissenschaftlern und Praktikern aus Deutschland, Dänemark, den Niederlanden und den USA.

Insgesamt wurden 14 Konzepte für sieben Magistralen erarbeitet: Je zwei Teams haben pro Magistrale in intensiver Tag- und Nachtarbeit Drehbücher für diese 8 bis 20 km langen Räume entwickelt.

Hamburgs Magistralen

Bauforum © BSW, Bild Michael Zapf

In abwechslungsreichen Präsentationen wurden mit Plänen, Fotos, riesigen Modellen, mit Musik und kleinen Performances gezeigt, dass in den Entwürfen auch viele strukturelle Themen der Hamburger Stadtentwicklung mit Blick auf die nächsten 30 Jahre enthalten sind.

Internationales Bauforum 2019 | Magistralen

Die Ergebnisse sind so vielschichtig wie die Magistralen selber – vom ‚Kartoffelplan‘, der die Nachbar-schaften entlang der Magistralen definiert, bis zur Parade der großen ‚Elefanten‘ (die Solitärbauten der 60er und 70er Jahre in der City Nord), die einen neuen Eingang zum Stadtpark definieren.

Hamburgs Magistralen

Bauforum © BSW, Bild Michael Zapf

Auf der Suche nach dem Ring 2 ist die Idee zu einem urbanen ‚Milky Way‘ entstanden, der die Hierarchien des Straßennetzes in Frage stellt und eine Neuaufteilung des Raumes anbietet. Dass die an die Magistralen angrenzenden Quartiere und Landschaften auch Ideen- und Namensgeber werden können und so aus der B5 nach Bergedorf eine ‚Park Lane‘ erwachsen kann, hat zu vielfältigen und ortsspezifischen Ansätzen geführt. Harburg „greift“ in einem der Entwürfe über die Magistrale der B73 hinweg mit einer neuen Vernetzung über die Seehäfen wieder an die Elbe; Pendlern könnte der Umstieg auf öffentliche Verkehrs-mittel in sogenannten Mobility Hubs erleichtert werden.

Durch die Entwürfe ergeben sich neue innerstädtische Räume, um zu wohnen, zu arbeiten, für die Infrastruktur und Grün – für wirklich urbane Quartiere in all ihrer Heterogenität. Doch so ähnlich sich auch manche Themen und Fragen der künftigen Entwicklung der Magistralenräume sind, vor Ort ist jeweils eine zum Charakter passende Lösung zu finden. Auch dazu gaben die Teams zahlreiche Hinweise: So könnte Bergedorf zur ‚Berge-City‘ werden oder es in Billstedt künftig einen ‚Billstedter Balkon‘ geben.

Die neuen Impulse aus dem Bauforum werden nun aufbereitet und in einer Publikation veröffentlicht. Die Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen entscheidet gemeinsam mit den beteiligten Behörden und Bezirken, welche Ideen zeitnah umgesetzt werden können.

Hamburgs Magistralen

Bauforum © BSW, Bild Michael Zapf

Bauforum © BSW, Bild Michael Zapf

Ottensen macht Platz

„Ottensen macht Platz“. Am Sonntag hat der sechsmonatige Modellversuch begonnen. Für sechs Monate gelten neue Verkehrsregeln auf zwei zentralen Straßen und einigen angrenzenden Straßen des Viertels. Mehrere Straßenabschnitte sind bis Ende Februar 2020 weitgehend autofrei.
Wir berichteten schon im März darüber.

Gelbe Holzkonstruktionen an den Straßenrändern bieten Platz zum Sitzen und Verweilen. Anwohner können und sollen den autofreien Raum in den kommenden sechs Monaten mit eigenen Ideen und Initiativen füllen.

Ottenser Hauptstraße © a-tour

Dem Modellversuch hatten in der Bezirksversammlung Altona alle Fraktionen mit Ausnahme der AfD zugestimmt. Autos müssen weitgehend draußen bleiben, der Lieferverkehr wird auf die Zeit zwischen 23 und 11 Uhr begrenzt. Die schmalen Kopfsteinpflasterstraßen sollen so vom vornehmlich automobilen zum wirklich öffentlichen Raum werden.

Ottensen macht Platz

Fast immer formiert sich dagegen Widerstand: Gewerbetreibende sorgen sich um die Erreichbarkeit ihrer Geschäfte, Anwohner um die Nachtruhe wegen lärmender Straßenpartys, Pendler um die gern genutzte Abkürzung. Fast immer ist es dann aber so: Die Bedenken lösen sich in Luft auf, in den Geschäften steigt der Umsatz, die Menschen nutzen die neuen Freiräume.

Das Institut für Verkehrsplanung und Logistik der TU Hamburg begleitet den Modellversuch mit Verkehrszählungen, Raumbeobachtungen und Befragungen von Anwohnern, Gewerbetreibenden und Passanten. Das soll Erkenntnisse liefern, wie sich die autofreie Zone auf die Zufriedenheit der Menschen im Quartier auswirkt.

Ottensen macht Platz © a-tour

Ende Februar kommenden Jahres soll die Bezirksversammlung Altona auf Grundlage der Evaluation entscheiden, wie es mit dem Projekt weitergeht. Bis dahin sind alle willkommen den Modellversuch zu testen und sich ein eigens Bild zu machen, wie Stadtbereiche ohne Autos funktionieren. Wir waren gestern Abend vor Ort und haben ein paar Eindrücke gesammelt.

Die Kulturtipps von kbnk: Wohin gehen Hamburgs Architekten?

Diesen Monat die Kulturtipps von Hille Krause Partner im Büro kbnk Architekten

Wohin gehen Hamburgs Architektinnen und Architekten am liebsten? Regelmäßig berichten hier Hamburger Architektinnen und Architekten was sie in Hamburg am liebsten mögen.

Was ist auch abseits der großen Attraktionen empfehlenswert? Ob Restaurant oder Konzert, spannendes Gebäude oder Ausstellung. Lassen Sie sich inspirieren!

Dieser Fragebogen wird ausgefüllt durch Hille Krause / kbnk Architekten.

Die Kulturtipps von kbnk

Porträt Hille Krause © Markus Abele, Hamburg

Für die leichte Muse: im Sommer abends ein paar Runden im Naturbad Stadtparksee ziehen, danach Kartoffelspalten und Weizenbier im Sierichs und den Sonnenuntergang genießen
weil: es sich anfühlt wie ein Kurzurlaub

Für Experimentierfreudige: vier wundervolle Konzertabende im Kleinen Saal der Elphi im Abo „Klassik der Welt“, Kunstmusik aus aller Herren Länder
weil: ungewohnte Klänge immer wieder zeigen wie herrlich „bunt“ die Welt ist

Die Kulturtipps von kbnk

Was Sie auf keinen Fall verpassen sollten: ein Mittagessen in der „Klappe“ in Ottensen
weil: Lars mit seiner Crew das beste „Garagenfutter“ zaubert

Lieblingsprojekte

Ihr Lieblingsgebäude: das Hinterhofgebäude Große Rainstraße 39A
weil: ich immer noch, seit über 20 Jahren, in diesem denkmalgeschützten, atmosphärisch tollen Gebäude super gerne arbeite

Ihr eigenes Lieblingsprojekt aus Ihrem Büro: Fleet 3 (Konversion der Behrens-Werft in Finkenwerder)
weil: Tradition + Unternehmergeist + Mut eine radikale Neuordnung des Werftgebäudes ermöglichten

Die Kulturtipps von kbnk

Fleet 3 © Marcus Bredt, Berlin

Biografie

Hille Krause, Dipl. Ing. Arch. BDA
seit 2017 – Gremiumsmitglied „Qualitätsoffensive Wohnungsbau“ (BDA)
seit 2017 – Berufung zur Qualitätssichernden für Backsteinfassaden bei der IFB
seit 2014 – zahlreiche Jurytätigkeiten
2011 – 2018 Vorstand des BDA Hamburg
2007 – KBNK ARCHITEKTEN GMBH
1996 – KBNK Architekten Gbr mit J. Kähne, F. Birwe, F.-J. Nähring
1992 bis 1995 – Mitarbeit in verschiedenen Architekturbüros in Hamburg
1986 bis 1992 – Architekturstudium an der FH Münster
1984 bis 1986 – Sportstudium an der Universität Düsseldorf
1963 – geboren in Ibbenbüren / WestfalenAus einem historischen Ottensener Hinterhof heraus planen und bauen kbnk eine Vielzahl unterschiedlicher Gebäude von ästhetischer Klarheit und eigenständiger Identität. Konsequent verbinden sie Kontext, Funktion, Ökonomie und Technik zu einer hochwertigen und verständlichen Architektur, die glückliche Nutzer und Bauherren hinterlässt.

Binnenalster-Studie

Soeben wurde die Binnenalster-Studie der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen (BSW) hat anlässlich eines Bürgerschaftlichen Ersuchens Ende 2018 eine Studie zur Nutzung der Uferbereiche rund um die Binnenalster in Auftrag gegeben. Die bisherigen Ergebnisse wurden in den Räumen der Patriotischen Gesellschaft öffentlich vorgestellt, erläutert und diskutiert.

