Petzi & new work – der neue Carlsen Campus in Hamburg Ottensen

Pixi, Petzi, Conni, Harry Potter, Bella und Edward, Tim und Struppi, Naruto, Son Goku, die Peanuts und viele andere sind unter dem Dach eines ehemaligen Fabrikgebäudes in Hamburg-Ottensen versammelt.

Carlsen Verlag - DeWinder _0372

Carlsen Verlag – DeWinder _0372 © Marc Seelen

Carlsen ist einer der führenden deutschen Verlage für Kinderbücher, Jugendbücher, Comics, Graphic Novels, Manga und Humor. Seit über sechzig Jahren werden Bücher und Bilder, die unterhalten, zum Nachdenken anregen und Wissen vermitteln verlegt.

Unser Team von Stern Architekten hatte das große Glück im vergangenen Lockdown zusammen mit unseren Berliner Kollegen von de Winder Architekten eine neue Bürowelt für den Kinder- und Jugendbuchverlag Carlsen realisieren zu dürfen. Jetzt ist der 1. Bauabschnitte geschafft und wir blicken stolz auf unser Projekt, dass der Hamburg Fotograf Marc Seelen gerade sehr schön in Szene gesetzt hat.

Petzi & new work – der neue Carlsen Campus

Die neue Bürowelt im Hamburger Szenestadtteil Ottensen ist Teil des zukünftigen Verlags-Campus, der derzeit auf dem Areal in der Völckerstraße entsteht und das dortige alte Verlagshaus um einen weiteren Standort in direkter Nachbarschaft ergänzt.

Dort, wo die Firma Gutmann noch bis 1980 Sandstrahlgebläse herstellte und die ehemalige Nutzung noch durch Gleise der Industriebahnen ablesbar ist, arbeiten nun mehr als 70 Mitarbeiter des Verlages.

Als große Herausforderung bei dem Projekt stellte sich die Umwandlung der heterogenen Hallengebäude in eine effiziente Büroumgebung dar, die den spezifischen Anforderungen des Verlags gerecht wird. Es galt den Maßstabssprung zu finden, das Verhältnis von der großen Industriehalle zum kleinen Pixi-Buch. Dabei stand der  behutsame Eingriff im Vordergrund, die alte Nutzung der Hallen ablesbar zu belassen und gleichzeitig der neuen Nutzung Raum zu geben. Mit großer Verantwortung gegenüber dem Bestand wurde so ein neues Regelwerk für die Umwandlung in eine moderne Bürolandschaft erarbeitet.

Carlsen Verlag - DeWinder - people_v2

Carlsen Verlag – DeWinder _ people_v2 © Marc Seelen

Die Nutzung findet in zwei ganz unterschiedlichen Hallen statt. Eine große Halle mit einer ins Obergeschoss ragenden sehr hohen Dachkonstruktion und eine kleine Halle als eine Art Seitenflügel. Auf der Erdgeschossfläche der kleinen Halle befindet sich der Haupteingang zum neuen Carlsen-Büro. In dem sich anschließenden liebevoll als „Promenade“ bezeichneten Flurbereich wurden  raumhohe Boxen mit versetzten Höhen angeordnet, die die Einzel-, Doppel- und Viererbüros aufnehmen und bis zur Galerieebene im Obergeschoss ragen. Dieser 35 m lange Gang durch die Raum-in-Raum-Situationen nimmt informelle Meeting-Situationen auf und gibt den Blick in die große Halle, dem Herzstück des neuen Verlagshauses, frei.

In der bis ins darüber liegende Obergeschoss offenen großen Halle wurde eine ca. 230 Quadratmeter große Eventfläche als „Marktplatz“ angesiedelt, die mit Vorhängen vom Workspace in der kleinen Halle abtrennbar ist. Der Eventspace erhielt einen neuen grafischen Bodenanstrich im grün gehaltenen Industriebodenlook, der gleichzeitig Zonierungen für verschiedenste Nutzungsszenarien schafft. Ein transluzenter Vorhang am separaten Eingang zum Marktplatz erlaubt Tageslichteinfall in den Raum. Die grafische Gestaltung des Bodens erstreckt sich bis in die Promenade hinein und verknüpft die beiden unterschiedlichen Hallen.

Carlsen Verlag - DeWinder _ 0650_people

Carlsen Verlag – DeWinder _ 0650_people © Marc Seelen

Als Besonderheit und in Anlehnung an die frühere Nutzungsatmosphäre umfassen raumhohe orangene, nach oben auslaufende Baugerüste auf drei Seiten den Eventspace. Sie dienen für unterschiedliche Bespielungen und wirken zudem als Eyecatcher im Raum. So nehmen sie Tischlermöbel wie Sitzbänke und temporäre Arbeitsflächen auf, sind Stauraum für die lose Möblierung, integrieren die Bibliothek, das Techniklager sowie die Medien- und Raumlufttechnik, lassen sich bei Bedarf umbauen für Cateringsituationen oder Buchpräsentationen und bieten Möglichkeiten zum Aufhängen und Hinterleuchten von bedruckten Planen für verschiedene Veranstaltungsformate.

Carlsen Campus

Im Obergeschoss der kleinen Halle befinden sich feste Galeriearbeitsplätze, ein kleiner Open Space für das Presse- und Marketingteam. In der großen Halle entstand ein großer Meetingraum mit einem „Haus im Haus“ Charakter sowie ein Bibliotheksbereich mit Lounge Atmosphäre Der verglaste Meetingraum ragt mit seiner Bodenkante in den im Erdgeschoss liegenden Eventspace hinein und bietet Platz für bis zu 16 Personen. Über den umlaufenden Erschließungsgang ergeben sich schöne Blickbeziehungen in die Halle.

Um den Charme der Halle zu erhalten, wurden verschiedenartige Spuren der Nutzung vergangener Epochen aufgedeckt und in die neue Raumstruktur deutlich sichtbar integriert. So tauchen auf der Fläche verteilt alte Schalthebel und Bedientableaus, Spuren früherer Wand- und Fensterdurchbrüche, eine alte Backsteinmauer, Reste von Kranzügen oder alte Farbanstriche auf, die sich nun atmosphärisch in die neue Raumnutzung einfügen. Auch das neue Farbkonzept greift solche Spuren auf und überführt diese in die gegenwärtige Nutzung. So ziehen sich die vorgefundenen Bestandsfarben in Grün- und Rottönen der industriellen Nutzung durch die gesamte Fläche und werden als Ergänzung zum zurückhaltenden Weiß und Grau in den Böden und Textilien in Szene gesetzt.

Carlsen Verlag - DeWinder _1312

Carlsen Verlag – DeWinder _1312 © Marc Seelen

Seit Abschluss des Projekts im Mai 2021 nehmen wir gemeinsam mit de Winder Architekten eine Revitalisierung des Bestandsbüros des Verlages im gegenüberliegenden Gebäude vor. Dabei wird der Ansatz der neu entwickelten Bürosprache aufgegriffen und gestalterisch fortgeführt, um den neuen Carlsen-Campus in seiner zukünftigen Ausrichtung aufzuwerten und zu unterstützen.

Wir freuen uns, dass das Projekt im diesjährigen Hamburger Architektur Jahrbuch 2021/22 veröffentlicht wird.

Offene Architekturführungen am 12. und 13. Juni 2021

Es geht wieder los! Die Elbphilharmonie hat Ende Mai ihren Konzertbetrieb erneut aufgenommen und wir dürfen seit dem 1. Juni wieder Architekturführungen im Freien durchführen. Daher freuen wir uns Ihnen am 12. und 13. Juni gleich zwei offene Architekturführungen für Einzelpersonen anbieten zu können.

Die Architekturführung „Schnitt durch die Mitte“ zeigt einen Querschnitt der Hamburger Stadtentwicklung an Alster und Elbe. Zu sehen sind Historisches, Klassiker und Zukunftsprojekte im Stadtzentrum der Hansestadt. Samstag, 12. Juni von 10.00 bis 12.30 Uhr

Anmeldung und weitere Infos finden Sie hier.

Schnitt durch die Mitte

Sprinkenhof © a-tour

Die zweistündige Architekturführung „Aktuelle Stadtentwicklung“ mit dem Fahrrad zeigt die derzeitigen Themen der Hamburger Stadtentwicklung an der Elbe. Zu sehen sind aktuelle sowie Zukunftsprojekte diesseits und jenseits der Norderelbe. Ein eigenes Fahrrad ist mitzubringen. Sonntag, 13. Juni von 10.00 bis 12.00 Uhr

Anmeldung und weitere Infos finden Sie hier.

Aktuelle Stadtentwicklung

Grasbrook © Herzog & de Meuron

Null-Emissionshaus HafenCity Hamburg

Als Bauherrin ihres eigenen künftigen Unternehmenssitzes in der westlichen HafenCity setzt die HafenCity Hamburg GmbH die Messlatte entsprechend hoch: Das Bürogebäude wird als „Null-Emissionshaus HafenCity Hamburg“ über den gesamten Lebenszyklus, von der Errichtung über den Betrieb bis zu Rückbau und Entsorgung, CO2-neutral sein.

Null-Emissionshaus HafenCity Hamburg

Null-Emissionshaus HafenCity Hamburg EHC-nordwest © Heinle Wischer und Partner

Mit diesem ambitionierten Nachhaltigkeitskonzept nimmt das Gebäude europaweit eine Vorreiterrolle ein und soll auch für künftige Grundstücksentwicklungen in der HafenCity sowie in den weiteren Stadtentwicklungsvorhaben am Grasbrook, im Billebogen und der Science City Hamburg Bahrenfeld ein maßstabsetzendes Vorbild sein. In einem Generalplaner-Wettbewerb, in dem neben den städtebaulich-architektonischen Herausforderungen vor allem auch intelligente und innovative Nachhaltigkeitslösungen gefordert waren, hat sich das Büro Heinle Wischer und Partner aus Berlin durchgesetzt. Voraussichtlicher Baubeginn für das Gebäude wird Anfang 2022 sein, geplante Fertigstellung in 2024.

Null-Emissionshaus HafenCity Hamburg

Das circa 7.200 m² Bruttogrundfläche (BGF) umfassende Bürogebäude entsteht auf dem rund 1.500 m² großen Baufeld im Quartier Sandtorpark/Grasbrook. Das „Null-Emissionshaus HafenCity Hamburg“ schließt die letzte städtebauliche Lücke in der westlichen HafenCity und ist ein Pionier und Vorbild für CO2-neutrales Bauen: Nach dem so genannten cradle-to-cradle-Prinzip werden die Materialherkunft, der Betrieb sowie die zukünftige Rückbau- und Weiterverwendung von Beginn an in die Planung einbezogen. Die gesamte Konstruktion ist oberirdisch als modulares Holzgebäude angelegt. Holz bietet den Vorteil, dass es die Anforderungen an Kreislaufwirtschaft und Emissionsneutralität besonders gut erfüllt. Darüber hinaus trägt eine intensive Fassadenbegrünung zur nachhaltigen Verbesserung des Mikroklimas bei. Die Dachflächen sind nahezu vollständig genutzt. Auf rund 30 Prozent der Dachfläche sind Dachterrassen für die gemeinschaftliche Nutzung vorgesehen. Zudem wird die Dachfläche zur Gewinnung von Solarenergie mit Photovoltaik-Modulen belegt. Das Gebäude wird keine PKW-Stellplätze mehr vorhalten, mit bis zu 150 Fahrrad-Stellplätzen setzt es Impulse für eine aktive und ökologisch nachhaltige Mobilität.

Null-Emissionshaus HafenCity Hamburg

Null-Emissionshaus HafenCity Hamburg EHC-nordost © Heinle Wischer und Partner

Die HafenCity Hamburg GmbH wird das Gebäude als ihren künftigen neuen Unternehmenssitz bauen und selbst nutzen. Dr. Andreas Kleinau, der als Geschäftsführer der HafenCity Hamburg GmbH für die Planung und Realisierung des Gebäudes verantwortlich ist, betont die große Bedeutung klimaneutralen Bauens: „Insbesondere Städte sind vor dem Hintergrund der planetaren Grenzen gefordert, sich ökologischer und sozialer Herausforderungen bewusst zu werden und aktiv zur Lösung beizutragen. Sie können damit aber auch zentrale Orte für technische und soziale Innovationen sein. Als Stadtentwicklungsgesellschaft setzen wir uns aktiv für neue Wege im Planen, Bauen und Betreiben von Gebäuden, aber auch ganzen Stadtteilen ein, die Nachhaltigkeit, Klimaschutz und ressourcenschonendes Bauen integral mitdenken. Mit unserem neuen Unternehmenssitz, der eines der europaweit nachhaltigsten Gebäudekonzepte verfolgt, wollen wir neue Maßstäbe setzen und Lernprozesse für intelligentes und emissionsneutrales Bauen anstoßen.“

Pionier und Vorbild für CO2-neutrales Bauen

Das neue Bürogebäude erfüllt außerdem eine wichtige städtebauliche Funktion: Während sich die HafenCity dynamisch in Richtung Osten bis an die Elbbrücken entwickelt, besteht im Kreuzungsbereich Am Dalmannkai/San-Francisco-Straße eine bis heute unbefriedigende städtebauliche Situation. Entstanden war sie in den 1990er Jahren durch die Ansiedelung des Heizwerks, welches bis heute und auch in Zukunft als wichtiger Baustein der nachhaltigen Wärmeversorgung der westlichen HafenCity fungiert. Mit dem neuen Bürogebäude wird nun die Chance genutzt, die ungeordnete Umgebung desHeizwerks städtebaulich klarer zu fassen und dem Stadtraum durch neue Nutzungen mehr Urbanität zuverleihen.

