Architektur von der Couch: Tipps von Cristina Silva

Wir setzen unsere Reihe „Architektur von der Couch“ fort. Nach Bo Christiansen aus Kopenhagen /Malmö, Anneke Bokern aus Amsterdam/Rotterdam, Boris Strzelczyk aus Valencia und Bettina Johae aus New York, geht es heute nach Portugal.

Als fünftes berichtet unsere Guiding Architects Partnerin Cristina Silva von Cultour aus Porto und Lissabon.

Die Mehrheit von uns sitzt gerade im home-office und hat so keine Möglichkeit die Welt zu erkunden. Wir bringen die Welt zu Ihnen. Dazu haben wir unseren Partnern von Guiding Architects ein paar Fragen zur aktuellen Situation gestellt.

Lesen Sie hier ihre Antworten und bekommen ein paar Tipps, wie in anderen Ländern mit der Situation umgegangen wird und was man sich auch von zu Hause aus ansehen kann.

Architektur von der Couch: Tipps von Cristina Silva

1. Wie ist die Lage/Situation in Deiner Stadt?
Was unser Geschäft betrifft, so hat es vollständig aufgehört. Wir haben noch einige geplante Touren für Juni, aber ich glaube nicht, dass sie stattfinden werden, und einige andere für den Herbst. Neue Anfragen kommen im Moment nicht.
Was das Land betrifft, so ist fast alles geschlossen (Schulen, Museen, nicht notwendige Geschäfte – Restaurants dürfen Essen liefern), und Menschen, die nicht verpflichtet sind im Freien zu arbeiten, werden gebeten zu Hause zu bleiben, es sei denn, sie müssen lebenswichtige Dinge einkaufen, zur Apotheke gehen, zum Arzt gehen, für einige Minuten draußen Sport treiben.

Architektur von der Couch: Tipps unserer Guiding Architects Partner

Cristina Silva © cultour

2. Wie blickst Du in die Zukunft?
Wir erwarten eine bessere Zukunft als die Gegenwart, da wir dieses Wunschdenken haben, dass das Fernweh der Menschen, gerade auch nach dem Eingesperrtsein in den eigenen vier Wänden, bestehen bleibt und sogar noch zunehmen kann. Andererseits befürchten wir, dass die Reisefurcht noch einige Monate nach dem Ende der Pandemie (und wir wissen nicht, ob es im Herbst einen zweiten Ausbruch geben wird) zusätzlich zu einem zunehmenden ökologischen Bewusstsein im Zusammenhang mit (Flug-)Reisen, das bereits bestand und während dieser Krise möglicherweise gestiegen ist, weiter bestehen wird.

Architektur von der Couch: Tipps von Cristina Silva

3. Was könnte in Eurer Stadt digital betrachtet werden (Museum, Galerie, Archiv)?                     Die Gulbenkian-Stiftung in Lissabon bietet einen virtuellen Besuch an.

Auch die Casa da Arquitectura in Porto, einschließlich eines Besuchs der Ausstellung über Souto de Moura, die jetzt „ausgestellt“ wird.

Architektur von der Couch: Tipps unserer Guiding Architects Partner

Casa das Histórias Paula Rego © a-tour

4. Gibt es eine positive Initiative in Deiner Stadt, die durch die jetzige Situation entstanden ist?
Ich denke, die Stadtverwaltungen sind sehr damit beschäftigt, sich mit der Krise auseinanderzusetzen und ihre eigenen Dienste an diese Veränderungen anzupassen. Wie Zeynep (GA Istanbul) sagte, gibt es auch hier mehr oder weniger formelle Solidaritätsketten zwischen den Nachbarn.

Eine Initiative in Porto, die die Architektur, genauer gesagt die Balkone, betrifft: Das Festival Varandas® (Festival der Balkone). Es ist eine multidisziplinäre Veranstaltung, die Theater, Musik, Poesie und neuen Zirkus miteinander verbindet und Aufführungen präsentiert, die Balkone in Bühnen verwandeln. In diesen pandemischen Zeiten bestand unsere Herausforderung für den 29. März darin, den Balkon zur Bühne und die Nachbarschaft zum Publikum zu machen und eine Version des Festivals zu schaffen, bei der die Balkone nicht nur die Bühne, sondern auch das Publikum sind. Hier                          Instagram: festivalvarandas

5. Hast Du einen Tipp für ein Architekturbuch und/oder eine Architektur Dokumentation und/oder einen Film und/oder einen Podcast, der Dir in letzter Zeit gut gefallen hat?                

Es gibt diesen Film namens Columbus, von dem Koreaner Kogonada (2017). Seine Handlung spielt in Columbus, Indiana, USA, einer kleinen Stadt mit nur 46.000 Einwohnern, in der einige der weltweit bekanntesten Architekten und einige ihrer besten Arbeiten zu finden sind, wie Eliel Saarinen, Eero Saarinen, Kevin Roche, I.M. Pei, unter anderen.

Wenn wir über portugiesische Architektur und portugiesische Architekten sprechen, schlagen wir die folgenden Filme vor:
– dieser Dokumentarfilm über Souto de Moura unter der Regie von Thom Andersen mit dem Titel Reconversion (2012) über 17 Projekte und Gebäude.

Having A Cigarette with Álvaro Siza, von Iain Dilthey (2016), erzählt von Siza Vieira selbst

Verfügbar im Internet:
Etwa 11 Minuten Gespräch mit Álvaro Siza, aufgenommen in Porto, auf youtube (2019?)

Am 25. September 2015 stellte die John H. Daniels-Fakultät für Architektur, Landschaft und Design in Zusammenarbeit mit dem kanadischen Zentrum für Architektur den portugiesischen Architekten Álvaro Siza in der Convocation Hall der Universität Toronto vor. Verfügbar hier.
Neben vielen anderen, die wir nennen könnten.

Wir müssen auch auf beide Kataloge verweisen, die in diesem Jahr herausgegeben wurden:

Eine der Ausstellungen über eine Auswahl der bisherigen Arbeiten von Souto de Moura, die in der Casa da Arquitectura, Matosinhos, zu sehen ist (die oben erwähnte, aber sie ist jetzt natürlich geschlossen): „Souto de Moura“, Yale University Press, 2020, ISBN: 9780300248654.

