Parks und Freiräume in Hamburg

In Anbetracht der pandemischen Lage und des erneuten Lockdowns sind Parks und öffentliche Plätze zu unverzichtbaren Zufluchtsorten geworden, die eine nötige Abwechslung bieten. Innerhalb der Stadt dienen sie nicht nur als Kohlenstoffbinder, sondern auch als Naherholungsraum und sozialer Treffpunkt. Einige dieser neuen Parks und Freiräume stellen wir Ihnen heute vor. Ab an die frische Luft auf einen Winterspaziergang!

Baakenpark_© Atelier Loidl

Lohsepark © VOGT

Lohsepark – Das grüne Zentrum der HafenCity / Vogt Landschaftsarchitekten, Zürich                        Dreht sich ein Besucher in der Mitte des rund 4ha großen Lohseparks von Vogt Landschaftsarchitekten um 360 Grad, dann erlebt er eine der herausragenden räumlichen Qualitäten des Areals: An beiden Enden öffnet sich die langgezogene Achse der Freifläche zum Hafenbecken. Das Freiraumkonzept streicht diese Raumqualitäten mit zwei grundlegenden gestalterischen Eingriffen heraus: Einer Blickachse von Wasser zu Wasser und einer präzisen räumlichen Staffelung in drei Höhenstufen – Stadtebene, Parkebene und historische Ebene. Terrassen verbinden die einzelnen Ebenen miteinander. Ihre Detailgestaltung lässt Aufenthaltsflächen mit unterschiedlichen Nutzungsschwerpunkten und unterscheidbaren Charakteren entstehen. Noch tiefer, durch einen weiteren Höhensprung präzise abgegrenzt, liegen die historischen Anlagen: Die baulichen Reste des Hannoverschen Bahnhofs haben eine eigene visuelle Sprache und erzählen von der Vergangenheit des Ortes, der im Zweiten Weltkrieg zentraler Ausgangspunkt der Deportation von Juden, Sinti und Roma war. Wie eine tiefere geologische Schicht liegt das Memorial einen Meter unterhalb des Parkniveaus und bis zu drei Meter unter der Stadtebene.

Parks und Freiräume in Hamburg

Parks und Freiräume in Hamburg

Baakenpark Luftbild © Mark Pflüger

Baakenpark – HafenCity / Atelier Loidl, Berlin                                                                                          Der Baakenpark von Atelier Loidl ist das grüne Zentrum der gerade neu entstehenden östlichen HafenCity. Die 1,6 ha große, aus Elbsand künstlich aufgeschüttete Halbinsel befindet sich inmitten des ehemaligen Hafenbeckens Baakenhafen. Mit seiner wilden Uferlinie, den grünen Böschungen bis ans Wasser sowie seiner charakteristischen Topografie bildet der Park eine atmosphärische Gegenwelt zu seiner Umgebung. Der Baakenpark weist eine markante Topografie mit mehreren, unterschiedlich hohen Plateaus auf. Aufgrund der besonderen Anforderungen an den Hochwasserschutz wurden die Spiel- und Grünflächen des Parks auf drei erhöhten Plateaus angelegt. Die drei Plateaus unterscheiden sich in ihren Nutzungen und Atmosphären deutlich voneinander: Im Westen der Halbinsel liegt der Sport- und Spielbereich, die mittlere Ebene bietet eine Spiel- und Liegewiese mit der Böschungstribüne, im Osten erhebt sich abseits des Trubels als krönender Abschluss der 15m hohe „Himmelsberg“ als weithin sichtbarer Aussichtspunkt. Die Brücke vom Versmannkai in den Baakenpark stellt für Fußgänger und Radfahrer eine direkte Verbindung zwischen den nördlich und südlich des Hafenbeckens gelegenen Teile des neuen Stadtquartiers her.

Parks und Freiräume in Hamburg

Baakenpark © Atelier Loidl

Hafenpromenade – Baumwall/ Zaha Hadid Architects, London                                                               Bereits 2006, nach dem Entscheid des öffentlichen Wettbewerbs, erhielten Zaha Hadid Architects von der Stadt Hamburg den Auftrag zum Ausbau der Promenade. Anlass des Wettbewerbs war damals die Ertüchtigung der bestehenden Hochwasserschutzanlagen am innerstädtischen Hafen. Seit der großen Flut von 1962 rüstet sich die Stadt mit dieser Schutzmauer an der Elbe vor einer erneuten Überschwemmung. Der Entwurf von Zaha Hadid Architects gab der technisch begründeten Reperatur und Aufstockung der Schutzanlagen an der Elbe eine wirkungsvolle, städtebauliche Dimension. Entstanden ist eine ein Kilometer lange und gut neun Meter über dem Meeresspiegel liegende Stadtpromenade entlang der Elbe. Zehn Meter und breiter bildet diese erhöhte Fußgänger- und Fahrradroute mit vereinzelten spitzwinkligen Pavillonbauten eine Art Abschluss der Stadt zum Ufer. Über Rampen, Treppen und einzelne Fußgängerbrücken ist sie mit dem dahinterliegenden Hamburg verknüpft. Dabei sind die weiten, an den Typ des Amphitheaters angelehnten Treppenanlagen das wichtigste Motiv. Mal orientieren sie sich zum Wasser, mal zur Stadt – und schaffen dabei unterschiedliche Aufenthalts- und Kommunikationsorte.

Parks und Freiräume in Hamburg

Parks und Freiräume in Hamburg

Krebs und Herde Landschaftsarchitekten, Winterthur (CH) © Ferdinand Graf Luckner, Hamburg

Stadtteilpark – Neue Mitte Altona / Krebs und Herde Landschaftsarchitekten, Winterthur                     Auf dem Areal des ehemaligen Bahnhofs Altona entsteht der neue Stadtteil Neue Mitte Altona mit einem zentralen Stadtpark. Die Parkgestaltung wurde 2013 unter intensiver Beteiligung von Bürger*innen erarbeitet. Das beauftragte Schweizer Landschaftsplanungsbüro Krebs und Herde nahm die dabei entstandenen Ideen in sein Konzept mit auf. Die gesamte Parkanlage umfasst 2,7 Hektar und wurde als „durchfließende Wiesenlandschaft“ angelegt, die sich nach Süden durch das gesamte Plangebiet zieht. Das monumentale Stahlskelett der einstigen Güterhalle, ein historischer Klinkerbau und ein erhaltener Wasserturm verankern das neue Quartier in der Geschichte des Orts. Die abgesenkte Spielwiese und Parktreppe formen ein Relief, das Funktion und Erholung auf selbstverständliche Weise verknüpft. Im Nordwesten des Parks wird ein kleines Wäldchen entstehen. Auf dem Spielplatz gibt es einen abwechslungsreichen Bewegungsparcours. Als Nächstes steht die Sanierung der korrodierten Güterhallenkonstruktion an und damit verbunden der Einbau eines Kletterspielplatzes und eines kleinräumigen Hallengartens. In einer längeren Entwicklungsperspektive wird sich, mit der Verlegung des Fernbahnhofs, der Park mit dem bestehenden Grünzug durch die Stadt verbinden und sich bis zum «Altonaer Balkon» an der Elbe ausdehnen.

Mehr Informationen können Sie auch auf unseren individuellen oder öffentlichen Architekturführung erfahren.

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