Auch die Innenraumgestaltung des Bürogebäudes unterliegt höchsten Nachhaltigkeitsstandards. Durch den „mit allen Sinnen“ erlebbaren Materialeinsatz von Holz wird eine attraktive Arbeitsumgebung geschaffen, die eine hohe Nutzerzufriedenheit erzeugt. Die abgehängten Heiz– und Kühlsegel auf Basis von Lehmbauplatten verfügen über eine hohe Feuchtigkeitsaufnahme und führen zu einem angenehmen Raumklima an jedem Arbeitsplatz. Die Mieteinheiten werden in Nutzungseinheiten ohne notwendige Flure mit einem Tragwerk als Holz-Skelettbau organisiert, sodass unterschiedliche Bürokonzepte flexibel umgesetzt werden können. In den Erdgeschosslagen des Gebäudes sind attraktive Nutzungen vorgesehen wie zum Beispiel Ladeneinheiten, Ausstellungsflächen, Kultur oder Dienstleistungen, die weitere Angebote für die Nachbarschaft schaffen und einen Beitrag zu einem lebendigen Straßenraum leisten.

Mit dem neuen Gebäude werden somit die besten Voraussetzungen für die Zukunftsstrategie des künftigen Hauptnutzers, der HafenCity Hamburg GmbH, geschaffen.

Auf unserer Architekturführung HafenCity Ost können Sie mehr erfahren.

Pritzker Preisträger 2021 Lacaton und Vassal Architectes bauen in Hamburg

Anne Lacaton und Jean-Philippe Vassal erhalten den Pritzker-Preis 2021. Lacaton und Vassal, die 1987 ihr Büro gründeten, stehen wie kaum ein anderes Architektenpaar für eine soziale und ökologische Wende in der Architektur. Auch in Hamburg wird eines ihrer Projekte stehen im geplanten Paloma Viertel in St. Pauli auf dem ehemaligen Areal der Esso Hochhäuser.

Pritzker Preisträger 2021 Lacaton und Vassal Architectes bauen in Hamburg

Das Wettbewerbsverfahren des Paloma Viertels auf dem Areal der sogenannten Esso Hochhäuser ist fast abgeschlossen. Die Bayerische Hausbau möchte auf dem Gebiet des Paloma Viertel, gelegen zwischen dem Spielbudenplatz an der Reeperbahn, der Taubenstraße und der Kastanienallee –  ein gleichzeitig hochverdichtetes und kleinteilig durchmischtes Stadtquartier bauen.

Paloma-Viertel_BF2 f72

Paloma-Viertel_BF2_f72 © Janusch

Große Investitionen auf dem ehemaligen Gelände der Astra-Bavariabrauerei mit dem Bavaria Quartier, dem Bernhard-Nocht-Quartier, Pestalozzi Quartier oder die „Tanzenden Türme“ brachten seit der Jahrtausendwende erhebliche Unruhe in den Stadtteil St. Pauli, in dem das Bauen von größeren Projekten noch nie einfach war. All diese Vorhaben erregten Protest und Widerstand. Als 2009 die Bayerische Hausbau das Gelände mit den drei Hochhäusern aus den 1960er Jahren und der Esso-Tankstelle kaufte, um dort neu zu bauen, konnte sie erahnen, was auf sie zu-kommen könnte. Die riesen große Protestwelle, die nach dem Abrissbeschluss der Stadt anhob, dürfte die Bauherrin dennoch überrascht haben. Mittlerweile hatte die Angst vor Gentrifizierung viele Anwohner St. Paulis auf den Plan gerufen.

Für die Bayerische Hausbau und das zuständige Bezirksamt-Mitte offenbar Grund genug, die Nachbarschaft und Bürger*innen schon früh am Planungsprozess teilhaben zu lassen. 2014 wurde die „Planbude“ ins Leben gerufen: Begleitet von ehemaligen Park-Fiction-Aktivisten, Künstlern, Kulturwissenschaftlern, Stadtplanern und Angehörigen der HafenCity Universität wurde gemeinsam mit den Stadtteil-bewohnern der sogenannte St. Pauli Code entwickelt. Bestandtteile dieses Richtlinienkatalogs sind einerseits die St. Pauli-Spezifika, andererseits legt er Prinzipien wie kleinteilige Bebauung, niedrige Mieten für Wohnen und Gewerbe, aktiv bespielte Dachflächen und öffentliche Räume ohne Konsumzwang fest.

Paloma Viertel f72 Architekten

Paloma-Viertel_BF5_f72 © Janusch

In einem städtebaulichen Gutachterverfahren, das NL-Architekten und die BeL Sozietät für Architektur für sich entschieden, wurden 2015 diese Maßgaben in steter Abstimmung mit der Planbude und öffentlichen Foren in eine urbane Struktur gebracht, die einzelne Gebäude definiert und Nutzungen exakt lokalisiert. Geplant ist ein urbaner Sockel, in dem öffentlich zugängliche Nutzungen wie Gastronomie, Einzelhandel oder entsprechendes Gewerbe untergebracht werden soll. Ein Hotel soll den dahinter liegenden Wohnungen Schutz vor dem lärmenden Spielbudenplatz bieten. Durch das Innere des Areals ist eine „Quartiersgasse“ geplant, eine Art halböffentlicher Raum. Zudem sollen Flächen für ein ortspezifisches, auf Musik und Show bezogenes Gewerbe geschaffen werden.

Paloma Vietel Lageplan f 72

Paloma Viertel Lageplan © f72 Architekten

Der Rahmen für das eingeladene Workshopverfahren war daher eng gesetzt. Die fünf eingeladenen Büros arbeiteten begleitet von einer öffentlichen Planerwerkstatt jeweils architektonische Vorschläge für die einzelne Baufelder aus. Die Jury beurteilte jedes der fünf Baufelder einzeln und zeichnete Arbeiten unterschiedlicher Büros aus. Entsprechend heterogen ist nun das Ergebnis ausgefallen, das die Architektur der Einzelgebäude betont. Die Betonung für die zukünftige Bebauung im Paloma Viertel liegt hierbei eindeutig auf Vielfalt.

Paloma Viertel • Wettbewerbsverfahren entschieden

Mit diesem hochbaulichen Verfahren ist der Planungsprozess noch nicht abgeschlossen. Die Preisträger wurden aufgefordert ihre Entwürfe zu überarbeiten sowie die sogenannte „Quartiersgasse“ noch nicht im Detail zu planen. Die Bayrische Hausbau bemüht sich, die zum Teil sehr detailliert vorgegebenen Nutzungen zu realisieren – mit ausgesuchten Betreibern und Nutzern, streng nach dem St. Pauli Code und in Abstimmung mit der Anwohnerschaft über die Planbude. Neben dem Hotel, den Einzelhandels- und Gewerbeflächen soll es Sporteinrichtungen und Sondernutzungen der Dächer (z.B. Sport, Restaurant- und Gemeinschaftsdächer) geben, die wohl überlegt und kombiniert werden müssen. Circa 40 Prozent der Wohnungen werden Sozialwohnungen sein, circa 20 Prozent innerhalb einer Baugemeinschaft, circa 40 Prozent freifinanzierte Mietwohnungen zu üblichen Marktpreisen. Letztere werden aber in ihren Abmessungen so klein sein, dass auch sie günstig mietbar sind. Insgesamt sollen 24.000 Quadratmeter Nutzfläche gebaut werden. Die Fertigstellung ist für 2024 geplant. Fest steht, dass hier eines der lebendigsten und vielfältigsten Neubauquartiere in Hamburg entstehen wird.

1. Preise Baufeld (BF) 1: NL Architects und BeL Sozietät für Architektur, Amsterdam/Köln; BF 2 und 5: feld72 Architekten ZT GmbH, Wien; BF 3: Lacaton & Vassal, Paris (Haus 3.1: Turm), NL Architects und BeL Sozietät für Architektur, Amsterdam/Köln (Haus 3.2 : Eckhaus), ifau + Jesko Fezer, Berlin (Haus 3.3: Zickzack); BF 4: ifau + Jesko Fezer, Berlin

Auf unserer Architekturführung St. Pauli können Sie mehr erfahren.

Baubeginn für das Gemeinschaftshaus Lohsepark in der HafenCity

Bald soll es soweit sein: Im Mai 2021 sollen am Spielplatz im Lohsepark die Bauarbeiten für das langerwartete Gemeinschaftshaus beginnen. Das farbenfrohe Holzhaus mit Aussichtsturm und Dachbegrünung von rethmeierschlaich architekten entsteht im Bereich des Spielplatzes auf der westlichen Parkseite. Damit entsteht ein sozialer Treffpunkt für Besucherinnen und Besucher jeden Alters im Park.

Gemeinschaftshäuser Lohsepark © rethmeierschlaich architekten

Schon jetzt kann man erahnen, wo das Gemeinschaftshaus stehen wird: da das Haus und sein Standort von Anfang an als fester Be­standteil des Lohseparks und des Spielplatzes mitgeplant wurden, sind die Spielflächen in diesem Bereich nur temporär angelegt und vorwiegend mit Rasen- und Heckenflächen einfach gestaltet.

Vorbereitende Arbeiten ab Ende Februar 2021

Um mit dem Bau rechtzeitig beginnen zu können, werden die Hecken innerhalb des Spielbereichs im Moment entfernt. Anschließend müssen einige Bäume aus dem Boden genommen werden, damit ausreichend Platz für die Baustelleneinrichtung besteht. Diese Maßnahmen sind jedoch nur vorübergehend: Nach Fertigstellung des Hauses werden die angrenzenden Parkflächen wiederhergestellt und die Bäume erneut eingepflanzt. Dann ist auch die eingezäunte Spielfläche endlich vollständig nutzbar: Aufgrund der Bauarbeiten ist der Bereich für die Bauzeit bis September 2022 in der Größe vorübergehend etwas eingeschränkt.

Gemeinsamer Ort durch gemeinsame Gestaltung

Als eines von insgesamt drei Gemeinschaftshäusern in den Parkanlagen der HafenCity – die anderen beiden entstehen im Grasbrookpark und Baakenpark – wird das Haus im Lohsepark zum neuen Treffpunkt für viel­fältige nachbarschaftliche Aktivitäten. Frech, bunt, einladend und durch seinen Aussichtsturm weithin sichtbar präsentiert sich der von rethmeierschlaich architekten gestaltete Holzbau.

An dem Nutzungskonzept wurde mit aktiver Beteiligung der Nachbarschaft intensiv gearbeitet. Im Innern wird das Gemeinschaftshaus flexibel nutzbar sein: Die Hälfte der Fläche steht der gemeinschaftlichen Nutzung als Quartiersbüro mit zwei Mehrzweckräumen und einer Küche zur Verfügung. Die andere Hälfte wird Funktionen für die Park- und Spielflächen bieten. Ein Café, öffentliche Toiletten und Lagerflächen für Leihgeräte und -spielzeuge sind ebenfalls vorgesehen. Im Herbst 2022 ist es dann soweit.

Auf unserer Architekturführung HafenCity Ost können Sie mehr erfahren.

Städtebaulicher Wettbewerb zur Erweiterung des Hauptbahnhofs

Der Städtebaulicher Wettbewerb zur Erweiterung des Hamburger Hauptbahnhofs ist gestartet. Die Stadt Hamburg lobt einen Wettbewerb in Abstimmung mit der Deutscher Bahn aus. Es ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Erweiterung des Hamburger Hauptbahnhofs: Mit der öffentlichen Bekanntmachung des städtebaulich-freiraumplanerischen Planungswettbewerbs am 29. Januar 2021 startet das europaweite Bewerbungs- und Auswahlverfahren, an dem sich nun Architekturbüros, Landschaftsarchitekten und Stadtplaner direkt bewerben können. Ausgelobt wird der Wettbewerb durch die Freie und Hansestadt Hamburg, vertreten durch die ReGe Hamburg und in enger Abstimmung mit der Deutschen Bahn (DB).

Wettbewert Hamburger Hauptbahnhof

Hamburg Hbf © Deutsche Bahn AG / Oliver Lang

Das Verfahren bildet den Startpunkt zur Erweiterung des Hauptbahnhofs und der Weiterentwicklung des gesamten Bahnhofsumfelds. Die Leistungsfähigkeit des Hauptbahnhofs gelangt durch die Zunahme an Reisenden, Passantinnen und Passanten zunehmend an seine Grenzen. Eine bauliche Erweiterung des Verkehrsknotenpunktes ist dringend erforderlich.
Ziel des Planungswettbewerbs ist es, ein integriertes Gesamtbild zu erhalten und infrastrukturell, architektonisch und städtebaulich angemessene Lösungsansätze für den Hauptbahnhof und das Umfeld zu schaffen, um die Mobilitätswende voranzutreiben. Die Anforderungen der Fahrgäste sowie der Verkehrsunternehmen und Gewerbetreibenden stehen dabei im Mittelpunkt. Gleichzeitig geht es um einen achtsamen Umgang mit dem Thema Denkmalschutz sowie vom Umbau betroffenen Nachbarschaften.