Binnenalster-Studie

Luftbild Binnenalster © BSW Hamburg, Fotograf Friedel

Wenige Orte prägen das Stadtbild Hamburgs ähnlich nachhaltig wie die Binnenalster mit ihren charakteristischen Alleen und Baumreihen, der gründerzeitlichen Bebauung rund um die Wasserflächen, der Lombardsbrücke mit angrenzendem Park, der „Kleinen Alster“ und dem Jungfernstieg mit den Alsterschiffen. Dieser Bereich übt bis heute eine unverändert starke Anziehungskraft auf Hamburgerinnen und Hamburger und Gäste unserer Stadt aus.

Binnenalster-Studie wurde vorgestellt

Der zentrale Stadtraum Hamburgs bildet mit dem klar umrissenen Becken der Binnenalster, den definierten Uferkanten, den eleganten Straßenzügen und den umgebenden hochwertig gestalteten Bauten ein einzigartiges Ganzes, was Hamburg im Verein der europäischen Großstädte seinen unverwechselbaren hanseatischen Ausdruck verleiht. Oberbaudirektor Franz-Josef Höing sagte „Behutsamkeit – das scheint mir das richtige Vorgehen zu sein, wenn man über eine Weiterentwicklung nachdenkt.“

Binnenalster-Studie

Ballindamm © WES GmbH MoKa

Nach der Neugestaltung des Jungfernstiegs und den aktuell geplanten Veränderungen am Ballindamm setzt nun ein Nachdenken darüber ein, wie dieser Ort sich weiterentwickeln kann. Wie können die Uferbereiche der Binnenalster von den Hamburgerinnen und Hamburgern sowie den Gästen der Stadt genutzt werden, und wie kann dennoch der seit über 100 Jahren bestehende besondere Charakter des Ensembles bewahrt bleiben? Welche Nutzungen können den Raum beleben und sind auch mit den Vorgaben des Denkmalschutzes vereinbar? Welche gastronomischen Angebote verträgt dieser Raum? Welche Ideen haben wir für Veränderungen, was muss Bestand haben?

Binnenalster-Studie

Neuer Jungfernstieg © WES GmbH MoKa

Die Kulturtipps von LA’KET: Wohin gehen Hamburgs Architekten?

Diesen Monat die Kulturtipps von David Lagemann Partner im Büro LA’KET ARCHITEKTEN.

Wohin gehen Hamburgs Architektinnen und Architekten am liebsten? Regelmäßig berichten hier Hamburger Architektinnen und Architekten was sie in Hamburg am liebsten mögen.

Was ist auch abseits der großen Attraktionen empfehlenswert? Ob Restaurant oder Konzert, spannendes Gebäude oder Ausstellung. Lassen Sie sich inspirieren!

Dieser Fragebogen wird ausgefüllt durch  David Lagemann / LA`KET Architeken.

Für die leichte Muse: Das Restaurant: Der Erdbeer fressende Drache
weil: Der Genuss niemals zu kurz kommen darf! Torsten Gillert hat nach dem Artisan wieder ein richtig gutes Restaurant eröffnet, dass er mit viel Leidenschaft und Akribie führt

Für Experimentierfreudige: St. Paulis Eckkneipen
weil: Wie in dem Buch der goldene Handschuh beschrieben, gibt es abseits von Glanz und Gloria immer noch einige Orte, die ein fast vergessenes Bild von Hamburg aufleben lassen. Das Bild ist ab 3.00 Uhr in der Nacht sicherlich nicht in jeder Hinsicht schön, aber als Experiment bereichernd.

Palma, LA’KET @ Ralf Buscher

Die Kulturtipps von LA’KET

Was Sie auf keinen Fall verpassen sollten: Ein Spaziergang durch den Jenischpark mit Besichtigung des Ernst Barlach Hauses
weil:
Der Park direkt an der Elbe liegt und abseits des Trubels Erholung bietet.
Außerdem beherbergt der Park mit dem Barlach Haus ein Museumsbau von Werner Kallmorgen, der eine großartige Sammlung der Werke Ernst Barlachs enthält.

Lieblingsprojekte

Ihr Lieblingsgebäude: Das Christianeum von Arne Jacobsen
weil: Wir in Hamburg neben dem Backsteinexpressionismus einige herausragenden Gebäude der Moderne haben. Das Christianeum war mit seinem strukturellen Trag- und Raumkonzept wegweisend und ist heute wieder aktueller denn je.

Ihr eigenes Lieblingsprojekt aus Ihrem Büro: Palma
weil: Das Gebäude aus meiner Sicht als moderne Interpretation der klassizistischen Architektur eine Bereicherung für die Straße ist. Außerdem beweist es, dass die Bewohner keine opulente Eingangsgeste benötigen, um in ihr Haus zu gelangen!

Biografie

LA`KET Architekten wurden 2009 von David Lagemann und Tim Kettler  gegründet. Das Büro hat Spaß an der Entwicklung von Außergewöhnlichen Lösungen. Wir bearbeiten fast alles, was uns vor die Füße fällt und decken bei Bedarf das gesamte Spektrum der HOAI ab.

LA’KET @ Maren Janning

Wettbewerb Grasbrook beginnt

Der Wettbewerb Grasbrook beginnt. Der Grasbrook soll mit einen attraktiven Wasserlagen und der guten Verkehrsanbindungen zu einem Innovationsstadtteil Hamburgs werden. Es gilt, die innerstädtischen Qualitäten auf der südlichen Elbseite zu stärken und Impulse für die Entwicklung Hamburgs zu setzen.

Für die städtebauliche und freiraumplanerische Qualifizierung des neuen Hamburger Stadteils Grasbrook soll unter nationaler und internationaler Beteiligung eine qualitätsvolle städtebauliche und freiraumbezogene Funktionsplanung erstellt werden. Als Verfahren wurde der Wettbewerbliche Dialog gewählt, der eine kontinuierliche Bearbeitung im Dialog und eine weitergehende Beteiligung der Öffentlichkeit ermöglicht. Als besonders innovatives Element des Wettbewerblichen Dialogs wird die Freiraumplanung nicht als „nachträgliche Begrünung“, sondern als gleichberechtigter Wettbewerbsbestandteil zeitgleich mit dem Städtebau bearbeitet.

Wettbewerb Grasbrook: Vorgeschalteter Teilnahmewettbewerb hat begonnen

Der Wettbewerbliche Dialog als kombiniertes und zweiphasiges Verfahren für die zeitgleiche Qualifizierung der städtebaulichen und freiraumplanerischen Gestaltung des neuen Stadtteils Grasbrook soll im September 2019 starten. Der vorgeschaltete Teilnahmewettbewerb zur Bestimmung von jeweils sechs Städtebau- und sechs Landschaftsarchitekturbüros wurde am 22. Juni 2019 EU-weit bekannt gemacht.

Was passiert auf dem Kleinen Grasbrook?, Wettbewerb Grasbrook

Kleiner Grasbrook © a-tour

Grasbrook, Wettbewerb Grasbrook

Grasbrook © Hosoya Schaefer Architects

Weitere Informationen können Sie hier finden Vergabeunterlagen

Internationales Bauforum 2019

Vom 19. bis 24. August 2019 findet in den Deichtorhallen ein Internationales Bauforum statt.Das Bauforum ist ein Hamburger Veranstaltungsformat mit Tradition. Ein kreatives Versuchslabor ohne Grenzen, in dem Ideen von Übermorgen entstehen.

Die Deichtorhallen verwandeln sich dabei in eine Entwurfswerkstatt für die Zukunft der Hamburger Magistralen. Die Magistralen sind in ihrer Funktion als Ein- und Ausfallstraßen Stadteingang, erste Adresse, Quartierszentrum und zugleich Zäsur, Barriere und ein „Transitraum“.

Eine kurze Geschichte der Bauforen

Ob HafenCity, Internationale Bauausstellung (IBA) oder die „Perlenkette“ am Elbufer Altona – alle diese Hamburger Stadtentwicklungsprojekte haben eines gemeinsam: Ihnen ging ein „Bauforum“ voraus.

Internationales Bauforum Hamburg © BSW Hamburg Fotograf: Carsten Rabe

Die traditionsreiche Veranstaltung widmet sich in unregelmäßigen Abständen besonderen Orten und Themen und entwickelte sich über die Jahrzehnte von einer geschlossenen Expertenrunde zu einem öffentlichen Planungsformat mit Werkstattcharakter für ArchitektInnen, Stadt-, Landschafts- und VerkehrsplanerInnen und die interessierte Öffentlichkeit.

