Guiding Architects meeting in Andalusien

In diesem Jahr fand das Guiding Architects Treffen in Andalusien statt.
Es wurde in Granada von unserem Mitglied Blanca, GA Andalucia veranstaltet.

Das vergangene Jahr war mit mehr als 3.000 Touren und knapp 36.000 Teilnehmern für alle Netzwerkpartner äußerst erfolgreich. Das Treffen wurde zum ersten Mal als informelles Meeting durchgeführt. Daher wurden diesmal keine Paragraphen gewälzt sondern die Weiterbildung stand im Vordergrund.

Andalusien

School of Architecture © Guiding Architects

Blanca berichtete uns, dass die Region Andalusien eine Fläche von 87.268 Quadratkilometern hat und ist somit größer als Belgien, Holland, Dänemark, Österreich oder die Schweiz ist. Die unterschiedlichen Landschaften sind vielfältig und reich an Farben und Gerüchen. Sie hinterlassen so ganz unterschiedliche Eindrücke. Dabei ist das ganz besondere Licht zu einem der wesentlichsten Elemente der Architektur geworden.

Wir lernten, das Andalusien an der Schnittstelle zwischen Europa und Afrika liegt. Dort, wo der Atlantik auf das Mittelmeer trifft. Viele verschiedene Kulturen haben dieses Gebiet bewohnt und im Laufe der Geschichte ein unglaubliches Erbe hinterlassen. Andalusien ist ein Ort, der viel Abwechslung bietet: Auf knapp vierzig Kilometern kann man von alpinen Berglandschaften in tropische Gebiete oder von fruchtbaren Tälern in vulkanische Wüsten gelangen.

So stand auch der erste Tag ganz unter dem Eindruck, diese Vielfalten kennen zu lernen. Früh am Morgen ging es mit dem Bus in das nur 30 Minuten von Granada entfernt gelegene Skigebiet Sierra Nevada. Hier haben schon einig Weltcuprennen auf roten und schwarzen Pisten stattgefunden und die Mitglieder von Guiding Architects konnten beweisen, dass Sie nicht nur gut führen sondern auch auf der Piste ganz vorne dabei sind.

Andalusien

Sierra Nevada © a-tour

Andalusien

Granada Strand © a-tour

Nachdem wir den Morgen in weiß, mit einem grandiosen Blick über die Berge bis zum Meer verbrachten, sollte der Nachmittag ganz anders werden. Es ging mit dem Bus zurück nach Granada und in die andere Richtung in 30 Minuten ans Meer. Hier genossen wir bei leicht schlagenden Wellen und schönstem Frühlingswetter in einem der vielen Restaurants am Strand eine extrem leckere Paella.

Guiding Architects meeting in Andalusien

Ein Besuch der Alhambra darf natürlich in Andalusien nie fehlen. So trafen wir uns am nächsten Morgen auf dem Plaza Nueva am Fuße der Alhambra. Blanca hatte sich überlegt, wie man Architekturführung und Netzwerkpflege zusammen bringen kann. So wurden wir in Gruppen eingeteilt und mussten auf einer Art Schnitzeljagd Fragen beantworten, die man nur wissen konnte, wenn man der Führung durch die Alhambra von Blanca aufmerksam zuhörte. Es entstand ein Wechselspiel zwischen Architekturführung und Quiz, ein tolles Erlebnis.

Andalusien

Alhambra © a-tour

Wir erfuhren, dass die maurische Alhambra aus dem 13. bis 14. Jahrhundert stammt und als prachtvolle Residenz der Nasridenkönige errichtet wurde. Sie ist das Wahrzeichen von Granada und der absolute Publikumsmagnet. Zum Glück hatte Blanca für uns bereits vor Monaten die Tickets reserviert.

Besonders Interessant war es auch zu hören, dass unser Guide Blanca in der Alhambra aufgewachsen ist. So leben auch noch heute viele Ihrer Verwandet innerhalb der Mauern. Wir verbrachten daher auch unsere Kaffeepause im Pátio des Hauses von Blancas Onkel. Ein tolles Erlebnis, das nur noch von der Wahl unseres Meetings Raums, den wir für die Abendstunden gemietet hatten, um hier die Arbeitsfortschritte zu präsentieren, getoppt wurde. Wir tagten im legendären Palast Charles V. Mehr Alhambra geht nicht!

Der Samstag stand unter dem Thema Fortbildung. Hierzu hatten wir die School of Architecture als Veranstaltungsort gewählt. Sie liegt am Campo del Principe, welcher das Herz des alten jüdischen Viertels im Stadtteil Realejo ist.

Team Building, Workshops und ein Vortrag zum Marketing standen auf dem Tagesprogramm bevor uns Blanca die tolle Architekturfakultät zeigte.

Am Sonntag bekamen wir noch eine Architekturführung durch Granada. Sie war angelegt als Schnitt durch Granada und dies im wahrsten Sinnen des Wortes. Denn sie führt uns zunächst ganz hoch hinauf und dann ganz endete unter der Stadt.

Andalusien

Nazarí Walln © a-tour

Zunächst ging es mit dem Bus auf die Spitze des Bergs San Miguel mit einer faszinierenden Aussicht auf Granada und die gegenüber liegende Alhambra. Wir sahen, wie frei die Landschaft mit der Stadt verbunden ist und erlebten die Unordnung dieses Ortes, die gleichzeitig eine besondere Spannung erzeugt. Hier oben hat Antonio Jiménez Torrecilla sein kleines aber großartiges Projekt realisiert: die Nazarí Wall.

Eine Mauer die sich an die alte Stadtmauer anlehnt, diese aber neu interpretiert.
Ihr Inneres ist ein leerer Raum, eine Passage, die es uns ermöglicht, innerhalb der Mauern zu gehen, eine mysteriöse Tür, die zwei historisch verschiedene Teile der Stadt verbindet. Das Projekt ist eine einfache Stapelung von Steinplatten, eine Reihe von minimalen Zufallslücken. So bekommen wir von innen einen völlig neuen Blick auf die Alhambra, zeitgenössische, fragmentierte und wechselnde Sichtweisen.

Andalusien

Guiding Architects © Hannes Werner

Eine große Steintreppe führt uns hinunter in die Stadt, ins El Albaicín. Es ist das ältestes Viertel von Granada. Weiße terrassenförmig angeordnete Häuser, verwinkelte Gassen und kleine Plätze bringen eine spürbare Brise des Orients in das maurische Viertel.

Im Stadtzentrum besichtigten wir ein weiteres interessantes Projekt von Antonio Jiménez Torrecillas, das Museum Jose Guerrero. Dann schlängelten wir uns weiter, der Schnittführung folgend, durch die Innenstadt.

Andalusien

Museum Jose Guerrero © a-tour

Das letzte Projekt stellt dann auch den tiefsten Punkt der Tour dar: die neue U-Bahnstation „Genil Station“ ebenfalls realisiert von Antonio Jiménez Torrecillas.

Andalusien

Genil Station © a-tour

Leider war die Reise schon wieder fast zu Ende. Wir erlebten eine Region, die sich auf ihre kulturellen Wurzeln bezieht und dabei eine zeitgenössische Architektur entwickelt, die im Dialog zum historischen Erbe steht. Muchas Gracias Blanca!

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