Der Hamburger Senat hat im Juni den Siegerentwurf für den Ersatzneubau der Köhlbrandbrücke vorgestellt. Das künftige Bauwerk wird als Schrägseilbrücke realisiert und die bestehende Querung aus den 1970er-Jahren ablösen. Ziel ist es, die Leistungsfähigkeit der zentralen Hafenverbindung langfristig zu sichern und die Zugänglichkeit zu den südlichen Hafenarealen zu verbessern.

Entwurf neue Köhlbrandbrücke_1 / Planungsgemeinschtaft sbp, GRASSL und WTM Engineers in Kooperation mit gmp und PP © Gärtner und Christ
Entwurf für neue Köhlbrandbrücke vorgestellt
Der prämierte Entwurf stammt von einer Planungsgemeinschaft aus sbp, GRASSL und WTM Engineers in Kooperation mit gmp und PPL. Insgesamt hatten sieben Bietergemeinschaften ihre Konzepte eingereicht. Die neue Brücke orientiert sich gestalterisch am charakteristischen Erscheinungsbild des Bestands und führt dieses in einer zeitgemäßen, technisch optimierten Form fort. Der Entwurf erscheint auf den ersten Blick wie eine Neuauflage, doch wird er in einigen Details wesentlich anders. So sind die Pylone anders als bei der derzeitigen Köhlbrandbrücke nicht aus Stahl, sondern aus Beton. Der Mittelteil wird lediglich durch Stahlseile zwischen den Fahrbahnen gehalten, nicht links und rechts.

Entwurf neue Köhlbrandbrücke_2 / Planungsgemeinschtaft sbp, GRASSL und WTM Engineers in Kooperation mit gmp und PP © Gärtner und Christ
Schwebender Überbau
Kernelemente des Entwurfs sind die Schrägseilkonstruktion mit zwei etwa 170 Meter hohen Pylonen und einer Hauptspannweite von rund 400 Metern sowie eine erhöhte Durchfahrtshöhe von 73,5 Metern zur Aufnahme größerer Seeschiffe und langfristigen Sicherung der Erreichbarkeit des Containerterminals Altenwerder. Je Richtung sind zwei Fahrspuren vorgesehen und die Rampen auf jeweils ca. 500 Meter verlängert.
Das Gesamtbauwerk wird nach Angaben von Oberbaudirektor Franz-Josef Höing fünf Kilometer lang. Zugleich setzt der Entwurf technisch neue Maßstäbe, etwa durch einen gezielt reduzierten und effizienteren Einsatz CO₂-intensiver Materialien wie Stahl. Durch ihre Größe und die leicht geänderte Trasse rückt die neue Brücke näher an die Stadt heran und wird sichtbarer im Stadtraum. Der Überbau schwebt wieder über der Silhouette der Hafenkräne und prägt als neuer Brückenzug die Hamburger Skyline.

Entwurf neue Köhlbrandbrücke_3 / Planungsgemeinschtaft sbp, GRASSL und WTM Engineers in Kooperation mit gmp und PP © Gärtner und Christ
Fertigstellung in 2030er-Jahren geplant
Der Planfeststellungsbeschluss soll bis 2030 beantragt werden. Im Anschluss folgen Ausführungsplanung und Bau. Für Ende der 2030er-Jahre sei die Freigabe für den Autoverkehr geplant. Im Fokus der Planung stehen eine wartungsarme Konstruktion, nachhaltige Lösungen sowie die Sicherstellung eines möglichst reibungslosen Hafenbetriebs während der Bauphase.
Die Hälfte der Netto-Baukosten von 5,3 Milliarden Euro will der Bund übernehmen. Im Juni 2024 hatte die Hamburgische Bürgerschaft einem Neubau der Brücke zugestimmt. Die bestehende Köhlbrandbrücke bleibt bis zur Inbetriebnahme des Neubaus in Betrieb.
Mehr Informationen können Sie auf unserer Architekturführung „Hafen“ erfahren.
