Von Balthasar Neumann bis Walter Gropius, von barocker Rauminszenierung bis zu zeitgenössischer Klarheit – Deutschland zählt zu den bedeutendsten Architekturlandschaften Europas. Hier entstanden Ikonen der Baugeschichte, hier wurden architektonische Bewegungen geprägt, deren Einfluss bis heute weltweit spürbar ist. Zugleich entstehen fortwährend neue Bauwerke, oft abseits der großen Aufmerksamkeit, eingebettet in Städte, Landschaften und gesellschaftliche Entwicklungen.

Fraunhofer Technikum III, Würzburg © a-tour
Nach Architekturreisen in die USA, nach Südamerika, Japan und Australien richteten wir unseren Blick im Jahr 2026 bewusst auf die eigene Heimat. Denn die Frage drängte sich zunehmend auf: Warum in die Ferne schweifen, wenn sich architektonische Entdeckungen von außergewöhnlicher Qualität direkt vor der eigenen Haustür finden lassen?
Erste Eindrücke unserer Architekturreise Deutschland Teil 1
Im Vorfeld baten wir Kundinnen und Kunden um ihre persönlichen Empfehlungen – um jene Orte und Bauwerke, die sie seit Jahren faszinieren, die sie jedoch bislang nie selbst besuchen konnten. Die Resonanz war beeindruckend. Aus der Vielzahl der Vorschläge kristallisierten sich mehrere außergewöhnliche Reiserouten heraus, die das Potenzial besitzen, die architektonische Vielfalt Deutschlands neu erfahrbar zu machen.

Vierzehnheiligen, Bad Staffelstein © a-tour
Den Auftakt bildete im Mai 2026 eine Reise durch Bayern – abseits der bekannten touristischen Routen. Mit zwei Kleinbussen führte die Tour durch eindrucksvolle Kulturlandschaften zu Bauwerken unterschiedlichster Epochen, Haltungen und Maßstäbe. Im Mittelpunkt standen nicht nur herausragende Gebäude, sondern auch die Begegnungen mit ihren Geschichten, ihren Planenden und ihrem kulturellen Kontext. Ergänzt wurde das Programm durch besondere kulinarische Stationen, die den Charakter der jeweiligen Region erlebbar machten.

Glaswerk, Anberg © a-tour
Zu den Höhepunkten der Reise zählte das Casals Forum in Kronberg, entworfen von Volker Staab. Der Konzertsaal verbindet höchste akustische Anforderungen mit einer präzisen architektonischen Haltung und gilt bereits heute als Referenzprojekt zeitgenössischer Kulturbauten.
Eine Entdeckungsreise zu den verborgenen Perlen deutscher Baukultur
Einen eindrucksvollen Kontrast hierzu bildete die Basilika Vierzehnheiligen bei Bad Staffelstein. Das Meisterwerk Balthasar Neumanns zählt zu den bedeutendsten Sakralbauten des europäischen Barock und beeindruckt bis heute durch seine komplexe Raumkomposition und die außergewöhnliche Lichtführung.
Mit dem Besuch des Adidas Campus in Herzogenaurach eröffnete sich ein Einblick in aktuelle Unternehmensarchitektur und die Entwicklung großmaßstäblicher Arbeitswelten. Architektur wird hier zum räumlichen Ausdruck von Unternehmenskultur und Innovationskraft.

Adidas Campus, Herzogenaurach © a-tour
Zu den stilleren, aber nicht minder bemerkenswerten Stationen gehörte die St.-Martha-Kirche in Nürnberg von Florian Nagler. Der sensible Umgang mit Materialität, Licht und liturgischem Raum verdeutlicht die besondere Qualität zeitgenössischer Sakralarchitektur.
Ein architekturhistorischer Höhepunkt war das von Walter Gropius entworfene Glaswerk in Amberg. Das Industriegebäude zeigt exemplarisch die Verbindung von Funktionalität und gestalterischer Klarheit, die das Bauhaus bis heute prägt.

Mensa Berufsschulzentrum Nord, Darmstadt © a-tour
In Eichstätt widmete sich die Reise dem Werk Karljosef Schattners, dessen präzise Eingriffe in den historischen Stadtkörper als wegweisende Beispiele für den Dialog zwischen Alt und Neu gelten. Kaum ein anderer Architekt hat die Frage des Weiterbauens im Bestand so konsequent und zugleich selbstverständlich beantwortet.
Die Pfarrkirche St. Moritz in Augsburg, von John Pawson behutsam transformiert, demonstriert eindrucksvoll die Kraft architektonischer Reduktion. Durch den präzisen Einsatz von Licht, Material und Proportion entstand ein sakraler Raum von großer Ruhe und Intensität.

Kunstkraftwerk Bergson, München © a-tour
Den Abschluss bildete die Mustersiedlung Ramersdorf mit dem Besuch des Wohnhauses des Architekten Ludwig Zitzelsberger. Die unmittelbare Begegnung mit dem Wohnhaus eines Architekten ermöglichte einen seltenen Einblick in die Verbindung von architektonischer Haltung, Alltagskultur und gebauter Lebenswelt.
Die Reise zeigte eindrucksvoll, wie vielfältig, überraschend und inspirierend die deutsche Architekturlandschaft ist. Zwischen weltbekannten Meisterwerken und kaum bekannten Entdeckungen eröffnete sich ein facettenreiches Panorama deutscher Baukultur – eine Einladung, den architektonischen Reichtum des eigenen Landes neu zu entdecken.

Wabenhaus München © a-tour
In Kürze folgt unser ausführlicher Bericht zu dieser Architekturreise.