Städtebaulicher Wettbewerb zur Erweiterung des Hauptbahnhofs

Nach dem beginnenden Teilnahmewettbewerb starten 30 Büros in die erste Wettbewerbsphase ab April 2021 und erarbeiten städtebauliche Grundkonzepte. Die Teilnehmerzahl wird bewusst hoch angesetzt, um möglichst vielfältige und unterschiedliche Konzepte zu erhalten
Diese unterschiedlichen Konzepte werden in einer ersten Preisgerichtssitzung im August 2021 geprüft und bewertet werden. In der zweiten Phase verbleiben dann 10 Büros, die dazu aufgerufen werden, ein Detailkonzept zu erstellen. Eine zweite Preisgerichtssitzung zur Auswahl des Siegerentwurfs sowie die Bekanntgabe der Gewinner sind für Ende 2021 anberaumt.

Hauptbahnhof und dessen Umfeld neu denken

Zum Preisgericht gehören unter anderem Dr. Dorothee Stapelfeldt, Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen, Dr. Anjes Tjarks, Senator für Verkehr und Mobilitätswende, sowie Franz-Josef Höing, Oberbaudirektor der Freien und Hansestadt Hamburg, auf Seiten Hamburgs sowie Sven Hantel, Vorstand Produktion DB Station & Service AG, und Oliver Hasenkamp, Leiter Objektentwicklung und Planung DB Station & Service AG, auf Seiten der DB.

Auswahlverfahren und öffentlicher Dialogprozess

Der Wettbewerb wird durch einen öffentlichen Dialogprozess begleitet, dessen Ergebnisse in die Konzepte mit einfließen werden. In Form mehrerer Veranstaltungen werden Bürgerinnen und Bürger dazu eingeladen, ihre Hinweise und Ideen zum Wettbewerb mit einzubringen. Dieser Prozess startet mit einer ersten digitalen Informationsveranstaltung mit paralleler Online-Beteiligung Mitte März 2021.

Der Siegerentwurf des Wettbewerbs soll die Basis bilden, um die Leitlinien zur Erweiterung des Hauptbahnhofs und der städtebaulichen Gestaltung der unmittelbaren Nachbarschaft für die kommenden Jahre und Jahrzehnte zu definieren.

Auf unseren Architekturführungen können Sie mehr erfahren.

Elbtower in der HafenCity: Bebauungsplan genehmigt

Der Bebauungsplan für den Elbtower in der HafenCity hat grünes Licht erhalten. Nach drei Stunden brachte die Kommission den Bebauungsplan für Deutschlands dritthöchstes Haus auf den Weg. Der 245 Meter hohe Büro- und Hotelturm soll den Abschluss der Hafencity bilden. Die Kosten für den Bau des Elbtower werden auf mindestens 700 Millionen Euro geschätzt. Fertig soll er im Jahr 2025 sein.

Elbtower HafenCity

Elbtower © HafenCity Hamburg GmbH/moka-studio

Zu hoch, geradezu erschlagend für Hamburgs Silhouette und er bringe zu viel Schatten für die Anwohner in Rothenburgsort – das sind die häufigsten der 26 Einwände, ergab eine Sitzung der Kommission für Stadtentwicklung. Bemängelt wurden aber auch der CO2-Verbrauch. Und es fehle ein Anti-Terror- Konzept für das Gebäude. Gegen diesen Kritikpunkt jedoch wehrten sich die Vertreter der Stadtentwicklungsbehörde. Den Expressfahrstuhl zur Aussichtplattform im 55. Stock dürfe man beispielsweise nur nach einer Online-Anmeldung betreten und nachdem man von einem Körperscanner durchleuchtet wurde.

Elbtower in der HafenCity: Bebauungsplan genehmigt

Im Dezember hatte der Bauträger Signa aus Österreich die Baupläne für den Wolkenkratzer vorgelegt. Eigentlich sollte der Bauantrag bereits Mitte des Jahres vorliegen. Die Medien spekulierten ob die Coronakriese Auswirkungen auf die Planungen des Elbtowers haben könnte. Aber die Signa übergab Ende des letzten Jahres 400 Aktenordner mit Planunterlagen an Hamburgs Stadtentwicklungsbehörde zur Prüfung vor. Das Unternehmen spricht von einem Meilenstein für den Bau.

Im zweiten Quartal möchte man bereits die Baugrube und die Fundamente vorbereiten. Testbohrungen hatten ergeben, dass der Boden an den Elbbrücken tatsächlich etwas fester ist als gedacht und die Fundamente nicht 111 Meter, sondern nur gut 70 Meter in den Boden gerammt werden müssen.

Die Signa hat im Dezember ebenfalls den ersten Mieter vermeldet: Die Hamburg Commercial Bank will 11.000 Quadratmeter Büros mieten – das entspricht einem Achtel der gesamten Bürofläche. Die Auswahl des Hotelbetreibers soll unmittelbar bevorstehen.

Elbtower in der HafenCity: Bebauungsplan genehmigt

Eine interdisziplinär und unabhängig besetzte Jury hat sich 2017 einstimmig für den Entwurf von David Chipperfield Architects ausgesprochen. Als mischgenutztes Hochhaus mit ca. 104.000 m² Bruttogeschossfläche entwickelt sich der Elbtower von einem öffentlichen, vielfältig genutzten Sockel mit Entertainment- und Edutainmentflächen, Einzelhandel und Gastronomie über halböffentliche Nutzungen wie Hotel, Boarding House, Fitness- und Wellnessbereiche, Kinderland und Co-Working-Flächen bis hin zu modernen und flexibel gestaltbaren Büroflächen in den Turmgeschossen. Im Obergeschoss ist eine öffentliche Fläche vorgesehen; geplant ist eine gastronomische Nutzung. Sozialer und kommunikativer Treffpunkt des Gebäudes ist ein tagesbelichtetes, überdachtes Atrium. Im Sommer 2020 wurde eine mehrstöckige Musterfassade des künftig höchsten Gebäudes der Stadt aufgebaut.
Der 1:1 Fassadenprototyp des Elbtowers ist insgesamt 11 Meter hoch und 13,5 Meter breit.

Elbtower Musterfassade

Elbtower Musterfassade außen © Helge-Schwarzer

Der Elbtower erfüllt höchste Nachhaltigkeitskriterien. Er wird nach dem Platinum Standard des Umweltzeichens HafenCity zertifiziert und wird das ambitionierte Smart Mobility-Konzept der östlichen HafenCity erfüllen. Der Elbtower bildet nicht nur einen Abschluss der HafenCity-Entwicklung, sondern ist gleichzeitig Auftakt für den Eingang zum Zentrum Hamburgs. Zusammen mit der neuen U- und S-Bahn-Station Elbbrücken wird er zu einem neuen städtischen Knotenpunkt, der bis in die künftigen Stadtentwicklungsräume Billebogen und Grasbrook ausstrahlen wird.

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Parks und Freiräume in Hamburg

In Anbetracht der pandemischen Lage und des erneuten Lockdowns sind Parks und öffentliche Plätze zu unverzichtbaren Zufluchtsorten geworden, die eine nötige Abwechslung bieten. Innerhalb der Stadt dienen sie nicht nur als Kohlenstoffbinder, sondern auch als Naherholungsraum und sozialer Treffpunkt. Einige dieser neuen Parks und Freiräume stellen wir Ihnen heute vor. Ab an die frische Luft auf einen Winterspaziergang!

Baakenpark_© Atelier Loidl

Lohsepark © VOGT

Lohsepark – Das grüne Zentrum der HafenCity / Vogt Landschaftsarchitekten, Zürich                        Dreht sich ein Besucher in der Mitte des rund 4ha großen Lohseparks von Vogt Landschaftsarchitekten um 360 Grad, dann erlebt er eine der herausragenden räumlichen Qualitäten des Areals: An beiden Enden öffnet sich die langgezogene Achse der Freifläche zum Hafenbecken. Das Freiraumkonzept streicht diese Raumqualitäten mit zwei grundlegenden gestalterischen Eingriffen heraus: Einer Blickachse von Wasser zu Wasser und einer präzisen räumlichen Staffelung in drei Höhenstufen – Stadtebene, Parkebene und historische Ebene. Terrassen verbinden die einzelnen Ebenen miteinander. Ihre Detailgestaltung lässt Aufenthaltsflächen mit unterschiedlichen Nutzungsschwerpunkten und unterscheidbaren Charakteren entstehen. Noch tiefer, durch einen weiteren Höhensprung präzise abgegrenzt, liegen die historischen Anlagen: Die baulichen Reste des Hannoverschen Bahnhofs haben eine eigene visuelle Sprache und erzählen von der Vergangenheit des Ortes, der im Zweiten Weltkrieg zentraler Ausgangspunkt der Deportation von Juden, Sinti und Roma war. Wie eine tiefere geologische Schicht liegt das Memorial einen Meter unterhalb des Parkniveaus und bis zu drei Meter unter der Stadtebene.

Parks und Freiräume in Hamburg

Parks und Freiräume in Hamburg

Baakenpark Luftbild © Mark Pflüger

Baakenpark – HafenCity / Atelier Loidl, Berlin                                                                                          Der Baakenpark von Atelier Loidl ist das grüne Zentrum der gerade neu entstehenden östlichen HafenCity. Die 1,6 ha große, aus Elbsand künstlich aufgeschüttete Halbinsel befindet sich inmitten des ehemaligen Hafenbeckens Baakenhafen. Mit seiner wilden Uferlinie, den grünen Böschungen bis ans Wasser sowie seiner charakteristischen Topografie bildet der Park eine atmosphärische Gegenwelt zu seiner Umgebung. Der Baakenpark weist eine markante Topografie mit mehreren, unterschiedlich hohen Plateaus auf. Aufgrund der besonderen Anforderungen an den Hochwasserschutz wurden die Spiel- und Grünflächen des Parks auf drei erhöhten Plateaus angelegt. Die drei Plateaus unterscheiden sich in ihren Nutzungen und Atmosphären deutlich voneinander: Im Westen der Halbinsel liegt der Sport- und Spielbereich, die mittlere Ebene bietet eine Spiel- und Liegewiese mit der Böschungstribüne, im Osten erhebt sich abseits des Trubels als krönender Abschluss der 15m hohe „Himmelsberg“ als weithin sichtbarer Aussichtspunkt. Die Brücke vom Versmannkai in den Baakenpark stellt für Fußgänger und Radfahrer eine direkte Verbindung zwischen den nördlich und südlich des Hafenbeckens gelegenen Teile des neuen Stadtquartiers her.

Parks und Freiräume in Hamburg

Baakenpark © Atelier Loidl

Hafenpromenade – Baumwall/ Zaha Hadid Architects, London                                                               Bereits 2006, nach dem Entscheid des öffentlichen Wettbewerbs, erhielten Zaha Hadid Architects von der Stadt Hamburg den Auftrag zum Ausbau der Promenade. Anlass des Wettbewerbs war damals die Ertüchtigung der bestehenden Hochwasserschutzanlagen am innerstädtischen Hafen. Seit der großen Flut von 1962 rüstet sich die Stadt mit dieser Schutzmauer an der Elbe vor einer erneuten Überschwemmung. Der Entwurf von Zaha Hadid Architects gab der technisch begründeten Reperatur und Aufstockung der Schutzanlagen an der Elbe eine wirkungsvolle, städtebauliche Dimension. Entstanden ist eine ein Kilometer lange und gut neun Meter über dem Meeresspiegel liegende Stadtpromenade entlang der Elbe. Zehn Meter und breiter bildet diese erhöhte Fußgänger- und Fahrradroute mit vereinzelten spitzwinkligen Pavillonbauten eine Art Abschluss der Stadt zum Ufer. Über Rampen, Treppen und einzelne Fußgängerbrücken ist sie mit dem dahinterliegenden Hamburg verknüpft. Dabei sind die weiten, an den Typ des Amphitheaters angelehnten Treppenanlagen das wichtigste Motiv. Mal orientieren sie sich zum Wasser, mal zur Stadt – und schaffen dabei unterschiedliche Aufenthalts- und Kommunikationsorte.

Parks und Freiräume in Hamburg

Parks und Freiräume in Hamburg

Krebs und Herde Landschaftsarchitekten, Winterthur (CH) © Ferdinand Graf Luckner, Hamburg

Stadtteilpark – Neue Mitte Altona / Krebs und Herde Landschaftsarchitekten, Winterthur                     Auf dem Areal des ehemaligen Bahnhofs Altona entsteht der neue Stadtteil Neue Mitte Altona mit einem zentralen Stadtpark. Die Parkgestaltung wurde 2013 unter intensiver Beteiligung von Bürger*innen erarbeitet. Das beauftragte Schweizer Landschaftsplanungsbüro Krebs und Herde nahm die dabei entstandenen Ideen in sein Konzept mit auf. Die gesamte Parkanlage umfasst 2,7 Hektar und wurde als „durchfließende Wiesenlandschaft“ angelegt, die sich nach Süden durch das gesamte Plangebiet zieht. Das monumentale Stahlskelett der einstigen Güterhalle, ein historischer Klinkerbau und ein erhaltener Wasserturm verankern das neue Quartier in der Geschichte des Orts. Die abgesenkte Spielwiese und Parktreppe formen ein Relief, das Funktion und Erholung auf selbstverständliche Weise verknüpft. Im Nordwesten des Parks wird ein kleines Wäldchen entstehen. Auf dem Spielplatz gibt es einen abwechslungsreichen Bewegungsparcours. Als Nächstes steht die Sanierung der korrodierten Güterhallenkonstruktion an und damit verbunden der Einbau eines Kletterspielplatzes und eines kleinräumigen Hallengartens. In einer längeren Entwicklungsperspektive wird sich, mit der Verlegung des Fernbahnhofs, der Park mit dem bestehenden Grünzug durch die Stadt verbinden und sich bis zum «Altonaer Balkon» an der Elbe ausdehnen.