Die Bauforen blicken dabei stets über die Grenzen einzelner Fachdisziplinen hinaus und betrachten Stadträume integriert. In der Tradition des Formats steht auch die mutige Wahl herausfordernder Themen der Stadtentwicklung: So widmeten sich die vorangegangene Veranstaltungen u. a. der Transformation alter Hafenareale und monofunktionaler Gewerbegebiete oder wagten den „Sprung über die Elbe“ zu einem viele Jahre vernachlässigten Stadtteil Hamburgs.

Im Zusammenwirken von Fachwelt, Zivilgesellschaft und Verwaltung sollen Entwürfe, Konzepte, Skizzen und Bilder entstehen, die über den Alltag hinausgehen und gehabte Denkmuster aufbrechen. Das Bauforum soll dabei nicht nur innovative Ansätze für die Fragestellungen der Hamburger Magistralenräume hervorbringen, sondern auch neue Impulse für die Lösung zukünftiger städtischer Herausforderungen über Hamburgs Grenzen hinaus setzten.

Das Format adressiert nicht nur ExpertInnen, sondern auch die interessierte Öffentlichkeit.
Der fachliche Arbeitsprozess wird durch Vorträge und Diskussionen zu internationalen Beispielen und Zukunftstrends im Kontext der Magistralen begleitet. Das Bauforum ist eingebettet in ein umfangreiches kulturelles Rahmenprogramm und eine wachsende Ausstellung.

1. Bauforum (1984): „Wohnungsbau als Architekturaufgabe“
Der damalige Oberbaudirektor Egbert Kossak hebt das „Bauforum“ aus der Taufe – als zweitägiger Kongress für rund 200 Fachleute. Schon damals aktuell: das Thema bezahlbarer Wohnungsbau.

2. Bauforum (1985): „Stadt am Hafen— Projekte für das Elbufer“
Nach der Verlagerung des Hafens flussabwärts wendet sich die Stadt dem Wasser zu. Im Bauforum entwerfen ArchitektInnen wie Zaha Hadid erste Ideen für den Bereich westlich des Fischmarktes und stoßen damit die Entwicklung für eine städtebauliche Neuordnung des in Vergessenheit geratenden nördlichen Elbufers an. Heute befindet sich hier ein mischgenutztes Stadtquartier mit zahlreichen Neubauten – auch „Perlenkette“ genannt.

3. Bauforum (1987): „Architektur und städtebauliches Umfeld von Arbeitsstätten in Industrie und Gewerbe“
Das dritte Hamburger Bauforum widmet sich der Frage, wie die Gestaltung von Industriegebieten, ihr städtebauliche Ordnung und ökologische Strukturierung angegangen werden kann. Das durch Egbert Kossak auch unter dem Namen „Baukultur statt Schuhschachtel-Architektur“ bekannt gewordenen Bauforum entfaltet jedoch nicht die erhoffte Wirkung. Heute steht die Integration von Gewerbe und Produktion in die Stadt der kurzen Wege jedoch wieder auf der Agenda der Stadtplanung.

4. Bauforum (1989): „Hafencity“
Im Jahr 2000 wird der erste Masterplan für die HafenCity veröffentlicht. Doch bereits elf Jahre zuvor denkt das Bauforum die Idee einer Stadterweiterung im damaligen Freihafen mit dem Arbeitstitel „Hafencity“ vor. Das Gelände ist damals nicht öffentlich zugänglich und zum Teil noch hafenwirtschaftlich genutzt. Heute ist die HafenCity zum Großteil gebaute Realität und eins der größten Stadtentwicklungsprojekte Europas. Bis 2030 sollen dort 15.000 Menschen wohnen und dreimal so viele Menschen arbeiten.

5. Bauforum (1993): „Stadtvisionen“
In seiner fünften Ausgabe heißt das Forum „Stadtentwicklungsforum“ und widmet sich der „Innerstädtischen Verflechtung von Wohnen und Arbeiten, Architektur und Natur“ in den Hamburger Stadtteilen Hammerbrook, Hamm-Süd und Rothenburgsort. Viele der Grundideen wurden inzwischen umgesetzt oder fanden sich später im Konzept „Stromaufwärts an Elbe und Bille“ wieder – etwa die Rückkehr des Wohnens in die gewerblich dominierten Areale.

6. Bauforum (2003): „Sprung über die Elbe“
Mit dem Leitprojekt „Sprung über die Elbe“ will Hamburg die südlich der Elbe gelegenen Stadtteile besser integrieren. Mit den im Jahr 2013 gleichzeitig in Hamburg-Wilhelmsburg durchgeführten Großveranstaltungen Internationale Bauausstellung (IBA) und internationale gartenschau (igs) werden dazu wichtige Weichen gestellt. Viele der am Bauforum beteiligten Büros tragen später auch in Form realisierter Projekte zur IBA oder igs bei.

Internationales Bauforum 2019 | Magistralen

Ein Internationales Bauforum widmet sich 2019 den Hamburger Magistralen. Ziel ist es, diese Hauptverkehrsadern als Stadträume neu zu denken, um so auf aktuelle Themen und Probleme zu reagieren. Insgesamt ergeben sich neun Thesen, welche Rolle die Magistralen im städtischen Gefüge einnehmen könnten.

Architektur- und Planungsbüros aus Hamburg, Deutschland und ganz Europa, Mobilitätsfachleute und Querdenkende, Fachleute aus der Hamburger Verwaltung und Studierende – im Rahmen des Bauforums kommen verschiedene Menschen und Fachrichtungen zusammen und entwerfen in 14 interdisziplinär zusammengesetzten Teams die Zukunft der Hamburger Magistralen

Die Teams erhalten die Aufgabe, die Magistralen als Stadtraum ganzheitlich neu zu denken und visionäre Lösungsansätze zu entwickeln. Im Vordergrund stehen dabei die Fragen: Wie können die Magistralen zu lebenswerten öffentlichen Räumen, Wohn- und Arbeitsorten für alle werden, ohne ihre Verbindungsfunktion einzuschränken? Wie kann die Wahrnehmung der Magistralen von städtischen Problemräumen hin zu städtischen Potenzialräumen verändert werden? Was wäre gewonnen, wenn der Raum anders organisiert und gestaltet wird?

Die Teams sollen bewusst eigene Wege erkunden und genießen eine hohe kreative Freiheit.

Schwarzplan Magistralen © Kartengrundlage LGV (Bearbeitung-urbanista)

Darüberhinaus werden öffentliche Abendveranstaltungen angeboten. Am Dienstag- und Donnerstagabend, 20. und 22. August 2019, bietet das Bauforum eine große Bühne für anregende Vorträge über gesellschaftliche Entwicklungen und Zukunftstrends im Kontext der Magistralen.

Dienstag, 20. August 2019
Beginn: 19:00 Uhr / Ende ca. 21:00 Uhr
Deichtorhallen „Main Stage“
Eintritt frei

Begrüßung: Erster Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher
Keynote 1: Jeff Speck
Keynote 2: Paola Viganò

Öiffentliche Diskussionsveranstaltung am Donnerstag, 22. August 2019
Stadt – Raum – Mobilität

Auch wenn sich Mobilitätskultur ändert, bleiben die Magistralen die Hauptschlagadern der Stadt, von deren „Funktionieren“ die Zukunftsfähigkeit Hamburgs abhängt. Ein hochkarätig besetztes Podium geht am Donnerstag der Frage nach, wie sich die Stadträume entlang der Magistralen mit neuen Nutzungen städtebaulich und verkehrlich neu vernetzen lassen.

Kees Christiaanse
Morten Kabell
Philine Gaffron
Steffen Braun
Henrik Falk

Donnerstag, 22. August 2019
Beginn: 19:00 Uhr / Ende ca. 21:30 Uhr
Deichtorhallen „Main-Stage“
Eintritt frei

Das komplette Programmheft können sie hier runterladen Internationales Bauformum 2019

Die Kulturtipps von Jan Hinrichs: Wohin gehen Hamburgs Architekten?

Diesen Monat die Kulturtipps von Jan Hinrichs Partner im Büro HN architekten

Wohin gehen Hamburgs Architektinnen und Architekten am liebsten? Regelmäßig berichten hier Hamburger Architektinnen und Architekten was sie in Hamburg am liebsten mögen.

Was ist auch abseits der großen Attraktionen empfehlenswert? Ob Restaurant oder Konzert, spannendes Gebäude oder Ausstellung. Lassen Sie sich inspirieren!

Dieser Fragebogen wird ausgefüllt durch Jan Hinrichs.

Für die leichte Muse: An einem schönen Sommerabend auf dem Sülberg unter den Platanen zu Abend essen und auf das Mühlenberger Loch und Schweinesand schauen.
Wenn das Wetter nicht mitspielt ins Nacht Asyl über dem Thalia Theater.
weil: Der Sülberg ein ganz starker Ort ist. Wie das Nacht Asyl auch.

