Architektur für die Wasserhäuser HafenCity entschieden

Die Architektur für die drei Wasserhäuser im Baakenhafen in der HafenCity ist entschieden. Die Lage der Baufelder im Hafenbecken weist ambitionierte technische und gestalterische Herausforderungen auf. Darüber hinaus wurden hohe Ansprüche an die Nachhaltigkeit formuliert. Für diese Aufgabe haben die drei Bauherren, die LIP Ludger Inholte Projektentwicklung GmbH, die OTTO WULFF Projektentwicklung GmbH und die Richard Ditting GmbH & Co. KG im Einvernehmen mit der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen sowie der HafenCity Hamburg GmbH zu einem hochbaulichen Workshopverfahren eingeladen, bei dem pro Wohnturm ein Architekturbüro ausgewählt wurde. Die Gewinner sind die Büros KCAP B.V. (Rotterdam), Barkow Leibinger Gesellschaft von Architekten mbH (Berlin) und Buchner Bründler Architekten AG (Basel).

Wasserhäuser Baakenhafen_BF 92c_1 BF © Ditting_Buchner Bründler Architekten

Wasserhäuser Baakenhafen_Buchner Bründler Architekten_BF 92c_1 BF © Ditting_Buchner Bründler Architekten

Die Planung der Wasserhäuser hat eine längere Geschichte: Die 2012 aus dem hochbaulichen
Wettbewerbsverfahren hervorgegangenen Entwürfe sahen drei im Wasser stehende Gebäu-
depaare vor, die über Steganlagen mit dem südlichen Ufer des Baakenhafens verbunden waren. Im
Laufe der weiteren Bearbeitung zeigte sich jedoch, dass eine wirtschaftlich tragfähige Lösung nicht
erreicht werden konnte: Zu groß hätten die architektonischen und städtebaulichen Kompromisse aus-
fallen müssen. Nachfolgende intensive Prüfungen hinsichtlich Position und Höhe ergaben, dass vorzugsweise drei einzelne, markante Gebäude sich städtebaulich wesentlich besser in das Quartier einfügen würden. Somit wurde deutlich, dass man sich von den bisherigen Architekturentwürfen verabschieden musste.

Architektur für die Wasserhäuser HafenCity entschieden

So wurde gemeinsam mit den drei Bauherren im letzten Jahr ein neues hochbauliches Workshopver-
fahren durchgeführt. Für jedes der Gebäude wurde ein eigenständiger Wettbewerb durchgeführt und von der Jury, unter der Leitung von Stefan Behnisch, jeweils ein siegreicher Entwurf prämiert. Bei der Auswahl der Entwürfe sind neben der funktionalen Gestaltung insbesondere das direkte Umfeld sowie die Fernwirkung der Gebäude und das Zusammenspiel untereinander sowie der Einklang mit der landseitigen Bebauung betrachtet worden.

Baufeld 88c – LIP Ludger Inholte Projektentwicklung GmbH
Der Watertower auf dem Baufeld 88c ist das westlichste der insgesamt drei Wasserhäuser. Der Entwurf für das Wasserhaus von KCAP B.V., Rotterdam bildet sich in der Grundform eines Seesterns aus und kann über einen überdachten Steg erreicht werden. Von diesem erreicht man eine geschwungene Plattform, an dessen Westseite sich ein Kinderspielplatz befindet und an der Ostseite den Eingangsvorplatz mit überhöhter Lobby ausbildet. Das Gebäude bietet Raum für insgesamt 62 Wohnungen verschiedener Größen zwischen 55 und 175m². Die Form des Seesterns bietet maximale Aussichtsmöglichkeiten für die Bewohner:innen, zugleich zeigt die organische und schlanke Form des Gebäudes von allen Seiten unterschiedlichste Anblicke. Der Bauherr legt großen Wert auf die Nachhaltigkeitsaspekte des Neubaus. So wird die LIP das Gebäude nicht nur nach dem Platin-Standard des HafenCity-Labels zertifizieren lassen, sondern es werden darüber hinaus zusätzliche Anforderungen an die Einsparung von CO2-Emissionen und an den Einsatz natürlicher oder recycelter Baustoffe erfüllt.