Mehr Informationen können Sie auch auf unseren individuellen oder öffentlichen Architekturführung erfahren.

Virtuelle Architekturführungen von Guiding Architects

Nach dem großen Erfolg der ersten Serie virtueller Architekturführungen von Guiding Architects, die im Oktober stattfand und über 550 Teilnehmer hatte, veranstaltet Guiding Architects nun eine zweite Reihe von kostenlosen virtuellen Architekturführungen.

Vom 29. Januar bis 12. Februar 2021 nehmen wir Sie mit nach Kopenhagen, Paris und Rotterdam und präsentieren urbane Strategien rund um das Thema Nachhaltigkeit.

Virtuelle Architekturführungen von Guiding Architects

Virtual Tour 2nd Series Guiding Architects

In den Live-Streaming-Veranstaltungen werden die Referenten – Architekten und Architekturjournalisten, die an ihren Standorten arbeiten und forschen – ihr umfangreiches Wissen mit Hilfe von (historischen) Fotos, Film- und Audioclips, Luftaufnahmen, Stadtplänen und Architekturzeichnungen vermitteln. Die Teilnehmer erhalten einen guten Einblick in die Gebiete, ihren urbanen Kontext und die verschiedenen Ansätze im Umgang mit Nachhaltigkeit, Resilienz, Partizipation und Mobilität.

Während die Serie um ein zentrales Thema herum konzipiert ist, ist jeder Rundgang eine eigenständige Veranstaltung und kann separat oder als Teil der Serie unternommen werden.

Kostenlose virtuelle Touren zu Nachhaltigen Urbanen Strategien in Kopenhagen, Paris und Rotterdam vom 29. Januar bis 12. Februar 2021

Programm

Freitag, 29.01.21 – 18:00 Uhr
Nordhavn – The Sustainable Borough of the Future in Copenhagen
Gastgeber: Bo Christiansen, Scaledenmark                                                                                               Anmeldung erfolgt hier

Virtuelle Architekturführungen von Guiding Architects

Konditaget Lüders by JAJA Architects © Scaledenmark

Freitag, 05.02.21 – 18:00 Uhr
Saint Vincent de Paul in Paris – a new sustainable, participatory and resilient neighborhood
Gastgeber: Catherine Haas-Adler, GA Paris                                                                                              Anmeldung erfolgt hier

Freitag, 12.02.21 – 18:00 Uhr
Water Management and Climate Adaptation in Rotterdam
Gastgeber: Anneke Bokern, architour                                                                                                        Anmeldung erfolgt hier

Virtuelle Architekturführungen von Guiding Architects

Aerial view of Dakpark in Rotterdam © architour

Die Führungen finden auf Zoom in Englischer Sprache statt, die Teilnahme ist kostenlos. Weitere Informationen und die Anmeldung finden Sie hier:

Freitag, 29.01.21 – 18:00 Uhr          Kopenhagen                                                                                     Freitag, 05.02.21 – 18:00 Uhr          Paris                                                                                                 Freitag, 12.02.21 – 18:00 Uhr          Rotterdam

BDA Hamburg Architektur Preis 2020

Trotz Corona konnten auch in diesem Jahr wieder die besten Hamburger Bauten mit dem renommierten BDA Hamburg Architektur Preis und dem BDA / Hamburger Abendblatt Publikums Architektur Preis 2020 ausgezeichnet werden!

Mit den beiden Preisen will der BDA Hamburg vorbildliche Bauten, die in den vergangenen zwei Jahren im Raum Hamburg entstanden sind, würdigen und herausstellen sowie Qualitätsmaßstäbe in der zeitgenössischen Architektur setzen. Ausgezeichnet werden Architekt*innen zusammen mit ihren Bauherr*innen für das gemeinsame Werk. Die Preisträger*innen erhalten eine Urkunde und alle preisgekrönten Bauten werden umfassend im Internet und in einer Katalogdokumentation der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

In diesem Jahr wurden erstmals kurzweilige Filme erstellt, die die Juryarbeit, die ausgezeichneten Bauprojekte und die Preisverleihung dokumentieren. Alle Filme sowie weitere Infos zu den Siegerbauten sind auf der BDA Hamburg Website zu finden.

BDA Hamburg Architektur Preis 2020

Jury: Martina Bauer, Architektin, Berlin· Till Briegleb, Journalist, Hamburg· Prof. Dietrich Fink, Architekt BDA, München (Juryvorsitz)· Franz-Josef Höing, Oberbaudirektor, Hamburg· Prof. Mikala Holme Samsøe, Architektin MAA, München

Die Jury wählte aus 83 Bewerbungen der Baujahre 2018 – 2020 aus dem Großraum Hamburg drei gleichrangige Preise im 1. Preisrang, sechs gleichrangige Preise im 2. Preisrang sowie sieben gleichrangige Preise im 3. Preisrang. Außerdem zeichnete sie 19 Bauten mit einer Würdigung aus. Für den Publikums Architektur Preis, den der BDA Hamburg gemeinsam mit der Tageszeitung Hamburger Abendblatt in einer zweiten Stufe vergibt, nominierte sie des Weiteren neun Bauten. Der Katalog erscheint im Frühjahr 2021 im Dölling und Galitz Verlag unter dem Titel „BDA Hamburg Architektur Preis 2020 – Die Baujahre 2018 – 2020“.

Preisträger*innen des BDA Hamburg Architektur Preises 2020                                                           Die drei gleichrangigen BDA Hamburg Architektur Preise 2020 (1. Preisrang) gehen an:

1.Preis_Carmody-Groarke_Grossmarkt-Theater-Pavillon

1.Preis_Carmody-Groarke_Grossmarkt-Theater-Pavillon_©Johan_Dehlin

1. Preis für den: Großmarkt Theater Pavillon, Banksstraße 28, 20097 Hamburg                                     Bauaufgabe: Neubau Pavillon für Kultur und Gastronomie                                                                        Architekturbüro: Carmody Groarke, London                                                                                              Bauherr: Mehr! Theater, Hamburg

Jurybeurteilung: Verrücktheiten sieht man in Hamburg nicht so gerne, trotz der Seelenverwandtschaft zur englischen Lebensart. Wenn aber doch mal ein unbekanntes Architektur Objekt von der Insel landet, begegnet man ihm mit größter Sympathie. Die silberne Flugscheibe vor dem Mehr-Theater in den Großmarkthallen, in der die Fans von Harry Potter 2020 eigentlich zur Pauseihre Zaubertränke genießen sollten, ist aber auch ein magischer Ort für sich. Wie ein Gestaltwandler reagiert der Bar-Container auf seine Umgebung, reflektiert mit seiner Verkleidung die Lichtstimmungen am Hafen. Die wellenförmige Alu-Haut nimmt die Schwünge von Bernhard Hermkes ikonischerArchitektur auf, die runde Grundform reagiert auf die prägnanten „Hüte“ der Lüftungstürme. Innen ist dieser Holzbau ein schwarzes Balkenzelt mit Lichthof und Blick auf Hermkes Betonbrandung. Gemütlich, eigen, spartanisch, und doch charakterstark. Eine verrückte Kombination, die einen schillernden Akzent setzt. Da braucht’s gar keine Zaubersprüche, außer vielleicht: „Applaudere!“

Aktuelle Stadtentwicklung, Öffentliche Architekturführungen am 10. Oktober 2020

Haltestelle Elbbücken @a-tour

1. Preis für den: U- und S-Bahnhof Elbbrücken Elbbrücken, 20457 Hamburg                                           Bauaufgabe:Neubau zweier Haltestellen, U- und S-Bahnhof                                                                     Architekturbüro: gmp · Architekten von Gerkan, Marg und Partner, Hamburg                                           Bauherrinnen:U-Bahnhof und Skywalk: Hamburger Hochbahn AG                                                           Dach S-Bahnhof: DB Station & Service AG

Jurybeurteilung: Diese kommunizierenden Röhren des Nahverkehrs sind die neuen Torwächter der Stadt. Mit ihrem aufreizenden Netzstrumpf-Design grüßen die zwei Glasbeine für S- und U-Bahn zur Einfahrt ins schöne Hamburg, oder sagen Ade zum traurigen Abschied. Als verschleierte Schwestern der Elbbrücken sind die beiden Bahnhöfe ein architektonischer Willkommensgruß an einer Stelle, die lange vor allem auf bessere Zeiten wartete. Nun treten sie in einen Dialog mit den Stahlbögen der Elbbrücken, rücken ihnen allerdings auch ein klein wenig zu nah auf den Leib. Aber so ist das vielleicht bei zu großer Liebe zu alten Wahrzeichen. Dafür können diese Zwischenstationen zum Sprung über die Elbe aber für sich beanspruchen, die traurige Geschichte der Hamburger Bahnhöfe zu beenden. Seit Kriegsende wurde im überirdischen Schienennetz architektonische Qualität eher abgerissen als gebaut. Der Doppelbahnhof Elbbrücken formuliert nun an diesem prominenten Ort endlich wieder Stolz auf die Schönheit von Ingenieursleistungen und sagt Reisenden sein lautes Ahoi!

1.Preis_LH-Architekten_Schulterblatt

1.Preis_LH Architekten_Schulterblatt_©Dorfmueller-Klier

1. Preis für das: Wohn- und Geschäftshaus Schulterblatt, Schulterblatt 65, 20357 Hamburg                   Bauaufgabe: Neubau eines Wohn- und Geschäftshauses mit Bankfiliale und zugehörigen Büroräumen sowie 4 kleinen Mietwohnungen                                                                                                                  Architekturbüro: LH Architekten Landwehr Henke + Partner mbB, Hamburg                                             Bauherrin: NM Nord-IMMO Management GmbH & Co. KG

Jurybeurteilung: Wenn fremde Menschen in Hamburg vor einem Neubau stehen und sich lachend „Geht doch!“ zurufen, muss etwas Außergewöhnliches passiert sein. Und wenn das regelmäßig geschieht, wie bei dem Eckhaus, das an Stelle der berühmtesten Filiale der Hamburger Sparkasse am Schulterblatt errichtet wurde, dann hat irgendwer etwas sehr richtig gemacht. Dort, wo bisher zu jeder Hamburger Krawallnacht die Scheiben klirrten, steht jetzt ein Wohn- und Geschäftshaus, das sowohl den Gründer-Geist seiner baulichen Nachbarschaft wie dessen Struktur aufnimmt, als auch die Lebendigkeit des Schanzenviertels kreativ reflektiert. Ein schlankes „Gerüst“ aus Betonbalken und Stützen, in dem große helle Holzfenster, Loggien und im Rücksprung eine Terrasse plastische Tiefe erzeugen, verbindet sich an allen Seiten logisch mit dem Kontext. Künstlerisch dezent veredelt durch vertikale Betonschraffur mit frech genarbter Zick-Zack-Grafik wird aber auch dem Eigensinn des Genius loci entsprochen. Das Haus macht jetzt selbst Krawall, im besten Sinne.

BDA Hamburg Architektur Preis 2020

Der BDA / Hamburger Abendblatt Publikums Architektur Preis 2020 geht an:

Der 1. Publikums Architektur Preis für das Waterworks Falkenstein, Falkensteiner Ufer 38, 40, 40a, 42a, 42b, 2258 Hamburg                                                                                                                             Bauaufgabe: Denkmalgerechte Sanierung und Umnutzung der ehemaligen Pumpstation des Wasserwerk Bauerspark zu Eigentumswohnungen                                                                                               Architekturbüro: BIWERMAU Architekten BDA, Hamburg                                                                         Bauherrschaft: Denkmalgerechte Sanierung / erweiterter Rohbau: Waterworks Falkenstein GbR, Stephanie Siewert / Andreas Hanitsch / Ausbauten: diverse private Bauherren

Das Siegerbauwerk wurde mit großem Abstand aus neun nominierten Bauten von der Leserschaft der Tageszeitung Hamburger Abendblatt gekürt.

Der 2. Publikums Architektur Preis wird für das Bauwerk „Großmarkt Theater Pavillon“ an Carmody Groarke, London und ihren Bauherren Mehr! Theater, Hamburg vergeben.

Den 3. Publikums Architektur Preis erhalten gmp · Architekten von Gerkan, Marg und Partner, Hamburg und ihre Bauherrinnen Hamburger Hochbahn AGund DB Station & Service AG für den „U- und S-Bahnhof Elbbrücken“.

Mehr Informationen können Sie auch auf unseren individuellen oder öffentlichen Architekturführung erfahren.

Hadi Teherani erhält das Bundesverdienstkreuz

Architekt Hadi Teherani erhält das Bundesverdienstkreuz am Bande. Senatorin Dr. Stapelfeldt würdigt ganzheitliche Kreativität.

Mit dem Verdienstkreuz am Bande ist der Architekt und Designer Hadi Teherani heute ausgezeichnet worden. Teherani nahm den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland im Rathaus von Dr. Dorothee Stapelfeldt, Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen, entgegen.