Für Experimentierfreudige:Die Sammlung Falckenberg in den Phoenix Hallen in Harburg anschauen.
weilDas ein super spannendes Paket ist, angefangen von der Location in den alten Industriehallen in Harburg, über die gute Architektur des Kollegen Bundschuh, bis hin zu den sensationellen Kunstwerken, welches eigentlich viel mehr Aufmerksamkeit verdient hätte. Das mag daran liegen, dass ein Besuch nur im Rahmen einer Führung möglich ist, die Mühe lohnt sich aber.

Die Kulturtipps von Jan Hinrichs

Was Sie auf keinen Fall verpassen sollten: Mit der HADAG Fähre Linie 72 von der  Anlegestelle Elbphilharmonie zu den Landungsbrücken fahren.
weil: 
Die Elbphilharmonie erst von der Wasserseite so richtig zur Geltung kommt und es so schön ist das Spiel des Lichtes auf den geschwungenen Scheiben zu beobachten, wenn das Boot sich um den Wechsel der Perspektive kümmert.

Lieblingsprojekte

Ihr Lieblingsgebäude: Das Pirelli Hochhaus von Gio Ponti in Mailand
weil: Es durch seine Scheibenform eine unglaublich elegantes Objekt im Stadtraum ist, sehr unterschiedlich von Blickpunkt zu Blickpunkt, und diese Eleganz bis ins Detail fortgeführt wird. Wer kann sollte sich unbedingt das Belvedere im obersten Geschoss ansehen. Sonst lohnt auch schon ein Blick auf die Details der Treppenhausbalkone auf den Gebäudeschmalseiten den Besuch.

Ihr eigenes Lieblingsprojekt aus Ihrem Büro: Immer ein aktuelles, im Moment die Renovierung und Erweiterung des Görtz Palais am Neuen Wall
weil: Wir lieber nach vorne als nach hinten sehen und weil uns komplexe Aufgaben wie die Umnutzung eines 200 Jahre alten Stadtpalais zu modernen Büroflächen unter Beibehaltung der vorhandenen Struktur Spaß machen.

Biografie

Frank Nicolovius, geboren 1967, Studium in Dortmund, von 2000 bis 2004 Projektleiter bei Antonio Citterio and Partners in Hamburg.
Jan Hinrichs, geboren 1966, Studium in Stuttgart und Zürich, von 2000 bis 2004 Partner bei Antonio Citterio and Partners in Hamburg.

Seit 2005 gemeinsames Architekturbüro HN architekten in Hamburg

Görtz Palais @ Caruso St John Architects

Jan Hinrichs und Frank Nicolovius @ Briese

Drei Gemeinschaftshäuser für die HafenCity

Das soziale Leben in der HafenCity wird um drei neue, bunte und vielfältig nutzbare Gemeinschaftshäuser bereichert. In den drei Parkanlagen der HafenCity – Grasbrookpark, Lohsepark und Baakenpark – werden diese entstehen, die für vielfältige nachbarschaftliche Aktivitäten und als Treffpunkte mit Mehrzweckcharakter dienen sollen, zudem können sie als Kioske, Cafés und öffentliche Toiletten genutzt werden. Dazu fand ein offener hochbaulicher Realisierungswettbewerb statt, an dem sich 70 Architekturbüros aus dem In- und Ausland beteiligt hatten. Folgende Gewinner gingen aus dem Wettbewerb hervor:

Gemeinschaftshaus Grasbrookpark: ARGE HOFFMANN, SCHLÜTER, ZEH, Köln
Gemeinschaftshaus Lohsepark: rethmeierschlaich architekten, Köln
Gemeinschaftshaus Baakenpark: ARGE HOFFMANN, SCHLÜTER, ZEH, Köln

Der Bedarf an solchen Räumen ist mit dem Wachsen des jungen Stadtteils entsprechend hoch: So wohnen derzeit circa 4.000 Menschen in der HafenCity, die Altersstruktur der Bewohnerschaft ist stark durchmischt: Der Anteil an Haushalten mit Kindern unter 18 Jahren liegt mit 22,7 Prozent über dem Niveau anderer innenstadtnaher Stadtteile.

Drei Gemeinschaftshäuser für die HafenCity

Die drei Gemeinschaftshäuser werden am Grasbrookpark (120 qm), im Lohsepark (290 qm) und im Baakenpark (590 qm) angesiedelt sein. An deren Nutzungskonzeptionen hatte die HafenCity Hamburg GmbH mit aktiver Beteiligung der Nachbarschaft intensiv gearbeitet. So haben Mitglieder der AG Soziales des Netzwerk HafenCity e.V. Nutzungskonzepte für Gemeinschaftshäuser entwickelt und bei der Vorprüfung des Architektenwettbewerbs mitgearbeitet. Die Flächen mussten allerdings aufgrund der Parklage begrenzt werden. Äußerlich an lebhaften Farben und Formen gut erkennbar, präsentieren sich die drei Gemeinschaftshäuser im Inneren flexibel nutzbar. Jeweils etwa die Hälfte der Grundfläche wird der gemeinschaftlichen Nutzung zur Verfügung stehen, mit Mehrzweckräumen, Büros, Küchen und Co-Working-Spaces. Die andere Hälfte wird Funktionen für die Park- und Spielflächen bieten, etwa ein Kiosk, öffentliche Toiletten und Lagerflächen für Leihgeräte.

Es wurde ein offenes Wettbewerbsverfahren gewählt, um vielen – auch kleinen und jungen – Büros die Möglichkeit zu eröffnen, sich mit dieser inhaltlich wie städtebaulich-architektonisch kniffligen Aufgabenstellung zu befassen. Die Architekten haben die schwierige Aufgab, eigenständige Gemeinschaftshäuser, die zugleich selbstverständlicher Teil der Parks sind, sehr gut gelöst. Die drei mit einem 1. Preis prämierten Entwürfe zeichnen sich durch Originalität und Frische aus. Es sind einladende Gebäude mit einer jeweils spezifischen Atmosphäre, deren Zweck sofort erkennbar ist: Gemeinschaft und Nachbarschaft zu fördern, sagt Dieter Polkowski, Abteilungsleiter des Amts für Landesplanung und Stadtentwicklung der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen.

Die Jury, bei der auch das Netzwerk HafenCity e.V. stimmberechtigt beteiligt war, hat unter Vorsitz des Zürcher Landschaftsarchitekten und Planers des Lohseparks, Prof. Günther Vogt, drei Entwürfe von besonders poetischer Wirkung ausgewählt.

Das Siegerkonzept für den Grasbrookpark (ARGE HOFFMANN, SCHLÜTER, ZEH) besticht, so befindet die Jury, „durch ein gekonnt aus den inneren Funktionen abgeleitetes Gefüge unterschiedlicher Formen. Damit gelingt es den Verfassern eindrucksvoll, dem eingeschossigen Bau das nötige Volumen zu geben, um die gewünschte Präsenz zu erzeugen, ohne dabei zu massiv zu werden – genau das richtige Maß für diesen Standort und die richtige „Brosche“ für diesen Ort! Das Haus greift damit die spielerische Gestaltung des Parks auf und übersetzt diese in eine eigen(willig)e, leicht verständliche und anregende Sprache.“

Gemeinschaftshäuser Grasbrookpark © ARGE Hoffmann Schlüter Zeh

Das mit dem 1. Preis ausgezeichnete Konzept für das Gemeinschaftshaus im Lohsepark (rethmeierschlaich architekten) setzt nach Auffassung der Jury „dem Bestand etwas Eigenständiges auf hervorragende Weise entgegen“ und erinnert dabei z. B. an die Tivoli-Architektur in Kopenhagen. „Der eher liegend ausformulierte Baukörper erhält mit einem Aussichtsturm einen Kontrapunkt, der das Gebäude im Park weithin sichtbar markiert. Seine farbige Holzfassade mit regen- und sonnenschutzspendenden Vordächern, Markisen und erkerartigen Ausstülpungen geben dem Haus einen spielerischen Ausdruck, der die architektonische Eigenständigkeit optimal mit der landschaftsarchitektonischen Idee des Lohseparks verbindet.“

Gemeinschaftshäuser Lohsepark © rethmeierschlaich architekten

Beim Gewinnerentwurf für das Haus am Baakenpark ((ARGE HOFFMANN, SCHLÜTER, ZEH) überzeugte die Jury die fröhliche Grundhaltung für das Gemeinschaftshaus, „weil seine einfache lego-artige Ästhetik die Parknutzer unmittelbar anspricht.“ Dabei erinnert die Gestaltung des Gebäudes an eine Denkfabrik oder ein Werkstattgebäude und trifft damit den Kern der Aufgabenstellung für diesen Ort – ein identitätsstiftender Ort, der die Nutzung im Inneren auch nach außen abbildet.

Gemeinschaftshäuser Baakenpark © ARGE Hoffmann Schlüter Zeh

Wie geht es mit der Realisierung der Gemeinschaftshäuser weiter? Noch 2019 sollen die Bauanträge für die Häuser im Grasbrook- und im Lohsepark eingereicht werden. Bauherrin für die Häuser wird die HafenCity Hamburg GmbH durch das Sondervermögen Stadt und Hafen sein, Baubeginn ist für 2020 geplant. Doch zunächst wird die HafenCity Hamburg GmbH zusammen mit dem Netzwerk HafenCity e.V. und anderen Beteiligten zwei moderierte Workshops durchführen, auf deren Grundlage dann die Ausschreibung für das Quartiersmanagement (inklusive des Betriebs der Gemeinschaftshäuser) auf den Weg gebracht wird.