Eine weitere Ausstellung zu 30 Projekten von Siza, die einen Überblick über den Designprozess von Siza gibt, heißt Álvaro Siza Indiscipline, herausgegeben von Walther König; 2020, ISBN: 978-9727393718

Herzog & de Meuron gewinnen städtebaulichen Wettbewerb für neuen Stadtteil Grasbrook zusammen mit Vogt Landschaftsarchitekten

Der städtebauliche und freiraumplanerische Ideenprozess, den die HafenCity Hamburg GmbH gemeinsam mit der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen und der Behörde für Umwelt und Energie für den neuen Stadtteil Grasbrook am Südufer der Norderelbe ausgelobt hatte, ist abgeschlossen. Die öffentliche Beteiligung in der Schlussphase und die finale Jury-Sitzung wurden wegen der Corona-Krise in virtueller Form durchgeführt. Der prämierte Entwurf des Teams Herzog & de Meuron und Vogt Landschaftsarchitekten wird nun das städtebauliche und freiraumplanerische Gesamtbild des Stadtteils Grasbrook bestimmen.

Herzog & de Meuron gewinnen städtebaulichen Wettbewerb für neuen Stadtteil Grasbrook zusammen mit Vogt Landschaftsarchitekten

Lageplan Grasbrook © Herzog & de Meuron und Vogt

Der neue Stadtteil Grasbrook liegt gegenüber der HafenCity, am Südufer der Norderelbe, und wird der westlich angrenzende neue Stadtteilnachbar der Veddel sein. Der Stadtteil soll ein feinkörnig gemischter und lebendiger Ort werden, gleichzeitig hat er das Potenzial für ein weltweit vorbildliches nachhaltiges Projekt, das die begrenzten Ressourcen berücksichtigt. Vorgesehen sind circa 3.000 Wohnungen, in Miete und Eigentum, für Genossenschaften und Baugemeinschaften, davon ein Drittel geförderte Wohnungen. Auch die soziale Infrastruktur mit Grundschule und Kitas sowie neue Angebote für Nahversorgung, Sport und Kultur werden hier ihren Platz finden. Darüber hinaus entstehen circa 16.000 Arbeitsplätze. Durch innovative Nutzungs- und Mobilitätskonzepte sowie einen verbesserten Zugang zum ÖPNV sowie großzügigen Grünflächen soll der Grasbrook einen unmittelbaren Nutzen für die Menschen in den umliegenden Stadtteilen stiften.

Herzog & de Meuron gewinnen städtebaulichen Wettbewerb für neuen Stadtteil Grasbrook zusammen mit Vogt Landschaftsarchitekten

Für die städtebauliche und freiraumplanerische Qualifizierung des neuen Hamburger Stadtteils Grasbrook war die Zielsetzung, unter internationaler Beteiligung eine qualitätvolle Funktionsplanung als Grundlage für die spätere Bebauung zu erstellen. Als Verfahren wurde der so genannte Wettbewerbliche Dialog gewählt, der eine kontinuierliche Bearbeitung der Auslober und Planungsbüros im Dialog sowie eine weitgehende Beteiligung der Öffentlichkeit ermöglicht. Als besonders innovatives Element wurde die Freiraumplanung nicht als „nachträgliche Begrünung“, sondern als gleichberechtigter Wettbewerbsbestandteil zeitgleich mit dem Städtebau bearbeitet. Als Vorarbeiten flossen die Ergebnisse der umfassenden Standortanalyse, der vorlaufenden Beteiligungsprozesse sowie erste Ansätze zu den strategischen Innovationsthemen ein.

Herzog & de Meuron gewinnen städtebaulichen Wettbewerb für neuen Stadtteil Grasbrook zusammen mit Vogt Landschaftsarchitekten

Grasbrook Perspektive 1 © Herzog & de Meuron und Vogt

Das gesamte Wettbewerbsverfahren Grasbrook, das im September 2019 startete, wurde durch einen intensiven Beteiligungsprozess begleitet, der in einer Mischung aus öffentlichen Veranstaltungen und Online-Angeboten auf ein außerordentlich hohes Interesse der Öffentlichkeit traf. Die Nachbarn aus der Veddel, aus Rothenburgsort, Wilhelmsburg und der HafenCity sowie Hamburgerinnen und Hamburger waren im Rahmen von vier Grasbrook-Werkstätten mit unterschiedlichen thematischen Schwerpunkten, Online-Beteiligungen sowie aufsuchender Befragung dazu eingeladen, aktiv am Ideenprozess mitzuwirken. Die Ergebnisse des Diskussionsprozesses wurden dokumentiert, ausgewertet und bereits in die Aufgabenstellung des „Wettbewerblichen Dialogs“ aufgenommen. Zuletzt hatten Bürgerinnen und Bürger im Januar 2020 das Angebot einer ganztägigen Bürgerwerkstatt wahrgenommen, den entwerfenden Planungsbüros persönliche Anregungen und Hinweise für die endgültige Ausarbeitung der finalen Entwürfe zu geben. Insgesamt haben circa 2.500 Bürgerinnen und Bürger ihre Anregungen, Befürchtungen und Ideen in den Ideenprozess zum Grasbrook eingebracht. Wir berichteten darüber.

Auch nach der Entscheidung des Wettbewerblichen Dialogs werden die nächsten Planungsschritte mit vielfältigen öffentlichen Beteiligungsmöglichkeiten begleitet. Voraussichtlich im Herbst 2020 werden die Ergebnisse des Wettbewerblichen Dialogs nochmals mit Plänen und Modellen öffentlich ausgestellt und in verschiedenen öffentlichen Diskussionsformaten erörtert. Im Herbst 2020 startet außerdem die formale Bürgerbeteiligung im Rahmen des B-Planverfahrens.

Herzog & de Meuron gewinnen städtebaulichen Wettbewerb für neuen Stadtteil Grasbrook zusammen mit Vogt Landschaftsarchitekten

Grasbrook Perspektive 2 © Herzog & de Meuron und Vogt

Seit der ersten Jury-Sitzung am 3. Dezember 2019 hatten drei ausgewählte internationale Planungsteams, durch die Jury jeweils aus einem städtebaulichen und freiraumplanerischen Büro zusammengestellt, an der Konkretisierung ihrer Ideen zum neuen Stadtteil Grasbrook gearbeitet.

