Jury kürt Siegerentwurf zum Wiederaufbau der Bornplatzsynagoge

Der Wiederaufbau der Bornplatzsynagoge nimmt Gestalt an. Das aus den Büros Schulz und Schulz Architekten , Haberland Architekten und POLA Landschaftsarchitekten bestehende Planungsteam hat mit seinem Entwurf eine 27-köpfige Jury überzeugt und den durch die Jüdische Gemeinde in Hamburg ausgerichteten Wettbewerb gewonnen. Damit ist ein sehr wichtiger Meilenstein beim Wiederaufbau der Synagoge erreicht. Gut zwei Dutzend nationale und internationale Planungsteams nahmen an dem europaweiten hochbaulich-freiraumplanerischen Wettbewerb teil.

Siegerentwurf Bornplatzsynagoge

Siegerentwurf Bornplatzsynagoge @ Schulz und Schulz Architekten mit Haberland Architekten und POLA Landschaftsarchitekten

Jury kürt Siegerentwurf zum Wiederaufbau der Bornplatzsynagoge

Der von der Jury einstimmig ausgewählte Siegerentwurf setzt aus Sicht der Jurorinnen und Juroren den Masterplan zum Wiederaufbau der Bornplatzsynagoge architektonisch und freiraumplanerisch hervorragend um. Er vereint dabei die Wünsche der Gemeinde mit der Realisierung des geforderten Raumprogramms und gibt der historischen Synagoge ihren angestammten Platz am Grindelhof zurück. Der Entwurf überzeugt laut Jury durch eine stimmige Proportionierung der Stadt- und Freiräume und gibt den einzelnen Gebäuden des Ensembles einen würdevollen architektonischen Ausdruck. Der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Hamburg lobte den Siegerentwurf für kluge und zukunftsweisende Konzepte, für die Rekonstruktion und die künftige Nutzung.

Lageplan Bornplatzsynagoge

Lageplan Bornplatzsynagoge @ Schulz und Schulz Architekten mit Haberland Architekten und POLA Landschaftsarchitekten

Geschichte der Bornplatzsynagoge

Die ehemalige Synagoge am Bornplatz zählte mit 1.200 Plätzen zu den größten Synagogen Deutschlands. 1908 wurde sie im Hamburger Grindelviertel eingeweiht. Sie war mehr als 30 Jahre religiöses, kulturelles und gesellschaftliches Zentrum der Jüdischen Gemeinde in Hamburg und prägte das Stadtbild durch ihren neoromanischen Stil und ihre freistehende Lage im Stadtraum. Die markante, rund 40 Meter hohe Kuppel des Baus war prägender Teil der Silhouette Hamburgs.

Modell Bornplatzsynagoge

Modell Bornplatzsynagoge @ Schulz und Schulz Architekten mit Haberland Architekten und POLA Landschaftsarchitekten

Nach der Schändung und Plünderung im Zuge des Novemberpogroms 1938 wurde die Synagoge zwangsweise von Nationalsozialisten abgerissen. Ein zentraler Ort des jüdischen Lebens in Hamburg ging verloren. In der Jüdischen Gemeinde in Hamburg und in der Stadt ist der breite Wunsch entstanden, die Synagoge wieder zu errichten. Für dieses Vorhaben haben Senat und Bürgerschaft sowie der Bund ihre Unterstützung erklärt. Im Jahr 2022 war eine Machbarkeitsstudie vorgestellt worden, die mehrere Modelle für den Wiederaufbau der Synagoge enthält. Vor einem Jahr startete der Architekturwettbewerb, der konkrete Entwürfe für den Wiederaufbau liefern sollte.

Präsentation Siegerentwurf Bornplatzsynagoge

Präsentation Siegerentwurf Bornplatzsynagoge @ Schulz und Schulz Architekten mit Haberland Architekten und POLA Landschaftsarchitekten

Siegerentwurf der Bornplatzsynagoge

Das Gebäude für die Jüdische Gemeinde soll sich optisch an der ursprünglichen Synagoge mit ihren prächtigen Backsteinfassaden orientieren. Außergewöhnlich ist aber die gläserne Kuppel. Neben der freistehenden Synagoge soll zusammen mit einer Bibliothek, einem Gemeindesaal, einem Cafè und neuen Wohnungen „ein stimmiges Gesamtensemble“ entstehen, sagte Franz-Josef Höing, Oberbaudirektor der Stadt Hamburg. Der Entwurf vereine den Wunsch der Jüdischen Gemeinde nach Offenheit durch verschiedene Begegnungsräume wie auch nach Sicherheit, erklärte Philipp Stricharz, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde in Hamburg. Geplant ist ein offener Gebäudekomplex ohne Zäune.

Nach Auskunft von Jan Pörksen (SPD), Staatsrat und Chef der Senatskanzlei, steht als nächster Schritt das Vergabeverfahren für die Fachplanung an, anschließend könnten genauere Angaben zu Zeit und Baukosten gemacht werden.

Mehr Informationen können Sie auf unseren Architekturführungen erfahren.