Die Arbeiten des Wettbewerbs „Drei Gemeinschaftshäuser für die HafenCity“ werden öffentlich ausgestellt:

Datum: 14. Juni 2019 bis 07. August 2019
Ort: Kesselhaus, Am Sandtorkai 30, 20457 Hamburg
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag, 10 bis 18 Uhr

„Hammerbrooklyn“ Hamburgs digitaler Stadtteil wächst

Hamburgs digitaler Stadtteil soll nun tatsächlich losgehen. Der Grundstein für Hamburgs Digitalcampus mit dem ambitionierten Namen Hammerbrooklyn wurde am Montag gelegt. Wegen eines auch öffentlich ausgetragenen Streits zwischen den Initiatoren stand das Projekt, gelegen zwischen Deichtorhallen und Großmarkt, zwischenzeitlich kurz vor dem Scheitern, eine Blamage drohte.

150 Millionen Euro soll Hammerbrooklyn kosten und Unternehmen branchenübergreifend die Möglichkeit geben, sich zu vernetzen, um an digitalen Lösungen zu arbeiten. Der Immobilienentwickler Art Invest stellt in den kommenden Monaten den US-Pavillon von der Expo 2015 in Mailand an einem alten Hafenbecken wieder auf. Das Grundstück gehört durch den Bau der nahegelegenen Hafencity zu einer der attraktivsten Freiflächen in Hamburg.

„Hammerbrooklyn“ Hamburgs digitaler Stadtteil wächst

Auf insgesamt 7.600 Quadratmetern, verteilt auf fünf Ebenen, entstehen hier eine Townhall, ein Auditorium sowie eine Vielzahl an Räumen für beispielsweise Workshops, Co-Working-Areas, Co-Creation-Zones und auch Gastronomie. Darüber hinaus sind ein Maker Space sowie verschiedene Labs geplant, die durch Ausstattung, Infrastruktur und Flexibilität unterschiedliche Formen der Innovationsgestaltung ermöglichen. Auch eine Indoor-Haltestelle für selbstfahrende Elektrobusse ist in Planung. Der Pavillon soll im Frühjahr 2020 den Betrieb aufnehmen. Entworfen wurde das Gebäude von dem New Yorker Architekten James Biber. Nun findet der Bau eine neue nachhaltige Funktion als zentrales Zukunfstlabor des neuen Digitalstandorts in Hamburg.

Hammerbrooklyn, digitaler Stadtteil

Hammerbrooklyn © Hammerbrooklyn

Gleich im Anschluss an den Pavillonaufbau entsteht nebenan das„Solution Building“. Auch hier ist die Gebäudeinfrastruktur den neuen, flexiblen Arbeitsrhythmen angepasst und bietet vielfältig einsetzbare Flächen für jede Art von Arbeit, Workshops und Austausch. Sie erweitern den realen Wirkungsraumdes Digital.Pavillons und geben noch mehr Unternehmen die Möglichkeit, an den Zukunftsprozessen teilzuhaben.

Gleichzeitig hat die grüne Hammerbrooklyn.Box ihre Arbeit aufgenommen. Dertemporäre Bau ist eine Art Betaphase für den Pavillon. Bis das Thinktank-Zentrum im Frühjahr 2020 seinen Betrieb aufnimmt, werden in dem Containerbau die Herausforderungen der Digitalisierung exemplarisch erkundet, debattiert und durchdacht.

Hamburgs Status als Tech-Standort ist bei denen, die sich in der Szene auskennen, jedenfalls umstritten. Deutschland habe im Hinblick auf die Digitalisierung geschlafen meinen einige. Bei Hammerbrooklyn soll das nun anders werden – die Digitalstadt Hamburg könnte vor einem Neustart stehen.

Hammerbrooklyn, digitaler Stadtteil

Hammerbrooklyn © Hammerbrooklyn

Architekturreise nach New York

Gerade kommen wir zurück von einer Architekturreise nach New York. Zusammen mit unserem Guiding Architects Netzwerkpartner aplusnyc besuchten wir vom 15. bis 22. Juni 2019 die heimliche Hauptstadt Amerikas und erlebten die pulsierende Großstadt mit all ihrer kreativen Energie.

Nach unserer letzten Reise im Jahr 2013 sahen wir die vielfältigen Veränderungen in der Skyline, die sich unter anderem durch die superschlanken Wolkenkratzer die sogenannten „supertalls“ völlig verändert hat.

Architekturreise nach New York

Architekturreise nach New York, PUBLIC by Hezog & de Meuron © a-tour

New York schläft nicht sondern befindet sich in ständiger Veränderung. Wir besuchten neue Quartiere auf ehemals unzugänglichem Landflächen und sahen wie die internationalen Architektur-Superstars ihre Spuren in jeder Ecke der Stadt hinterlassen haben. Das weltweit höchste Passivhaus, temporäre Kunstinstallationen und neue innovative Grünflächen konkurrieren in New York um die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit und ganze Stadtteile verändern sich mit atemberaubender Geschwindigkeit.

Architekturreise nach New York

Wir sahen wie in wenigen Jahren eine bemerkenswerte Anzahl neuer Gebäude von einigen der bekanntesten Architekten aus der ganzen Welt entstanden sind: Adjaye, BIG, Foster, Fuksas, Hadid, Herzog & de Meuron, Nouvel, OMA, Piano und SANAA haben sich zu ihren amerikanischen Kollegen Diller Scofidio + Renfro, Gehry, Holl, Meier, Morphosis, Selldorf, SHOP und SOM gesellt und neue faszinierende Anlaufpunkte geschaffen. Von Museen, Galerien, Hotels, Restaurants, Bars und Geschäften bis hin zu Wohn- und Bürohäusern aber auch öffentlichen Räumen – in New York hat eine neue Ära der Architektur begonnen.

Architekturreise nach New York

Architekturreise nach New York, World Trade Center Transportation Hub by Santiago Calatrava © a-tour

Ein besonderes architektonsiches Highlight der Reise war dabei unser Hotel. In der Chrystie Street 215 realisierte der Hotelier Ian Schrager nach den Entwürfen von Herzog & de Meuron das Luxushotel
PUBLIC. Mit diesem Hotel hatten wir die allerste Wahl getroffen. Mitten in Soho gelegen avancierte es durch die cozy Lobby zum Hotspot des Viertels. Auf dem „The Roof“, der coolen Dachterrassenbar im 18. Stock des Hotels, the place to be in Soho, haben wir in lockerer Atmosphäre mit guten Drinks an dem einen oder anderen Abend den sensationellsten Ausblick auf die Stadt genossen.

Auf Stadtspaziergängen und Radtouren durch Manhattan und Brooklyn New Yorks neueste Gebäude und einige wichtige Ikonen der Architekturgeschichte des 20. Jahrhunderts erkundet sowie interessante Nachbarschaften, neue faszinierende Parks und bedeutende Kunstinstallationen entdeckt.

Außerdem steand ein Tagesausflug zu Philip Johnsons Glass House und SANAAs Grace Farms in New Canaan und zum Yale Campus nach New Haven mit Bauten u.a. von Louis Kahn, Eero Saarinen, Paul Rudolph, Marcel Breuer und SOM auf dem Programm. Atemberaubend!

Der aussführliche Reisebericht ist in Arbeit und bald hier zu lesen.
Lassen Sie sich bis dahin von unseren Bilder begeistern.

Architekturreise nach New York

Architekturreise nach New York, Glas House by Philip Johnson © a-tour

Architekturreise nach New York

Architekturreise nach New York © a-tour

Architekturreise nach New York

Architekturreise nach New York, Guggenheim by Frank Lloyd Wright © a-tour

Architekturreise nach New York

Architekturreise nach New York, Skyline © a-tour

Architekturreise nach New York

Architekturreise nach New York, VIA West 57th by BIG © a-tour

Architekturreise nach New York

Architekturreise nach New York, Vessel by Thomas Heatherwick © a-tour

Stimmen unserer Reiseteilnehmer:

Was ich gut gelöst fand, war der Spagat der Führungen im Anspruch: ich glaube, sowohl unsere Profis wie wir Laien kamen immer zum jeweiligen Recht. Ich fand es weder überkandidelt elitär-architektonisch noch zu einfach sondern: genau richtig im Anspruch für die Hörer und Mitläufer.
Bisschen zum süchtigwerden.
Wichtig war der Reisebericht, der hat alles noch mal aktualisiert. Aber noch wichtiger als ein konkreter Moment ist die Gesamtempfindung, dass ich wirklich ein Gefühl dafür bekommen habe, wie Bauen in New York funktioniert; welches die große Linie ist, wie die Stadt aufgebaut ist und wie sie funktioniert – auf jeden Fall ein bisschen so – und sicher unglaublich viel für nur eine Woche da sein.
Super fand ich das Hotel, Lage und auch das besondere Flair da. Als Einzelreisende hätte ich mir das nie ausgesucht, viel zu fancy – und so war es toll, dass wir in diesem Rahmen sein konnten. Insgesamt hat es die Reise vermutlich noch teurer gemacht – ich finde, es hat sich gelohnt.
Also: Insgesamt Super-Reise. Hab ich schon vielen weiter empfohlen und werde das auch weiter machen: Die Organisation wirkte sehr vertrauensbildend. Man merkte, ihr alle wisst, was ihr tut. Ich fühlte mich sehr gut aufgehoben. Geradezu sensationell gut vorbereitet war auch Bettina und toll fand ich, wie sie nachgehalten hat.
Insgesamt einfach zu volle Tage – weniger wär manchmal mehr gewesen. Und ein halber freier Tag hätte vielleicht auch ganz gut gepasst… Danke! War schön mit Euch!
Dorothea H.

