Architektur und Wein in der Rioja

Nicht nur Architektur beschäftigt uns. Kunst, Kultur und natürlich Wein und Genuss sind Themengebiete die jeden Architekten interessieren und zu denen wir immer die Augen offen halten. Zur Recherche für unsere geplanten Architekturreisen, die uns 2019 nach New York, Brasilien, Südamerika, nach Lyon, St. Petersburg sowie nach Singapur und Kuala Lumpur führen werden war ich Anfang März auf der Reisemesse ITB in Berlin.

Diesmal mit meiner Geschäftspartnerin Antje Seele, die neben unseren gemeinsamen Architekturreisen mit Tour Exquisit Genussreisen rund um das Thema Wein anbietet.

So entstand auf der Messe die spontane Idee gemeinsam ein Reise zu Architektur und Wein in der Rioja zu planen. Antje war vor einigen Jahren schon dort, und seitdem träumt sie von der Verbindung zwei ihrer Lieblingsthemen: Architektur und Wein. Ich erfuhr von ihr, dass das Weinbaugebiet der Rioja sich entlang des Ebro-Flusses erstreckt. Neben der Rioja Baja gelten vor allem die baskische Rioja Alavesa und die Rioja Alta im oberen Gebiet des Ebro als besonders gute Weinbauregionen.

Bilbao und San Sebastian liegen ganz in der Nähe und sind mir noch in schönsten Gedanken an die 2011 mit unserem guiding-architects Netzwerkpartner GA Bilbao durchgeführte Architekturreise nach Bilbao und ins Baskenland.

Architektur und Wein in der Rioja

Stararchitekten wie Zaha Hadid, Richard Rogers, Arata Isozaki, César Pelli, Álvaro Siza und Rafael Moneo haben das neue Bild von Bilbao geprägt. Das sind, zusammen mit dem 1997 erbauten Guggenheim Museum von Frank O. Gehry und dem Metro-Erbauer Lord Norman Foster, immerhin sechs Pritzker-Preisträger für diese, mit kanpp 350.000 Einwohnern, relativ kleine Stadt.

Der Bau des Guggenheim-Museums und der damit verknüpfte “Bilbao-Effekt” haben die Weltöffentlichkeit auf das Baskenland aufmerksam gemacht. Der raue und grüne Norden der iberischen Halbinsel war bis dahin lediglich als Station auf dem Jakobsweg bekannt. Inzwischen hat sich Bilbao als urbaner Großraum auf spektakuläre Weise zu einer der fortschrittlichsten Dienstleistungsmetropolen des Landes entwickelt.

Architektur und Wein in der Rioja

Guggenheim Museum Frank O. Gehry © GA Bilbao

Auf der ITB haben wir interessante Gespräch mit der spanischen Rioja-Expertin Gentzane López geführt und über die Weingüter sinniert.

Zu den architektonischen Top-Stars gehört sicherlich das Weingut Marqués de Riscal für das Frank O. Gehry das Hotel und ein Besucherzentrum entworfen hat. Es erscheint wie ein spektakuläres Bündel geschwungener, farbiger Bänder aus Titan und bildet einen krassen Gegensatz zu dem angrenzenden verschlafenen Weindorf Elciego, in dem sich bis zum Horizont die Rebstöcke über die Hügellandschaft ziehen. Wein, so weit das Auge reicht.

Architektur und Wein in der Rioja

Hotel Marques de Riscal Frank O. Gehry © Hotel Marques de Riscal

Der baskische Architekt Iñaki Aspiazu entwarf in Samaniego die Bodega Baigorri im Industriestil. Völlig konträr zu Frank O. Gehry steht sie auf dem Weinhügel und erscheint von weitem nur als kristalliner Würfel. Kaum zu vermuten, dass sich hier sechs Stockwerke in den Weinhügeln graben. Die Produktion folgt der Schwerkraft, keine Pumpen werden benötigt. Es kommen die Erinnerung an die Reise in 2011 wieder hoch und die Gedanken an die grandiose Weinverköstigung am Ende der Produktionstrasse.

Architektur und Wein in der Rioja

Bodega Baigorria Iñaki Aspiazu © Bodega Baigorria

Santiago Calatrava wiederum hat die Bodega Ysios in Laguardia entworfen. Eine futuristische Komposition aus Holz und Metall, die die Silhouette des dahinterliegenden Kantabrischen Gebirges übernimmt. In der Wellenform des Daches ahnt man förmlich die eingelagerten Weinfässer. Dann gibt es noch die geschwungene Stahl- und Glaskonstruktion der irakischen Architektin Zaha Hadid der Bodegas Lopez de Heredia Vina Tondonia.

Architektur und Wein in der Rioja

Bodega Ysios Calatrava © Tour Exquisit

Außerdem, nur wenige Kilometer weiter, die Bodega Viña Real. Eine moderne Weinfabrik in Form eines gigantischen Weinfasses, entworfen vom französischen Architekt Philippe Mazières. Dass mit Maziéres hier ein Franzose ausgesucht wurde, hat Tradition: Bereits 1890 ließ man sich hier einen Weinkeller von Gustave Eiffel bauen.

Ganz anders aber nicht weniger modern ist die von Ignacio Quemada gestaltete Bodega Juan Alcorta des Weinproduzenten Campo Viejo. Trotz seiner klotzigen Form harmoniert das erst 2001 eingeweihte Weingut nordwestlich von Logroño überraschend gut mit der Landschaft. Das liegt einerseits an den verwendeten Materialien wie Naturstein und Holz. Andererseits war die größte Sorge des Architekten, wie er ein 45.000 Quadratmeter großes Gebäude bauen kann, ohne die herrliche Landschaft zu verschandeln. Die Antwort war: unterirdisch, erdverbunden.

Die rot-erdig gefärbten Betonelemente der Fassade wurden auch unter der Erde übernommen. Eine aus weißem Eichenholz gefertigte Stufentreppe verbindet die Flaschenlagerräume mit dem stylischen Fass-Keller, in dem 75.000 grandios vom Licht in Szene gesetzte Weinfässer liegen. Dem Architekten ist es mit der Konstruktion nicht nur gelungen, großartige Architektur zu machen, die mit der Landschaft harmoniert, sondern auch ideale Bedingungen für die Herstellung der Weine zu schaffen.
Die Bodega ist ein Sinnbild für das, was den Weintourismus in Rioja ausmacht: Sie erhielt fast genauso viele Architekturpreise wie Auszeichnungen für ihre Weine.

Wie genau wir unsere Architektur- und Weinreise in die Rioja nun gestalten werden steht noch in den Sternen. Aber wir arbeiten dran und träumen ein wenig von tollen Hotels mit Blick weit über die Weinberge und einem direkten Zugang in den Weinkeller.

Freuen Sie sich auf eine Reise zu Architektur und Wein in der Rioja 2019.

 

Alle aktuellen Architekturreisen finden Sie hier.

2 Comments

Thomas Mittrenga

Sehr geehrte Frau Seele, sehr geehrter Herr Stern,

gibt es für die Rioja – Reise Ihrerseits schon Terminvorstellungen?

Mit freundlichen Grüßen
Thomas Mittrenga

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Torsten Stern

Sehr geehrter Herr Mittrenga,

bisher ist da nur eine Idee. Wir informieren Sie gerne wenn es konkreter wird.

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