Wettbewerb: Hamburger Speicherstadt

Reizvolle Konzepte für moderne Wohnungen, die den besonderen Charakter der historischen Speichergebäude aufgreifen, sind das Ergebnis des offenen Ideenwettbewerbs „Wohnen in der Speicherstadt“. Der von der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU) und der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) gemeinsam ausgerichtete Wettbewerb zeigt, wie Wohnen als unverzichtbarer Baustein einer lebendigen Nutzungsvielfalt in die historische Hamburger Speicherstadt integriert werden kann. Am 30. Mai wurden um 19 Uhr die fünf ersten Preise in Speicherblock L übergeben.

Offene und großzügige Loftgrundrisse sowie interessante Verbindungen von historischen und modernen Elementen charakterisieren die meisten der ausgezeichneten Entwürfe. Sie zeigen, wie Wohnen in der Speicherstadt eine weitere attraktive Belebung des Quartiers sein kann. Davon profitiert nicht nur das Viertel sondern die ganze Stadt. Denn den Wohnanteil in der Innenstadt zu erhöhen, ist ein wichtiges Ziel der Hamburger Stadtentwicklung. Der besondere Charakter der Speicher wird bei den gelungenen Entwürfen nicht nur in den Fassaden erhalten, sondern spiegelt sich auch im inneren Ambiente wieder. 127 Architekten aus Deutschland und dem europäischen Ausland hatten sich an dem offenen Ideenwettbewerb beteiligt. Die Aufgabe war es die Wohnungen dem Charakter der Speicherstadt gerecht werden zu lassen sowie funktional, wirtschaftlich und dabei auch mit dem Denkmalschutz vereinbar zu sein. Exemplarisch gezeigt werden sollte dies an den Speicherblöcken E, L und X.

Die Arbeiten der fünf Preisträger und der fünf mit Anerkennungen bedachten Teilnehmer veranschaulichen, wie gelungene Wohnnutzung in jedem dieser Blöcke möglich ist und dass die eingereichten Ideen zu realisierbaren Konzepten weiter­entwickelt werden können. Danach bietet sich in der Speicherstadt vor allem Loftwohnen in den unteren Geschossen und Maisonettewohnen im Dachgeschoss an. Wegen der großen Tiefe der Böden – besonders der Blöcke X und L, die zwischen 24 und 28 m tief sind – erscheinen vor allem Loftgrößen von 100 bis 200 m2 als praktikable Wohneinheiten, die den Charakter der Speicher erhalten. Die Besonderheit des Ortes sollte im Sinne einer Sonderimmobilien-Vermarktung beibehalten werden. Das Wettbewerbsergebnis zeigt, dass trotz aller Schwierigkeiten, wie der Berücksichtigung des Denkmalschutzes und des Brandschutzes sowie den teilweise sehr großen Gebäudetiefen, attraktive Wohnungen in den Speichern entstehen können.

Auch wenn die Speicherstadt, da sie als Teil des Hamburger Hafens dem Hafenentwicklungs­gesetz (HafenEG) unterliegt, zurzeit noch nicht für Wohnungen genutzt werden darf, wird dies vermutlich in näherer Zukunft möglich sein. Die Entlassung der Speicherstadt aus dem HafenEG ist bereits in Vorbereitung. Die BSU erarbeitet gerade gemeinsam mit der HHLA und dem Denkmalschutzamt der Kulturbehörde ein „Entwicklungskonzept Speicherstadt“.

Alle 127 eingereichten Arbeiten werden im Speicherblock L, Am Sandtorkai 36a im 1. Boden in einer großen Ausstellung auf 360 m2 präsentiert. Das Highlight der Ausstellung ist ein im Maßstab 1:1 aufgeklebter Wohnungsgrundriss. Dieser Entwurf macht die Dimensionen der vorgeschlagenen Wohnungen anschaulich und besser erlebbar. Die kostenlose Ausstellung ist montags, mittwochs und freitags bis sonntags von 12 bis 19 Uhr geöffnet, donnerstags von 12 bis 20 Uhr. Sie ist Teil des Hamburger Architektursommers 2012.

Die Preise wurden wie folgt vergeben:

Preis Block L
behet bondzio lin architekten, Münster
brechwagner | architekten, Stuttgart

Anerkennung Block L
Max Lauer, Freiburg im Breisgau
LHVH Architekten GbR, Köln

Preis Block X
güldenzopf rohrberg architektur + design, Hamburg

Anerkennung Block X
Architekten Leuschner Gänsicke Beinhoff, Hamburg
Steinwender Architekten, Heide

Preis Block E
h.s.d. architekten bda habermann.decker, Lemgo
asdfg, Hamburg

Anerkennung Block E
Christine Edmaier, Berlin

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