Carsten Roth gewinnt Wettbewerb am Domplatz

Das Büro von Carsten Roth gewinnt Wettbewerb am Domplatz. Die Eigentümerin AUG. PRIEN Immobilien, Gesellschaft für Projektentwicklung GmbH aus Hamburg (API) hat CARSTEN ROTH ARCHITEKT mit der Neugestaltung für das Gebäude-Ensemble an der Hamburger Domstraße beauftragt, der sich in einem Architektenwettbewerb gegen 5 nationale Büros durchsetze.

Carsten Roth gewinnt Wettbewerb am DomplatzCarsten Roth gewinnt Wettbewerb am Domplatz

Hamburger Domstraße © CARSTEN ROTH ARCHITEKT

Das traditionsreiche Ensemble, vis á vis zum traditionsreichen Domplatz, dem Ort, wo einst die Hammaburg gestanden hat, wird zu einem neuen, in sich geschlossenen Stadtbaustein entwickelt.

Mit rund 10.000 qm Büroflächen (ca. 19.000 qm BGF), 58 Wohnungen inklusive gefördertem Wohnraum, sowie ca. 1.250 qm Gewerbeflächen und Restaurants soll ein Grundstück mit Stadtgeschichte verschönert werden und das Ensemble zur Belebung der Innenstadt beitragen.

Carsten Roth gewinnt Wettbewerb am Domplatz

Die in den 1920er Jahren neu etablierte Domstraße hat seinerzeit eine historisch nicht existente Quartiersgrenze geschaffen, die die Altstadt mit ihrem Rathaus vom Kontorhausviertel trennte. Entlang dieser Schnittstelle liegt der Domplatz mit den Ausgrabungsstätten der Hammaburg als Ort des ältesten Siedlungskerns Hamburgs direkt vis-a-vis des Quartiergrundstücks.

Carsten Roth gewinnt Wettbewerb am Domplatz

Hamburger Domstraße © CARSTEN ROTH ARCHITEKT

Die Besonderheit des Grundstücks entsteht durch das Zusammentreffen mehrerer Umstände aus der Nachkriegsplanung. Die Domstraße verschwenkt von der Willy-Brandt-Straße in die Altstadt. Das ehemalige Gebäude der Commerzbank und das Zürich-Haus wurden noch als moderne Nachkriegs-Bürobauten entlang der ehemaligen Ost-West-Straße erlebt. An der Kreuzung Domstraße/Große Reichenstraße erreichen bzw. verlassen die Verkehrsteilnehmer das Innere des Altstadtquartiers – und mehr noch, an der Kreuzung Domstraße/Alter Fischmarkt befindet sich der historisch so bedeutsame Domplatz.

Der Entwurf des Hamburger Büro Carsten Roth ergreift nun diese besonders Gelegenheit und schafft eine neue Situation am Schnittpunkt Altstadt / Kontorhausviertel / Willy-Brand-Straßenzug.
Straßenparallel wurde ein Stadtbaustein platziert, wodurch eine überaus
einprägsame Situation entsteht: Das Merkzeichen an der Grenze zweier bzw. dreier Quartiere, insbesondere der städtebaulich wünschenswerte Ein- und Ausgang in das Altstadtzentrum mit seinem Domplatz.

Der einprägsame Zuschnitt des Hochhauses verfolgt – neben der Einhaltung der Abstandsflächen und der Genehmigungsfähigkeit – die Straßenparallelität und verleiht dem gesamten Baublock ein „Gesicht in Richtung Süden“ zum Haupteingang des Gebäudes.

Der übrige Baublock orientiert sich an den gegenüberliegenden Gebäuden entlang der Großen Reichenstraße.

Die einzelnen Bauabschnitte werden im Bereich der Staffelgeschosse durch Pergola-Übergänge gegliedert. Hierdurch werden unterschiedlich Höhen zum Altbestand vermittelt, Dachterrassen geschaffen, und Bauabschnitte in der Abfolge technisch vereinfacht.

Carsten Roth gewinnt Wettbewerb am Domplatz

Hamburger Domstraße © CARSTEN ROTH ARCHITEKT

Das Bürohochhaus, die Bürotrakte und das Wohngebäude sind im Entwurf klar ablesbar. Die Büronutzungen gliedern sich über die Volumen und Fassaden in kleinteilige Abschnitte.

„PolyDOM“ steht für die Wahl des Materials:
Inspiriert von zwei exzellenten Kontorhäusern von 1906 bzw. 1911, entworfen von den Architekten Leon Frejtag und Erich Elingius in der Schauenburger Straße 15 und 21, orientieren sich die Neubauten an den Oberflächen der farbigen, irisierenden Keramik (grès flammée).

Das Wohngebäude wird ein Sichtmauerwerk aus überwiegend rötlich, teils grünlich schimmernden glasierten Ziegeln erhalten. Die Bürogebäude eine Kunststein-Fertigteilfassade aus rotgrauem Zement mit roten und grünen großformatigen Zuschlägen. Die Zuschläge sollen heterogen zugemischt werden und die einzelnen Fertigteile dabei abgrenzen. So sollen die einzelnen Bauteile in den Oberflächen unterschiedlich glatt hergestellt werden und wechselvolle Lichtreflektionen bekommen, wobei die horizontalen Elemente bauabschnittsweise unterschiedlich geneigt sein werden.

Carsten Roth gewinnt Wettbewerb am Domplatz

Hamburger Domstraße © CARSTEN ROTH ARCHITEKT

Die Kulturtipps von Neil Winstanley: Wohin gehen Hamburgs Architekten?

Diesen Monat die Kulturtipps von Neil Winstanley (Geschäftsführender Gesellschafter Spine Architects).

Wohin gehen Hamburgs Architektinnen und Architekten am liebsten? Regelmäßig berichten hier Hamburger Architektinnen und Architekten was sie in Hamburg am liebsten mögen.

Was ist auch abseits der großen Attraktionen empfehlenswert? Ob Restaurant oder Konzert, spannendes Gebäude oder Ausstellung. Lassen Sie sich inspirieren!

Dieser Fragebogen wird ausgefüllt durch Neil Winstanley.

Für die leichte Muse: Kaffeepause bei Public Roasters im ehemaligen Spiegelhochhaus, Brandswiete 3. (Architekt: Werner Kallmorgen / 1967 – 1969)
weil: Bei diesem Café mit Außenterrasse im denkmalgeschützten Architekturklassiker der Nachkriegsmoderne von Werner Kallmorgen passt die Mischung zwischen hervorragendem Kaffee und kosmopolitisches Treiben.

Für Experimentierfreudige: Ein Spaziergang entlang der Uferpromenade von den Deichtorhallen zum Entwerderpark.
weil: Hier befindet sich die Innenstadt in einem noch sehr spannenden, unfertigen, und experimentierfreudigen Zustand. Los geht’s mit einem Ausstellungsbesuch in den Deichtorhallen (Hier kann Hamburg tatsächlich mit den internationalen Institutionen mithalten), dann vorbei an unsere Baustelle „Hammerbrooklyn Digital Campus“ am Oberhafen, der von unserem Büro maßgeblich mitgestaltet wird sowie die wunderbaren Großmarkthallen (s. Lieblingsgebäude), danach ein Zwischenstopp zum Filterkaffeetanken an der Oldtimer Tankstelle Brandshof, dann weiter unter der Autobahn zum Chillen auf Ponton-Cafe Entenwerder_01 am Entenwerderpark wo man den Sonnenuntergang an der Elbe genießen kann.