Senatorin Dr. Dorothee Stapelfeldt sagt, dass mit Hadi Teherani ein international renommierter Gestalter gewürdigt werde, der mit seiner Architektur einen außerordentlichen kreativen und künstlerischen Beitrag auch zur Attraktivität der Stadt geleistet habe. So wirken zum Beispiel seine Tanzenden Türme, die Rickmers Holding, das Dockland und das Deichtorcenter heute so, als hätten diese Wasserlagen nur auf genau diese Bebauungen gewartet. Die darin spürbare Einfühlung in einen Bauort samt seiner Geschichte sowie die gestalterischen Antizipation der Nutzung eines Gebäudes kennzeichne Teheranis ganzheitliche Herangehensweise. Was er auf diese Weise habe entstehen lassen sei beseelte Architektur, so Stapelfeldt. Da er dabei immer auch als kultureller Vermittler agiere und das urbane Publikum einbeziehe, könne Hadi Teherani mit Fug und Recht als Gesellschaftsgestalter bezeichnet werden.

Hadi Teherani erhält das Bundesverdienstkreuz

Hadi Teherani wurde 1954 in Teheran geboren und wuchs in Hamburg auf. Nach seinem Architekturstudium in Braunschweig war er von 1989 bis 1991 Wissenschaftlicher Mitarbeiter an Volkwin Margs Lehrstuhl für Stadtbereichsplanung und Werklehre an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen. 1991 gründete Teherani in Hamburg zusammen mit Jens Bothe und Kai Richter das Architekturbüro BRT Architekten. Seit 1999 ist er Mitglied der Freien Akademie der Künste in Hamburg.

Hadi Teherani erhält das Bundesverdienstkreuz

Bundesverdienstkreuz für Hadi Teherani © fhh_bsw

In Hamburg setzte Teherani schon zu Beginn seiner Arbeit zahlreiche stadtbildprägende Akzente. Dazu gehören unter anderem der Berliner Bogen, die Tanzenden Türme, das Dockland oder die Bahnhöfe der neuen U-Bahnlinie 5. Auch seine Kranhäuser in Köln sind dort zum stadtprägenden Wahrzeichen geworden. In Freiburg, Düsseldorf, Augsburg, Duisburg und München, am Frankfurter Flughafen und dem dortigen Hafenpark finden sich weitere ortsprägende Bauten Teheranis. International realisierte der Architekt unter anderem Projekte in Metropolen wie Abu Dhabi, Dubai, London, Moskau, Mumbai, Rom, Teheran und Tokio.

Ein Merkmal von Teheranis Architektur ist der häufige Einsatz von Glas als Baumaterial, das Verbindungen schafft zwischen Innen und Außen. Passend dazu denkt Hadi Teherani über die Grenzen der Architektur hinweg als Produktdesigner auch die Gestaltung der Innenräume mit: Vom Bodenbelag über Möbel und Leuchten bis hin zu Tür- und Fensterbeschlägen wirkt sein ganzheitlicher Ansatz auch tief in die Gebäude hinein.

Architektur Adventskalender 2020

Die Adventszeit hat begonnen! Wir öffnen jeden Tag auf unserem Instagram Profil @a.tour ein Türchen unseres Architektur Adventskalenders und zeigen einen Ausschnitt eines Gebäudes in Hamburg. Die Auflösung erfolgt jeweils am nächsten Tag in unseren Stories.⁠ Folgt uns auf @a.tour und macht mit beim Ratespiel!

Architektur Adventskalender 2020

Architektur Adventskalender 2020 ©-a-tour

Architektur Adventskalender 2020

Natürlich gibt es auch etwas zu gewinnen. Jeden Tag verlosen wir unter den Gewinner*innen einen  Gutschein für eine Architekturführung und am 24. Dezember 2020 zusätzlich eine »Collector`s Edition« mit 20 Booklets aus 20 Guiding Architects Städten. ⁠Die »Collector’s Edition« hat a-tour gemeinsam mit 19 weiteren Städten aus dem Guiding Architect Netzwerk herausgebracht.

20 Städte, 20 kleine Bände „Guiding Architects“

Vielleicht möchten Sie sich auf eine „gedankliche“ Reise machen. Jede Stadt wird im Guiding Architects Architectural Guide mit einem separaten Booklet vorgestellt, alle Booklets kommen in einem schönen Schuber. Die insgesamt zwanzig Hefte, davon jedes in einer anderen Farbe, stellen zusammen 200 Bauten und Projekte aus Städten vor, die in den vergangenen Jahren hervorragende Architektur hervorgebracht haben. Jeder einzelne Band enthält fünf Highlights und fünf versteckte Perlen zeitgenössischer Bauten und Freiräume. Diese reduzierte Auswahl von wenigen Projekten pro Stadt ermöglicht es den Lesern, sich ein schnelles und präzises Bild von dem Ort ihrer Wahl zu machen. Die einzelnen Hefte sind eine Einladung, die jeweilige Stadt zu bereisen oder sich intensiver mit ihr zu befassen. In der Gesamtheit hat man einen Überblick über das aktuelle Architekturgeschehen verschiedener Metropolen, von Abu Dhabi bis Hamburg, von Oslo bis Doha, von New York bis Moskau.

Die zweistündige Architekturführung für alle 24 Gewinner findet am 13. März 2021 statt und beschäftigt sich mit den aktuellen Projekten in der HafenCity, dem größten Stadtentwicklungsproket in Europa.

Machen Sie mit beim Ratespiel und gewinnen eine Architekturführung.⁠

Was müssen Sie tun?

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Jahrbuch Architektur in Hamburg 2020/21

Das neue Jahrbuch Architektur in Hamburg 2020/21 ist erschienen! In dem von der Hamburgischen Architektenkammer herausgegebenen Buch betrachten namhafte Architekturkritiker die von einer Jury ausgewählten interessantesten neuen Bauten Hamburgs. Darüber hinaus greift das Jahrbuch wichtige Themen der Hamburger Stadtentwicklung, Stadtplanung und Baugeschichte auf.

Jahrbuch Architektur in Hamburg 2020/21

Jahrbuch Architektur in Hamburg 2020/21 © Junius Verlag

Hier eine Auswahl der Bauten und Themen:
Waterworks – Umnutzung eines Pumpwerks zu Wohnraum (BiwerMau Architekten)
JVA Glasmoor (SKA Sibylle Kramer Architekten)
Flutschutzanlage und Promenade Niederhafen (Zaha Hadid)
Temporärer Pavillon in Planten un Blomen (Kawahara Krause Architects)
Umbau eines Hochbunkers zum Wohnhaus in Ottensen (Björn Liese Architekt)
Haus am Domplatz (APB)
Baufeld 2 im Pergolenviertel (DFZ, spine architects, Klaus Theo Brenner)
8-Euro-Wohnungsbau-Pilotprojekt (Limbrock Tubbesing)
KPTN – Hybrider Stadtbaustein in der Hafencity (blauraum, Nalbach + Nalbach Gesellschaft von Architekten)
Villa NEO (Querkopf Architekten)
Theater Pavillon Mehr! (Carmody Groarke)
Baakenhafenpark (Atelier Loidl)

Jahrbuch Architektur in Hamburg 2020/21

Im Hamburger Feuilleton wirft die Redaktion einen Blick auf den neuen Stadtteil Grasbrook, den Städtebau der Mitte Altona sowie den Abriss und Neubau der Sternbrücke und dem Café Seeterrassen. Außerdem widmen sich die Autoren unter der Fragestellung »Wer wohnt wie?« den Grundrissen aktueller Eigentums-, Sozial- und Baugemeinschaftswohnungen, dem denkmalpflegerischen Umgang mit dem jüdischen Tempel in der Poolstraße und dem Regiokonzept Bergedorf/Storman/Lauenburg. Im aktuellen Porträt wird dieses Jahr der Landschaftsarchitekt Ando Yoo, im historischen Porträt der Altonaer Baurat Werner Jakstein vorgestellt. Den Fragen der Redaktion stellt sich im Interview Oberbaudirektor Franz-Josef Höing.

Mehr Informationen zu den vorgestellten Projekten können Sie auf unseren Architekturführungen erfahren.

DOM publishers

Heute erreichte uns eine schöne Überraschung. Der DOM publishers hat im Frühjahr, mitten im ersten Lockdown, den Deutschen Verlagspreis 2020 der Staatsministerin für Kultur und Medien erhalten und wollte diese Wertschätzung gerne mit uns teilen.

DOM publishers

DOM publishers © a-tour

Wir haben daher ein kleines Paket mit einer Auswahl seines Angebots erhalten und uns sehr darüber gefreut.So können wir nun aus dem zweiten Lockdown heraus schon Reisen für 2021 planen.

Ein Architekturführer als Begleiter für echte und gedankliche Reisen oder frei nach Gothe „man sieht nur, was man weiß“.

Vielleicht wollen auch Sie sich auf die „gedankliche“ Reise machen.

Im DOM publishers sind eine Fülle von tollen Architekturführern erschienen und unsere »Collector’s Edition« kann sogar dirket über die a-tour Webseite bestellt werden.

Die »Collector’s Edition« hat a-tour gemeinsam mit 19 weiteren Städten aus dem Guiding Architect Netzwerk herausgebracht.

20 Städte, 20 kleine Bände „Guiding Architects“

Jede Stadt wird im Guiding Architects Architectural Guide mit einem separaten Booklet vorgestellt, alle Booklets kommen in einem schönen Schuber. Die insgesamt zwanzig Hefte, davon jedes in einer anderen Farbe, stellen zusammen 200 Bauten und Projekte aus Städten vor, die in den vergangenen Jahren hervorragende Architektur hervorgebracht haben. Jeder einzelne Band enthält fünf Highlights und fünf versteckte Perlen zeitgenössischer Bauten und Freiräume. Diese reduzierte Auswahl von wenigen Projekten pro Stadt ermöglicht es den Lesern, sich ein schnelles und präzises Bild von dem Ort ihrer Wahl zu machen. Die einzelnen Hefte sind eine Einladung, die jeweilige Stadt zu bereisen oder sich intensiver mit ihr zu befassen. In der Gesamtheit hat man einen Überblick über das aktuelle Architekturgeschehen verschiedener Metropolen, von Abu Dhabi bis Hamburg, von Oslo bis Doha, von New York bis Moskau.

guiding architects meeting, Guiding Architects Architekturführer, Guiding Architects Architectural Guide

Collector’s Edition DOM publishers

Neubau für HafenCity Hamburg GmbH

Die HafenCity Hamburg GmbH baut im Quartier Am Sandtorpark/Grasbrook, um sich für ihre weiter wachsenden Stadtentwicklungsaufgaben und den damit verbundenen steigenden personellen und räumlichen Bedarf künftig optimal aufzustellen, ein neues Bürogebäude als Null Emissionsgebäude.

Die HafenCity Hamburg GmbH ist für vier Zukunftsprojekte Hamburgs – die HafenCity, den Grasbrook, den Billebogen und die Science City Hamburg Bahrenfeld verantwortlich. Mit dem Bauvorhaben wird zugleich eine bislang unbefriedigende städtebauliche Situation neu gefasst und die Entwicklung des Quartiers abgeschlossen. Als Null Emissionsgebäude soll es neue Maßstäbe an das nachhaltige Bauen und den schonenden Umgang mit Ressourcen setzen. Im Untergeschoss bietet das Gebäude zudem Raum für die Landstromanlage zur nachhaltigen Versorgung der Kreuzfahrtschiffe. Um Planrecht für das Bürogebäude zu schaffen, wird von der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen der Bebauungsplan HafenCity 18 aufgestellt. Die frühzeitige öffentliche Beteiligung startet am 30. Oktober 2020. Voraussichtlicher Baubeginn für das Gebäude wird in 2021 sein, geplante Fertigstellung 2023.

HafenCity Hamburg GmbH

Heizwerk HafenCity © a-tour

Während sich die HafenCity in Richtung Osten bis an die Elbbrücken entwickelt, besteht im Kreuzungsbereich Am Dalmannkai / San-Franzisco-Straße eine bis heute unbefriedigende städtebauliche Situation. Entstanden war sie in den 1990er Jahren, noch vor Beschluss des Masterplans HafenCity, durch die Ansiedelung des Heizkraftwerks, welches bis heute und auch in Zukunft als wichtiger Baustein der nachhaltigen Wärmeversorgung der westlichen HafenCity fungiert. Mit dem neuen Bürogebäude wird nun die Chance genutzt, die ungeordnete Umgebung des Heizwerks städtebaulich klarer zu fassen und dem Stadtraum durch neue Nutzungen mehr Urbanität zu verleihen.

Neubau HafenCity Hamburg GmbH

Auf dem rund 1.500 m² großen Baufeld soll ein sechsgeschossiges, circa 7.200 m² Bruttogrundfläche (BGF) umfassendes Bürogebäude entstehen. In den Erdgeschosslagen des Gebäudes sind attraktive Nutzungen vorgesehen wie zum Beispiel Ladeneinheiten, Gastronomie, Kultur oder Dienstleistungen, die weitere Angebote für die Nachbarschaft schaffen und einen Beitrag zu einem lebendigen Straßenraum leisten. Aufgrund der Nähe des sich im Bau befindlichen neuen Kreuzfahrtterminals (Hamburg Cruise Center HafenCity) wird im Unterschoss des neuen Gebäudes die notwendige Landstromanlage zur nachhaltigen Versorgung der Kreuzfahrtschiffe integriert. Damit können die Schadstoffemissionen der Schiffe während der Liegezeiten deutlich minimiert werden.

