{"id":6099,"date":"2016-04-11T17:12:29","date_gmt":"2016-04-11T15:12:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.a-tour.de\/de\/?p=6099"},"modified":"2016-04-11T17:50:39","modified_gmt":"2016-04-11T15:50:39","slug":"algenhaus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.a-tour.de\/de\/algenhaus\/","title":{"rendered":"Algenfassade blubbert wieder"},"content":{"rendered":"<p>Das Algenhaus der Architekten splitterwerk mit der markanten Fassadengestaltung ist eines der Projekte, das w\u00e4hrend der Internationalen Bauausstellung 2013 realisiert wurde. Als \u00abBauausstellung in der Bauausstellung\u00bb entstanden im Stadtteil Wilhelmsburg verschiedene Geb\u00e4ude namhafter internationaler Architekturb\u00fcros, die richtungsweisend f\u00fcr den Wohnungsbau im 21. Jahrhundert werden sollen. Sie stechen nicht allein durch ihre Gestaltung und Formgebung hervor, sondern zeichnen sich durch zukunftsweisende und hybride Funktionalit\u00e4ten aus.<\/p>\n<p>Die Fassade des Hauses schimmert, in verschiedenen Schattierungen, gr\u00fcn. Aufsteigende grosse Luftblasen erinnern an ein Aquarium. Das Geb\u00e4ude ist weltweit das einzige Haus, das sich mit Photosynthese energetisch selbst versorgt. Das Prinzip ist einfach: In den Fassadenelementen werden Algenkulturen gez\u00fcchtet, die regelm\u00e4ssig geerntet werden. Die Mikroalgen werden im Inneren der Bioreaktoren gez\u00fcchtet und wachsen mithilfe des Sonnenlichts heran. Die Fassadenelemente sind 2,60 Meter hoch, 70 Zentimeter breit und rund 2 Zentimeter dick. In den Elementen befindet sich zwischen den zwei Glasscheiben ein Hohlraum, in dem die Algenkultur heranw\u00e4chst. In den Bioreaktoren sind 24 Liter \u00abKulturmedium\u00bb, ein mit N\u00e4hsalzen angereichertes Wasser, enthalten. Dabei wird der Hohlraum nicht komplett gef\u00fcllt. Durch einen Zu- und Ablauf ist das System st\u00e4ndig in Zirkulation. Bis zu 32 Paneele k\u00f6nnen auf diese Weise miteinander zu einem geschlossenen Wasserkreislauf verbunden und im Technikraum zusammengeschlossen werden.<\/p>\n<p>Damit die Mikroalgen innerhalb des Reaktors nicht absinken, wird das Kulturmedium mittels Druckluft st\u00e4ndig in Bewegung gehalten. Die relativ hohe Str\u00f6mungsgeschwindigkeit an den Innenfl\u00e4chen des Bioreaktors verhindert, dass sich die Mikroalgen grossfl\u00e4chig absetzen oder faulen.<\/p>\n<h2>Fassade nun wieder in Betrieb<\/h2>\n<p>Ganz ist dies allerdings nicht zu verhindern. Ende letzten Jahres musste die Anlage komplett gereinigt werden, nachdem das System zusammengebrochen war. Nach zwei Jahren Betrieb und einer genauen Analyse wurde erkannt, dass vor allem einige Bedingungen der Hydrodynamik verbessert werden mussten. Die Algen ben\u00f6tigen besondere Bedingungen. Vor allem in den Ecken der Hohlk\u00f6rper kam es zu verst\u00e4rkten Ablagerungen abgestorbener Algen. Alle Fassadenelemente wurden deshalb abmontiert und gereinigt. Um das Wachstum der Mikroalgenkulturen zu f\u00f6rdern, wird kontinuierlich Kohlendioxid in die Reaktoren gepumpt. Damit sich das Gas gut im Paneel verteilt, sind im unteren Bereich des Innenraums drei parallel verlaufende, vertikale Stege angebracht. Durch die so entstandenen vier voneinander getrennten Kan\u00e4le wird das Kohlendioxid in den Reaktor eingebracht.<\/p>\n<div id=\"attachment_6101\" style=\"width: 1060px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-6101\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-6101\" src=\"https:\/\/www.a-tour.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2016\/04\/news-iba-algenhaus.jpg\" alt=\"Algenhaus IBA\" width=\"1050\" height=\"600\" srcset=\"https:\/\/www.a-tour.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2016\/04\/news-iba-algenhaus.jpg 1050w, https:\/\/www.a-tour.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2016\/04\/news-iba-algenhaus-300x171.jpg 300w, https:\/\/www.a-tour.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2016\/04\/news-iba-algenhaus-768x439.jpg 768w, https:\/\/www.a-tour.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2016\/04\/news-iba-algenhaus-1024x585.jpg 1024w, https:\/\/www.a-tour.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2016\/04\/news-iba-algenhaus-600x343.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 1050px) 100vw, 1050px\" \/><p id=\"caption-attachment-6101\" class=\"wp-caption-text\">Algenhaus \u00a9 IBA<\/p><\/div>\n<p>Deutlich ist zu erkennen, wie das Gas durch die Lamellen aufsteigt. Grosse und kleine Blasen blubbern unaufh\u00f6rlich durch die Glasscheiben \u2013 und das nicht nur optisch. In unmittelbarer N\u00e4he der Fassade ist das markante Ger\u00e4usch gut zu h\u00f6ren.<\/p>\n<p>Die Mikroalgen vermehren sich in rasantem Tempo. Unter idealen Bedingungen teilen sie sich einmal am Tag und verdoppeln damit ihre Biomasse. Die Einzeller nutzen das Sonnenlicht f\u00fcr ihr Wachstum. Durch Photosynthese entsteht zusammen mit den zugesetzten N\u00e4hrsalzen eine Biomasse, die als Rohstoff f\u00fcr die Erzeugung von Biogas dient. Die Mikroalgen sind bei der Umwandlung von Lichtenergie in Biomasse wesentlich effizienter als andere Pflanzen. Rund 15 Gramm Trockenmasse pro Quadratmeter Fassadenfl\u00e4che fallen durchschnittlich am Tag an. Ein Gramm trockene Biomasse enth\u00e4lt etwa 23 Kilojoule Energie. Bei Sonneneinstrahlung fungieren die Reaktoren zudem wie solarthermische Absorber. Sie heizen sich am Tag auf.<\/p>\n<p>Im Haustechnikraum wird die W\u00e4rme der Tr\u00e4gerfl\u00fcssigkeit \u00fcber einen W\u00e4rmetauscher abgeleitet. Die gewonnene W\u00e4rmeenergie kann anschliessend im oder am Geb\u00e4ude mittels eines Erdsole- oder Latentw\u00e4rmespeichers genutzt werden oder erzeugt direkt warmes Wasser.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Algenhaus der Architekten splitterwerk mit der markanten Fassadengestaltung ist eines der Projekte, das w\u00e4hrend der Internationalen Bauausstellung 2013 realisiert wurde. Als \u00abBauausstellung in der Bauausstellung\u00bb entstanden im Stadtteil Wilhelmsburg verschiedene Geb\u00e4ude namhafter internationaler Architekturb\u00fcros, die richtungsweisend f\u00fcr den Wohnungsbau im 21. Jahrhundert werden sollen. 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