Die Kulturtipps von Neil Winstanley

Was Sie auf keinen Fall verpassen sollten: Sich am neuen Infocontainer vor Ort über den Planungs- und Ausführungsstand des Pergolenviertels am Stadtpark zu informieren.
weil:
Hier entsteht ein neues Stadtquartier mit ca. 1.400 Wohnungen im Geiste Fritz Schumachers (Legendärer Hamburger Oberbaudirektor von 1909 – 33) mit viel Gemeinsinn, Backstein, Grünflächen und ein überzeugendes Mobilitätskonzept. Unser Büro ist hier an der Planung und Ausführung von zwei Wohnbauprojekte beteiligt. (BF2a „Bloom“ für die Firma Garbe Development und BF10 für zwei Baugemeinschaften die von der FLUWOG und der Lawaetz Stiftung betreut werden)

Lieblingsprojekte

Ihr Lieblingsgebäude: Der neue Hamburger Großmarkt (Architekt: Bernhard Hemkes / 1958 – 60)
weil: Noch ein Nachkriegsklassiker bei dem alles stimmt: Die Fernwirkung der Wellendächer, das Kathedralenhafte des Innenraums sowie die damals experimentelle, bahnbrechende Technik des Spannbetonbaus.

Ihr eigenes Lieblingsprojekt aus Ihrem Büro:
LOLA – Locals.Logistics.Labs auf dem Louis Braille Platz (wird aber erst zum ITS Kongress 2021 fertig!)
weil: Unser Beitrag zur Verkehrswende + Magistralenaufwertung in Hamburg: LOLA ist ein Stadtbaustein, der über die vielerorts diskutierten Vorschläge zu Micro-Hubs, Ride-Sharing, Elektrifizierung und Last-Mile-Logistik hinaus ein lokales und soziales Angebot schaffen möchte.

Die Kulturtipps von Neil Winstanley

LOLA Locals Logistics Labs © Spine Architects, Visualisierung VIR.works, Dortmund

Biografie

Spine Architects wurde von den Architekten Jan Löhrs, Jörn Hadzik und Neil Winstanley gegründet. Seit 2001 bearbeiten sie vielfältige Architekturprojekte in allen Größen und Leistungsphasen. Arbeitsschwerpunkte sind vorwiegend Wohn- und Bürobauten, Bauen im Bestand sowie mehrgeschossige Holzbauweise.

Spine Architects lieben Urbanität, kurze Wege und den traditionellen Montagskuchen im Büro.

Die Kulturtipps von Neil Winstanley

Spine Architects © Martin Kunze, Hamburg

Deutscher Landschaftsarchitektur-Preis für den Baakenpark

Der Wettbewerb um den Deutschen Landschaftsarchitektur-Preis 2019 wurde entschieden. Der Erste Preis ging an den Baakenpark in der HafenCity Hamburg. Eröffnet im Mai 2018, ist der landschaftliche ‚Sehnsuchtsort‘ im Baakenhafen schon heute beliebter Treffpunkt für Anwohner und Besucher. Die freiraumplanerische Gestaltung des Baakenparks entstand auf der Basis des Entwurfs von Atelier Loidl Landschaftsarchitekten aus Berlin, das 2012 den freiraumplanerischen Wettbewerb gewonnen hatte.

Baakenpark

Baakenpark, Himmelsberg © ELBE&FLUT, Quelle: HafenCity Hamburg GmbH

Der Baakenpark erhebt sich als 1,6 Hektar große, künstlich errichtete Halbinsel aus dem  Baakenhafen und ist das grüne Herzstück der östlichen HafenCity. Die östliche HafenCity erhielt mit der Halbinsel ein grünes Zentrum und mit einer zusätzlichen Brücke eine neue Verbindung der nördlichen und südlichen Uferseiten. Rund um das Hafenbecken werden in den beiden Quartieren Baakenhafen und Elbbrücken insgesamt rund 3.600 Wohnungen und circa 15.500 Arbeitsplätze entstehen.

Baakenpark

Baakenpark © a-tour

Der Wettbewerb fand bereits zum 14. Mal statt. Untersucht werden sozial und ökologisch orientierte Siedlungs- und Landschaftskonzepte sowie eine zeitgemäße Freiraumplanung. Urbanes Wachstum, Entleerung ländlicher Regionen, Klimaveränderungen, Energiewende, ökonomische Herausforderungen – die Entwicklungen der heutigen Zeit erfordern ein grundsätzliches Umdenken auf allen Planungsebenen. „Grüne Infrastruktur“ wurde zum Sinnbild für die Bedeutung der Grün-, Freiraum- und Landschaftsplanung für die Daseinsvorsorge, für multifunktionale Qualifizierung und Gestaltung von Grünräumen.

Deutscher Landschaftsarchitektur-Preis für den Baakenpark

Auf ihrer Sitzung im Deutschen Architektur Zentrum sichteten die elf vom bdla berufenen Preisrichter unter Leitung der Juryvorsitzenden Prof. Inga Hahn, Hahn Hertling von Hantelmann, Hamburg/Berlin, insgesamt 35 nominierten Arbeiten und vergaben den Ersten Preis sowie Auszeichnungen in neun Kategorien. Die gesamten Ergebnisse der neun Kategorien des Wettbewerbs sind hier zusammengefasst.

Die Ehrung des Deutschen Landschaftsarchitektur-Preis erfolgt im Rahmen einer abendlichen Festveranstaltung am Freitag, 20. September 2019, im Allianz Forum in Berlin.

Baakenpark

Baakenpark © a-tour

NDR Nordtour berichtet über unsere „ArchitekTour“

Die NDR Nordtour wird immer Samstags ab 18.00 Uhr ausgestrahlt und berichtet über interessante Ausflüge und Reisen, Spaß und Sport, Menschen und Geschichten im ganzen Norden.

Zusammen mit Tim Berendonk und seinem Team hatten wir in der letzten Woche Dreharbeiten für einen 12 minütigen Fernsehbericht über unsere „ArchitekTour“, die wir seit vielen Jahren in Kooperation mit dem Busunternehmen Jasper anbieten

Die Architekturundfahrt findet einmal im Monat, jeweils Sonntag, statt und gibt einen schönen Überblick über das aktuelle Baugeschehen in Hamburg. So entdecken Sie mit uns Hamburgs Perlen der Architektur ganz neu: Die „ArchitekTour“ führt zu berühmten Bauten, aber auch zu verborgenen Schmuckstücken der Hansestadt. Exklusiv blicken wir hinter die Fassaden von Hamburger Gebäuden, die der Öffentlichkeit sonst gar nicht zugänglich sind – spannende Fakten und Geschichten werden dabei von unseren Architekten erläutert.

Zum Abschluss der „ArchitekTour“ durch Hamburg geht’s mit dem Bus in die HafenCity. Hier wurde 2001 mit dem ersten Spatenstich ein völlig neuer Stadtteil begründet – ein Besuchermagnet für Touristen aus der ganzen Welt. Highlights unserer architektonischen Entdeckungstour durch die Hamburger HafenCity sind die auf den Grundmauern des alten Kaispeichers A errichtete Elbphilharmonie und das Unilever-Haus mit seiner futuristisch anmutenden Fassade.

NDR Nordtour berichtet über unsere „ArchitekTour“ 

Im Rahmen der Dreharbeiten haben wir versucht, die Tour nachzustellen und besuchen unter anderem die Hausboote im Eilbekkanal und „stören“ die Architekten vom baubüro eins bei Ihrer Arbeit. Außerdem erkunden wir das Haus im Haus inklusive dem tollen Blick auf das Rathaus, mal von einer ganz anderen Seite. Natürlich darf auch die HafenCity nicht fehlen. Ein Besuch der Elbphilharmonie, wo das schöne Foto mit Tim Berendonk entstanden ist darf natürlich nicht fehlen. Sicher ist er Photomat, der etwas versteckt am seitlichen Zugang der Elbphilharmonie liegt, noch ein echter Geheimtipp, der, völlig kostenlos, schöne Erinnerungsbilder macht.

NDR Nordtour

Dreharbeiten für NDR Nordtour Tim Berendonk und Torsten Stern @ Elbphilharmonie / Ralph Larmann

Für die Dreharbeiten der NDR Nordtour hatten wir auch noch die Idee die neue U-Bahnstation HCU HafenCity Universität zu besuchen. Diese wurde von Netzwerkarchitekten mit einer sehenswerten Licht- und Soundinstallation realisiert. Auch das ein architektonisches Erlebnis, dass für viele im Verborgenen liegt. Der Dreh hat uns inspiriert das zu ändern. Seit letztem Sonntag ist der Besuch der U-Bahnstation Teil unserer „ArchitekTour“.

Das genaue Programm der „ArchitekTour“ kann variieren, stets gilt jedoch: Unsere Architekturfachwissen ist immer dabei.

Verpassen Sie nicht den Bericht am kommenden Samstagabend.
Samstag, 27. April 2019, 18:00 bis 18:45 Uhr im Magazin Nordtour des NDR
oder noch besser fahren Sie einfach mal mit auf unserer „ArchitekTour“.
Alle Termine finden Sie hier.

 

 
 
 
Interessieren Sie sich für eine Führung in der Elbphilharmonie und möchten etwas über die Architektur erfahren? Dann klicken Sie hier.