In der zweiten und finalen Jury-Sitzung am 3. April hatte das aus unterschiedlichen Fachdisziplinen und politischen Vertretern zusammengesetzte Preisgericht unter Vorsitz von Prof. Matthias Sauerbruch (sauerbruchhutton) folgende Prämierung vorgenommen.

  1. Preis: Herzog & de Meuron Basel Ltd. (Basel) und VOGT Landschaftsarchitekten AG (Zürich)
  2. Preis: Mandaworks AB (Stockholm) und Karres en Brands RB (Hilversum)
  3. Preis: ADEPT ApS (Kopenhagen) und Studio Vulkan Landschaftsarchitektur GmbH (Zürich)

Es waren besondere Bedingungen, unter denen dieser anderthalb Jahre dauernde intensive Ideenprozess für Hamburgs neuen Stadtteil Grasbrook abgeschlossen wurde. Die Corona-Pandemie erforderte entsprechende Anpassungen und innovative Lösungen. Die geplante öffentliche Schlusspräsentation am Vorabend der Jury-Sitzung wurde ersetzt durch eine 12-stündige Online-Beteiligung. Um dem ursprünglichen Format möglichst nahe zu kommen, wurden pro Team eine umfangreiche 20minütige Videopräsentation sowie Pläne zur Verfügung gestellt. Rund 200 Kommentare von interessierten Bürgerinnen und Bürgern waren eingegangen, über Nacht ausgewertet und in die Jury-Sitzung eingebracht worden.

Auch die ganztägige Jurysitzung am Tag darauf wurde weitgehend in digitaler Form als Videokonferenz durchgeführt. Für die Jury-Mitglieder, die physisch präsent waren, konnten in der 1.200 qm großen Halle des Hamburg Cruise Centers entsprechend große Schutzabstände gewahrt werden.

Städtebauliche Ideen mit Moldauhafenquartier, Hafentorquartier und Saalehafenquartier

Mit dem prämierten Entwurf des Teams Herzog & den Meuron und Günter Vogt Landschaftsarchitekten hat die Stadt einen „räumlichen Fahrplan“ bekommen, der den Sprung über die Elbe anschaulich macht. Der Grasbrook soll mit diesem Entwurf zu einem neuen Vorzeigestadtteil werden von klarer städtebaulicher Struktur, mit Möglichkeiten für Nachhaltigkeitsinnovationen für einen klimaneutralen Stadtteil.

Hierfür wurde der Grasbrook in drei Quartiere geteilt: das Moldauhafenquartier, das Hafentorquartier und das Saalehafenquartier. In der Mitte soll ein fünf Hektar großer, lang gezogener Park, der Stadtpark „Veddelhöft“, mit einem See entstehen, an dessen westlicher Spitze später auch das Museumsschiff „Peking“ seinen Platz bekommt. Der große Park ist das Kernstück des Vorschlags, der von Wohngebieten umgeben ist. Bestehende denkmalgeschützte Gebäude entlang der Hafenanlagen werden erhalten und bilden einen Ausgangspunkt für die neue Entwicklung.

Herzog & de Meuron gewinnen städtebaulichen Wettbewerb für neuen Stadtteil Grasbrook zusammen mit Vogt Landschaftsarchitekten

Grasbrook Perspektive 3 © Herzog & de Meuron und Vogt

Das weitläufige Vordach des Übersee-Zentrums wird zu einem zentralen Freiraum im neuen Quartier. Entlang der Straßenachse im Osten und dem Hafengebiet im Süden wird eine Reihe von Geschäftsgebäuden verlaufen. Das Übersee-Zentrum am Moldauhafen mit Geschäften, Cafés und einem Wochenmarkt ist über eine breite Fußgängerbrücke direkt mit dem benachbarten Stadtteil Veddel verbunden. Die neue U-4-Haltestelle Grasbrook wird über dem Wasser entstehen – auf Stelzen im Becken des Moldauhafens, gegenüber der „Überseemeile“. Rund um das Becken des Moldauhafens sind zudem drei Hochhäuser geplant.

Bei den Fassaden der geplanten Gebäude haben sich Herzog & de Meuron an der bestehenden Hamburger Architektur orientiert. So soll es im Moldauhafenquartier zur HafenCity hin weiß verputze Fassaden geben, dahinter Gebäude aus Holz. In den anderen beiden Quartieren soll roter Backstein dominieren. Von oben werden die Gebäude dagegen einheitlich aussehen: begrünt und mit Solaranlagen ausgestattet. Das neue Quartier vereint alles, was die Lebensqualität in Hamburg ausmacht: Wohnen und Arbeiten mitten in der Stadt und gleichzeitig am Wasser.

Herzog & de Meuron gewinnen städtebaulichen Wettbewerb für neuen Stadtteil Grasbrook zusammen mit Vogt Landschaftsarchitekten

Grasbrook Perspektive 4 © Herzog & de Meuron und Vogt

Geplant ist bis zum Sommer 2021 die Vorplanung mit einer erneuten intensiven Bürgerbeteiligung abzuschließen.

Die nächsten Schritte sind jetzt die Erstellung einer detaillierten Funktions- und Bebauungsplanung, die Vergabe der Grundstücke und die weitere architektonische Planung der einzelnen Gebäude. Erste hochbauliche Maßnahmen könnten 2023 beginnen.

Entdecken Sie mit uns den neu geplanten Stadtteil Grasbrook. Auf unseren Architekturführung können Sie mehr erfahren.

Architektur von der Couch: Tipps von Bettina Johae

Wir setzen unsere Reihe „Architektur von der Couch“ fort. Nach Bo Christiansen aus Kopenhagen /Malmö, Anneke Bokern aus Amsterdam/Rotterdam und Boris Strzelczyk aus Valencia, geht es heute in die USA.

Als viertes berichtet unsere Guiding Architects Partnerin Bettina Johae von aplusnyc aus New York City.

Die Mehrheit von uns sitzt gerade im home-office und hat so keine Möglichkeit die Welt zu erkunden. Wir bringen die Welt zu Ihnen. Dazu haben wir unseren Partnern von Guiding Architects ein paar Fragen zur aktuellen Situation gestellt.