Die HafenCity Hamburg GmbH wird das Gebäude als ihren künftigen neuen Unternehmenssitz bauen und selbst nutzen. Im hochbaulichen Realisierungswettbewerb, den sie im September 2020 im Einvernehmen mit der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen für das Bürogebäude gestartet hat, stellt sie hohe Qualitätsansprüche. Bereits seit 2007 fordert die HafenCity Hamburg GmbH mit einem eigenen Umweltzeichen von den Bauherren die Einhaltung von anspruchsvollen Umweltstandards.
Entsprechend hoch sind die Anforderungen, die im Rahmen des Architekturwettbewerbs an die teilnehmenden Planungsbüros gestellt werden. Das Null Emissionsgebäude soll gesamtbilanziell, d.h. über den gesamten Gebäude-Lebenszyklus von der Errichtung, über den Betrieb bis zu Rückbau und Entsorgung CO2-neutral sein. Nach dem so genannten cradle-to-cradle-Prinzip gilt es, die Materialherkunft und zukünftige Rückbau- und Weiterverwendung von Beginn an in die Planung einzubeziehen. Neben den ambitionierten Nachhaltigkeitszielen geht es außerdem darum, ein Raumprogramm zu entwickeln, das an die modernen, digitalisierten Arbeitswelten angepasst ist. Die Flächen sollen eine größtmögliche Flexibilität und Offenheit für die Mitarbeitenden der HafenCity aber auch für künftige Mieterinnen und Nutzerinnen schaffen.

HafenCity Hamburg GmbH

Heizwerk HafenCity © a-tour

Die HafenCity Hamburg GmbH möchte mit dem neuen Gebäude die Voraussetzungen für die Zukunftsstrategie des Unternehmens schaffen.

Die Ergebnisse des Architekturwettbewerbs werden voraussichtlich Anfang Dezember öffentlich vorgestellt.

Um Planrecht für das Grundstück zu schaffen, das derzeit noch Teil des Betriebsgeländes des Heizkraftwerks ist, wird von der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen derzeit der Bebauungsplan HafenCity 18 aufgestellt. Nach der Beteiligung der Träger öffentlicher Belange im Juli 2020 soll nun die frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung erfolgen. Die Unterlagen werden ab dem 30. Oktober 2020 bis zum 30. November 2020 für einen Monat ausgelegt.

Mehr Informationen können Sie auch auf unserer Architekturführung HafenCity West erfahren.

Architekturreise München

Nachdem in diesem Jahr Corona-bedingt nicht an Fernreisen zu denken war, haben wir uns alle schon sehr gefreut zumindest eine innerdeutsche Exkursion, unsere Architekturreise nach München, durchführen zu können. Diese fand 21. bis 24. Oktober 2020 statt.

Unsere 11-köpfige Reisegruppe besuchte die bayerische Metropole München, die aufgrund der rasant wachsende Einwohnerzahl und der damit verbundenen Suche nach bezahlbarem Wohnraum vor sehr großen Herausforderungen steht.

Der erste Tag vermittelte uns eine grobe Orientierung der Münchner Innenstadt.

Wir spazierten von unserem am Sendliger Tor gelegenen Hotel durch die Sendliger Straße zum Jüdischen Zentrum. Von unserer Guiding Architects Netzwerkpartnerin Claudia erfuhren wir, dass der Entwurf von dem Saarbrücker Architekturbüro Wandel Hoefer Lorch stammt, welches den Wettbewerb 2001 für sich entschieden hatte.

Architekturreise München

Architekturreise München, Ohel-Jakob-Synagoge © a-tour

Der Rundgang führte uns weiter vorbei am Wohnhaus am Oberanger von Staab Architekten zum Hofstatt-Areal, welches von den Schweizer Architekten Meili, Peter errichtet wurde.

Architekturreise München

Hier habe früher die Zentrale der SZ und der Münchner Abendzeitung gelegen, so Claudia. Diese „Verbotene Stadt“ sei 2008 nach dem Umzug der SZ in ein Hochhaus an den Ostrand Münchens entwickelt und Ende 2013 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden.

Weiter spazierten wir vorbei an der Frauenkirche und durch den Schäffler Hof, der vom Schweizer Architekten Ivano Gianola stammt und einer der ersten Passagen Münchens war, zu den Fünf Höfen.

Wir hörten von unserem Guide, dass die Basler Stararchitekten Herzog & de Meuron das Konzept für das riesige Quartier entwickelten, nachdem sie den dafür ausgeschriebenen Wettbewerb im Jahr 1997 gewonnen hatten.

Alle wollten noch mehr sehen und so zeigte uns Claudia noch die Salvatorgarage. Sie erläuterte uns, dass Franz Hart hier 1964 einen markanten Parkhausneubau, dem zum Salvatorplatz hin ein einbündiger Bürotrakt vorgelagert ist, errichtete. Die neue Fassade der Aufstockung aus verzinktem Stahl des Architekten Peter Haimerl kontrastiert mit der Schwere der alten Backsteinfassade. Das Stahlgeflecht sorgt für die gewünschte Be- und Abgrenzung und bildet eine ebenso robuste wie signifikante Einfassung der neuen Stellplätze.

Da zwar alle schon ziemlich viel gelaufen sind aber der Architekturhunger noch immer nicht gestillt war, zeigte uns Claudia zum Tagesabschluss noch ein weiteres Highlight, die Neue Maxburg.

Wir erfuhren, dass sie von Sep Ruf und Theo Pabst an der Stelle der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Herzog-Max-Burg errichtete wurde. Claudia erklärte uns, dass sie eines der herausragenden Gebäude des Wiederaufbaus in Deutschland darstellt.

Der zweite Tag führte uns zunächst nach Nymphenburg zum Rothkreuzplatz und der Herz-Jesu-Kirche.

Architekturreise München

Architekturreise München, Herz-Jesu-Kirche © a-tour

Wir hörten, dass, weil der Vorgängerbau aus dem Jahre 1951 abgebrannt war, die katholische Pfarrkirche Herz Jesu im Jahr 2000 nach Plänen von Allmann Sattler Wappner Architekten neu errichtet wurde.

Uns trat ein kubischer Bau mit seiner 14 Meter hohen gläsernen blauen Frontseite und (halb-) transparenten Wänden entgegen. Innerhalb eines äußeren „Glaskastens“ steht ein weiterer, hölzerner Kubus, in den abhängig vom Sonnenstand durch Holzlamellen unterschiedlich viel Licht eindringt. Ein beeindruckendes Gebäude und wir fragten uns, was dieses Gebäude am heutigen Tag überhaupt noch toppen könnte.

Nach einer kurzen Fahrt mit der U-Bahn gelangten wir zum Projekt „Wohnen am Dantebad“. Hier hat das Büro Florian Nagler Architekten 2017 in der Flüchtlingskrise für die kommunale Wohnungsbaugesellschaft GEWOFAG einen seriell strukturierten Baukörper mit 1- und 2,5-Zimmer-Wohnungen für Geflüchtete und Wohnungslose geschaffen.

Mit dem Bus fuhren wir weiter zum Olympiagelände. Dort sahen wir uns die Sanierung des Olympischen Dorfs der Frauen an, das zusammen mit der Alten Mensa, dem Studentenhochhaus und dem Olympischen Dorf der Männer Teil des denkmalgeschützten Ensembles ist. Claudia hatte noch eine Überraschung für uns parat. Der Hausmeister der Anlage wartete auf uns und wir bekamen die Möglichkeit von der Dachterrasse des Studentenhochhauses einen tollen Blick über die Anlage und den Olympia Park zu bekommen. Da auch leichter Fön war, hatten wir sogar beim Blick in südlicher Richtung den spektakulären Blick auf die Berge, den die Münchner so lieben.

Architekturreise München

Architekturreise München, Olympipark © a-tour

Nur ein paar Gehminuten vom Dorf entfernt wurden 2017 die Pläne für eine Gedenkstätte zum Münchener Attentat 1972 von Brückner & Brückner Architekten realisiert.
Noch ergriffen von den Eindrücken der Gedenkstätte, ging es hinüber zur Troika, die aus Olympiastadion, Olympiahalle und Olympiastadionschwimmhalle gebildet wird. Nachdem wir die Gebäude besucht und die schöne Dachstruktur studiert hatten, verbrachten wir unsere Mittagspause bei Sonnenschein auf der Terrasse des Restaurants am Olympiasee.

Frisch gestärkt schlenderten wir weiter und schon von Weitem sahen wir das markante BMW Headquarter. Von Claudia hörten wir, dass die Konzernzentrale der BMW Group 1973 nach dem Entwurf des Wiener Professor Dr. Karl Schwanzer eingeweiht wurde. Wir bekamen die Möglichkeit das Foyer des BMW Hautquartier zu besuchen.

Architekturreise München, BMW Museum © a-tour

Claudia erläuterte, das Schwanzer, der auch bei Oscar Niemeyer gearbeitet habe, BMW vorgeschlagen habe direkt angrenzend ein Museum zu errichten. So ist es auch nicht verwunderlich, dass die typische Beton-Schüssel mit einem Durchmesser 40 Meter uns etwas an Niemeyers legendären Entwurf für das Museu de Arte Contemporânea de Niterói, welches wir auch auf unserer Architekturreise nach Brasilien besucht haben, erinnerte. Zum Tagesabschluss passierten wir die Brücke zur 2007 eröffneten „BMW-Welt“. Claudia erzählte uns, dass diese nach Plänen von Coop Himmelb(l)au gebaut wurde.

Am dritten Tag geht es mit der U-Bahn ins Kunstareal.

Von Claudia erfuhren wir, dass das Kunstareal mit seinen 18 Museen und Ausstellungshäusern, mehr als 40 Galerien und Kulturinstitutionen sowie sechs Hochschulen einzigartig in Deutschland ist.

Wir gingen hinüber zum Lenbachhaus. Der Münchener Maler Franz von Lenbach hat das Gebäude, das nun die Städtische Galerie beherbergt, 1891 im Stil eines italienischen Landhauses bauen lassen. Neben dem neuen dreigeschossigen Anbau, den Norman Foster 2013 errichtete, sehen wir den ehemalige Ateliertrakt sowie die dottergelbe Villa des Malers.

Als nächstes stand das NS- Dokumentationszentrum auf dem Programm. Das scharfkantig weiße Sichtbetongebäude entstand 2015 nach Plänen der Berliner Georg Scheel Wetzel Architekten und hat die Form eines Würfels mit einer Seitenlänge von 22,50 Metern. Schmale, hohe Fensterschlitze in präziser Reihung geben gezielte Ausblicke in die geschichtsträchtige Umgebung am Königsplatz frei.

Von hier erreichten wir den Doppelbau mit der Hochschule für Fernsehen und Film und dem Ägyptischen Museum von Peter Böhm.

Wir legten eine kurze Kaffeepause auf der Dachterrasse der TUM München im „Voerhoelzer Forum“ ein, bevor es weiter ging zur Pinakothek der Moderne. Der klassisch schöne Bau vereint auf 12.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche vier Sammlungen aus den Bereichen Kunst, Architektur, Graphik und Design.

Architekturreise München

Architekturreise München, Museum Brandhorst © a-tour

Über die Sammlung Brandhorst von Sauerbruch Hutton  gelangten wir zur neuen Siemens Zentrale von Henning Larsen. Die Zentrale für etwa 1.200 Mitarbeiter wurde offen und transparent gestaltet. Das Herz des neuen Hauptquartiers bildet das Atrium, das sich in der Mitte des Gebäudes befindet und von allen Seiten aus zugänglich ist.
Leider war uns jedoch der Zugang wegen der Corona-Maßnahmen nicht möglich und so nutzen wir einen der schön inszenierten Innenhöfe für unser Gruppenbild.

Architekturreise München, Gruppenbild © a-tour

Dann stand ein ganz kurzer Spaziergang hinüber zum Odeonsplatz an, an dem unsere Tour endete.

Es waren drei tolle Tage in München. Danke Claudia für die tollen Eindrücke, die wir bekommen haben. Wir kommen sicher wieder.

Der ausführlich Reisebericht folgt. Mehr Informationen zu unseren Architekturreisen finden Sie hier.

Moringa: Cradle-to-cradle inspiriertes Wohnen in der HafenCity

Im Quartier Elbbrücken in der HafenCity Hamburg plant die Moringa GmbH by Landmarken AG als Entwickler gemeinsam mit kadawittfeldarchitektur das in Deutschland erste Wohnhochhaus nach dem Cradle-to-Cradle-Prinzip. Durch die Verwendung geringerer Mengen an Baustoffen sowie eines ausgefeilten Recyclingkonzepts setzt es hierdurch neue Maßstäbe. Eine weitere Besonderheit des Mietwohngebäudes „Moringa“ mit circa 190 Wohneinheiten sind die begrünten Fassaden, Dach- und Innenhofflächen, die mehr als 100% der Grundstücksfläche an die Natur zurück-geben. Das verbessert die Luftqualität in der HafenCity, mindert Hitzeinseleffekte, erhöht die Biodiversität im gesamten Quartier und bietet verschiedene Erholungsorte für Bewohner und Besucher. Die Realisierung des ambitionierten Projekts ist bis 2024 geplant.

