Rahmenplan für das Quartier am Diebsteich vorgestellt

Die Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen hat den Rahmenplan für das Quartier am Diebsteich vorgestellt. Interessierte Bürgerinnen und Bürger konnten sich an verschiedenen Stationen entlang der Waidmannstraße über die Inhalte des Rahmenplans für die Entwicklung des Quartiers rund um den neuen Standort des Fern- und Regionalbahnhofs Hamburg-Altona am Diebsteich informieren, frei von Station zu Station gehen und einen Blick in die Zukunft des Quartiers werfen sowie mit den Planerinnen und Planern ins Gespräch kommen.

Rahmenplan Quartier am Diebsteich

Zentrales Rahmenplangebiet mit Blick auf die neue grüne Mitte des Quartiers, den Lunapark mit neugeordneten Sportanlagen, und die umgebaute Paketpost sowie die anknüpfenden Grünverbindungen © Grit Koalick

Die Planungen knüpfen an den vielfältigen Charme und die bestehenden Prägungen des Gebiets an und ergänzen das Vorhandene durch attraktive Nutzungen wie einen zentralen Park sowie Musik- und Sporteinrichtungen, die das Quartier beleben und attraktiver machen. Besonders erwähnenswert sind die geplante Musikhalle und das Regionalligastadion für jeweils 5.000 Besucherinnen und Besucher auf dem heutigen ThyssenKrupp-Areal.

Rahmenplan Quartier am Diebsteich

Städtebaulich-freiraumplanerischer Rahmenplan für das Quartier am Diebsteich (Szenario 2040) © ARGE VU Diebsteich

Der Rahmenplan wurde unter Beteiligung der Öffentlichkeit, von Eigentümern, Sportvereinen und weiteren Betroffenen in einem zweijährigen intensiven Planungsprozess erarbeitet.

Rahmenplan Quartier am Diebsteich

Franz-Josef Höing, Oberbaudirektor sagte: „Der Rahmenplan bildet ein kluges Grundkonzept, um die vielfältige Mischung am Diebsteich zu bewahren und gleichzeitig mit neuen, interessanten Nutzungsbausteinen zu versehen. Unser Ziel ist es, dabei eine kompaktere, dichtere Nutzung zu schaffen, die die großen Strukturen durch Kleinteiligkeit ergänzt, aber auch dem rauen und überraschend bunten Charme des Gebiets entspricht. Da wir uns mitten in der Stadt befinden, konnte der Rahmenplan natürlich keine Planung am Reißbrett werden. Vielmehr ist der Rahmenplan im engen Austausch mit anderen Fachbehörden, den Bezirken Altona und Eimsbüttel und auch den Bürgerinnen und Bürgern vor Ort entstanden, die über Veranstaltungen und Workshops einbezogen wurden.“

Der Rahmenplan ist Teil der vorbereitenden Untersuchungen für eine städtebauliche Entwicklungsmaßnahme im Umfeld des künftigen Fern- und Regionalbahnhofs am Diebsteich. Das Gebiet des Rahmenplans liegt an der Nahtstelle zwischen den Bezirken Altona und Eimsbüttel, rund um die heutige S-Bahn-Station Diebsteich und umfasst eine Fläche von rund 123 Hektar. Es liegt in direkter Nähe der Mitte Altona und des Holsten-Quartiers und ist rund 2 Kilometer vom Altonaer Zentrum (Große Bergstraße/Ottenser Hauptstraße) sowie 1,5 Kilometer vom Eimsbütteler Zentrum (Osterstraße) entfernt. Heute bestimmen die Postliegenschaften, die Industriegebäude des ThyssenKrupp-Areals und der Friedhof Am Diebsteich den ersten Eindruck.

Schrägluftaufnahme mit Blick auf das zentrale Rahmenplangebiet am Diebsteich © Matthias Friedel

Bereits heute sind herausragende Entwicklungspotentiale auf den schon von der Stadt erworbenen Flächen erkennbar. So wird mit dem Weggang von ThyssenKrupp ein relativ großes Grundstück frei das derzeit u. a. mit einer Musikhalle für bis zu 5.000 Besucher und einem Regionalliga-Stadion insbesondere für den Verein Altona 93 beplant wird. Das Stadion soll mit einer großzügigen „Quartiersgarage“ unterbaut und mit Gebäudezeilen umbaut werden, die u. a. Einzelhandels- oder Indoor-Sportangebote aufnehmen können. Durch eine neue Straßenführung am nördlichen Rand des ThyssenKrupp-Areals werden der künftige Bahnhofsvorplatz und die „Wohninsel“ Isebekstraße verkehrlich entlastet.

Das Paketpost-Gebäude soll zu einen neuen Begegnungsort mit kulturell-gewerblichem Charakter verwandelt werden. Hier kann z. B. eine bunte Mischung aus neuen Spielorten für Theater und Probebühnen, Filmproduktion, Flächen für die Kreativwirtschaft, einem Hotel, Handwerkerhof, Markthalle sowie experimentellen Wohnformen entstehen.

Inmitten des Quartiers wird durch die kompakte Neuordnung der vorhandenen Spielfelder an der Waidmannstraße ein neuer öffentlicher Park geschaffen, der als grüne Mitte ein Raum für Erholung, Austausch und Bewegung sein wird. Der Friedhof Am Diebsteich soll als bedeutendes Gartendenkmal auch künftig ein Ort der Erholung und Ruhe bleiben.

Die wichtigen innerstädtischen Gewerbestrukturen auf der West- und Ostseite der Bahntrasse sollen erhalten bleiben. Langfristiges Ziel ist Verdichtung im Sinne einer effektiveren und nachhaltigen Grundstücksausnutzung, um der starken Nachfrage nach zentral gelegenen Gewerbegrundstücken entgegenzukommen.

Der Rahmenplan zeigt aufeinander abgestimmte übergeordnete Entwicklungslinien bis zum Jahr 2040 auf, mit denen sich das Quartier am Diebsteich schrittweise verändern wird. Die Konkretisierung der Projekte wird in den nächsten Planungsschritten erfolgen.

Rahmenplan Quartier am Diebsteich

Blick vom Bahnhofsvorplatz auf die prägenden Gebäude von ThyssenKrupp, die neue Musikhalle und das Stadion sowie die verkehrsberuhigte Waidmannstraße mit Alleecharakter © Grit Koalick

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