Lesen Sie hier ihre Antworten und bekommen ein paar Tipps, wie in anderen Ländern mit der Situation umgegangen wird und was man sich auch von zu Hause aus ansehen kann.

Architektur von der Couch: Tipps von Bettina Johae

1. Wie ist die Lage/Situation in Deiner Stadt?
Es ist ziemlich schlimm. NYC hat eine sehr hohe Einwohnerdichte und die meisten Menschen sind auf die U-Bahn angewiesen. Kein Wunder also, dass wir die schlimmste Belastung in den USA haben, die Krankenhäuser haben bereits Probleme und es mangelt an Nachschub und wir stehen noch immer am Anfang… Museen, Galerien und Schulen sind geschlossen, ebenso wie alle nicht wesentlichen Geschäfte, Restaurants dürfen bisher noch immer zum Mitnehmen anbieten; die High Line ist geschlossen, aber im Allgemeinen sind Parks und Spielplätze noch geöffnet, doch die Dinge ändern sich schnell. Wir wurden am Sonntagabend informiert, dass die Schulen am nächsten Tag nicht mehr öffnen werden… Bisher sind die Schulen bis zum 20.4. geschlossen und die Museen sind bis zum 30.4. geschlossen, aber es besteht eine gute Chance, dass das alles noch etwas länger dauert.

Architektur von der Couch: Tipps unserer Guiding Architects Partner

Bettina Johae ©-a-tour

2. Wie blickst Du in die Zukunft?
Ich rechne nicht wirklich mit viel Reisegeschäft im Jahr 2020. Wenn wir Glück haben, können die Herbsttouren vielleicht stattfinden. Ich hoffe auf das Jahr 2021, in dem wahrscheinlich alle begierig darauf sein werden, Architektur, Kunst und Städte im Allgemeinen zu sehen und zu erleben. Ich denke, nach dieser Zeit der Abgeschiedenheit werden wir alle viel mehr schätzen, was unsere Städte und die Welt im Allgemeinen zu bieten haben.

Architektur von der Couch: Tipps von Bettina Johae

3. Was könnte in Eurer Stadt digital betrachtet werden (Museum, Galerie, Archiv)?                     Viele große Museen bieten bereits digitale Erfahrungen an… und ich nehme an, dass viele andere folgen werden:

Das Guggenheim-Museum

Das Metropolitan Museum of Art

Das MoMA bietet Tipps für den Kunstunterricht für Kinder an, und ihre Filmabteilung hat eine Liste dessen zusammengestellt, was man sich ansehen sollte, wenn man zu Hause festsitzt.

Die Metropolitan Opera bietet jeden Tag kostenlose Streamings von großen Aufführungen aus den letzten 14 Jahren an, die jeweils 23 Stunden lang zu sehen sind.

Architektur von der Couch: Tipps unserer Guiding Architects Partner

Brooklyn-Bridge © a-tour

4. Gibt es eine positive Initiative in Deiner Stadt, die durch die jetzige Situation entstanden ist?
Mehr eine Initiative des Volkes: In den letzten Wochen sind viel mehr Menschen mit dem Fahrrad zur Arbeit gependelt.

Die Straßen wurden für Autos gesperrt, um den New Yorkern mehr Platz zu bieten, damit sie nach draußen gehen können, bei gleichzeitiger sozialer Distanzierung… im Moment sind die folgenden Straßen gesperrt, weitere werden wahrscheinlich folgen:

Manhattan: Park Avenue zwischen der 28. und 34. Straße.
Brooklyn: Bushwick Avenue zwischen Johnson Avenue und Flushing Avenue
Königinnen: 34th Avenue von der 73. Street bis zur 80. Street
Bronx: Grand Concourse zwischen East Burnside Avenue und 184. Street

5. Hast Du einen Tipp für ein Architekturbuch und/oder eine Architektur Dokumentation und/oder einen Film und/oder einen Podcast, der Dir in letzter Zeit gut gefallen hat?                

Mid-Century Modern Architecture Travel Guide – East Coast USA & West Coast USA by Sam Lubell, Phaidon (2 books)

Architektur von der Couch: Tipps von Boris Strzelczyk

Wir setzen unsere Reihe „Architektur von der Couch“ fort. Nachdem Bo Christiansen aus Kopenhagen /Malmö und Anneke Bokern aus Amsterdam/Rotterdam den Anfang gemacht haben, geht es heute nach Spanien.

Als drittes berichtet unser Guiding Architects Partner Boris Strzelczyk von GA VALENCIA aus Valencia.

Die Mehrheit von uns sitzt gerade im home-office und hat so keine Möglichkeit die Welt zu erkunden. Wir bringen die Welt zu Ihnen. Dazu haben wir unseren Partnern von Guiding Architects ein paar Fragen zur aktuellen Situation gestellt.

Lesen Sie hier ihre Antworten und bekommen ein paar Tipps, wie in anderen Ländern mit der Situation umgegangen wird und was man sich auch von zu Hause aus ansehen kann.

Architektur von der Couch: Tipps von Boris Strzelczyk

1. Wie ist die Lage/Situation in Deiner Stadt?
Wir haben Ausgangssprerre seit einer Woche und gestern wurden vorläufig nochmals 3 Wochen angekündigt. Die Stadt ist komplett leer und man darf nur noch auf die Strasse, wenn man einen guten Grund dafür hat. Polizeikontrollen sorgen dafür, dass die Bevölkerung es einhält.

Architektur von der Couch: Tipps unserer Guiding Architects Partner

Boris Strzelczyk © GA Valencia

2. Wie blickst Du in die Zukunft?
Ich rechne damit, dass Gruppenreisen in 2020 komplett ausfallen werden.
Alle Touren wurden storniert und einige haben die Reise um ein Jahr verschoben.
Im Moment lasse ich das Ganze auf mich zukommen und möchte abwarten wie sich das Ganze die nächsten Wochen entwickelt.

Architektur von der Couch: Tipps von Boris Strzelczyk

3. Was könnte in Eurer Stadt digital betrachtet werden (Museum, Galerie, Archiv)?                     Da bin ich überfragt. Ich weiss, es gibt schon online Führungen in einigen Museen. Diese Initiativen werden in den nächsten Wochen wohl stark zunehmen.

