Die Kulturtipps von Volkwin Marg: Wohin gehen Hamburgs Architekten?

Diesen Monat die Kulturtipps von Volkwin Marg.
Wohin gehen Hamburgs Architektinnen und Architekten am liebsten? Regelmäßig berichten hier Hamburger Architektinnen und Architekten was sie in Hamburg am liebsten mögen.

Was ist auch abseits der großen Attraktionen empfehlenswert? Ob Restaurant oder Konzert, spannendes Gebäude oder Ausstellung. Lassen Sie sich inspirieren!

Die Kulturtipps von Volkwin Marg

Prof. Dipl.-Ing. Architekt Volkwin Marg @ Wilfried Dechau

Dieser Fragebogen wird ausgefüllt durch Volkwin Marg.

Für die leichte Muse: Museumshafen Oevelgönne und das Restaurant ‚das weisse haus‘ in Altona, Neumühlen 50
weil: hier Hamburgs Kontraste besonders gut zu spüren sind und das Verweilen gemütlich ist. Auf der einen Seite der Elbe mit ihren Containerriesen die Marsch-Ebene mit der Hafenindustrie samt Containerbrücken auf den Kais – reine Ingenieursästhetik – und auf der anderen Seite kleinbürgerliche Wohnidylle in den gereihten Häuschen am Fuße des grünen Geesthanges mit gutem Restaurant und Schankgarten vor dem weissen Haus – keinerlei modische Architekturen – und davor der ehrenamtlich betriebene Museumshafen mit Eisbrecher, Feuerschiff, Dampfschleppern, Barkassen, Fischkuttern, Frachtewern, Schwimmkran. ‚das weisse haus‘ und Museumshafen habe ich vor 3 Jahrzehnten initiiert.

Für Experimentierfreudige: Stiftung Hamburg Maritim und das heutige Hafenmuseum im Hansahafen bei den 50er Schuppen
weilhier noch die Einrichtungen zum Stückgutumschlag bis zu den 60er Jahren samt Kränen, Schuppen, Frachtern aus der Vor- und Nachkriegszeit des vergangenen Jahrhunderts versammelt sind und man zuschauen kann, wie im Schuppen die Stahlseile von Wanten und Stagen für die Viermastbark ‚Peking‘ getakelt werden.

Die Kulturtipps von Volkwin Marg

Was Sie auf keinen Fall verpassen sollten: ist die große Hafenrundfahrt mit einer kleinen offenen Barkasse durch Container-Hafen, Speicherstadt und Hafencity. 

Lieblingsprojekte

Ihr Lieblingsgebäude: die Ruine der Nikolaikirche in der Altstadt
weil: die Ausstellung in deren Krypta über das Bombardement Gomorrha von 1943 und die grauenhafte Katastrophe im 2. Weltkrieg zeigt und uns das Wunder spüren lässt, aus welchen Trümmern Hamburg beim Wiederaufbau auferstanden ist.

Ihr eigenes Lieblingsprojekt aus Ihrem Büro: das Puppenmuseum im Falkenstein
weil: ich diese Inkunabel der architektonischen Moderne, das ehemalige Landhaus Michaelsen vom Architekten Karl Schneider aus der Zeit noch vor Dessauer Bauhaus und Stuttgarter Weißenhofsiedlung als Baudenkmal retten konnte, wenn auch das Puppenmuseum meiner Freundin Elke Dröscher im Innen nicht mehr an das wohnliche Interieur der revolutionären 20er Jahre erinnert.

Die Kulturtipps von Volkwin Marg

Wiederaufbau Landhaus Michaelsen als Puppenmuseum, GMP @ Heiner Leiska

Biografie

Volkwin Marg, 1936 in Königsberg geboren, am Danziger Hafen aufgewachsen, 1945 vor der anrückenden Kriegsfront nach Thüringen geflüchtet, 1957 weiter nach Westberlin, weil nicht zum Architekturstudium zugelassen. Grund weil nicht loyal zu DDR. In Berlin, Delft/Niederlande, Braunschweig studiert und zum Architekten geworden. 1965 nach Diplom sofort durch Wettbewerbe das Büro von Gerkan, Marg und Partner gegründet, seit über 50 Jahren kontinuierlich weitere Wettbewerbe und dadurch weltweit tätig geworden, mit Partnern und über 500 Mitarbeitern und mit Freude an der Arbeit.

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