Elbtower in der HafenCity: Bebauungsplan genehmigt

Der Bebauungsplan für den Elbtower in der HafenCity hat grünes Licht erhalten. Nach drei Stunden brachte die Kommission den Bebauungsplan für Deutschlands dritthöchstes Haus auf den Weg. Der 245 Meter hohe Büro- und Hotelturm soll den Abschluss der Hafencity bilden. Die Kosten für den Bau des Elbtower werden auf mindestens 700 Millionen Euro geschätzt. Fertig soll er im Jahr 2025 sein.

Elbtower HafenCity

Elbtower © HafenCity Hamburg GmbH/moka-studio

Zu hoch, geradezu erschlagend für Hamburgs Silhouette und er bringe zu viel Schatten für die Anwohner in Rothenburgsort – das sind die häufigsten der 26 Einwände, ergab eine Sitzung der Kommission für Stadtentwicklung. Bemängelt wurden aber auch der CO2-Verbrauch. Und es fehle ein Anti-Terror- Konzept für das Gebäude. Gegen diesen Kritikpunkt jedoch wehrten sich die Vertreter der Stadtentwicklungsbehörde. Den Expressfahrstuhl zur Aussichtplattform im 55. Stock dürfe man beispielsweise nur nach einer Online-Anmeldung betreten und nachdem man von einem Körperscanner durchleuchtet wurde.

Elbtower in der HafenCity: Bebauungsplan genehmigt

Im Dezember hatte der Bauträger Signa aus Österreich die Baupläne für den Wolkenkratzer vorgelegt. Eigentlich sollte der Bauantrag bereits Mitte des Jahres vorliegen. Die Medien spekulierten ob die Coronakriese Auswirkungen auf die Planungen des Elbtowers haben könnte. Aber die Signa übergab Ende des letzten Jahres 400 Aktenordner mit Planunterlagen an Hamburgs Stadtentwicklungsbehörde zur Prüfung vor. Das Unternehmen spricht von einem Meilenstein für den Bau.

Im zweiten Quartal möchte man bereits die Baugrube und die Fundamente vorbereiten. Testbohrungen hatten ergeben, dass der Boden an den Elbbrücken tatsächlich etwas fester ist als gedacht und die Fundamente nicht 111 Meter, sondern nur gut 70 Meter in den Boden gerammt werden müssen.

Die Signa hat im Dezember ebenfalls den ersten Mieter vermeldet: Die Hamburg Commercial Bank will 11.000 Quadratmeter Büros mieten – das entspricht einem Achtel der gesamten Bürofläche. Die Auswahl des Hotelbetreibers soll unmittelbar bevorstehen.

Elbtower in der HafenCity: Bebauungsplan genehmigt

Eine interdisziplinär und unabhängig besetzte Jury hat sich 2017 einstimmig für den Entwurf von David Chipperfield Architects ausgesprochen. Als mischgenutztes Hochhaus mit ca. 104.000 m² Bruttogeschossfläche entwickelt sich der Elbtower von einem öffentlichen, vielfältig genutzten Sockel mit Entertainment- und Edutainmentflächen, Einzelhandel und Gastronomie über halböffentliche Nutzungen wie Hotel, Boarding House, Fitness- und Wellnessbereiche, Kinderland und Co-Working-Flächen bis hin zu modernen und flexibel gestaltbaren Büroflächen in den Turmgeschossen. Im Obergeschoss ist eine öffentliche Fläche vorgesehen; geplant ist eine gastronomische Nutzung. Sozialer und kommunikativer Treffpunkt des Gebäudes ist ein tagesbelichtetes, überdachtes Atrium. Im Sommer 2020 wurde eine mehrstöckige Musterfassade des künftig höchsten Gebäudes der Stadt aufgebaut.
Der 1:1 Fassadenprototyp des Elbtowers ist insgesamt 11 Meter hoch und 13,5 Meter breit.

Elbtower Musterfassade

Elbtower Musterfassade außen © Helge-Schwarzer

Der Elbtower erfüllt höchste Nachhaltigkeitskriterien. Er wird nach dem Platinum Standard des Umweltzeichens HafenCity zertifiziert und wird das ambitionierte Smart Mobility-Konzept der östlichen HafenCity erfüllen. Der Elbtower bildet nicht nur einen Abschluss der HafenCity-Entwicklung, sondern ist gleichzeitig Auftakt für den Eingang zum Zentrum Hamburgs. Zusammen mit der neuen U- und S-Bahn-Station Elbbrücken wird er zu einem neuen städtischen Knotenpunkt, der bis in die künftigen Stadtentwicklungsräume Billebogen und Grasbrook ausstrahlen wird.

Auf unserer Architekturführung HafenCity Ost können Sie mehr erfahren.

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