Die Kulturtipps von Volkwin Marg: Wohin gehen Hamburgs Architekten?

Diesen Monat die Kulturtipps von Volkwin Marg.
Wohin gehen Hamburgs Architektinnen und Architekten am liebsten? Regelmäßig berichten hier Hamburger Architektinnen und Architekten was sie in Hamburg am liebsten mögen.

Was ist auch abseits der großen Attraktionen empfehlenswert? Ob Restaurant oder Konzert, spannendes Gebäude oder Ausstellung. Lassen Sie sich inspirieren!

Die Kulturtipps von Volkwin Marg

Prof. Dipl.-Ing. Architekt Volkwin Marg @ Wilfried Dechau

Dieser Fragebogen wird ausgefüllt durch Volkwin Marg.

Für die leichte Muse: Museumshafen Oevelgönne und das Restaurant ‚das weisse haus‘ in Altona, Neumühlen 50
weil: hier Hamburgs Kontraste besonders gut zu spüren sind und das Verweilen gemütlich ist. Auf der einen Seite der Elbe mit ihren Containerriesen die Marsch-Ebene mit der Hafenindustrie samt Containerbrücken auf den Kais – reine Ingenieursästhetik – und auf der anderen Seite kleinbürgerliche Wohnidylle in den gereihten Häuschen am Fuße des grünen Geesthanges mit gutem Restaurant und Schankgarten vor dem weissen Haus – keinerlei modische Architekturen – und davor der ehrenamtlich betriebene Museumshafen mit Eisbrecher, Feuerschiff, Dampfschleppern, Barkassen, Fischkuttern, Frachtewern, Schwimmkran. ‚das weisse haus‘ und Museumshafen habe ich vor 3 Jahrzehnten initiiert.

Für Experimentierfreudige: Stiftung Hamburg Maritim und das heutige Hafenmuseum im Hansahafen bei den 50er Schuppen
weilhier noch die Einrichtungen zum Stückgutumschlag bis zu den 60er Jahren samt Kränen, Schuppen, Frachtern aus der Vor- und Nachkriegszeit des vergangenen Jahrhunderts versammelt sind und man zuschauen kann, wie im Schuppen die Stahlseile von Wanten und Stagen für die Viermastbark ‚Peking‘ getakelt werden.

Die Kulturtipps von Volkwin Marg

Was Sie auf keinen Fall verpassen sollten: ist die große Hafenrundfahrt mit einer kleinen offenen Barkasse durch Container-Hafen, Speicherstadt und Hafencity. 

Lieblingsprojekte

Ihr Lieblingsgebäude: die Ruine der Nikolaikirche in der Altstadt
weil: die Ausstellung in deren Krypta über das Bombardement Gomorrha von 1943 und die grauenhafte Katastrophe im 2. Weltkrieg zeigt und uns das Wunder spüren lässt, aus welchen Trümmern Hamburg beim Wiederaufbau auferstanden ist.

Ihr eigenes Lieblingsprojekt aus Ihrem Büro: das Puppenmuseum im Falkenstein
weil: ich diese Inkunabel der architektonischen Moderne, das ehemalige Landhaus Michaelsen vom Architekten Karl Schneider aus der Zeit noch vor Dessauer Bauhaus und Stuttgarter Weißenhofsiedlung als Baudenkmal retten konnte, wenn auch das Puppenmuseum meiner Freundin Elke Dröscher im Innen nicht mehr an das wohnliche Interieur der revolutionären 20er Jahre erinnert.

Die Kulturtipps von Volkwin Marg

Wiederaufbau Landhaus Michaelsen als Puppenmuseum, GMP @ Heiner Leiska

Biografie

Volkwin Marg, 1936 in Königsberg geboren, am Danziger Hafen aufgewachsen, 1945 vor der anrückenden Kriegsfront nach Thüringen geflüchtet, 1957 weiter nach Westberlin, weil nicht zum Architekturstudium zugelassen. Grund weil nicht loyal zu DDR. In Berlin, Delft/Niederlande, Braunschweig studiert und zum Architekten geworden. 1965 nach Diplom sofort durch Wettbewerbe das Büro von Gerkan, Marg und Partner gegründet, seit über 50 Jahren kontinuierlich weitere Wettbewerbe und dadurch weltweit tätig geworden, mit Partnern und über 500 Mitarbeitern und mit Freude an der Arbeit.

Autofreies Ottensen

Altonaer Bezirksversammlung beschließt autofreies Ottensen.

Autos haben ab September rund um den Spritzenplatz nichts mehr zu suchen. Die Bezirksversammlung von Hamburg Altona hat am Donnerstagabend mit großer Mehrheit die Testphase für ein autofreies Ottensen beschlossen.

Das Zentrum des Stadtteils wird so ab September rund um die Ottensener Hauptstraße ein halbes Jahr lang für Autos gesperrt. Das hat der mit wechselnden Mehrheiten regierte Bezirk Altona in seiner gestrigen Bezirksversammlung beschlossen. Und zwar nicht nur tagsüber, sondern rund um die Uhr. Ausnahmen soll es nur wenige geben. Erlaubt sind dann nur noch städtische Fahrzeuge, Handwerke und Lieferwagen. Anwohner müssten draußen bleiben, sofern sie keinen Stellplatz haben.

Das Pilotprojekt, das von den Altonaer Fraktionen von CDU und Grünen eingebracht wurde, wird somit Realität. Bei der namentlichen Abstimmung stellten sich lediglich die zwei Vertreter der AfD-Fraktion gegen den Antrag von Grünen und CDU. Auch die SPD, die zunächst Bedenken geäußert hatte, stimmte nun geschlossen für das Vorhaben.

Autofreies Ottensen

In rund sieben Straßen um den belebten Spritzenplatz im Herz des Hamburger Stadtteils Ottensen werden Autos dann ab September verboten sein und die Straßen nur von Radfahrern und Fußgängern genutzt.Ursprünglich war lediglich geplant im Rahmen des EU-Modellprojekts „Cities4People“ einige Starßen vier Wochen lang für den Pkw-Verkehr zu sperren.

Aus Sicht der Grünen und der CDU waren Zeitraum und Gebiet für das Pilotprojekt aber nicht ausreichend. Gemeinsam legten die Fraktionen am letzten Donnerstag einen Antrag in der Bezirksversammlung zum Beschluss vor, um die Testphase von September an auf sechs Monate auszudehnen und den Bereich um mehr Straßen zu erweitern. Dem wurde nun zugestimmt.

So soll auch die Lebensqualität im dicht besiedelten Stadtteil erhöht werden. Man darf sich auf einen völlig neuen Eindruck im Quartier freuen. Das Bild gibt schon mal einen kleinen Vorgeschamck, wie es ab September aussehen wird. Es wurde im Rahmen der Aussschreitung rund um den G20 Gipfel im Sommer 2017 gemacht als viele Fahrzeugbesitzer aus Angst vor Randale ihre Fahrzeuge in Sichherheit gebracht hatten.

Autofreies Ottensen

Ottenser Hauptstraße Sommer 2017 @ a-tour

 

Die Kulturtipps von Sven Ove Cordsen: Wohin gehen Hamburgs Architekten?

Diesen Monat die Kulturtipps von Sven Ove Cordsen.
Wohin gehen Hamburgs Architektinnen und Architekten am liebsten? Regelmäßig berichten hier Hamburger Architektinnen und Architekten was sie in Hamburg am liebsten mögen.

Was ist auch abseits der großen Attraktionen empfehlenswert? Ob Restaurant oder Konzert, spannendes Gebäude oder Ausstellung. Lassen Sie sich inspirieren!

Die Kulturtipps von Sven Ove Cordsen

Sven Ove Cordsen © Piet Niemann

Dieser Fragebogen wird ausgefüllt durch Sven Ove Cordsen.

Für die leichte Muse: 100/200
weil: Ich denke, das Essen darf nicht zu kurz kommen- Herr Imbusch macht es jetzt selbst und das ist gut so.

Für Experimentierfreudige: Im November von Hamburg fix nach Sankt Peter Ording fahren und in den Sand setzen.
weilDa denkt man anders.

Die Kulturtipps von Sven Ove Cordsen

Was Sie auf keinen Fall verpassen sollten: Die Inszenierungen von Jette Stekel im Thalia Theater.
weilWer weiß, wie lange sie da noch ist.

Lieblingsprojekte

Ihr Lieblingsgebäude: Vattenvall Verwaltung von Arne Jacobsen.
weilMehr muss es hier nicht sein.

Ihr eigenes Lieblingsprojekt aus Ihrem Büro: Generator Hostels im Klockmannhaus.
weil: Alt UND Neu mehr ist.

Die Kulturtipps von Sven Ove Cordsen

Klockmannhaus, coido © Ralf Buscher.jpg

Biografie

Coido architects, 2006 gegründet von Cordsen Ipach + Döll.
Viel Städtebau, viel Ziegel, viel Herzblut.