Valencia Ciudad de las Artes y de las Ciencias © a-tour

4. Gibt es eine positive Initiative in Deiner Stadt, die durch die jetzige Situation entstanden ist?
Um 20:00 Uhr stehen alle Bürger Spaniens auf ihrem Balkon und beklatschen das Krankenhauspersonal. Das ist sehr emotional.

5. Hast Du einen Tipp für ein Architekturbuch und/oder eine Architektur Dokumentation und/oder einen Film und/oder einen Podcast, der Dir in letzter Zeit gut gefallen hat?                

Oscar Niemeyer: A Vida é um Sopro ( Completo) / Life is a Breath (Full ) / english subtitles

Jenfelder Au – Wohnen auf der ehemaligen Lettow-Vorbeck-Kaserne

Auf dem rund 35 Hektar großen ehemaligen Gelände der Lettow-Vorbeck-Kaserne in Hamburg Jenfeld entsteht bis zum Jahr 2023 das neue Stadtquartier Jenfelder Au mit mehreren Bauprojekten im Geschosswohnungsbau sowie Reihen- und Doppelhäuser mit etwas über 1.000 Wohneinheiten.

Jenfelder Au – Wohnen auf der ehemaligen Lettow-Vorbeck-Kaserne

Eine neue, zentrale Grünachse mit einem neu angelegten Teich schafft Aufenthaltsqualität – sie bildet das Rückgrat des neuen Viertels Jenfelder Au. Zum ersten Mal wird der „HAMBURG WATER Cycle®„, ein neuartiges Schmutzwasserkonzept von Hamburg Wasser, in großem Maßstab realisiert.

Jenfelder Au

Jenfelder Au Funktionsplan © West 8 urban design & landscape architecture b.v, Rotterdam

Das neue Quartier Jenfelder Au an der Schnittstelle von Jenfeld und Tonndorf soll sowohl für Familien als auch für verschiedene Generationen, Nationalitäten und Einkommensschichten attraktiv und erschwinglich sein. Individuelle Stadthäuser, zum Großteil in Eigentum, und Geschosswohnungsbauten werden das Wohnungsangebot in Jenfeld ergänzen. Das städtebauliche Konzept sieht in großen Bereichen Ensembles aus urbanen Stadthaustypen, die in vielfältiger Weise kombiniert und aneinander gereiht werden vor, so dass ein abwechslungsreiches Stadtbild entsteht.

Jenfelder Au

Jenfelder Au Ansicht Kühnbachteich © West 8 urban design & landscape architecture b.v, Rotterdam

Ein Teil der Kasernengebäude aus den Jahren 1934/35 wurde unter Denkmalschutz gestellt und soll gemeinsam mit dem ehemaligen Exerzierplatz als Gesamtensemble erhalten werden. Bereits heute werden diese durch Studenten der Bundeswehr-Universität genutzt. Mittelfristig sollen sie für Wohnzwecke und soziale Zwecke umgenutzt werden.

Jenfelder Au

Jenfelder Au Wohnstrasse © West 8 urban design & landscape architecture b.v, Rotterdam

Der Planungsprozess für das neue Quartier Jenfelder Au war von Anfang an auf eine intensive Kommunikation aller Beteiligten angelegt. Die Stadtteilkonferenz und interessierte Bürger konnten sich schon während der Phase des städtebaulich- landschaftsplanerischen Wettbewerbs mit eigenen Vorschlägen in die Präsentationskolloquien einbringen. Der siegreiche Entwurf des Büros West 8 basiert auf einem breiten Konsens der lokalen Akteure – aus ihm wurde der Bebauungsplan Jenfeld 23 abgeleitet.

Hamburg Water Cycle®

Eine weitere Besonderheit ist der Umgang mit Wasser und Energie. Das stadteigene Infrastrukturunternehmen Hamburg Wasser möchte erstmals in großem Rahmen das Entwässerungskonzept „HAMBURG WATER Cycle®“ umsetzen. Regenwasser, Schwarzwasser (aus Toiletten) und Grauwasser (übriges Abwasser) werden getrennt gesammelt und genutzt. Alle Haushalte werden mit Vakuumtoiletten ausgestattet, so dass das gesammelte Schwarzwasser einer Biogasanlage zugeführt werden kann. Mit dem gewonnenen Biogas wird in einem quartierseigenen Heizkraftwerk klimaneutral Wärme und Strom für neue Quartier Jenfelder Au erzeugt.

Entdecken Sie mit uns die Jenfelder Au. Auf unseren Architekturführung können Sie mehr erfahren.

Architektur von der Couch: Tipps von Anneke Bokern

Wir setzen unsere Reihe „Architektur von der Couch“ fort. Nachdem Bo Christiansen aus Kopenhagen  / Malmö den Anfang gemacht hat, geht es heute in die Niederlande.

Als zweites berichtet unsere Guiding Architects Partnerin Anneke Bokern von architour aus Amsterdam / Rotterdam.

Die Mehrheit von uns sitzt gerade im home-office und hat so keine Möglichkeit die Welt zu erkunden. Wir bringen die Welt zu Ihnen. Dazu haben wir unseren Partnern von Guiding Architects ein paar Fragen zur aktuellen Situation gestellt.

Lesen Sie hier ihre Antworten und bekommen ein paar Tipps, wie in anderen Ländern mit der Situation umgegangen wird und was man sich auch von zu Hause aus ansehen kann.

Architektur von der Couch: Tipps von Anneke Bokern:

1. Wie ist die Lage/Situation in Deiner Stadt?
Es gibt in den Niederlanden weniger bestätigte Infektionen als in den meisten Ländern, aber es wird auch nicht sehr viel getestet. Die Totenzahlen liegen sogar recht hoch. Die meisten Fälle gibt es im Süden des Landes, wo die Skiferien spät endeten und viele Rückkehrer das Virus aus Norditalien mitbrachten. Im Großen und Ganzen sind die Niederländer recht unerschrocken – manchmal zu sehr. Am letzten Wochenende war hier strahlender Sonnenschein, und die Leute sind in Horden an die Strände gefahren, wo viele sich nicht an die Abstandsregeln gehalten haben. Die Quittung kam gestern Abend, als die Regierung ein Versammlungsverbot bis 1. Juni erließ. Auch die Restaurants müssen bis dahin geschlossen bleiben. Wer sich nicht daran hält, zahlt saftige Strafen. Dementsprechend ist die Stimmung jetzt eher grimmig.