Wasserhäuser Baakenkafen_BF 88c_1 © LIP Ludger Inholte Projektentwicklung GmbH_KCAP

Wasserhäuser Baakenkafen_KCAP_BF 88c © LIP Ludger Inholte Projektentwicklung GmbH_KCAP

Baufeld 90b – OTTO WULFF Projektentwicklung GmbH
Das Baufeld 90b zeichnet sich durch seine mittige Lage zwischen den drei Wasserhäusern aus und erfüllt daher in der Trilogie der drei Gebäude eine wichtige Funktion. Die prämierten Architekten Barkow Leibinger Gesellschaft von Architekten mbH, Berlin entwickelten einen Entwurf, der den hohen Ansprüchen dieser besonderen Aufgabe gerecht wird. Die Grundrissfigur des Wasserhauses ist aufgefächert, so dass maximale Ausblicke zur Innenstadt, über die HafenCity und die Elbe möglich sind. Die Wohnungen öffnen sich vom kompakten Kern ausgehend nach außen und sind leicht zueinander versetzt, wodurch auch das kleinste Apartment Ausblicke in mindestens zwei Himmelsrichtungen hat. Daraus ergibt sich die skulpturale Gestalt des Hauses, die durch starke Brüstungsbänder zusätzlich betont wird. Die anspruchsvolle Baulogistik über eine Baustraße auf dem Wasser sowie die Zugänglichkeiten nur über Stege wird für technisch interessierte Bürger:innen ein lohnendes Ausflugsziel darstellen und demonstriert einmal mehr die Innovationskraft an diesem Standort.

Wasserhäuser Baakenhafen_BF 90b_2 © Otto Wulff_Barkow Leibinger_Atelier Tata

Wasserhäuser Baakenhafen_Barkow Leibinger_BF 90b © Otto Wulff_Barkow Leibinger_Atelier Tata

Baufeld 92c – Richard Ditting GmbH & Co. KG
Das östliche Baufeld 92c, für das der Entwurf von Buchner Bründler Architekten AG, Basel ausgewählt wurde, ist durch seine Nähe zum Baakenpark gekennzeichnet. Transparenz und Leichtigkeit kennzeichnen das Wasserhaus des Hamburger Bauunternehmens und Projektentwicklers Richard Ditting GmbH & Co. KG. Auf rund 7.955m² Bruttofläche bietet das Holz-Hybrid-Haus Platz für 80 bis 85 Eigentumswohnungen mit zwei bis vier Zimmern und bis zu 110 Quadratmetern sowie einem Indoor-Spielplatz. Der Zugang erfolgt über eine zweigeschossige Brücke über die Baakenallee sowie den Petersenkai. Der vorgelegte Entwurf besticht durch eine scheinbar schwingende Quaderform und eine sympathisch leichte Silhouette. Die künftigen Bewohner:innen werden weite Blicke auf Elbe, HafenCity und Innenstadt haben, Highlights der Ausstattung sind umlaufende Terrassen, Loggien, bodentiefe Verglasung, ein Erdgeschoss in doppelter Höhe mit Arkadenumlauf. Die Bauausführung soll nach dem Cradle-to-Cradle-Prinzip ressourcenschonend und emissionsreduziert erfolgen. Weitere Nachhaltigkeitsaspekte sind Photovoltaik, Gründach, Fahrradstellplätze mit Ladestation sowie Dachvorsprünge für äußeren Sonnenschutz.

Die drei Wohntürme, die in das Hafenbecken gebaut und durch Steganlagen mit dem Ufer verbunden
sind, werden neue städtebauliche Ankerpunkte im Quartier Baakenhafen bilden. Mit dem Bau kann voraussichtlich 2023/2024 begonnen werden.

Auf unserer Architekturführung HafenCity Ost können Sie mehr erfahren.

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