Moringa_HafenCity_vorne

Moringa_HafenCity_vorne © kadawittfeldarchitektur rendertaxi

Das Ensemble aus drei Bauteilen gruppiert sich um einen grünen Innenhof. Als reines Mietwohn-gebäude mit variablen Grundrissen und einem Drittel geförderten Wohnungen wendet sich der Neubau an unterschiedliche soziale Schichten und leistet damit auch einen Beitrag zur Entspannung des Mietwohnungsmarktes. Nach aktueller Planung sollen circa 190 Wohneinheiten mit einer Gesamtwohnfläche von rund 11.900 m² entstehen. Darunter Co-Living-Bereiche mit gemeinschaftlich genutzten Aufenthaltsräumen, Küchen und Terrassen.

Moringa_HafenCity_Straßenseite

Moringa_HafenCity_Straßenseite © kadawittfeldarchitektur rendertaxi

Im Unter- und Erdgeschoss ist eine Kita mit Außenbereich vorgesehen. Darüber hinaus sind Co-Working-Spaces geplant, denen per App buchbare Multifunktionsräumen zugeschaltet werden können. Weitere Flächen für Gastronomie und Handel ergänzen den Nutzungsmix und sorgen für die Entwicklung einer Stadtloggia und eines lebendigen Quartiers im Osten der HafenCity. Eine Tiefgarage bietet Platz für über 400 Fahrrad- und rund 50 PKW-Stellplätze, von denen 30% für Car-Sharing vorbehalten sein werden.

Moringa: Cradle-to-cradle inspiriertes Wohnen in der HafenCity

Beachtenswert ist die Bauweise des neuen Wohnhochhauses: Dem Cradle-to-Cradle-Prinzip folgend werden überall, wo möglich, rezyklierbare und gesunde Materialien sortenrein trennbar, rückbaubar und wiederverwertbar zueinander gefügt. Das Bauwesen entwickelt sich dadurch langfristig zu einer Kreislaufwirtschaft, die Gebäude auch als eine Art ‚Materiallager‘ versteht. Statt Müll und Entsorgungskosten am Ende des Lebenszyklus zu produzieren, werden ein wirtschaftlicher Mehrwert generiert und somit Ressourcen geschont.

Moringa_HafenCity_Balkon

Moringa_HafenCity_Balkon © kadawittfeldarchitektur rendertaxi

Insgesamt entsteht, horizontal und vertikal, mehr Grünfläche als überbaut wird. Die Fassade wirkt als „Grüne Lunge“ des Quartiers, indem sie kühlende und luftreinigende Funktionen übernimmt und Sauerstoff erzeugt. Sie trägt zur Artenvielfalt in der Stadt bei, prägt den Lebensraum der Bewohnerinnen und Bewohner und bestimmt das Gebäude auch gestalterisch. Die Dachgärten und der grüne Innenhof dienen zudem als Retentionsflächen für Regenwasser und der privaten und gemeinschaftlichen Nutzung, für Erholung, Urban Farming, Arbeiten und Austausch.

Der Name des Moringa leitet sich von einer gesunden „Superpflanze“ ab, dem sogenannten Moringa Olifeira, dem viele positive Eigenschaften zugeschrieben werden.

Mehr Informationen können Sie auch auf unserer Architekturführung HafenCity Ost erfahren.

Öffentliche Architekturführungen am 10. Oktober 2020

Bislang konnten sich immer nur geschlossene Gruppen für unsere Architekturführungen anmelden.

Jetzt bieten wir öffentliche Architekturführungen, die direkt online von Einzelpersonen und Kleingruppen gebucht werden können.

Die Stadtrundgänge „Schnitt durch die Mitte“ und Elbphilharmonie dauern zwischen eineinhalb und zweieinhalb Stunden und kosten 35 Euro pro Person.

Sie finden alle 14 Tage immer samstags statt. Der nächste Termin ist am Samstag, 10. Oktober 2020. Die Teilnehmerzahl ist auf 15 Personen begrenzt. Anmeldungen und weitere Infos finden Sie auf unserer Webseite.

Schnitt durch die Mitte, Öffentliche Architekturführungen

Sprinkenhof © a-tour

Die Architekturführung „Schnitt durch die Mitte“ zeigt einen Querschnitt der Hamburger Stadtentwicklung an Alster und Elbe. Zu sehen sind Historisches, Klassiker und Zukunftsprojekte im Stadtzentrum der Hansestadt. 10.00 bis 12.30 Uhr

Öffentliche Architekturführungen am 10. Oktober 2020

Auf der Architekturführung Elbphilharmonie erläutert Ihnen ein Architekt*in die Entstehungsgeschichte des Gebäudes, die sich heute, rückblickend betrachtet, fast schon wie das Drehbuch zu einer geplanten Inszenierung liest. Von einer tollen Idee, die als Geschenk –für die Stadt kostenlos- und in kürzester Bauzeit realisiert werden sollte, Streitigkeiten über Kosten, Baustillstand und ein Happy End das seines gleichen sucht. 15.30 bis 17.00 Uhr

Anmeldungen und weitere Infos finden Sie auf unserer Webseite.

Weiterer Termin: 31. Oktober 2020

Spatenstich für neue Grundschule Am Baakenhafen

Gerade fand der Spatenstich für die neue Grundschule Am Baakenhafender statt. Hier entsteht eine neue vierzügige Grundschule, die direkt an eine Kindertagesstätte mit Bildungs- und Familienzentrum angrenzt.

Im Auftrag der Schulbehörde werden vielseitige, modern ausgestattete Unterrichtsräume für rund 460 Schülerinnen und Schüler gebaut. Die Stadt investiert rund 32 Millionen Euro in das Schulgebäude. Der Bau soll Ende 2022 fertiggestellt und an die neu gegründete Grundschule übergeben werden.

Geplant sind 20 allgemeine Klassenräume, die durch Fachunterrichtsräume ergänzt werden. Zudem erhält die Schule eine Mensa mit Vitalküche und eine Aula mit Bühne. In die Untergeschosse wird eine Zweifeldsporthalle integriert – ein Großteil der Pausenflächen wird auf dem Dach des Gebäudes untergebracht

Spatenstich für neue Grundschule Am Baakenhafen

Am Baakenhafen entsteht ein gemischtes Quartier mit Wohnraum für rund 4.200 Einwohner, etwa 2.200 Arbeitsplätzen und vielfältigen Freizeitmöglichkeiten. Der Schulneubau entsteht am zentralen Lola-Rogge-Platz, der als Quartierszentrum einen attraktiven Marktplatz für die Nahversorgung bieten wird. Nördlich der Grundschule schließt sich der 2018 eröffnete Baakenpark an – ein grüner Freiraum auf der künstlich angelegten Halbinsel im Hafenbecken. Östlich des Schulgebäudes entsteht eine Kindertagesstätte mit Bildungs- und Familienzentrum, die baulich mit dem Schulgebäude verzahnt sein wird. Im Erdgeschoss der Schule entsteht eine Ladenfläche oder ein Café, um das Gebäude zusätzlich zum Lola-Rogge-Platz zu öffnen.

Bildungs-und Familienzentrum Baakenhafen, Spatenstich für neue Grundschule Am Baakenhafen

Grundschule und KITA Baakenhafen © LRO und Werk Arkitekter

Als Treffpunkt und Lernort wird die Schule zum wichtigen Baustein für das soziale und kulturelle Leben im Quartier Baakenhafen. Vom neuen Schulstandort profitieren aber nicht nur die Bewohner der HafenCity: Wie an der Katharinenschule, werden voraussichtlich auch Kinder der umliegenden Stadtteile die Schule besuchen. Die Planung erfolgte unter Berücksichtigung pädagogischer Konzepte und in enger Abstimmung zwischen allen Projektbeteiligten – auch mit Beteiligung der örtlichen Schulleitung. Das architektonische Leitmotiv des Büros LRO zielt auf das Miteinander von Schüler- und Lehrerschaft. Ziel ist es, mit dem gebauten Raum abwechslungsreiche Lernformen zu fördern und zu unterstützen.

Mehr zum Schulneubau können Sie auch auf unserer Architekturführung HafenCity Ost erfahren.

Kostenlose virtuelle Touren von Guiding Architects

Vom 13. bis 16. Oktober bietet Guiding Architects eine Reihe kostenlose virtuelle Touren zu Higlights der modernen Architektur in Barcelona, Berlin, Budapest und Turin an, die von den Mitgliedern des Netzwerks moderiert werden.

Kostenlose virtuelle Touren

Mies van der Rohe Pavilion, To Expo, Duna Park, Panzerkreuzer © GA Barcelona, Fabio Oggero, Arne Hübner, Erik-Jan Ouwerkerk

Besuchen Sie mit uns besondere Projekte der modernen Architektur und des Bauhaus!

Kostenlose virtuelle Touren zu Highlights der modernen Architektur in Barcelona, Berlin, Budapest und Turin vom 13. bis 16. Oktober 2020

Während der live gestreamten Veranstaltungen teilen die Referenten – allesamt Architekten, die an ihren Reisezielen arbeiten und forschen – ihr umfangreiches Wissen mit Hilfe von (historischen) Fotos, Film- und Audioclips, 3D-Simulationen, Luftaufnahmen, Stadtplänen und Architekturzeichnungen. Die Teilnehmer erhalten einen guten Einblick in die Gebäude, ihren architektonischen Kontext und ihren historischen sowie kulturellen Hintergrund.

Dienstag, 13.10.20 – 18:00 Uhr
Mies van der Rohe pavilion
Gastgeber: Lorenzo Kárász, GA Barcelona

Mittwoch, 14.10.20 – 18:00 Uhr
Pier Luigi Nervi in Turin
Gastgeber: Cristiana Chiorino, Comunicarch, Turin

Donnerstag, 15.10.20 – 18:00 Uhr
Internationaler Stil in Budapest
Gastgeber: Arne Hübner, GA Budapest

Freitag, 16.10.20 – 18:00 Uhr
Ringsiedlung Siemensstadt in Berlin – UNESCO Weltkulturerbe
Gastgeber: Thomas Krüger, TICKET B, Berlin

Die Führungen finden in englischer Sprache auf Zoom statt, die Teilnahme ist kostenlos.
Die Anmeldung erfolgt hier.

Drei neue Bauvorhaben im Quartier Baakenhafen – Die Architekturentwürfe sind entschieden

Nachhaltige Holzbauweise, Gemeinschafts-Wohnmodelle und Co-Working-Spaces: Drei neue Bauvorhaben im Quartier Baakenhafen. Hier versammeln sich hoch ambitionierte und überzeugende Konzepte, die allesamt beispielhaft für eine nachhaltige und sozial gerechte Stadt stehen.

Die Archy Nova Projektentwicklung GmbH in Partnerschaft mit der DeepGreen Development GmbH (Baufeld 98), die Baugemeinschaft Belle Harbour Hamburg GbR (Baufeld 100a) und die Baugemeinschaft Sportlerhaus GbR, betreut durch die CONPLAN GmbH & Co. KG (Baufeld 100b), haben im Einvernehmen mit der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen und der HafenCity Hamburg GmbH einen hochbaulichen Realisierungswettbewerb ausgelobt, zu dem insgesamt 17 Architekturbüros geladen waren. Die Jury hat nun ein Architekturbüro aus Tübingen, ein Architekturbüro aus Berlin und ein Architekturbüro aus Hamburg als Sieger gekürt.

Die drei Baufelder liegen im südöstlichen Teil des Quartiers Baakenhafen am künftigen Gretchen-Wohlwill-Platz, der Baakenpark und die sich im Bau befindliche neue Grundschule Baakenhafen sind in fußläufiger Nähe.

Insgesamt entstehen 100 Miet- und Eigentumswohnungen, zum Teil in Form von Baugemeinschaften, sowie im Erdgeschoss Flächen für publikumsbezogene Nutzungen (Büros und Gewerbe, Dienstleistungen, Gastronomie, Ateliers) und Gemeinschaftsflächen.

Baufeld 98

Auf dem Baufeld 98 realisiert die Archy Nova Projektentwicklung GmbH in Partnerschaft mit DeepGreen Development GmbH über sieben Etagen ein innovatives und generationenübergreifendes Wohnmodell, welches sich auch durch ein nachhaltiges Gebäudekonzept auszeichnet. Neben ressoucenschonender Holzbauweise und Minimierung der verbauten grauen Energie sowie einem umfassenden Stoffflusskonzept für Wasser und Biomasse ist eine besonders funktionale Fassade geplant, die eine Verkleidung mit karbonisiertem Holz, eine Photovoltaikanlage und großzügige Fassadenbegrünungen vorsieht. Das Vorhaben folgt dem gemeinschaftlichen „We House“ Konzept, welches sich bundesweit etablieren soll. Diesem Modell entsprechend, finden sich im Erd- und Galeriegeschoss neben dem „We House“ Restaurant weitere gemeinschaftlich genutzte Flächen wieder, wie u.a. Co-Working-Spaces, ein Saal, ein Waschcenter mit Bewohnertreff, ein Gästeappartement, Werkstätten sowie Flächen z.B. für Yoga, Kinder, Sauna und weitere Nutzungen. Als besonderer Clou versorgt ein Dachgewächshaus die Bewohner und das „We House“ Restaurant mit selbst angebautem Obst und Gemüse.