Architektur von der Couch: Tipps unserer Guiding Architects Partner

Anneke Bokern © architour

2. Wie blickst Du in die Zukunft?
Ich möchte mich lieber nicht zu Prophezeiungen versteigen. Vor zwei Wochen dachte ich noch, das ginge alles relativ glimpflich ab und lag damit ordentlich schief. Ich hoffe vor allem, dass wir keine Wirtschaftskrise herbeireden und dass das Leben wieder relativ normal wird.

Architektur von der Couch: Tipps von Anneke Bokern

3. Was könnte in Eurer Stadt digital betrachtet werden (Museum, Galerie, Archiv)?                     Alle großen Museen in Amsterdam – Rijksmuseum, Van Gogh, Stedelijk – bieten inzwischen online Führungen durch die Sammlung an.

Auch die Sammlung des Boijmans Museum in Rotterdam kann man sich als 360°-Tour ansehen. Das liegt aber nicht an Corona, sondern daran, dass das Museum ohnehin wegen Umbau geschlossen ist.

Wie fortschrittlich niederländische Museen bei der digitalen Aufbereitung von Kunstwerken sind, kann man sich (unabhängig von Corona) auch beim Mauritshuis in Den Haag ansehen. Diese Online-Ausstellung zum „Goldfink“ von Carel Fabritius ist technisch und redaktionell wirklich wahnsinnig gut gemacht.

Architektur von der Couch: Tipps unserer Guiding Architects Partner

EYE Film Institute und Adam Turm © architour

4. Gibt es eine positive Initiative in Deiner Stadt, die durch die jetzige Situation entstanden ist?
Die ‚Support Your Locals‚-Box: Das ist eine Lebensmittelkiste mit Produkten von kleinen Herstellern, die unter der Krise und dem Lockdown leiden, weil sie sonst vor allem die Gastronomie beliefern.

5. Hast Du einen Tipp für ein Architekturbuch und/oder eine Architektur Dokumentation und/oder einen Film und/oder einen Podcast, der Dir in letzter Zeit gut gefallen hat?                Passend zur Quarantäne: Xavier de Maistre, Voyage autour de ma chambre (Die Reise um mein Zimmer), z.B. als Podcast hier.

Billebecken soll zum Schwimmbad werden

Der Bezirk Hamburg Mitte verfolgt einen spektakulären Plan. Das Billebecken in Hamm soll zum Schwimmbad werden. Eine entsprechende Studie soll im Sommer vorliegen. Auch ein Wassersportzentrum könnte entstehen. Das Billebecken ist umgeben von einem Industriegebiet. Doch wenn es nach der Politik im Bezirk Hamburg Mitte geht, könnte es zu einem Hotspot für Hamburger und Touristen werden. Der Bezirk sieht im nördlichen Bereich des Billebeckens in Hamm großes Potenzial, den zentrumsnahen Osten, der durch Industrie geprägt ist, lebenswerter zu machen.

Billebecken soll zum Schwimmbad werden

Die ersten Weichen für das ehrgeizige Projekt sind gestellt.
Die Bezirksversammlung hat einen eingebrachten Antrag bereits beschlossen. In diesem wird das Bezirksamt aufgefordert, eine Studie in Auftrag zu geben, in welcher Form das Billebecken entwickelt werden und wie ein Betreiberkonzept für ein Hafenbad an diesem Standort aussehen könnte.

Geplantes Hafenbad / Wassersportzentrum

Lage geplantes Hafenbad © Amt für Geoinformation und Vermessung Hamburg

Die Ergebnisse der Studie sollen im Sommer vorliegen. Ziel ist es, bis zum Jahresende einen Zeitplan und Konzept für ein Schwimmbad im Billebecken vorliegen zu haben. Neben dem Schwimmbad wird auch über ein modernes Wassersportzentrum für Ruderer und Kanuten nachgedacht. So könne das Billebecken für die Hamburger wie Gäste zu einem neuen Ort der Stadtnatur werden.

Billebecken soll zum Schwimmbad werden

Das Billebecken verläuft zwischen der Großmannstraße und dem Ausschläger Billdeich. Dänemark könnte hierbei als Vorbild dienen. Als Beispiele werden das Islands Brygge Hafenbad oder das Kastrup-Seabath in Kopenhagen sowie das futuristische, von dem bekannten dänischen Büro BIG (Bjarke Ingels Group) entworfene, Meeresschwimmbad in Aarhus genannt.

Billebecken soll zum Schwimmbad werden

Kastrup-Seabath © scaledenmark

Der Plan sieht vor, ein oder mehrere Schwimmbecken in das Billebecken zu integrieren – inklusive Stege mit Liegeflächen für die Badegäste und Gastronomie. Bleibt die Frage der Kosten für das Flussbad. Das Programm „Mitte-Machen“ stellt bis 2026 rund 100 Millionen Euro für Projekte im Hamburger Osten zur Verfügung. Sobald die Studie vorliegt, wird geprüft, ob sowohl das Wassersportzentrum als auch das Flussbad aus diesen Mitteln bezuschusst werden.

Für die Nutzung des Billebeckens hat SPD-Fraktionschef Piekatz noch weitere Ideen: Liegeplätze für Hausboote, die als Büros genutzt werden könnten oder aber auch weitere Gastronomie auf Booten. Besonders wichtig aber ist allen Beteiligten, dass der Industriecharakter des Gebiets erhalten bleibt.

Entdecken Sie mit uns den Hamburger Osten. Auf unserer Architekturführung Hamburg Ost können Sie mehr erfahren.

Architektur von der Couch: Tipps von Bo Christiansen

Die globalen Auswirkungen des Coronavirus scheinen die Welt in diesen Zeiten anzuhalten und stellen unser aller Leben auf den Kopf. Durch unser Netzwerk für Architekturführungen Guiding Architects sind wir weltweit vernetzt und mit den Kollegen in Kontakt.

