Das Architekturbüro Bjarke Ingels Group (BIG) hat sich mit einem spektakulären Entwurf in einem architektonischen Qualifizierungsverfahren zum Neubau der Hamburgischen Staatsoper in der HafenCity durchgesetzt. Eine Jury aus Vertreter:innen der Stadt, der Kühne-Stiftung und externen Expert:innen hat sich gestern einstimmig für den Entwurf ausgesprochen. Der Entwurf sieht ein herausragendes Opernhaus mit einer einladenden, rundum begehbaren Dachlandschaft vor, die sich zu allen Seiten zur Elbe und in die Stadt hinein öffnet. Der Siegerentwurf wird nun in den kommenden zwei Jahren in enger Abstimmung mit der Stiftung, der Stadt und der Hamburgischen Staatsoper als künftiger Nutzerin konkretisiert. Am Ende dieser erweiterten Vorplanung und einer belastbaren Kostenschätzung wird di Kühne-Stiftung abschließend über die Realisierung des Neubaus entscheiden. Als Standort ist das Baakenhöft in unmittelbarer Elblage in der HafenCity vorgesehen.

Entwurf Neue Staatsoper Hamburg_Visu3 © BIG & Yanis Amasri Sierra, Madrid, Spain
Bjarke Ingels Group gewinnt Qualifizierungsverfahren
Aufsetzend auf eine theaterfachliche Vorplanung wurde das architektonische Qualifizierungsverfahren von der Hamburgische Staatsoper Projekt gGmbH durchgeführt. Die Jury bescheinigt dem Entwurf des Teams der Bjarke Ingels Group ein wohlüberlegtes Konzept und einen städtebaulich überzeugenden Ansatz. Er sei eine „gelungene Symbiose aus guten Bedingungen für ein Opernhaus und spannendem Wahrzeichen für alle Hamburgerinnen und Hamburger“. Als besonderes Merkmal wurden die großzügigen Dachauskragungen der Fassade gewürdigt, aus denen eine Kaskade von eleganten Balkonen resultiere: „De facto entsteht eine Spirale aus Dachgärten, die mit einheimischen Bäumen, Büschen und Gräsern bepflanzt wird und der Öffentlichkeit als Aufenthaltsort zur Verfügung gestellt wird. So kann das Operngebäude vollständig umrundet werden, um Blicke zur Stadt, zur HafenCity und zum Hafen zu genießen.“ Der Entwurf werde insbesondere bei Nacht zur Ikone, wenn seine ausufernden „Blätter“ von unten beleuchtet einer aufsteigenden Blüte ähnelten.

Entwurf Neue Staatsoper Hamburg_Visu6 © BIG & Yanis Amasri Sierra, Madrid, Spain
Neubau der Staatsoper auf dem Baakenhöft
Die Stadt Hamburg hat sich im Februar 2025 mit der Kühne-Stiftung auf den Vertrag über den Neubau einer Oper von Weltrang auf dem Baakenhöft geeinigt. Geplant ist, dass die HSO Projekt gGmbH den Neubau verantwortet, an der nach Zustimmung durch die Bürgerschaft neben der Stiftung künftig auch die Stadt Hamburg und die Hamburgische Staatsoper beteiligt sein sollen. Die Stadt wird zudem die öffentlichen Flächen rund um die neue Oper für alle zugänglich machen. Der Vertrag sieht vor, dass sich die Stadt für standortspezifische Mehrkosten, insbesondere für Gründung und Flutschutz, mit 147,5 Millionen Euro an den Kosten für den Bau der Oper beteiligt. Dieser Betrag ist gedeckelt. Die weiteren Kosten für den Bau des neuen Opernhauses übernimmt die Stiftung. Nach Fertigstellung gehen das Gebäude und die Anteile der Stiftung an der Projektgesellschaft als Schenkung an die Stadt über.

Entwurf Neue Staatsoper Hamburg_Visu4 © BIG & Yanis Amasri Sierra, Madrid, Spain
Im September hat der Senat der Freien und Hansestadt Hamburg eine Drucksache beschlossen, mit der die Hamburgische Bürgerschaft um Zustimmung zu dem Vertrag gebeten wird. Diese wird derzeit von der Bürgerschaft beraten.
An dem durch die HSO Projekt gGmbH ausgeschriebenen hochbaulichen Qualifizierungsverfahren mit freiraumplanerischem Ideenteil haben folgende international renommierte Architekturbüros teilgenommen:
• BIG – Bjarke Ingels Group, Kopenhagen
• gmp international GmbH, Hamburg, mit Diller Scofidio & Renfro, New York
• Prof. Jörg Friedrich | Studio PFP GmbH, Hamburg
• Snøhetta, Oslo
• Sou Fujimoto, Tokio / Paris
Zur Jury gehörten:
• Stefan Behnisch (Jury-Vorsitz), Architekt, Behnisch Architekten Partnerschaft mbB;
• Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien
• Dr. Jörg Dräger, Geschäftsführender Stiftungsrat, Kühne Stiftung
• Katharina Fegebank, Senatorin für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft
• Karl Gernandt, Stiftungsrat der Kühne-Stiftung
• Franz-Josef Höing, Oberbaudirektor
• Dr. Andreas Kleinau, Vorsitzender der Geschäftsführung der HafenCity Hamburg GmbH
• Tobias Kratzer, Intendant der Staatsoper Hamburg
• Dorte Mandrup, Architektin, Dorte Mandrup A/S, Kopenhagen
• Karen Pein, Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen
• Prof. Matthias Sauerbruch, Architekt, Sauerbruch Hutton Gesellschaft von Architekten mbH, Berlin
• Dr. Thomas Staehelin, Stiftungsrat der Kühne-Stiftung
• Günther Vogt, Landschaftsarchitekt, Vogt Landschaftsarchitekten AG, Zürich
• sowie drei Vertreter:innen der Hamburgischen Bürgerschaft.
Vom 14. November bis 30. November, werden alle Entwürfe im Kesselhaus, Am Sandtorkai 30, 20457 Hamburg in der HafenCity ausgestellt.
Mehr Informationen können Sie auf unserer Architekturführung HafenCity Ost erfahren.