Drei neue Bauvorhaben im Quartier Baakenhafen

HafenCity Baufeld 98 © Eble Messerschmidt Partner Architekten

Baufeld 100a

Auf dem Baufeld 100a baut die Baugemeinschaft Belle Harbour Hamburg GbR Eigentumswohnungen für unterschiedliche Lebensentwürfe. Das Wohnen im Haus basiert auf dem Konzept der erweiterten Lebensgemeinschaft. Es soll Familien die Chance gegeben werden, den besonderen Inklusionsansatz umzusetzen, Menschen mit Behinderungen in ihrem familiären Zuhause gemeinsam mit Pflegediensten zu unterstützen und somit voll in die Haus- und Lebensgemeinschaft zu integrieren. Darüber hinaus wird ein Inklusionsansatz für Blinde und Menschen mit Sehbehinderungen im Gebäude verwirklicht. Eine Arbeitsstelle für einen Menschen mit Sehbehinderung ist fester Bestandteil des Wohnkonzeptes.

Mit dem Ansatz der erweiterten Lebensgemeinschaft wird der Grundgedanke des „Füreinander da sein“ aufgenommen. Dies wird u. a. durch qualitätsvolle Gemeinschaftsflächen erreicht. Die Angebote des Hauses richten sich an Menschen mit und ohne Behinderungen im gesamten Quartier, wobei ein Schwerpunkt bei den Jüngsten gesetzt wird: Kinderbilbiothek, Computerlernwerkstatt, Bienenzucht und die Sensibilisierung für Lebensmittel durch Selbstversorung sind einige der Themenbereiche.

Hafencity Baufeld 100a © WinkingFroh Architekten

Baufeld 100b

Die Baugemeinschaft Sportlerhaus GbR, die durch die CONPLAN GmbH & Co. KG betreut wird, realisiert auf dem Baufeld 100b die Errichtung von preisgedämpften Eigentumswohnungen. Im Erdgeschoss soll ein Gemeinschaftsraum entstehen, der über seine Funktion als Sport- und Begegnungsraum für die Familien der Baugruppe, welche sich aus dem Handballumfeld des FC St. Pauli kennen, auch als Vereinsheim des aktuell in Gründung befindlichen Sportvereins Baakenhafen fungieren soll. Die Baugruppe möchte alle Bewohner im Quartier Baakenhafen über den neuen Sportverein Baakenhafen zusammenbringen. Die Gruppe fühlt sich stark dem energieeffizienten, nachhaltigen Bauen verpflichtet und realisiert ein KfW-Effizienzhaus 40. Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach bringt ein Plus an nachhaltiger Energie ins Gebäude, wodurch unter anderem die gemeinschaftlichen E-Lastenräder genutzt werden können. Des Weiteren sind Geschäfts- und Büroflächen im Erd- und Zwischengeschoss zur Straßenseite und zum Gretchen-Wohlwill-Platz geplant, welche die Möglichkeit bieten sollen, Wohnen und Arbeiten in einem Gebäude zu kombinieren.

Drei neue Bauvorhaben im Quartier Baakenhafen

HafenCity Baufeld 100b © Spine Architects GmbH

Wie die Architektur für drei neue Bauvorhaben im Quartier Baakenhafen aussehen soll wurde von der Jury des Architekturwettbewerbs unter Vorsitz des Hamburger Architekten Nikolaus Goetze wie folgt entschieden:

Baufeld 98 | Archy Nova Projektentwicklung GmbH mit der DeepGreen Development GmbH
Eble Messerschmidt Partner Architekten und Stadtplaner PartGmbB, Tübingen

Baufeld 100a | Belle Harbour Hamburg GbR
Winking • Froh Architekten, Berlin

Baufeld 100b | Planungsgemeinschaft Sportlerhaus GbR c/o CONPLAN GmbH & Co. KG
Spine Architects GmbH, Hamburg

Rahmenplan für das Quartier am Diebsteich vorgestellt

Die Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen hat den Rahmenplan für das Quartier am Diebsteich vorgestellt. Interessierte Bürgerinnen und Bürger konnten sich an verschiedenen Stationen entlang der Waidmannstraße über die Inhalte des Rahmenplans für die Entwicklung des Quartiers rund um den neuen Standort des Fern- und Regionalbahnhofs Hamburg-Altona am Diebsteich informieren, frei von Station zu Station gehen und einen Blick in die Zukunft des Quartiers werfen sowie mit den Planerinnen und Planern ins Gespräch kommen.

Rahmenplan Quartier am Diebsteich

Zentrales Rahmenplangebiet mit Blick auf die neue grüne Mitte des Quartiers, den Lunapark mit neugeordneten Sportanlagen, und die umgebaute Paketpost sowie die anknüpfenden Grünverbindungen © Grit Koalick

Die Planungen knüpfen an den vielfältigen Charme und die bestehenden Prägungen des Gebiets an und ergänzen das Vorhandene durch attraktive Nutzungen wie einen zentralen Park sowie Musik- und Sporteinrichtungen, die das Quartier beleben und attraktiver machen. Besonders erwähnenswert sind die geplante Musikhalle und das Regionalligastadion für jeweils 5.000 Besucherinnen und Besucher auf dem heutigen ThyssenKrupp-Areal.

Rahmenplan Quartier am Diebsteich

Städtebaulich-freiraumplanerischer Rahmenplan für das Quartier am Diebsteich (Szenario 2040) © ARGE VU Diebsteich

Der Rahmenplan wurde unter Beteiligung der Öffentlichkeit, von Eigentümern, Sportvereinen und weiteren Betroffenen in einem zweijährigen intensiven Planungsprozess erarbeitet.

Rahmenplan Quartier am Diebsteich

Franz-Josef Höing, Oberbaudirektor sagte: „Der Rahmenplan bildet ein kluges Grundkonzept, um die vielfältige Mischung am Diebsteich zu bewahren und gleichzeitig mit neuen, interessanten Nutzungsbausteinen zu versehen. Unser Ziel ist es, dabei eine kompaktere, dichtere Nutzung zu schaffen, die die großen Strukturen durch Kleinteiligkeit ergänzt, aber auch dem rauen und überraschend bunten Charme des Gebiets entspricht. Da wir uns mitten in der Stadt befinden, konnte der Rahmenplan natürlich keine Planung am Reißbrett werden. Vielmehr ist der Rahmenplan im engen Austausch mit anderen Fachbehörden, den Bezirken Altona und Eimsbüttel und auch den Bürgerinnen und Bürgern vor Ort entstanden, die über Veranstaltungen und Workshops einbezogen wurden.“

Der Rahmenplan ist Teil der vorbereitenden Untersuchungen für eine städtebauliche Entwicklungsmaßnahme im Umfeld des künftigen Fern- und Regionalbahnhofs am Diebsteich. Das Gebiet des Rahmenplans liegt an der Nahtstelle zwischen den Bezirken Altona und Eimsbüttel, rund um die heutige S-Bahn-Station Diebsteich und umfasst eine Fläche von rund 123 Hektar. Es liegt in direkter Nähe der Mitte Altona und des Holsten-Quartiers und ist rund 2 Kilometer vom Altonaer Zentrum (Große Bergstraße/Ottenser Hauptstraße) sowie 1,5 Kilometer vom Eimsbütteler Zentrum (Osterstraße) entfernt. Heute bestimmen die Postliegenschaften, die Industriegebäude des ThyssenKrupp-Areals und der Friedhof Am Diebsteich den ersten Eindruck.

Schrägluftaufnahme mit Blick auf das zentrale Rahmenplangebiet am Diebsteich © Matthias Friedel

Bereits heute sind herausragende Entwicklungspotentiale auf den schon von der Stadt erworbenen Flächen erkennbar. So wird mit dem Weggang von ThyssenKrupp ein relativ großes Grundstück frei das derzeit u. a. mit einer Musikhalle für bis zu 5.000 Besucher und einem Regionalliga-Stadion insbesondere für den Verein Altona 93 beplant wird. Das Stadion soll mit einer großzügigen „Quartiersgarage“ unterbaut und mit Gebäudezeilen umbaut werden, die u. a. Einzelhandels- oder Indoor-Sportangebote aufnehmen können. Durch eine neue Straßenführung am nördlichen Rand des ThyssenKrupp-Areals werden der künftige Bahnhofsvorplatz und die „Wohninsel“ Isebekstraße verkehrlich entlastet.

Das Paketpost-Gebäude soll zu einen neuen Begegnungsort mit kulturell-gewerblichem Charakter verwandelt werden. Hier kann z. B. eine bunte Mischung aus neuen Spielorten für Theater und Probebühnen, Filmproduktion, Flächen für die Kreativwirtschaft, einem Hotel, Handwerkerhof, Markthalle sowie experimentellen Wohnformen entstehen.

Inmitten des Quartiers wird durch die kompakte Neuordnung der vorhandenen Spielfelder an der Waidmannstraße ein neuer öffentlicher Park geschaffen, der als grüne Mitte ein Raum für Erholung, Austausch und Bewegung sein wird. Der Friedhof Am Diebsteich soll als bedeutendes Gartendenkmal auch künftig ein Ort der Erholung und Ruhe bleiben.

Die wichtigen innerstädtischen Gewerbestrukturen auf der West- und Ostseite der Bahntrasse sollen erhalten bleiben. Langfristiges Ziel ist Verdichtung im Sinne einer effektiveren und nachhaltigen Grundstücksausnutzung, um der starken Nachfrage nach zentral gelegenen Gewerbegrundstücken entgegenzukommen.

Der Rahmenplan zeigt aufeinander abgestimmte übergeordnete Entwicklungslinien bis zum Jahr 2040 auf, mit denen sich das Quartier am Diebsteich schrittweise verändern wird. Die Konkretisierung der Projekte wird in den nächsten Planungsschritten erfolgen.

Rahmenplan Quartier am Diebsteich

Blick vom Bahnhofsvorplatz auf die prägenden Gebäude von ThyssenKrupp, die neue Musikhalle und das Stadion sowie die verkehrsberuhigte Waidmannstraße mit Alleecharakter © Grit Koalick

Aktuelle Stadtentwicklung an der Elbe – neue öffnetliche Tour

Die zweistündige Architekturführung „Aktuelle Stadtentwicklung“ mit dem Fahrrad zeigt die derzeitigen Themen der Hamburger Stadtentwicklung an der Elbe.

Zu sehen sind aktuelle sowie Zukunftsprojekte diesseits und jenseits der Norderelbe.

Die Fahrradtour beginnt am Alten Elbtunnel und führt unter der Elbe in das ehemalige Freihafengebiet am Südufer und zum neu entstehenden Stadtteil

Grasbrook vis-a-vis der HafenCity. 2020 wurde der Wettbewerb entschieden. Wir erläutern Ihnen den prämierten Entwurf des Schweizer Teams Herzog & de Meuron und Vogt Landschaftsarchitekten, welcher das städtebauliche und freiraumplanerische Gesamtbild des Stadtteils Grasbrook bestimmen wird.

Aktuelle Stadtentwicklung

Grasbrook © Herzog & de Meuron

Weiter geht es vorbei an den 1920er Klinkerbauten der Veddel zum neuen Eingang der inneren Stadt Hamburgs an den Elbbrücken, der zukünftig auch von David Chipperfields Entwurf für den 245 Meter hohe Elbtower  geprägt wird.

Aktuelle Stadtentwicklung

Haltestelle Elbbücken @a-tour

Unsere Tour führt uns zu der neuen Haltestelle Elbbrücken von GMP Architekten, deren Konstruktion die Gestaltung der prägnanten Brücken aufnimmt und neu interpretiert. Im östlichen Teil der HafenCity berichten wir außerdem von zukunftsweisenden Bauten wie der Wildspitze, Deutschlands höchstem Holzgebäude.

Den Abschluss bildet die U-Bahn Station „HafenCity Universität“ mit ihrer Licht- und Klanginstallation.

Während der Tour erläutert ein ArchitektIn die historischen Hintergründe und den städtebaulichen Zusammenhang, zeigt Pläne und stellt Zukunftsszenarien vor.

Grasbrook © Herzog & de Meuron

Es wird auch reichlich Gelegenheit zur Diskussion geben.

Die nächste öffentliche Architekturführungen Aktuelle Stadtentwicklung findt am Samstag, den 31. Oktober statt. Die Teilnehmerzahl ist auf 15 Personen begrenzt.

Anmeldung und weitere Infos finden Sie hier.

Öffentliche Architekturführung Elbphilharmonie am 10. Oktober 2020

Bislang konnten sich immer nur geschlossene Gruppen für unsere Architekturführungen anmelden.

Jetzt bieten wir auch öffentliche Architekturführungen zu festen Terminen an, die direkt online von Einzelpersonen und Kleingruppen gebucht werden können.

Die nächste öffentliche Architekturführung Elbphilharmonie findet am Samstag, den 10. Oktober statt. Die Teilnehmerzahl ist auf 15 Personen begrenzt. Anmeldungen und weitere Infos finden Sie auf unserer Webseite.

Elbphilharmonie, Architektur Reise Hamburg, Öffentliche Architekturführung Elbphilharmonie

Elbphilharmonie © Iwan Baan

Die öffentliche Architekturführung Elbphilharmonie erläutert Ihnen ein Architekt*in die Entstehungsgeschichte des Gebäudes, die sich heute, rückblickend betrachtet, fast schon wie das Drehbuch zu einer geplanten Inszenierung liest. Von einer tollen Idee, die als Geschenk –für die Stadt kostenlos- und in kürzester Bauzeit realisiert werden sollte, Streitigkeiten über Kosten, Baustillstand und ein Happy End das seines gleichen sucht. 15.30 bis 17.00 Uhr

Anmeldungen und weitere Infos finden Sie auf unserer Webseite.

Weiterer Termin: 24. Oktober 2020