Da die Mehrheit von uns gerade im home-office sitzt und so keine Möglichkeit hat die Welt zu erkunden, haben wir überlegt die Welt zu Ihnen zu bringen. Wir haben dazu unseren Partnern ein paar Fragen zur aktuellen Situation gestellt.

Lesen Sie hier ihre Antworten und bekommen ein paar Tipps, wie in anderen Ländern mit der Situation umgegangen wird und was man sich auch von zu Hause aus ansehen kann. Architektur von der Couch.

Den Anfang macht unser Guiding Architects Partner Bo Christiansen von Scaledenmark in Kopenhagen/Malmö.

Architektur von der Couch: Tipps von Bo Christiansen:

1. Wie ist die Lage/Situation in Deiner Stadt?
SONNENSCHEIN & FRÜHLING & HOME OFFICES
Aufgrund der Abriegelung gehen mehr Menschen als je zuvor nach draußen, um das sonnige Wetter zu genießen. Die beliebten Spazierwege sind am Wochenende, wenn das home-office geschlossen ist, voll mit Kopenhagenern. Überfüllt bedeutet aber auch möglichen Kontakt. Deshalb ergreift die Polizei Maßnahmen, wie z.B. die Einrichtung einer Einbahnstraße entlang unserer geliebten Seen. Zum Glück gibt es noch viele versteckte Geheimtipps, die ebenso viel Grün und Sonne bieten. Nur max. 10 Personen dürfen sich an einer Stelle versammeln!

Architektur von der Couch: Tipps von Bo Christiansen

Bo Christansen © scaledenmark

2. Wie blickst Du in die Zukunft?
MIT NEUGIERDE
Jede Krise bietet eine Gelegenheit zum Lernen. Wir hoffen, dass diese Lehren in Zukunft in die Praxis umgesetzt werden. Wir sind sehr gespannt, was danach passiert. Für die Arbeit / das Leben werden derzeit neue Wege erkundet, vielleicht könnte in naher Zukunft eine 30-Stunden-Woche möglich sein, während der fünfte Tag ein Skype-Tag von zu Hause aus sein wird. Umso mehr werden wir alle mithelfen müssen zu definieren, wie eine belastbare Stadt aussieht.

Architektur von der Couch: Tipps von Bo Christiansen

3. Was könnte in Eurer Stadt digital betrachtet werden (Museum, Galerie, Archiv)?
Falls Sie die Ausstellung von BIG im dänischen Architekturzentrum im letzten Herbst verpasst haben, keine Sorge! Sie können eine virtuelle Tour über diesen Link erhalten.

Außerdem ist die Datenbank des DAC eine sehr gute Möglichkeit, die Kopenhagener Architektur zu erforschen.

Oder schauen Sie sich unser Instagram @exploringcopenhagen_ an.

Das Kunstkollektiv DIS, das in der Kunsthal Charlottenborg „Was machen die Leute den ganzen Tag?“ ausgestellt hätte, hat in Zusammenarbeit mit dem Museum „die Antwort der Kunst auf Netflix“ eröffnet. Sie finden diese hier.

Architektur von der Couch: Tipps von Bo Christiansen

vmhouse © scaledenmark

4. Gibt es eine positive Initiative in Deiner Stadt, die durch die jetzige Situation entstanden ist?
Gleich nach dem Semi-Lockdown startete der dänische Bassist Mathæus Bech die so genannten „Coronaconcerts“. Er lädt Künstler in sein Wohnzimmer ein und streamt diese live und kostenlos. Aber natürlich kann man, wenn es einem möglich ist, auch etwas Geld direkt an den Künstler überweisen.

5. Hast Du einen Tipp für ein Architekturbuch und/oder eine Architektur Dokumentation und/oder einen Film und/oder einen Podcast, der Dir in letzter Zeit gut gefallen hat?

www.exploringcopenhagen.dk
www.globaldkpodcast/bo-christiansen

Die Kulturtipps von Prof. Winking: Wohin gehen Hamburgs Architekten?

Diesen Monat die Kulturtipps von Prof. Winking:

Wohin gehen Hamburgs Architektinnen und Architekten am liebsten? Regelmäßig berichten hier Hamburger Architektinnen und Architekten was sie in Hamburg am liebsten mögen.

Was ist auch abseits der großen Attraktionen empfehlenswert? Ob Restaurant oder Konzert, spannendes Gebäude oder Ausstellung. Lassen Sie sich inspirieren!

Dieser Fragebogen wird ausgefüllt durch Prof. Winking

Die Kulturtipps von Prof. Winking

Prof. Winking © Winking · Froh Architekten GmbH

Für die leichte Muse: Hansa Varieté Theater
weil: überraschendes, vielfältiges Programm

Für Experimentierfreudige: Thalia Theater
weil: klassich, z.T. wagemutige Inszenierungen

Die Kulturtipps von Prof. Winking

Was Sie auf keinen Fall verpassen sollten: Alter Elbtunnel
weil: einmalig

Lieblingsprojekte

Ihr Lieblingsgebäude: Jarrestadt Winterhude
weil: Wohnungsbauprojekt der 20er und 30er-Jahre Zentraler Block und Zeilenbauten von Karl Schneider und Schule von Fritz Schumacher

Ihr eigenes Lieblingsprojekt aus Ihrem Büro: Spiegel-Insel
weil: es gelang, ein reines Büro-Ensemble der 60er-Jahre mit drei Neubauten in ein offenes, gemischt genutztes Quartier zu transformieren. Die beiden Bürohochhäuser von Werner Kallmorgen von 1967 und 1969 wurden denkmalgerecht saniert und mit zeitgemäßer Haustechnik, Brand- und Schallschutz ertüchtigt. Die drei Neubauten nehmen sich gestalterisch durch ihre gleiche Höhe und ihre elegante Fassadensprache zurück. Die stadtbildprägenden Hochhäuser erhielten so einen neuen, verbindenden Sockel, der Speicherstadt und Hafencity mit einem öffentlich zugänglichen Außenraum verbindet.

Die Kulturtipps von Prof. Winking

Spiegelinsel © Bautsch, Winking · Froh Architekten GmbH

Biografie

Büro Vita Winking · Froh  Architekten GmbH

1968 Gründung der Architektengemeinschaft Patschan Werner Winking
1988 Neuformierung der Architektengemeinschaft Patschan Winking
1993 Büro Prof. Bernhard Winking Architekten BDA in Hamburg und Berlin
1997 Partnerschaft mit Kai Böckler und Martin Froh
1998-2008 Summer School in Cluj, Rumänien
2008 Partnerschaft mit Martin Froh
2004 Gastprofessur für Architektur, Entwurf und Urban Design am Taiyuan Institute of Architecture, Design and Research in Hangzhou, China
2011 Büro Winking · Froh  Architekten BDA
2014 Büro Winking · Froh  Architekten GmbH

Zukunft made in Hamburg, die Stadt hat große Pläne

Elbphilharmonie und HafenCity waren nur der Anfang. „Zukunft made in Hamburg“, so lautet der Titel. Die Stadt hat große Pläne: ein Wolkenkratzer an der Elbe und ein brandneues Oxford am Volkspark.

Um seinen Titel als „energetische Stadt in Sachen Stadtentwicklung“ zu verteidigen, gibt Hamburg alles: Nicht nur hat die Hansestadt mit der HafenCity seit 2001 einen komplett neuen Stadtteil aufgezogen, sondern auch mit der Elbphilharmonie ein einzigartiges Wahrzeichen geschaffen.

Neben laufenden Projekten wie der HafenCity – an Europas größtem innerstädtischen Stadtentwicklungsprojekt wird vermutlich bis 2030 gebaut – oder der Neuen Mitte Altona entstehen auch auf dem Kleinen Grasbrook im Hafengebiet, auf dem früheren Beiersdorf-Gelände in Eimsbüttel oder in Oberbillwerder bei Bergedorf neue Quartiere.

MIPIM, Zukunft made in Hamburg

Elbtower © HafenCity Hamburg GmbH/moka-studio

Doch die Stadt hat für ihre Zukunft noch größere Pläne: einen Wolkenkratzer an der Elbe, der geplante Elbtower von David Chipperfield Architects, nach aktuellen Entwürfen knapp 245 Meter hoch und damit bei seiner Fertigstellung 2025, nach dem Fernsehturm, das zweithöchstes Gebäude der Stadt. Die Architektur des Elbtower soll sich nahtlos in die Skyline einfügen, als großes Abschlussprojekt der HafenCity. Dafür sorgt unter anderem der gestufte Fuß des Tower, der Richtung Innenstadt zeigt. Neben Einzelhandel, Gastronomie und einem Hotel beherbergt der Tower planmäßig Co-Working-Spaces, Fitness- und Wellnessbereiche, ein „Kinderland“ sowie Büroflächen.

Zukunft made in Hamburg

Oberbillwerder: im Bezirk Bergedorf ist nicht nur Hamburgs zweitgrößtes Stadtentwicklungsprojekt, es wird auch der 105. Stadtteil der Hansestadt. Als Modellstadtteil Active City wird hier Sport, Bewegung und Gesundheit eine zentrale Rolle spielen. In 2019 hat der Hamburger Senat den Masterplan Oberbillwerder auf Grundlage des aus dem Wettbewerblichen Dialog hervorgegangenen Siegerentwurf des dänisch-niederländischen Planungsteams ADEPT mit Karres + Brands beschlossen. Auf 124 ha sollen rund 7000 Wohneinheiten entstehen, dazu bis zu 5.000 Arbeitsplätze, ein Bildungs- und Begegnungszentrum, 2 Grundschulen, bis zu 14 Kitas und noch einmal so viele soziale Einrichtungen. 11 Mobility Hubs, rund 28 Hektar öffentliche Grün- und Freiflächen mit zahlreichen Spielplätzen sowie ein großer Aktivitätspark und ein Schwimmbad sind ebenfalls Teil der Planung.

Science City: Ein ganzer Stadtteil der Wissenschaft soll im westlichen Bahrenfeld auf 125 Hektar entstehen. Neben den vorhandenen Uni-Instituten ist das DESY, seit 1959 vor Ort und Deutschlands Forschungszentrum für Teilchenphysik, ein Magnet der Entwicklung.

Zukunft made in Hamburg

Science City, Bestand © Matthias Friedel BSW

Das DESY selbst soll ausgebaut und die Uni-Fachbereiche Physik, Chemie und Teile der Biologie an den Forschungscampus Bahrenfeld verlegt werden. Die ersten Architekten-Wettbewerbe starten 2020, bis 2040 soll »das deutsche Oxford« fertig sein. Plätze und Grünflächen des Quartiers sollen fließende Übergänge zum angrenzenden Volkspark bieten. Erste Entwürfe erarbeitete eine Gruppe von Architekten, Stadtplanern und Landschaftsarchitekten. Institute und Start-ups sollen ebenso Platz in der Science City finden wie rund 2500 Wohnungen sowie Kitas und Schulen.

Dann wäre da noch der von Benjamin und Janina Lin Otto geplante Bildungscampus „Life Hamburg“ in Bramfeld. „Life Hamburg“ ist der Arbeitstitel für ihr Leuchtturmprojekt, in dem nicht nur Kita, Schule und Hochschule in einem futuristischen Gebäude aufeinandertreffen, sondern auch Start-up-Firmen, Weiterbildungs- und Gesundheitsangebote – alles auf einer Fläche von 20.000 Quadratmetern, ausgelegt für 2.000 Menschen. Erste Entwürfe von LAVA Architekten zeigen „Life Hamburg“ in Form einer liegenden Acht. LAVA entwarf zusammen mit dem städtischen Landwirtschaftskollektiv Cityplot LIFE Hamburg ein neues Gebäude mit drei Ebenen, das komplett energieautark ist und Innen und Außen zu einer durchgehenden Landschaft zusammenführt. Es soll viel Holz verbaut werden und einen sehr großen Dachgarten erhalten. Innerhalb der nächsten drei bis vier Jahren wird das neue Gebäude ganz in der Nähe der Otto-Zentrale entstehen.

Sie sehen „Zukunft made in Hamburg“ ist in vollem Gange. Auf unseren Architekturführungen können Sie zu den einzelnen Projekten mehr erfahren.

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